Zur Politischen Ökonomie des Sozialismus II

Im Folgenden soll ein Ausschnitt aus J.W. Stalins Rede „ÜBER DIE RECHTE ABWEICHUNG IN DER KPdSU(B)“ (April 1929) „IV. Kapitel: Die Meinungsverschiedenheiten in den Fragen der inneren Politik“ (Stalin-Werke Band 12, S. 38-60) wiedergegeben werden. Hier rechnet Genosse Stalin mit den ökonomischen Fehlern des Revisionisten, Renegaten und Verräters Nikolai Bucharin ab. Denn nur mit der Linie Stalins, der Einschränkung der Warenproduktion und dessen Wertgesetz sowie der verstärkten sozialistischen Industriealisierung und Kollektivierung (in der Landwirtschaft), können die ökonomischen Grundlagen des Sozialismus aufgebaut werden. Dagegen steht die Politik des Bucharinismus in der Ökonomie mit ihrer Idealisierung der Neuen Ökonomischen Politik (NÖP), mit ihrer Ausweitung der Warenproduktion und des Warenumsatzes sowie der Förderung der Kulakenwirtschaften auf dem Land und dem Abbau des sozialistischen Volkseigentums, was zur Restauration (Wiederherstellung) des Kapitalismus führt. Sehr anschaulich zeigt Sergei Eisensteins Dokumentarfilm „DIE GENERALLINIE. Das Alte und das Neue“ (1926-1929) die Geschichte des Aufbaus des Sozialismus auf dem Lande in der UdSSR.

Über diese Themen der Politischen Ökonomie zum Aufbau des Sozialismus schreibt u.a. auch Kim Il Sung in seinem Artikel „ÜBER EINIGE THEORETISCHE PROBLEME DER SOZIALISTISCHEN ÖKONOMIK. Antwort auf Fragen von Funktionären des Bereiches Wissenschaft und Bildung 1. März 1969“ (Verlag für fremdsprachige Literatur, Pyöngyang, 1983) über seine Erfahrungen beim sozialistischen Aufbau in der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK).

jw stalin

J.W. Stalin:

ÜBER DIE RECHTE ABWEICHUNG IN DER KPdSU(B)

Rede auf dem Plenum des ZK und der ZKK der KPdSU(B) im April 1929

d) Über die NÖP und die Marktbeziehungen

Der vierte Fehler Bucharins betrifft die Frage der NÖP (der Neuen Ökonomischen Politik). Der Fehler Bucharins besteht hier darin, dass er nicht sieht, dass die NÖP zwei Seiten hat, er sieht nur die eine Seite der NÖP. Als wir im Jahre 1921 die NÖP einführten, richteten wir ihre Spitze gegen den Kriegskommunismus, gegen ein Regime und eine Ordnung, die jegliche Freiheit des privaten Handels ausschließen. Wir waren und sind der Meinung, dass die NÖP eine gewisse Freiheit des privaten Handels bedeutet. Diese Seite der Sache hat sich Bucharin gemerkt. Das ist sehr gut.

Aber Bucharin irrt sich, wenn er annimmt, dass diese Seite der Sache die NÖP erschöpft. Bucharin vergisst, dass die NÖP noch eine andere Seite hat. Die Sache ist die, dass die NÖP durchaus nicht volle Freiheit des privaten Handels, freies Spiel der Preise auf dem Markt bedeutet. NÖP heißt Freiheit des privaten Handels in bestimmten Grenzen, in einem bestimmten Rahmen, bei Gewährleistung der regulierenden Rolle des Staates auf dem Markt. Darin gerade besteht die zweite Seite der NÖP. Dabei ist diese Seite der NÖP für uns von größerer Wichtigkeit als ihre erste Seite. Wir haben auf dem Markt kein freies Spiel der Preise, wie es gewöhnlich in den kapitalistischen Ländern der Fall ist. Wir bestimmen im Wesentlichen die Preise für das Getreide. Wir bestimmen die Preise für die Industriewaren. Wir bemühen uns, eine Politik der Senkung der Selbstkosten der Produktion und der Preisherabsetzung für die Industriewaren durchzuführen, und sind bestrebt, die Stabilität der Preise für die Erzeugnisse der Landwirtschaft zu wahren. Ist es nicht klar, dass es solche besonderen und spezifischen Zustände auf dem Markt in den kapitalistischen Ländern nicht gibt?

Daraus folgt, dass, solange die NÖP besteht, ihre beiden Seiten gewahrt bleiben müssen: sowohl die erste Seite, die gegen das Regime des Kriegskommunismus gerichtet ist und die Gewährleistung einer gewissen Freiheit des privaten Handels bezweckt, als auch die zweite Seite, die gegen die volle Freiheit des privaten Handels gerichtet ist und die Gewährleistung der regulierenden Rolle des Staates auf dem Markt bezweckt. Man hebe eine dieser Seiten auf – und man wird keine Neue Ökonomische Politik mehr haben.

Bucharin meint, dass der NÖP nur von „links“ Gefahr drohen könne, von Seiten der Leute, die jede Freiheit des Handels beseitigen wollen. Das ist nicht richtig. Das ist der gröbste Fehler. Überdies ist diese Gefahr jetzt am wenigsten real, denn wir haben jetzt keine oder fast keine solchen Leute in unseren lokalen und zentralen Organisationen, die nicht die ganze Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit der Wahrung einer gewissen Freiheit des Handels verstünden.

Weitaus realer ist die Gefahr von rechts, die Gefahr von Seiten der Leute, die die regulierende Rolle des Staates auf dem Markt beseitigen möchten, die den Markt „von den Fesseln befreien“ und auf diese Weise eine Ära der vollen Freiheit des privaten Handels eröffnen möchten. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass diese Gefahr der Sprengung der NÖP von rechts jetzt weitaus realer ist.

Man darf nicht vergessen, dass das kleinbürgerliche Element gerade in dieser Richtung wirkt – in der Richtung der Sprengung der NÖP von rechts. Man muss auch dessen eingedenk sein, dass die Kulaken und die wohlhabenden Elemente, die Spekulanten und Aufkäufer mit ihrem Gezeter, dem nicht selten viele unserer Genossen Gehör schenken, die NÖP gerade von dieser Seite her bombardieren. Die Tatsache, dass Bucharin diese zweite, tatsächlich reale Gefahr der Sprengung der NÖP nicht sieht – diese Tatsache spricht unzweifelhaft dafür, dass er dem Druck des kleinbürgerlichen Elements erlegen ist.

Bucharin schlägt eine „Normalisierung“ des Marktes vor und ein „Manövrieren“ mit den Beschaffungspreisen für Getreide nach Gebieten, das heißt eine Erhöhung der Getreidepreise. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass ihn die sowjetischen Marktbedingungen nicht befriedigen, er will die regulierende Rolle des Staates auf dem Markt auf ein Nichts reduzieren und schlägt vor, dem kleinbürgerlichen Element, das die NÖP von rechts zu sprengen sucht, Konzessionen zu machen.

Nehmen wir für einen Augenblick an, wir wären den Ratschlägen Bucharins gefolgt. Was würde sich daraus ergeben? Wir erhöhen die Getreidepreise, sagen wir im Herbst, zu Beginn der Beschaffungsperiode. Da sich aber auf dem Markt immer Leute finden, allerlei Spekulanten und Aufkäufer, die für das Getreide das Dreifache zahlen können, und da wir mit den Spekulanten nicht Schritt halten können, weil sie im ganzen nur etwa zehn Millionen Pud kaufen, während wir Hunderte von Millionen Pud kaufen müssen, so werden die Getreidebesitzer auch weiterhin das Getreide zurückhalten, um eine weitere Erhöhung der Preise abzuwarten. Folglich werden wir im Frühjahr, wenn der Hauptbedarf des Staates an Getreide vornehmlich einsetzt, den Getreidepreis erneut erhöhen müssen. Was bedeutet es aber, den Getreidepreis im Frühjahr zu erhöhen? Das bedeutet, die Dorfarmut und die unbemittelten Schichten des Dorfes schwer zu schädigen, die selbst gezwungen sind, im Frühjahr Getreide zuzukaufen, teilweise als Saatgut, teilweise für den Konsum, dasselbe Getreide, das sie im Herbst zu niedrigeren Preisen verkauft haben. Können wir durch diese Operationen irgendein bedeutendes Ergebnis im Sinne der Erlangung einer genügenden Getreidemenge erzielen? Aller Wahrscheinlichkeit nach nicht, da sich stets Spekulanten und Aufkäufer finden werden, die immer wieder für dasselbe Getreide das Doppelte und Dreifache zahlen können. Also müssten wir zu einer neuen Erhöhung der Getreidepreise bereit sein, in dem vergeblichen Bemühen, die Spekulanten und Aufkäufer zu überbieten.

Daraus aber folgt, dass wir, wenn wir einmal den Weg der Erhöhung der Getreidepreise beschritten haben, auch weiterhin abwärts gleiten müssen, ohne eine Garantie zu haben, dass wir die nötige Getreidemenge erhalten werden.

Damit ist aber die Sache nicht zu Ende:

Erstens, wenn wir die Beschaffungspreise für Getreide erhöhen, werden wir nachher auch die Preise für die von der Landwirtschaft erzeugten Rohstoffe erhöhen müssen, um eine bestimmte Proportion in den Preisen aller Erzeugnisse der Landwirtschaft zu wahren.

Zweitens, wenn wir die Beschaffungspreise für Getreide erhöhen, werden wir in den Städten den niedrigen Brotpreis im Einzelhandel nicht aufrechterhalten können – also werden wir auch die Verkaufspreise für Brot erhöhen müssen. Da wir aber die Arbeiter nicht benachteiligen können und dürfen – werden wir in beschleunigtem Tempo die Löhne erhöhen müssen. Das aber muss notgedrungen zur Folge haben, dass auch die Preise für Industriewaren erhöht werden, denn andernfalls kann es, entgegen den Interessen der Industrialisierung, dazu kommen, dass die Mittel aus der Stadt aufs Land hinübergepumpt werden.

Infolgedessen werden wir die Preise für Industriewaren und landwirtschaftliche Erzeugnisse nicht auf der Grundlage sinkender oder zumindest stabilisierter Preise auszugleichen haben, sondern auf der Grundlage steigender Preise, sowohl für Getreide als auch für Industriewaren.

Mit anderen Worten, wir werden einen Kurs auf Verteuerung der Industriewaren und der landwirtschaftlichen Erzeugnisse einschlagen müssen.

Es ist nicht schwer zu verstehen, dass ein solches „Manövrieren“ mit den Preisen notgedrungen zu einer vollständigen Liquidierung der Preispolitik der Sowjetmacht, zur Beseitigung der regulierenden Rolle des Staates auf dem Markt und zur völligen Entfesselung des kleinbürgerlichen Elements führen muss.

Für wen wird das von Vorteil sein?

Nur für die wohlhabenden Schichten in Stadt und Land, da die teuren Industriewaren und landwirtschaftlichen Erzeugnisse sowohl für die Arbeiterklasse als auch für die Dorfarmut und die unbemittelten Schichten des Dorfes unerschwinglich werden müssen. Gewinnen werden die Kulaken und Wohlhabenden, die NÖP-Leute und andere vermögende Klassen.

Das wird ebenfalls ein Zusammenschluss sein, aber ein Zusammenschluss eigener Art, ein Zusammenschluss mit den reichen Schichten in Stadt und Land. Die Arbeiter und die unbemittelten Schichten des Dorfes werden uns mit vollem Recht fragen, was für eine Macht wir eigentlich sind, eine Arbeiter- und Bauernmacht oder eine Macht der Kulaken und NÖP-Leute?

Bruch mit der Arbeiterklasse und den unbemittelten Schichten des Dorfes, Zusammenschluss mit den reichen Schichten in Stadt und Land – dazu müssen die Bucharinsche „Normalisierung“ des Marktes und das „Manövrieren“ mit den Getreidepreisen nach Gebieten führen.

Es ist klar, dass die Partei diesen verderblichen Weg nicht betreten kann.

Wie sehr sich bei Bucharin alle Begriffe von der NÖP verwirrt haben und wie sehr er in den Bann des kleinbürgerlichen Elements geraten ist, geht unter anderem aus dem mehr als ablehnenden Verhalten hervor, das er gegenüber der Frage der neuen Formen des Warenumsatzes zwischen Stadt und Land, zwischen Staat und Bauernschaft an den Tag legt. Er ist empört und zetert dagegen, dass der Staat zum Warenlieferanten für die Bauernschaft geworden ist, die Bauernschaft aber zum Getreidelieferanten für den Staat wird. Er hält das für eine Verletzung aller Regeln der NÖP, beinahe für eine Sprengung der NOP. Es fragt sich: Warum, aus welchem Grunde?

Was kann Schlechtes daran sein, dass der Staat, die staatliche Industrie der Warenlieferant für die Bauernschaft ist, ohne Zwischenhändler, die Bauernschaft dagegen der Getreidelieferant für die Industrie, für den Staat ist, ebenfalls ohne Zwischenhändler?

Was kann vom Standpunkt des Marxismus und der marxistischen Politik Schlechtes daran sein, dass die Bauernschaft schon zum Lieferanten von Baumwolle, Rüben, Flachs für den Bedarf der staatlichen Industrie geworden ist, die staatliche Industrie aber zum Lieferanten von städtischen Waren, Saatgut und Produktionsinstrumenten für diese Zweige der Landwirtschaft?

Die Methode der Kontrahierung ist hier die Hauptmethode zur Herstellung dieser neuen Formen des Warenumsatzes zwischen Stadt und Land. Aber widerspricht denn die Methode der Kontrahierung den Forderungen der NÖP?

Was kann Schlechtes daran sein, dass die Bauernschaft dank derselben Methode der Kontrahierung zum Lieferanten des Staates wird, und zwar auch für Getreide, und nicht nur für Baumwolle, Rüben, Flachs?

Warum kann der Handel in kleinen Partien, der Kleinhandel, Warenumsatz genannt werden, während der Handel in großen Partien, nach vorher abgeschlossenen Verträgen (Kontrahierung) über Preise und Qualität der Ware, nicht als Warenumsatz angesehen werden kann?

Ist es denn so schwer zu begreifen, dass diese neuen Massenformen des Warenumsatzes nach der Methode der Kontrahierung zwischen Stadt und Land gerade auf der Grundlage der NÖP entstanden sind, dass sie von Seiten unserer Organisationen einen großen Schritt vorwärts im Sinne der Verstärkung der planmäßigen, sozialistischen Leitung der Volkswirtschaft bedeuten?

Bucharin hat es verlernt, diese klaren und einfachen Dinge zu begreifen.

e) Über den so genannten „Tribut“

Der fünfte Fehler Bucharins (ich spreche von seinen Hauptfehlern) besteht in der opportunistischen Entstellung der Parteilinie in der Frage der „Schere“ zwischen Stadt und Land, in der Frage des so genannten „Tributs“.

Worum handelt es sich in der bekannten Resolution der gemeinsamen Sitzung des Politbüros und des Präsidiums der ZKK (Februar 1929) zur Frage der „Schere“? Es handelt sich in der Resolution darum, dass die Bauernschaft außer den üblichen Steuern, die sie dem Staat zahlt, den direkten und indirekten, noch eine Art Mehrsteuer leistet in der Form, dass sie die Industriewaren überbezahlt, durch die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse aber unterbezahlt wird.

Stimmt es, dass es diese von der Bauernschaft zu leistende Mehrsteuer wirklich gibt? Ja, das stimmt. Wie bezeichnen wir sie außerdem noch? Wir bezeichnen sie außerdem noch als „Schere“, als „Hinüberpumpen“ von Mitteln aus der Landwirtschaft in die Industrie zwecks schneller Entwicklung unserer Industrie.

Ist dieses „Hinüberpumpen“ nötig? Es gibt bei uns keine Meinungsverschiedenheiten darüber, dass dieses „Hinüberpumpen“ als zeitweilige Maßnahme nötig ist, wenn wir das schnelle Entwicklungstempo der Industrie wirklich aufrechterhalten wollen. Das schnelle Wachstum der Industrie aber müssen wir um jeden Preis weiterhin gewährleisten, denn es ist nicht nur für die Industrie selbst erforderlich, sondern vor allem für die Landwirtschaft, für die Bauernschaft, die jetzt am dringendsten Traktoren, landwirtschaftliche Maschinen, Kunstdünger braucht.

Können wir diese Mehrsteuer jetzt abschaffen? Leider können wir das nicht. Wir müssen sie so bald wie möglich abschaffen, in den nächsten Jahren. Aber wir können sie nicht jetzt abschaffen.

Somit stellt diese Mehrsteuer, die wir auf Grund der „Schere“ erhalten, „eine Art Tribut“ dar. Keinen Tribut, sondern „eine Art Tribut“. Das ist „eine Art Tribut“ für unsere Rückständigkeit. Diese Mehrsteuer ist nötig, um die Entwicklung der Industrie voranzutreiben und mit unserer Rückständigkeit Schluss zu machen.

Bedeutet das nicht, dass wir die Bauernschaft ausbeuten, indem wir diese zusätzliche Steuer erheben? Nein, das bedeutet es nicht. Das Wesen der Sowjetmacht schließt jede wie immer geartete Ausbeutung der Bauernschaft durch den Staat aus. In den Reden unserer Genossen auf dem Juli-Plenum wurde eindeutig gesagt, dass unter den Verhältnissen der Sowjetordnung eine Ausbeutung der Bauernschaft durch den sozialistischen Staat ausgeschlossen ist, denn das ununterbrochene Wachstum des Wohlstands der werktätigen Bauernschaft ist ein Entwicklungsgesetz der Sowjetgesellschaft, das aber schließt jede Möglichkeit einer Ausbeutung der Bauernschaft aus.

Ist diese zusätzliche Steuer für die Bauernschaft tragbar? Ja, sie ist tragbar. Warum?

Erstens, weil die Erhebung dieser zusätzlichen Steuer unter den Bedingungen einer ständigen Verbesserung der materiellen Lage der Bauernschaft vor sich geht.

Zweitens, weil der Bauer seine persönliche Wirtschaft hat, deren Erträge es ihm ermöglichen, die zusätzliche Steuer zu zahlen, was man vom Arbeiter, der keine persönliche Wirtschaft hat und der ungeachtet dessen seine ganze Kraft für das Werk der Industrialisierung hergibt, nicht sagen kann.

Drittens, weil der Betrag der zusätzlichen Steuer sich von Jahr zu Jahr verringert.

Ist es richtig, wenn wir diese zusätzliche Steuer als „eine Art Tribut“ bezeichnen? Das ist unbedingt richtig. Durch diese Bezeichnung werden unsere Genossen ständig daran erinnert, dass die zusätzliche Steuer etwas höchst Unangenehmes ist, dass sie unerwünscht ist und nicht auf lange Zeit beibehalten werden darf. Wenn wir die zusätzliche Besteuerung der Bauernschaft so bezeichnen, wollen wir damit ausdrücken, dass wir diese zusätzliche Steuer nicht auf eigenen Wunsch, sondern der Not gehorchend, erheben, dass wir Bolschewiki alle Maßnahmen ergreifen müssen, um sie so schnell wie möglich, so bald wie möglich abzuschaffen.

Darin besteht das Wesen der Frage der „Schere“, des „Hinüberpumpens“, der „Mehrsteuer“, das Wesen dessen, was in den oben erwähnten Dokumenten als „eine Art Tribut“ bezeichnet wird.

Bucharin, Rykow und Tomski machten anfangs den Versuch, an dem Wort „Tribut“ herumzunörgeln, und begannen, die Partei einer Politik der militärisch-feudalen Ausbeutung der Bauernschaft zu beschuldigen. Jetzt sehen aber sogar Blinde, dass das ein unredlicher Versuch der Bucharinleute war, unsere Partei auf das gröbste zu verleumden. Jetzt sind sogar sie selbst gezwungen, stillschweigend zuzugeben, dass sie sich mit dem Geschwätz von militärisch-feudaler Ausbeutung schändlich blamiert haben.

Denn eins von beiden:

Entweder die Bucharinleute erkennen an, dass die „Schere“ und das „Hinüberpumpen“ von Mitteln aus der Landwirtschaft in die Industrie gegenwärtig eine zwingende Notwendigkeit ist – und dann müssen sie den verleumderischen Charakter ihrer Beschuldigungen anerkennen, müssen anerkennen, dass die Partei völlig im Recht ist;

oder sie bestreiten, dass die „Schere“ und das „Hinüberpumpen“ gegenwärtig eine zwingende Notwendigkeit ist, dann aber sollen sie es geradeheraus sagen, damit die Partei sie in die Kategorie der Gegner der Industrialisierung unseres Landes einreihen kann.

Ich könnte mich jedenfalls auf eine Reihe von Reden Bucharins, Rykows und Tomskis berufen, in denen sie ohne Vorbehalte anerkennen, dass die „Schere“, dass das „Hinüberpumpen“ von Mitteln aus der Landwirtschaft in die Industrie gegenwärtig eine zwingende Notwendigkeit ist. Das aber ist eben die Anerkennung der Formel „eine Art Tribut“.

Wie denn nun, stehen sie auch jetzt noch auf dem Standpunkt des „Hinüberpumpens“, auf dem Standpunkt der Beibehaltung der „Schere“ oder nicht? Mögen sie das doch geradeheraus sagen.

Bucharin. Ein Hinüberpumpen ist nötig, aber „Tribut“ ist ein ungeschicktes Wort. (Allgemeine Heiterkeit.)

Stalin. Folglich haben wir über das Wesen der Frage keine Meinungsverschiedenheiten, folglich ist das „Hinüberpumpen“ von Mitteln aus der Landwirtschaft in die Industrie, die so genannte „Schere“, die zusätzliche Steuer, „eine Art Tribut“ gegenwärtig ein notwendiges, aber ein zeitweiliges Mittel zur Industrialisierung des Landes.

Sehr gut. Worum geht es dann aber, wozu das Geschrei? Gefällt ihnen das Wort „Tribut“ oder „eine Art Tribut“ nicht, da sie diesen Ausdruck für ungebräuchlich in der marxistischen Literatur halten?

Nun denn, unterhalten wir uns über das Wort „Tribut“.

Ich behaupte, Genossen, dass dieses Wort in unserer marxistischen Literatur, zum Beispiel in den Artikeln des Genossen Lenin, schon lange Bürgerrecht erhalten hat. Das mag diesen oder jenen, der Lenin nicht liest, in Erstaunen setzen, aber es ist eine Tatsache, Genossen. Bucharin ereiferte sich hier mächtig und behauptete, dass in der marxistischen Literatur das Wort „Tribut“ nicht geduldet werden dürfe. Er empörte sich und wunderte sich darüber, dass das ZK der Partei und Marxisten überhaupt sich erlauben, das Wort „Tribut“ zu gebrauchen. Aber was ist daran Verwunderliches, wenn erwiesen ist, dass dieses Wort schon lange in den Artikeln eines solchen Marxisten wie des Genossen Lenin Bürgerrecht erhalten hat? Oder vielleicht genügt Lenin nicht den Anforderungen, die Bucharin an einen Marxisten stellt? Nun denn, werte Genossen, sagen Sie es geradeheraus.

Nehmen Sie zum Beispiel den Artikel eines solchen Marxisten wie Lenin „Über ‚linke‘ Kindereien und über Kleinbürgerlichkeit“ (Mai 1918), und lesen Sie dort folgende Stelle:

„Der Kleinbürger, der seine paar Tausender aufbewahrt, ist ein Feind des Staatskapitalismus, und diese Tausender will er unbedingt für sich und gegen die arme Bevölkerung, gegen jede allgemeine staatliche Kontrolle realisieren; die Summe der Tausender ergibt aber eine Basis von vielen Milliarden für die Spekulation, die unseren sozialistischen Aufbau untergräbt. Angenommen, dass eine bestimmte Zahl von Arbeitern im Laufe von einigen Tagen eine Summe von Werten produziert, die man gleich 1000 setzen kann. Nehmen wir ferner an, dass bei uns 200 von dieser Summe verloren geht infolge kleiner Spekulation, von allerhand Veruntreuungen und Umgehung der Verordnungen und Bestimmungen der Sowjetmacht durch den Kleineigentümer. Jeder klassenbewusste Arbeiter wird sagen: Hätte ich von den Tausend 300 geben können, damit größere Ordnung und Organisation geschaffen wird, so würde ich gern 300 statt 200 geben, denn diesen ,Tribut‘ später zu verringern, sagen wir bis auf 100 oder 50, wird unter der Sowjetmacht ein leichtes sein, sobald Ordnung und Organisation herrschen, sobald der Widerstand gegen jedes Staatsmonopol seitens der Kleineigentümer endgültig gebrochen ist.“ (4. Ausgabe, Bd. 27, S. 305, russ.)

Das ist wohl klar. Sollte man nicht Genossen Lenin auf Grund dessen zu einem Anhänger der Politik der militärisch-feudalen Ausbeutung der Arbeiterklasse erklären? Versuchen Sie’s, werte Genossen!

Zuruf. Trotzdem wurde gegenüber dem Mittelbauern nie der Begriff „Tribut“ angewandt.

Stalin. Glauben Sie denn, dass der Mittelbauer der Partei näher stehe als die Arbeiterklasse? Sie sind mir der richtige Marxist. (Allgemeine Heiterkeit.) Wenn man hinsichtlich der Arbeiterklasse von „Tribut“ sprechen kann, hinsichtlich der Arbeiterklasse, deren Partei wir sind, warum kann man nicht dasselbe hinsichtlich des Mittelbauern sagen, der doch nur unser Verbündeter ist?

Manche Nörgler mögen denken, das Wort „Tribut“ in dem Artikel „Über ‚linke Kindereien“ sei ein Schnitzer, ein zufälliger Schnitzer des Genossen Lenin. Eine Nachprüfung ergibt jedoch, dass der Argwohn der Nörgler jeder Grundlage entbehrt. Nehmen Sie einen anderen Artikel des Genossen Lenin, den Artikel, vielmehr die Broschüre „Über die Naturalsteuer“ (April 1921), und lesen Sie dort die Seite 324 (Bd. XXVI, S.324). Sie werden sehen, dass Genosse Lenin das soeben angeführte Zitat über den „Tribut“ dort wörtlich wiederholt. Nehmen Sie schließlich den Artikel des Genossen Lenin „Die nächsten Aufgaben der Sowjetmacht“ (Bd. XXII, S. 448, März-April 1918), und Sie werden sehen, dass Lenin auch hier von Tribut (schon ohne Anführungszeichen) spricht, von „dem Tribut, den wir für unsere Rückständigkeit bei der Organisierung der allgemeinen Rechnungsführung und Kontrolle von unten zahlen“.

Es ergibt sich, dass das Wort „Tribut“ in Lenins Artikeln durchaus kein zufälliges Element ist. Dieses Wort gebraucht Genosse Lenin, um den zeitweiligen Charakter des „Tributs“ zu unterstreichen, um die Energie der Bolschewiki zu steigern und darauf zu lenken, so schnell wie möglich eben diesen „Tribut“ zu liquidieren, der von der Arbeiterklasse für unsere Rückständigkeit, für unsere „Unzulänglichkeiten“ gezahlt wird.

Es ergibt sich, dass ich mich mit dem Ausdruck „eine Art Tribut“ in recht guter marxistischer Gesellschaft befinde, in der Gesellschaft des Genossen Lenin.

Bucharin sagte hier, Marxisten dürften das Wort „Tribut“ in ihrer Literatur nicht dulden. Von was für Marxisten sprach er? Wenn er solche, mit Verlaub zu sagen, Marxisten meinte wie Slepkow, Marezki, Petrowski, Rosit und andere, die eher Liberalen gleichen als Marxisten, so ist Bucharins Empörung durchaus verständlich. Wenn er hingegen wirkliche Marxisten meint wie zum Beispiel Genossen Lenin, so muss man anerkennen, dass das Wort „Tribut“ unter ihnen schon lange Bürgerrecht erhalten hat, dass aber Bucharin, der mit Lenins Werken wenig vertraut ist, hier völlig daneben getroffen hat.

Aber die Frage des „Tributs“ ist damit nicht erschöpft. Die Sache ist die, dass Bucharin und seine Freunde nicht zufällig an dem Wort „Tribut“ herumnörgelten und von einer Politik der militärisch-feudalen Ausbeutung der Bauernschaft schwätzten. Zweifellos wollten sie mit ihrem Geschrei über militärisch-feudale Ausbeutung ihre äußerste Unzufriedenheit mit der Politik unserer Partei gegenüber dem Kulakentum, die von unseren Organisationen verwirklicht wird, zum Ausdruck bringen. Unzufriedenheit mit der Leninschen Politik der Partei hinsichtlich der Führung der Bauernschaft, Unzufriedenheit mit unserer Politik der Getreidebeschaffung, Unzufriedenheit mit unserer Politik, aus allen Kräften die Kollektivwirtschaften und Sowjetwirtschaften zu entwickeln, und schließlich der Wunsch, den Markt „von den Fesseln zu befreien“ und dem privaten Handel volle Freiheit zu gewähren – all das fand seinen Ausdruck in Bucharins Gezeter über eine Politik der militärisch-feudalen Ausbeutung der Bauernschaft.

Ich kenne in der Geschichte unserer Partei kein zweites Beispiel dafür, dass die Partei einer Politik der militärisch-feudalen Ausbeutung beschuldigt worden wäre. Diese Waffe gegen die Partei stammt nicht aus dem Arsenal von Marxisten. Woher stammt sie aber? Aus dem Arsenal des Kadettenführers Miljukow. Wenn die Kadetten die Arbeiterklasse mit der Bauernschaft entzweien wollen, sagen sie gewöhnlich: Ihr Herren Bolschewiki baut den Sozialismus auf den Knochen der Bauernschaft. Mit seinem Geschrei über den „Tribut“ stimmt Bucharin in die Leier der Herren Miljukow ein, gesellt er sich zu den Feinden des Volkes.

 f) Über das Entwicklungstempo der Industrie und die neuen Formen des Zusammenschlusses

Schließlich die Frage des Entwicklungstempos der Industrie und der neuen Formen des Zusammenschlusses zwischen Stadt und Land. Diese Frage ist eine der wichtigsten Fragen unserer Meinungsverschiedenheiten. Wichtig ist diese Frage aus dem Grunde, weil in ihr alle Fäden unserer praktischen Meinungsverschiedenheiten in den Fragen der Wirtschaftspolitik der Partei zusammenlaufen.

Was heißt neue Formen des Zusammenschlusses, was bedeutet das vom Standpunkt unserer Wirtschaftspolitik?

Das bedeutet vor allem, dass wir neben den alten Formen des Zusammenschlusses zwischen Stadt und Land, da die Industrie hauptsächlich die persönlichen Bedürfnisse des Bauern befriedigte (Schuhwerk, Kattun, überhaupt Textilwaren usw.), noch neue Formen des Zusammenschlusses brauchen, da die Industrie die Produktionsbedürfnisse der Bauernwirtschaft (landwirtschaftliche Maschinen, Traktoren, verbessertes Saatgut, Kunstdünger usw.) befriedigen wird.

Haben wir früher hauptsächlich die persönlichen Bedürfnisse des Bauern befriedigt und die Produktionsbedürfnisse seiner Wirtschaft nur wenig berücksichtigt, so müssen wir uns jetzt, während wir fortfahren, die persönlichen Bedürfnisse des Bauern zu befriedigen, mit aller Kraft auf die Lieferung von landwirtschaftlichen Maschinen, Traktoren, Kunstdünger usw. verlegen, die in direktem Zusammenhang mit der Rekonstruktion der landwirtschaftlichen Produktion auf neuer technischer Grundlage stehen.

Solange es um die Wiederherstellung der Landwirtschaft und die Bestellung der früheren gutsherrlichen und kulakischen Ländereien durch die Bauern ging, konnten wir uns mit den alten Formen des Zusammenschlusses begnügen. Jetzt aber, da es um die Rekonstruktion der Landwirtschaft geht, genügt das schon nicht mehr. Jetzt muss man weitergehen und der Bauernschaft helfen, die landwirtschaftliche Produktion auf der Grundlage der neuen Technik und der kollektiven Arbeit umzustellen.

Das bedeutet zweitens, dass wir zugleich mit der Neuausrüstung unserer Industrie auch eine ernsthafte Neuausrüstung der Landwirtschaft in Angriff nehmen müssen. Wir rüsten unsere Industrie neu aus und haben sie zum Teil bereits neu ausgerüstet, indem wir für sie eine neue technische Basis schaffen, indem wir sie mit neuen, besseren Maschinen, mit neuen, besseren Kadern versorgen. Wir bauen neue Werke und Fabriken, wir rekonstruieren und erweitern die alten, wir entwickeln die Hüttenindustrie, die chemische Industrie, den Maschinenbau. Auf dieser Grundlage wachsen die Städte, mehren sich die neuen Industrieorte, erweitern sich die alten. Auf dieser Basis wächst die Nachfrage nach Lebensmitteln, nach Rohstoffen für die Industrie. Die Landwirtschaft aber bleibt bei den alten Geräten, bei den alten, großväterlichen Methoden der Bodenbearbeitung, bei der alten, primitiven, jetzt schon untauglichen oder fast untauglichen Technik, bei den alten, kleinbäuerlichen individuellen Wirtschafts- und Arbeitsformen.

Was bedeutet zum Beispiel die Tatsache, dass es vor der Revolution bei uns ungefähr 16 Millionen Bauernhöfe gab, während es jetzt nicht weniger als 25 Millionen sind? Wovon zeugt das, wenn nicht davon, dass die Bewirtschaftung des Bodens einen immer mehr zerstückelten, zersplitterten Charakter annimmt? Ein kennzeichnender Zug der zersplitterten kleinen Wirtschaften besteht aber darin, dass sie nicht imstande sind, in dem nötigen Maße die Technik, Maschinen, Traktoren, die Ergebnisse der agronomischen Wissenschaft auszunutzen, und dass sie Wirtschaften mit einer geringen Warenproduktion sind.

Daher der Mangel an landwirtschaftlichen Produkten für den Markt. Daher die Gefahr eines Bruches zwischen Stadt und Land, zwischen Industrie und Landwirtschaft.

Daher die Notwendigkeit, die Landwirtschaft vorwärts zu bringen, sie dem Entwicklungstempo unserer Industrie anzupassen.

Und um diese Gefahr eines Bruches zu beseitigen, muss man anfangen, die Landwirtschaft ernstlich auf der Basis der neuen Technik neu auszurüsten. Um sie aber neu auszurüsten, muss man allmählich die zersplitterten individuellen Bauernwirtschaften zu Großwirtschaften, zu Kollektivwirtschaften vereinigen, muss man die Landwirtschaft auf der Basis der kollektiven Arbeit aufbauen, muss man die Kollektive vergrößern, muss man die alten und neuen Sowjetwirtschaften entwickeln, muss man systematisch die Massenformen von Kontrahierung auf alle Hauptzweige der Landwirtschaft anwenden, muss man das System der Maschinen- und Traktorenstationen entwickeln, die der Bauernschaft helfen, die neue Technik zu meistern und die Arbeit zu kollektivieren – mit einem Wort, man muss allmählich die kleinen individuellen Bauernwirtschaften auf die Basis der kollektiven Großproduktion überführen, denn nur die Großproduktion von gesellschaftlichem Typus ist fähig, die Ergebnisse der Wissenschaft und die neue Technik voll auszunutzen und die Entwicklung unserer Landwirtschaft mit Siebenmeilenschritten vorwärts zu bringen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir die individuelle Wirtschaft der armen und Mittelbauern vernachlässigen sollen. Nein, das bedeutet es nicht. Die individuelle Wirtschaft der armen und Mittelbauern spielt bei der Versorgung der Industrie mit Lebensmitteln und Rohstoffen die vorherrschende Rolle und wird sie in nächster Zukunft noch weiter spielen. Eben deshalb ist es notwendig, die individuellen, noch nicht zu Kollektivwirtschaften zusammengeschlossenen Wirtschaften der armen und Mittelbauern zu unterstützen.

Das bedeutet aber, dass die individuelle Bauernwirtschaft allein bereits nicht mehr genügt. Davon sprechen unsere Schwierigkeiten bei der Getreidebeschaffung. Deshalb muss man die Entwicklung der individuellen Wirtschaft der armen und Mittelbauern ergänzen durch die allseitige Entwicklung der kollektiven Wirtschaftsformen und der Sowjetwirtschaften.

Deshalb muss man eine Brücke schlagen zwischen der individuellen Wirtschaft der armen und Mittelbauern und den kollektiven gesellschaftlichen Wirtschaftsformen, eine Brücke in Gestalt der Massenkontrahierung, in Gestalt der Maschinen- und Traktorenstationen, in Gestalt einer allseitigen Entwicklung der Genossenschaftsbewegung, um es den Bauern zu erleichtern, ihre kleine individuelle Wirtschaft auf die Bahnen der kollektiven Arbeit überzuleiten.

Ohne diese Vorbedingungen ist eine ernsthafte Entwicklung der Landwirtschaft unmöglich. Ohne diese Vorbedingungen ist die Lösung des Getreideproblems unmöglich. Ohne diese Vorbedingungen ist es unmöglich, die unbemittelten Schichten der Bauernschaft vor dem Ruin, vor dem Elend zu retten.

Das bedeutet schließlich, dass man unsere Industrie als die Hauptquelle für die Rekonstruktion der landwirtschaftlichen Produktion in jeder Weise entwickeln muss, dass man die Hüttenindustrie, die chemische Industrie, den Maschinenbau entwickeln, dass man Traktorenwerke, Werke für landwirtschaftliche Maschinen usw. errichten muss.

Es bedarf keines Beweises, dass es unmöglich ist, die Kollektivwirtschaften zu entwickeln, die Maschinen- und Traktorenstationen zu entwickeln, ohne die Hauptmassen der Bauernschaft durch die Massenkontrahierung zu den kollektiven Wirtschaftsformen heranzuziehen, ohne die Landwirtschaft mit einer beträchtlichen Anzahl von Traktoren, landwirtschaftlichen Maschinen usw. zu versorgen.

Doch ist die Versorgung des Dorfes mit Maschinen und Traktoren unmöglich, wenn unsere Industrie nicht in verstärktem Tempo entwickelt wird. Daher ist das schnelle Entwicklungstempo unserer Industrie der Schlüssel zur Rekonstruktion der Landwirtschaft auf der Basis des Kollektivismus.

Das ist Sinn und Bedeutung der neuen Formen des Zusammenschlusses.

Die Bucharingruppe ist gezwungen, sich in Worten zur Notwendigkeit der neuen Formen des Zusammenschlusses zu bekennen. Aber das ist nur ein Lippenbekenntnis zu den neuen Formen des Zusammenschlusses, darauf berechnet, unter dieser Flagge etwas direkt Entgegengesetztes einzuschmuggeln. In Wirklichkeit ist Bucharin gegen die neuen Formen des Zusammenschlusses. Bei Bucharin ist der Ausgangspunkt nicht das schnelle Entwicklungstempo der Industrie als des Hebels zur Rekonstruktion der landwirtschaftlichen Produktion, sondern die Entwicklung der individuellen Bauernwirtschaft. Bei ihm steht im Vordergrund die „Normalisierung“ des Marktes und die Zulassung des freien Spiels der Preise auf dem Markt für landwirtschaftliche Erzeugnisse, die Zulassung der völligen Freiheit des privaten Handels. Daher sein misstrauisches Verhalten gegenüber den Kollektivwirtschaften, das in seiner Rede auf dem Juliplenum des ZK und in seinen Thesen vor dem Juliplenum des ZK zum Ausdruck kam. Daher sein ablehnendes Verhalten gegenüber jeder Art außerordentlicher Maßnahmen gegen das Kulakentum bei der Getreidebeschaffung.

Es ist bekannt, dass Bucharin außerordentliche Maßnahmen fürchtet wie der Teufel das Weihwasser.

Es ist bekannt, dass Bucharin noch immer nicht begreifen kann, dass der Kulak unter den jetzigen Verhältnissen die genügende Getreidemenge freiwillig, von selbst, nicht abliefern wird.

Das hat jetzt die zweijährige Erfahrung unserer Arbeit bei der Getreidebeschaffung bewiesen.

Was soll aber geschehen, wenn doch nicht genügend Getreide auf den Markt kommt? Bucharin antwortet darauf: Beunruhigt den Kulaken nicht durch außerordentliche Maßnahmen und führt Getreide aus dem Ausland ein. Er hat noch vor kurzem vorgeschlagen, Getreide aus dem Ausland einzuführen, so an die 50 Millionen Pud, das heißt für etwa 100 Millionen Rubel Valuta. Wenn aber die Valuta dazu gebraucht wird, Ausrüstungen für die Industrie einzuführen? Bucharin antwortet darauf: Man muss der Getreideeinfuhr aus dem Ausland den Vorzug geben, also offensichtlich die Einfuhr von Ausrüstungen für die Industrie in den Hintergrund rücken.

Auf diese Weise würde sich ergeben, dass die Grundlage der Lösung des Getreideproblems und der Rekonstruktion der Landwirtschaft nicht in einem schnellen Entwicklungstempo der Industrie besteht, sondern in der Entwicklung der individuellen Bauernwirtschaft, die Kulakenwirtschaft inbegriffen, auf der Basis des freien Marktes und des freien Spiels der Preise auf dem Markt.

Somit haben wir es mit zwei verschiedenen Plänen der Wirtschaftspolitik zu tun.

Der Plan der Partei:

  1. Wir rüsten die Industrie neu aus (Rekonstruktion).
  2. Wir beginnen mit einer ernsthaften Neuausrüstung der Landwirtschaft (Rekonstruktion).
  3. Dazu muss man den Aufbau von Kollektiv- und Sowjetwirtschaften erweitern, müssen die Kontrahierung und die Maschinen- und Traktorenstationen als Mittel zur Herstellung des Zusammenschlusses zwischen Industrie und Landwirtschaft auf dem Gebiet der Produktion Massenanwendung finden.
  4. Was die Schwierigkeiten der Getreidebeschaffung im gegenwärtigen Augenblick betrifft, so muss die Zulässigkeit zeitweiliger außerordentlicher Maßnahmen anerkannt werden, die durch die gesellschaftliche Unterstützung der Massen der Mittelbauern und armen Bauern bekräftigt werden, als eins der Mittel, den Widerstand des Kulakentums zu brechen und ihm in maximalem Umfang die Getreideüberschüsse abzunehmen, die nötig sind, um ohne Getreideeinfuhr auszukommen und die Valuta für die Entwicklung der Industrie zu behalten.
  5. Die individuelle Wirtschaft der armen und Mittelbauern spielt bei der Versorgung des Landes mit Lebensmitteln und Rohstoffen eine vorherrschende Rolle und wird sie auch weiter spielen, aber sie allein genügt bereits nicht mehr: die Entwicklung der individuellen Wirtschaft der armen und Mittelbauern muss daher ergänzt werden durch die Entwicklung der Kollektiv- und Sowjetwirtschaften, durch Kontrahierung im Massenmaßstab, durch verstärkte Entwicklung der Maschinen- und Traktorenstationen, um die Verdrängung der kapitalistischen Elemente aus der Landwirtschaft und die allmähliche Überleitung der individuellen Bauernwirtschaften auf die Bahnen kollektiver Großwirtschaften, auf die Bahnen der kollektiven Arbeit zu erleichtern.
  6. Um aber das alles zu erreichen, ist es vor allen Dingen notwendig, die Entwicklung der Industrie, des Hüttenwesens, der chemischen Industrie, des Maschinenbaus, der Traktorenwerke, der Werke für landwirtschaftliche Maschinen usw. zu fördern. Geschieht das nicht, ist weder die Lösung des Getreideproblems noch die Rekonstruktion der Landwirtschaft möglich.

Schlussfolgerung: Der Schlüssel zur Rekonstruktion der Landwirtschaft liegt in einem schnellen Entwicklungstempo unserer Industrie. Der Plan Bucharins:

  1. „Normalisierung“ des Marktes, Zulassung des freien Spiels der Preise auf dem Markt und Erhöhung der Getreidepreise, ohne davor zurückzuschrecken, dass dies zur Verteuerung der Industriewaren, der Rohstoffe, des Brotes führen kann.
  2. Allseitige Entwicklung der individuellen Bauernwirtschaft bei einer gewissen Verlangsamung des Entwicklungstempos der Kollektiv- und Sowjetwirtschaften (Thesen Bucharins im Juli, Rede Bucharins auf dem Juliplenum).
  3. Getreidebeschaffung auf dem Wege des Selbstlaufs, wobei immer und unter allen Umständen selbst die teilweise Anwendung außerordentlicher Maßnahmen gegen das Kulakentum auszuschließen ist, sogar wenn diese Maßnahmen von den Massen der Mittelbauern und armen Bauern unterstützt werden.
  4. Im Falle eines Mangels an Getreide – Getreideeinfuhr in Höhe von etwa 100 Millionen Rubel.
  5. Reicht aber die Valuta nicht aus, um sowohl die Getreideeinfuhr als auch die Einfuhr von Ausrüstungen für die Industrie zu decken, dann muss die Einfuhr von Ausrüstungen und folglich auch das Entwicklungstempo unserer Industrie gedrosselt werden, sonst wird bei uns die Landwirtschaft „auf der Stelle treten“ oder gar einen „direkten Absturz“ erleiden.

Schlussfolgerung: Der Schlüssel zur Rekonstruktion der Landwirtschaft liegt in der Entwicklung der individuellen Bauernwirtschaft.

So liegen die Dinge, Genossen!

Der Plan Bucharins ist ein Plan der Herabsetzung des Entwicklungstempos der Industrie und der Untergrabung der neuen Formen des Zusammenschlusses.

Das sind unsere Meinungsverschiedenheiten.

Mitunter wird die Frage gestellt: Haben wir uns mit der Entwicklung der neuen Formen des Zusammenschlusses, mit der Entwicklung der Kollektivwirtschaften, der Sowjetwirtschaften usw. nicht verspätet?

Es gibt Leute, die behaupten, die Partei habe sich mit dieser Sache mindestens um etwa zwei Jahre verspätet. Das ist falsch, Genossen. Das ist völlig falsch. So können nur „linke“ Schreihälse sprechen, die keine Vorstellung von der Ökonomik der UdSSR haben.

Was bedeutet es, sich mit dieser Sache zu verspäten? Wenn es sich darum handelt, die Notwendigkeit von Kollektiv- und Sowjetwirtschaften vorauszusehen, so haben wir diese Sache schon während des Oktoberumsturzes begonnen. Dass die Partei die Notwendigkeit der Kollektiv- und Sowjetwirtschaften schon damals, in der Periode des Oktoberumsturzes, vorausgesehen hat, darüber kann kein Zweifel bestehen. Man braucht schließlich nur unser Programm in die Hand zu nehmen, das auf dem VIII. Parteitag (März 1919) angenommen wurde. Der Notwendigkeit von Kollektiv- und Sowjetwirtschaften wurde dort ganz eindeutig Rechnung getragen.

Aber die bloße Voraussicht der führenden Spitze unserer Partei, dass Kollektiv- und Sowjetwirtschaften notwendig sind, genügt nicht, um die Massenbewegung für Kollektiv- und Sowjetwirtschaften ins Leben zu rufen und zu organisieren. Folglich handelt es sich hier nicht um Voraussicht, sondern um die Verwirklichung des Plans, Kollektiv- und Sowjetwirtschaften aufzubauen. Aber zur Verwirklichung dieses Plans ist eine ganze Reihe von Voraussetzungen erforderlich, die wir bis jetzt nicht hatten und die erst in letzter Zeit entstanden sind.

Darum handelt es sich, Genossen.

Um den Plan der Massenbewegung für Kollektiv- und Sowjetwirtschaften durchzuführen, ist vor allen Dingen notwendig, dass die Parteispitze dabei in erster Linie von der Partei in ihrer Masse unterstützt wird. Unsere Partei ist aber bekanntlich eine Millionenpartei. Folglich war es notwendig, die breiten Massen der Parteimitglieder von der Richtigkeit der Politik der führenden Spitze zu überzeugen. Das als erstes.

Dazu ist weiter notwendig, dass im Schoße der Bauernschaft eine Massenbewegung für Kollektivwirtschaften entsteht, dass die Bauernschaft die Kollektivwirtschaften nicht fürchtet, sondern in die Kollektivwirtschaften eintritt und sich an Hand ihrer Erfahrung von den Vorzügen der Kollektivwirtschaften gegenüber der individuellen Wirtschaft überzeugt. Das aber ist eine ernste Sache, die eine gewisse Zeit erfordert. Das als zweites.

Dazu ist weiter notwendig, dass der Staat die materiellen Mittel besitzt, die zur Finanzierung des kollektivwirtschaftlichen Aufbaus, zur Finanzierung der Kollektiv- und Sowjetwirtschaften notwendig sind. Hierzu aber sind Hunderte und aber Hunderte Millionen Rubel nötig, liebe Genossen. Das als drittes.

Dazu ist schließlich notwendig, dass die Industrie in mehr oder minder hinreichendem Maße entwickelt ist, um die Landwirtschaft mit Maschinen, Traktoren, Kunstdünger usw. zu beliefern. Das als viertes.

Kann man behaupten, dass wir alle diese Voraussetzungen schon vor zwei oder drei Jahren hatten? Nein, das kann man nicht behaupten.

Man darf nicht vergessen, dass wir eine regierende und keine oppositionelle Partei sind. Eine oppositionelle Partei kann Losungen ausgeben – ich spreche von grundlegenden praktischen Losungen der Bewegung – mit der Absicht, sie zu verwirklichen, nachdem sie an die Macht gelangt ist. Niemand kann es einer oppositionellen Partei zur Last legen, dass sie ihre grundlegenden Losungen nicht sofort verwirklicht, da alle begreifen, dass nicht sie, die oppositionelle Partei, am Ruder ist, sondern andere Parteien.

Ganz anders steht die Sache bei einer regierenden Partei, wie es unsere bolschewistische Partei ist. Die Losungen einer solchen Partei sind keine einfachen Agitationslosungen, sie bedeuten viel mehr, denn sie haben die Kraft praktischer Beschlüsse, die Kraft von Gesetzen, die man sogleich durchführen muss. Unsere Partei kann nicht eine praktische Losung ausgeben und nachher ihre Umsetzung in die Tat aufschieben. Das wäre ein Betrug an den Massen. Um eine praktische Losung auszugeben, besonders eine so ernste Losung wie die Überleitung der Millionenmassen der Bauernschaft auf die Bahnen des Kollektivismus, muss man über die Voraussetzungen für ihre unmittelbare Verwirklichung verfügen, muss man schließlich diese Voraussetzungen schaffen, organisieren. Darum ist für uns die bloße Voraussicht der Spitze der Partei, dass Kollektiv- und Sowjetwirtschaften notwendig sind, nicht genügend. Darum müssen wir außerdem noch über die Voraussetzungen verfügen, die erforderlich sind, um unsere Losungen unverzüglich zu verwirklichen, in die Tat umzusetzen.

War unsere Partei in ihrer Masse, sagen wir, vor zwei oder drei Jahren dazu vorbereitet, die Entwicklung der Kollektiv- und Sowjetwirtschaften in jeder Weise zu fördern? Nein, sie war dazu noch nicht vorbereitet. Ein ernsthafter Umschwung unter den Massen der Parteimitglieder zugunsten der neuen Formen des Zusammenschlusses begann erst mit den ersten größeren Schwierigkeiten bei der Getreidebeschaffung. Es bedurfte dieser Schwierigkeiten, damit die Partei in ihrer Masse die ganze Notwendigkeit empfand, den Zusammenschluss in seinen neuen Formen und vor allen Dingen die Entwicklung der Kollektiv- und Sowjetwirtschaften zu forcieren, und ihr ZK hierbei entschlossen unterstützte. Da haben Sie eine Voraussetzung, die wir früher nicht hatten und die jetzt vorhanden ist.

Hatten wir vor zwei oder drei Jahren eine ernsthafte Bewegung der Millionenmassen der Bauernschaft zugunsten der Kollektiv- oder Sowjetwirtschaften? Nein, wir hatten sie nicht. Jedermann weiß, dass sich die Bauernschaft vor zwei oder drei Jahren den Sowjetwirtschaften gegenüber feindlich verhielt und die Kollektivwirtschaften als unnütze „Kommune“ scheel ansah. Und jetzt? Jetzt ist die Sache anders. Jetzt haben wir schon ganze Schichten der Bauernschaft, die die Sowjet- und Kollektivwirtschaften als eine Quelle der Unterstützung der Bauernwirtschaft mit Saat-gut, Zuchtvieh, Maschinen und Traktoren betrachten. Jetzt gilt es nur, Maschinen und Traktoren zu liefern, und die Sache der Kollektivwirtschaften wird in verstärktem Tempo vorwärts gehen.

Woher kam dieser Umschwung bei gewissen, ziemlich bedeutenden Schichten der Bauernschaft? Was hat ihn begünstigt?

Vor allen Dingen die Entwicklung der Genossenschaften und der Genossenschaftsbewegung. Es kann keinen Zweifel darüber geben, dass wir ohne die machtvolle Entwicklung der Genossenschaften, besonders der landwirtschaftlichen, die unter den Bauern die psychologischen Voraussetzungen für Kollektivwirtschaften schufen, nicht jenen Drang in die Kollektivwirtschaften zu verzeichnen hätten, der jetzt bei ganzen Schichten der Bauernschaft in Erscheinung tritt.

Eine große Rolle spielte hier auch der Umstand, dass es guteingerichtete Kollektivwirtschaften gab, die den Bauern gute Beispiele dafür gaben, wie man die Landwirtschaft durch Vereinigung der kleinen Bauernwirtschaften zu großen, zu kollektiven Wirtschaften verbessern kann.

Ebenso hat hier der Umstand eine Rolle gespielt, dass es guteingerichtete Sowjetwirtschaften gab, die den Bauern bei der Verbesserung der Wirtschaft halfen. Ich spreche schon gar nicht von den anderen Tatsachen, die Ihnen allen gut bekannt sind. Hier haben Sie eine weitere Voraussetzung, die wir früher nicht hatten und die wir jetzt haben.

Weiter, kann man behaupten, dass wir vor zwei oder drei Jahren die Möglichkeit hatten, die Kollektiv- und Sowjetwirtschaften ernsthaft zu finanzieren, für diesen Zweck Hunderte von Millionen Rubel aufzuwenden? Nein, das kann man nicht behaupten. Sie wissen genau, dass es uns selbst an den Mitteln zur Entwicklung jenes Industrieminimums fehlte, ohne das die Industrialisierung überhaupt unmöglich ist, geschweige denn die Rekonstruktion der Landwirtschaft. Konnten wir der Industrie, die die Basis für die Industrialisierung des Landes darstellt, diese Mittel wegnehmen und sie den Kollektiv- und Sowjetwirtschaften übergeben? Es ist klar, dass wir das nicht konnten. Und jetzt? Jetzt haben wir die Mittel zur Entwicklung der Kollektiv- und Sowjetwirtschaften.

Kann man schließlich behaupten, dass wir vor zwei oder drei Jahren schon eine genügende Basis in der Industrie für eine verstärkte Belieferung der Landwirtschaft mit Maschinen, Traktoren usw. besaßen? Nein, das kann man nicht behaupten. Damals bestand die Aufgabe darin, eine minimale industrielle Basis für die künftige Belieferung der Landwirtschaft mit Maschinen und Traktoren zu schaffen. Für die Schaffung dieser Basis wurden damals unsere dürftigen finanziellen Mittel aufgewendet. Und jetzt? Jetzt haben wir diese industrielle Basis für die Landwirtschaft. Jedenfalls wird diese Basis bei uns in beschleunigtem Tempo geschaffen.

Es ist demnach so, dass die notwendigen Voraussetzungen für die Entwicklung der Kollektiv- und Sowjetwirtschaften im Massenmaßstab bei uns erst in letzter Zeit entstanden sind.

So steht die Sache, Genossen.

Aus diesem Grunde kann man nicht sagen, dass wir uns mit der Entwicklung der neuen Formen des Zusammenschlusses verspätet haben.

Quelle: Stalin Werke Band 12, S. 38-60

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2 Gedanken zu “Zur Politischen Ökonomie des Sozialismus II

  1. Danke für die Veröffentlichung des Stalin-Beitrags (erschienen im Dietz Verlag, Berlin 1954). Der ist natürlich sehr lang – da wäre es für den interessierten Leser vorteilhaft, wenn er sich den Text als pdf herunterladen könnte. Die wenigsten werden heute noch Stalin-Werke im Bücherschrank haben. In der DDR wurde alles nach 1956 aussortiert – ein erfluchter Revisionismus!

    Was mich allerdings überrascht, ist, daß Kim Il Sung 1969 auf diese Fragen Bezug genommen hat. Möglicherweise sind unsere Kenntnisse über die theoretischen Grundlagen des Kim-Il-Sungismus sehr unvollständig. Es wäre interesant, mehr darüber zu erfahren.

    Gefällt 2 Personen

    • Die 15 Bände der Stalin-Werke sind (auch als PDF-Dateien) auf der Seite http://www.stalinwerke.de abrufbar. Die Antwort von Kim Il Sung auf die Fragen von Funktionären des Bereiches Wissenschaft und Bildung vom 1. März 1969 mit dem Titel „Über einige theoretische Probleme der sozialistischen Ökonomik“ ist noch antiquarisch zu erwerben. Dazu muss man aber als Autorenangabe die englische Transkripition „Kim Ir Sen“ bei den einschlägigen Portalen (z.B. http://www.buchhai.de ) eingeben. Dann sind noch einige Exemplare zu bekommen.

      Gefällt 2 Personen

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