„Der junge Karl Marx“ – Ein Beispiel des ideologischen Kampfes in Kunst und Kultur

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Der junge Karl Marx“ – Ein Beispiel des ideologischen Kampfes in Kunst und Kultur

Hier spiegle ich eine Filmkritik der antifaschistischen aktion Nr. 33 – April 2017 aus Österreich über den Kinofilm „Der junge Karl Marx“ von Raoul Peck (weitere Infos zu diesem Film gibt es auf diesem Blog hier und hier):

Der Film „Der junge Karl Marx“ ist Thema. Gewerkschaften veranstalten Filmabende in angemieteten Kinos, die Sozialistische Jugend macht ebenso Filmvorführungen, wie Grazer KPÖ und Kommunistische Jugend (KJÖ) die „Graz-Premiere“ des Films für ihre Politevents nutzen. Auch in den Kritiken der verschiedenen Tageszeitungen der Republik kommt der Film nicht schlecht weg (in Deutschland ist das übrigens nicht so, aber das ist eine andere Geschichte). Was steckt also dahinter, wenn alle so begeistert sind? Vermittelt der Film tatsächlich ein realistisches, politisch taugliches Bild der frühen Entstehungsjahre des Marxismus?

Den Eindruck könnte man auf den ersten Blick durchaus gewinnen, überrascht es doch, dass sich der Regisseur Raoul Peck wirklich vieler Zitate von Karl Marx und Friedrich Engels bedient und in mehreren Szenen Erlebnisse und Abläufe sehr genau so darstellt, wie sie auch im Briefwechsel von Marx und Engels überliefert sind. So weit, so gut. Mitreißend und eindrucksvoll sind auch die theoretischen  Auseinandersetzungen dargestellt, welche die beiden Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus gegen allerlei Vertreter unwissenschaftlicher, utopischer, oder anarchistischer Vorstellungen auszufechten hatten. Allen voran sei hier der Kampf erwähnt, den Marx und Engels für eine neue Hauptlosung des „Bundes der Gerechten“, die zuvor „Alle Menschen sind Brüder!“ lautete, führten: Sie setzten durch, dass das alte Motto ersetzt wurde durch das noch heute berühmte Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“. Im Zuge dieses Kampfes wurde der „Bund der Gerechten“ auch umbenannt in „Bund der Kommunisten“, er wurde unter der Führung von Marx und Engels reorganisiert und damit die erste historische Form der Kommunistischen Partei. Dass all das so positiv und gegebenenfalls inspirierend dargestellt wird, macht den Film zu einem guten bürgerlichen Film. Aber in Fragen der Kultur und Kunst ist es nicht anders, wie mit jedem anderen Tätigkeitsfeld der menschlichen Gesellschaft auch – es gibt darin kein Ding, das nicht den Stempel der Ideen der einen oder anderen Klasse trägt, so auch „Der junge Karl Marx“.

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Charu Mazumdar: Die indische volksdemokratische Revolution

50 YoNaxalbari

Aus Anlass des 50. Jahrestages des Aufstandes von Naxalbari – einem Dorf in Indien – vom Mai 1967 wird hier eine nicht autorisierte Übersetzung des Artikels über die Bedeutung dieses Aufstandes für die neudemokratische Revolution in Indien vom Vordenker der indischen Maoisten, Charu Mazumdar, aus der Zeitschrift LIBERATION (Juni 1968) veröffentlicht (weitere Informationen dazu in englischer Sprache gibt es hier und in deutscher Sprache hier):

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Charu Mazumdar:

Die indische volksdemokratische Revolution

Veröffentlicht: In Liberation Juni 1968

Quelle: Ausgewählte Werke von Charu Mazumdar

Quelle der nicht autorisierten deutschen Übersetzung. 

Der Sieg der volksdemokratischen Revolution in diesem Land von 500 Millionen Menschen wird zum unvermeidlichen Zusammenbruch des Weltimperialismus und Revisionismus führen.

Die volksdemokratische Revolution in diesem Land kann nur zu einem siegreichen Ende geführt werden in der Gegnerschaft zu allen imperialistischen Mächten der Welt. Vor allem sollten wir uns an den US-Imperialismus halten, dem Führer des Weltimperialismus. Der US-Imperialismus hat nicht nur alle aggressiven Merkmale des Vorkriegsdeutschlands, -italiens und –japans übernommen, sondern er hat diese auch im großen Maße weiterentwickelt. Er hat seine aggressiven Aktivitäten in alle Ecken des Globus ausgeweitet und hat Indien in seinen neokolonialistischen Fesseln verfangen. Die vietnamesischen Völker sind in vorderster Front des Kampfes gegen diesen aggressiven Imperialismus, der auf den Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas herumhackt. Die siegreiche indische Revolution wird dieses imperialistische Ungeheuer zerstören.

Die volksdemokratische Revolution in diesem Land wird zu einem siegreichen Ende weitergeführt werden müssen, indem sie sich aktiv der Sowjetunion widersetzt, dem Speck der großen sozialistischen Oktoberrevolution. Dies ist so, weil die gegenwärtigen Führer des Sowjet-Staates, der –partei und –armee eine revisionistische Linie angenommen haben und eine bourgeoise Diktatur in ihrem Land errichtet haben. In Absprache mit den US-Imperialisten haben sie ihre Ausbeutung ausgeweitet und ihre Vorherrschaft über verschiedene Länder Asiens, Afrikas und Lateinamerikas errichtet. In Indien sind die sowjetischen Führer zum Hauptvertreter des US-Imperialismus geworden, obwohl sie mit dem Namen des großen Lenin protzen. Mit Hilfe ihrer Marionetten (der Dange-Clique und der neo-revisionistischen Clique), die sie selbst großgezogen haben, verwandeln die sowjetischen Führer Indien in ein Feld für ihre unbeschränkte Ausbeutung und sie betrügen die kämpfenden Massen, indem sie diese davon überzeugen die Trittbrettfahrer des US-Imperialismus und die Freunde der indischen Reaktionäre zu werden. Der Sieg der indischen Revolution wird nicht nur den Sowjetrevisionismus und dessen indische Lakaien auf indischem Boden begraben, sondern auch dessen Tod auf der ganzen Welt garantieren.

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Charu Mazumdar: Es leben die heroischen Bauern in Naxalbari!

50 YoNaxalbari

Aus Anlass des 50. Jahrestages des Aufstandes von Naxalbari – einem Dorf in Indien – vom Mai 1967 wird hier eine nicht autorisierte Übersetzung des Artikels über die Bedeutung dieses Aufstandes vom Vordenker der indischen Maoisten, Charu Mazumdar, aus der Zeitschrift LIBERATION (Juli 1971 – Januar 1972) veröffentlicht (weitere Informationen dazu in englischer Sprache gibt es hier und in deutscher Sprache hier):

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Charu Mazumdar:

Es leben die heroischen Bauern in Naxalbari!

Veröffentlicht: Liberation Juli 1971 – Januar 1972

Quelle: Ausgewählte Werke von Charu Mazumdar

Quelle des englischen Originals.

Das soziale System, das in Indien existiert, ist halbfeudal und halbkolonial. Daher ist die demokratische Revolution in diesem Land eine Agrarrevolution. Alle Probleme Indiens sind mit dieser einen Aufgabe verbunden. Über diese Frage der Agrarrevolution hat es Meinungsverschiedenheiten unter den marxistischen Kreisen seit dem Beginn dieses Jahrhunderts gegeben und unter Marxisten dauert der Kampf zwischen den beiden Politiken an – einerseits der revolutionären und andererseits der konterrevolutionären Politik. Die Menschewiki lenkten von der Frage der Staatsmacht ab und suchten nach einer Lösung in der Verstädterung. Lenin erklärte einen Kreuzzug dagegen und sagte, dass es nicht möglich wäre das Problem durch Ablenken von der Frage der Staatsmacht zu lösen. Er zeigte, dass wie fortschrittlich auch immer die Gesetzgebung sei, die von irgendjemandem formuliert wurde, die gegenwärtige Staatsstruktur könnte damit nicht in die Tat umgesetzt werden. Die Lebensbedingungen der Bauernschaft würden die gleichen bleiben. Daher sagte er, dass nur der demokratische Staat der Arbeiter und Bauern, angeführt durch die Arbeiterklasse, dieses Problem lösen könne. Gleichzeitig sagte auch der Autor der sowjetischen Partei, Judin, während er Nehrus Grundansatz kritisierte, dass Nehru bis jetzt nicht in der Lage gewesen ist, das Bauernproblem zu lösen. Er forderte Nehru heraus, in der Praxis zu zeigen, wie dieses Problem auf friedlichem Weg gelöst werden könnte und fügte hinzu, dass Nehru daran scheitern würde. Die Geschichte hat bewiesen, dass Nehru, weit weg von einer Lösung dieses Problems, nicht in der Lage war auch nur ein Jota des Wandels hervorzubringen.

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Heraus zum internationalistischen 1. Mai!

Hier spiegele ich den Aufruf des Hamburger „Bündnis gegen imperialistische Aggression“ zum diesjährigen 1. Mai (Quelle):

Heraus zum internationalistischen 1. Mai!

Der 1. Mai ist der Kampftag der internationalen Arbeiterklasse. Jedes Jahr begehen ihn Millionen von Menschen weltweit kämpferisch und voller Kraft. Dieser Tag ist ein Leuchtfeuer der Unterdrückten und Ausgebeuteten auf der Welt, an dem sie ihren gerechten Zorn gegen den Imperialismus entladen, das verfaulte und zerstörerische System, das die Menschheit in seinem Würgegriff hält. So ist der 1. Mai Ausdruck der Verbundenheit all dieser Kämpfenden auf der ganzen Welt.

Der Imperialismus ist ein System, das einige Wenige in die Lage versetzt ein Leben in unvorstellbarem Luxus zu führen und gigantische Reichtümer anzuhäufen, während es den Großteil der Menschheit zu einem Leben in Hunger und Elend verdammt. Der Imperialismus beraubt die Völker der Welt ihrer Lebensgrundlagen, indem er Wirtschaften abhängig macht und zerstört. Er zerrüttet und zersplittert souveräne Staaten im Kampf um die Aufteilung der Beute. Eine Beute, die zum einen aus den Rohstoffen und natürlichen Ressourcen besteht und zum anderen mittels krassester Ausbeutung der Arbeiterklasse aus den unterdrückten Ländern herausgepresst wird. Dabei wollen die Imperialisten und ihre Lakaien alle und jeden aus dem Weg räumen, die sich gegen sie stellen. Darum füllen sie ihre Gefängnisse mit abertausenden von politischen Gefangenen und versuchen die Kämpfe der Völker der Welt in Blut zu ertränken. Doch die brutale Repression kann ihren Kampf nicht ersticken, im Gegenteil sie facht ihn immer weiter an. Besonders in den Sturmzentren der Weltrevolution, den unterdrückten Ländern, folgt eine Welle des Kampfes der Unterdrückten gegen den Imperialismus auf die andere.

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Hände weg von Syrien – Bündnis gegen Krieg

Banner: Hände weg von Syrien!

Hier spiegele ich einen Beitrag über den derzeitigen Krieg in Syrien, der auf der Seite des Anadolu Newsblog veröffentlich wurde (Quelle):

Wir möchten hiermit folgendes Kommentar vom Bündnis gegen Krieg zu den jüngsten Giftgasangriffen in Khan Sheichun veröffentlichen, nicht nur weil wir berechtigte Zweifel an der Version der USA über diesen Angriff haben, sondern vor allem weil wir uns gegen jegliche imperialistische Einmischung und Aggression gegen Syrien stellen.

Hände weg von Syrien – Bündnis gegen Krieg (Wien, Hamburg, Basel)

Anfangs April 2017 erreichen uns Meldungen über „einen erneuten Giftgasangriff“ in Syrien.

Diesmal sei die Stadt Khan Sheichun in der Provinz Idlib angegriffen worden. Wie schon Jahre zuvor in Ghouta könne auch hier nicht eindeutig verifiziert werden, wer für die Angriffe verantwortlich sei.
Gleichwohl ist die westliche Medienlandschaft (wie seit Beginn der Ereignisse in Syrien) mit Schuldzuweisungen schnell zur Hand: Von „Bild“ bis „Spiegel“, von der Tagesschau bis hin zu den Boulevardblättern, die überall umsonst zu haben sind, sind die Meinungen gemacht: Schuld hat einmal mehr Assad, die Syrische Armee, Russland und die „Verbündeten des Regimes“.

Eigentlich sollte zu erwarten sein, dass sich die MedienkonsumentInnen des Westens nun endlich mal empören; nicht wie ihnen vorgeschrieben wird, gegen Präsident Assad und die Regierung Syriens, sondern gegen diese unsägliche Diffamierung und Hetze gegen einen souveränen Staat und dessen Regierung.

Die EU dirigiert diesen Chor der allgemeinen Hetze gegen Syrien. Zum Beispiel die EU Aussenbeauftragte , Frau Frederica Mogherini: Sie ließ sinngemäß verlauten: „Schuld sei auf jeden Fall die Regierung von Damaskus, denn jede Regierung habe die Pflicht, ihr Volk zu schützen und dies tue die Regierung Syriens unter Assad nicht“.

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Operation Anthropoid: Auch Henker sterben!

Operation Anthropoid
Das Auto, in dem ein Attentat auf den Nazi-Schlächter und SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich ausgeführt wurde. 

Über den Mordanschlag eines alliierten Kommandos gegen den Reichsprotektor von Böhmen und Mähren, den SS-Schlächter Reinhard Heydrich gibt es den Film »Auch Henker sterben« des emigrierten Regieseurs Fritz Lang, der seinen Hollywood-Film 1942 nach einem Drehbuch von Bertolt Brecht filmt (ca. 130 Minuten, s/w). Der Hintergrund ist folgender:

Eine Widerstandsgruppe verübt ein Attentat auf Reinhard Heydrich, den »Schlächter von Prag«: Diese Widerstandsgruppe liefert mit Hilfe der Bevölkerung einen verhaßten Kollaborateur als gesuchten Attentäter der Gestapo ans Messer. Lang setzt auf verkäufliche Dramatik, Brecht will den Kampfesmut der Tschechen zeigen. Das Happy-End jedoch bleibt aus, der Kampf gegen die Deutschen geht weiter – außerhalb des Kinosaals. Zusammen mit Casablanca und Lubitschs Sein oder Nichtsein ist Auch Henker sterben der erfolgreichste antifaschistische Film der Vereinigten Staaten, eine Art Brechtsche Fassung von Langs Meisterwerk. Eine Stadt sucht einen Mörder, in Hollywood zu Kriegszeiten. (Link)

Operation Anthropoid was the code name for the assassination attempt on SS-Obergruppenführer and General der Polizei Reinhard Heydrich, head of the Reichssicherheitshauptamt (Reich Main Security Office, RSHA), the combined security services of Nazi...
Die drei Hauptattentäter Jan Kubis, Jozef Gabcik und Josef Valcik.

Ab Ende Januar 2017 ist eine weitere Filmproduktion über das Attentat auf Heydrich auf DVD erhältlich: „Operation Anthropoid“ (Link zum Trailer)

Inhalt: „Operation Anthropoid“ ist ein Zweiter-Weltkriegs-Thriller, basierend auf einer wahren Geschichte über die versuchte Ermordung von SS-Obergruppenführer und Organisator des Holocaust Reinhard Heydrich, der neben Adolf Hitler und Heinrich Himmler zu den mächtigsten Drahtziehern des Dritten Reichs gehörte. Die zwei tschechischen Soldaten Josef Gabčík und Jan Kubiš kehren im kalten Dezember 1941 aus dem Exil zurück und sollen in einer geheimen Mission, die den Codenamen Anthropoid trägt, Heydrich ausschalten. Das Attentat auf Heydrich könnte die Zukunft gänzlich verändern und den Krieg vielleicht sogar beenden. Alle Hoffnungen ruhen auf dem minutiös ausgearbeiteten Plan …

Als Rache der deutschen SS auf das Heydrich-Attentat wird das tschechische Dorf Lidice mit seinen Einwohnern zerstört.

Operation Anthropoid was the code name for the assassination attempt on SS-Obergruppenführer and General der Polizei Reinhard Heydrich, head of the Reichssicherheitshauptamt (Reich Main Security Office, RSHA), the combined security services of Nazi...
Die vollständige Zerstörung des Dorfes Lidice war die Rache der SS für das Attentat auf Heydrich. 

W.I. Lenin: DER PARTISANENKRIEG

WI Lenin

Nicht nur der Commandante Che beschäftigte sich mit den verschiedenen, legalen und illegalen, friedlichen und bewaffneten Kampfformen des Partisanenkampfes in seiner Schrift „Der Partisanenkrieg“ (Havanna, 1960, Link), sondern auch W.I. Lenin nahm in seiner gleichnamigen Schrift „Der Partisanenkrieg“ (In: Lenin Werke (LW) Band 11, S. 202-213, Link) schon im September 1906 Stellung zu den wichtigsten Fragen des Partisanenkampfes, die in der Folge der ersten russischen Revolution von 1905 aufkamen. Nachdem Lenin einige Grundsätze des Marxismus-Leninismus-Maoismus in Bezug auf die Wahl der Kampfformen aufstellt und diese Leitsätze auf die Ereignisse der ersten russischen Revolution (von 1905) anwendet, kommt er unter Punkt III. seiner Schrift „Der Partisanenkrieg“ (LW Band 11, S. 206-211) auf die vermeintlichen „marxistischen“ Kritiker des bewaffneten Kampfes und der Anwendung des Partisanenkrieges in der jeweils gegebenen geschichtlichen Situation zu sprechen:

Der Marxist steht auf dem Boden des Klassenkampfes und nicht des sozialen Friedens. In bestimmten Perioden scharfer ökonomischer und politischer Krisen entwickelt sich der Klassenkampf zum unmittelbaren Bürgerkrieg, d. h. zum bewaffneten Kampf zwischen zwei Teilen des Volkes. In solchen Perioden ist der Marxist verpflichtet, auf dem Standpunkt des Bürgerkriegs zu stehen. Jede moralische Verurteilung des Bürgerkriegs ist vom Standpunkt des Marxismus völlig unzulässig.

In der Epoche des Bürgerkriegs ist das Ideal der Partei des Proletariats eine kriegführende Partei. Das ist ganz unbestreitbar. Wir geben durchaus zu, daß man vom Standpunkt des Bürgerkriegs die Zweckmäßigkeit dieser oder jener Formen des Bürgerkriegs in diesem oder jenem Augenblick zu beweisen suchen und in der Tat beweisen kann. Eine Kritik der verschiedenen Formen des Bürgerkriegs vom Standpunkt der militärischen Zweckmäßigkeit halten wir für durchaus richtig und erklären uns unbedingt damit einverstanden, daß die entscheidende Stimme in einer solchen Frage den sozialdemokratischen Praktikern jeder einzelnen Gegend zusteht. Im Namen der Grundsätze des Marxismus verlangen wir aber unbedingt, daß man sich nicht mit abgenutzten und schablonenhaften Phrasen von Anarchismus, Blanquismus und Terrorismus um eine Analyse der Bedingungen des Bürgerkriegs drückt, daß man sinnlose Methoden bei Partisanenaktionen, wie sie von dieser oder jener Organisation der PPS in diesem oder jenem Augenblick angewandt worden sind, nicht zum Abschreckungsmittel gegen die Beteiligung der Sozialdemokraten am Partisanenkrieg überhaupt macht.Weiterlesen »

30. März 1972: Kizildere

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Um am jährlichen Gedenken an die 10 Revolutionäre im türkischen Dorf Kizildere teilzunehmen, sind aus Deutschland zwei Jugendliche der Jugendgruppe Avrupa Dev-Genc gereist. Dazu hatten sich aus mehreren Städten der Türkei Linke mit Bussen auf den Weg in die Schwarzmeerregion gemacht. Doch die Demonstration stand von Anfang an unter Repression der türkischen Behörden, die eine Gedenkfeier für Mahir Cayan, den damals jungen Anführer der THKP-C, der mit seinen Genossen in Kizildere umzingelt und ermordet wurde, verbieten wollten. Auch die Zufahrten in das Dorf Kizildere wurden gesperrt, Busse stundenlang angehalten und mehrere Personen festgenommen.

Auch die beiden Jugendlichen Deniz Demirdag und Veli Eren befinden sich unter den Festgenommenen. Sie werden seit 5 Tagen im für Folter berüchtigten Istanbuler Polizeipräsidium Vatan festgehalten.

In Deutschland halten junge Genossinnen der Festgenommenen seit gestern Sitzaktionen in Essen und Dortmund ab, um die Freilassung ihrer Freunde zu fordern.

Quelle

 

G20 heißt… urbane Aufstandsbekämpfung!

Hier spiegele ich einen interessanten Artikel zum kommenden G20-Gipfel der Imperialisten in Hamburg (Quelle):

Gegenmacht aufbauen – Überwachungsstaat bekämpfen – G20 versenken!Alles zum G20-Gipfel 2017 auf Indymedia linksunten
Ginge es nach dem Willen von Oberbürgermeister Olaf Scholz, dann stünde Hamburg bald in einer Reihe mit Singapur, New York und London. Bereits jetzt stilisiert er die Stadt zur „boomenden Metropole“. Nach dem 7. und 8. Juli 2017 wird sie sich allerdings vielmehr mit Genua (G8-Gipfel 2001), Straßburg (NATO-Gipfel 2009) oder Toronto (G20-Gipfel 2012) vergleichen lassen müssen. Diese Städte haben gezeigt, dass urbane Räume keine ruhigen Orte für die Treffen der Herrschenden sind: einerseits Sicherheitszonen, auf Dächern postierte Scharfschützen, versiegelte Gullydeckel und tagelanger Ausnahmezustand, anderseits Großdemonstrationen in der Innenstadt, Blockaden von Infrastruktur und militante Aktionen. All das erwartet Hamburg im Sommer 2017.

Die Entscheidung für eine Großstadt macht – nüchtern betrachtet – gar keinen Sinn. Um sich im harten Ränkekampf der internationalen Metropolen beweisen zu können bleibt allerdings auch den Stadtoberen nichts anderes übrig als zu beweisen, dass sie ihre Macht gegen jeglichen aufkeimenden Widerstand in ihrem Einflussbereich durchsetzen können. Nach dem G8-Gipfel in Köln 1999 wird erneut ein solches Treffen in einer deutschen Großstadt abgehalten. Der Staat will dabei jeden Widerstand zerschlagen, er fühlt sich wohl gut gewappnet genug um jegliche Proteste zu zerschlagen: 13.200 Bullen, 3.000 Einsatzfahrzeuge inklusive gepanzerter Kampfwägen, 700 Angehörige von Spezialeinheiten, 23 Wasserwerfer, 10 Hubschrauber und ein Kampfjet sind bis jetzt angekündigt. [1]
Die von vielen Anwohner_innen bereits jetzt geäußerten Befürchtungen wischte Scholz als „völlig unberechtigt“ vom Tisch. Beschwerden seien unangebracht, denn „wenn wir alle gemeinsam wollen, dass sich die Verantwortlichen der Welt mehr treffen, mehr miteinander reden, […] dann müssen sie sich auch irgendwo treffen“. Wir haben allerdings kein Interesse daran, dass sich die führenden Ausbeuterstaaten besser verständigen, während um sie herum der Ausnahmezustand herrscht.

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April 1977: RAF liquidiert Generalbundesanwalt Buback

Nach dem Anschlag: Der Wagen, in dem Siegfried Buback starb. Foto: ZVW
Nach dem RAF-Anschlag: Der Wagen in dem Siegfried Buback starb

Am 08. Mai 1976 wird die Revolutionärin Ulrike Meinhof tot in ihrer Zelle aufgefunden. Eine Internationale Untersuchungskommission, die ihren Tod untersucht, kommt zu dem Ergebnis, „dass sich Ulrike Meinhof nicht selber erhängen konnte.“ Folglich wurde die Revolutionärin und Mitbegründerin der Roten Armee Fraktion (RAF) im Gefängnis ermordet.

Daraufhin wird der Generalbundesanwalt Buback vom RAF „Kommando Ulrike Meinhof“ am 07. April 1977 liquidiert. In seinem Kommuniqué erklärt das Kommando:

 

kommunique des kommandos ulrike meinhof zur hinrichtung bubacks

Für ‚Akteure des Systems selbst‘ wie Buback findet die Geschichte immer einen Weg.

Am 7.4.77 hat das Kommando Ulrike Meinhof Generalbundesanwalt Siegfried Buback hingerichtet.

Buback war direkt verantwortlich für die Ermordung von Holger Meins, Siegfried Hausner und Ulrike Meinhof. Er hat in seiner Funktion als Generalbundesanwalt – als zentrale Schalt- und Koordinationsstelle zwischen Justiz und den Westdeutschen Nachrichtendiensten in enger Kooperation mit der CIA und dem NATO-Security-Committee – ihre Ermordung inszeniert und geleitet.

Unter Bubacks Regie wurde Holger am 9.11.74 durch systematische Unterernährung und bewußte Manipulation des Transportzeitpunkts von Wittlich nach Stammheim gezielt ermordet. Das Kalkül der Bundesanwaltschaft war, durch die Exekution eines Kaders den kollektiven Hungerstreik der Gefangenen gegen die Vernichtungshaft zu brechen, nachdem der Versuch, Andreas durch Einstellung der Zwangsernährung umzubringen, durch die Mobilisierung der Öffentlichkeit gescheitert war.

Unter Bubacks Regie wurde Siegfried, der das Kommando Holger Meins geleitet hat und der die Sprengung der deutschen Botschaft in Stockholm durch westdeutsche MEK-Einheiten (Mobile Einsatzkommandos) hätte nachweisen können, am 4.5.75 ermordet. Während er unter der ausschließlichen Verfügungsgewalt der Bundesanwaltschaft und des BKA (Bundeskriminalamt) stand, wurde seine Auslieferung in die BRD und der lebensgefährliche Transport in das Gefängnis von Stuttgart-Stammheim durchgeführt, was seinen sicheren Tod bedeutete. Unter Bubacks Regie wurde Ulrike am 9.5.76 in einer Aktion des Staatsschutzes exekutiert. Ihr Tod wurde als Selbstmord inszeniert, um die Politik, für die Ulrike gekämpft hat, als sinnlos darzustellen.

Der Mord war die Eskalation nach dem Versuch der Bundesanwaltschaft, Ulrike durch einen neurochirurgischen Zwangseingriff zu kretinisieren, um sie – zerstört – im Stammheimer Prozeß vorführen und bewaffneten Widerstand als Krankheit denunzieren zu können. Dieses Projekt wurde durch internationalen Protest verhindert. Der Zeitpunkt ihrer Ermordung war präzise kalkuliert:

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