Tödlicher Mai – Leben und Ermordung von Ibrahim Kaypakkaya

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An diesem 18. Mai 2018 jährt sich die Ermordung von Ibrahim Kaypakkaya (Ibo) durch den faschistischen türkischen Staat zum 45. Mal. Deshalb dokumentiere ich hier einen Artikel über das Leben Ibrahim Kaypakkayas, der zuerst auf www.rotfrontkollektiv.wordpress.com veröffentlicht wurde (Link). Dieser Text stammt aus dem Jahr 2013 und wurde von dem ideologischen Magazin PARTİZAN erarbeitet:

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“Überall wo es Widerstände und Kämpfe gibt, lebt und kämpft Ibrahim Kaypakkaya weiter“ (1)

Im Kampf gegen die faschistische Diktatur in der Türkei wurde der Revolutionär und Kommunistische Führer Ibrahim Kaypakkaya, am 18 Mai 1973 vom faschistischen Militär im Militärgefängnis in Amed ermordet. Am 40. Jahrestag seiner Ermordung gedachten Zehntausende in der Türkei und in Europa dem jungen Kommunisten und Gründer der TKP/ML(2). Durch seine Analyse der sozioökonomischen Bedingungen in der Türkei auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus-Maoismus (MLM) beeinflusste und beeinflusst er bis heute die Revolutionäre/Kommunistische Bewegung in der Türkei. Trotz seines jungen Alters kämpfte Ibrahim, mit aller Entschlossenheit und Disziplin gegen die faschistische Diktatur in der Türkei. Auch während der 90-tägigen Folter im Militärgefängnis gab er kein Geheimnis Preis und wurde so unmittelbar mit der ArbeiterInnen-BauerInnen und dem werktätigen Volk verbunden.

Ibrahim Kaypakkaya

Ibrahim Kaypakkaya wurde 1949 in der ländlichen Gegend von Çorum im Norden der Türkei geboren. Sein Leben war, wie das vieler anderer, von den ärmlichen Verhältnissen einer Arbeiter- und Bauernfamilie geprägt. Dank seiner guten schulischen Leistungen schaffte er Mitte der 1960er Jahre die Aufnahme an der Lehreruniversität in Istanbul. Diese Zeit jedoch war in der Türkei eine Zeit des Erstarkens des anti-imperialistischen Widerstands gegen die herrschende faschistische Klasse und die amerikanischen Kolonialdiktatur in der Türkei.

Kaypakkaya begriff bereits sehr früh die Notwendigkeit des organisierten Kampfes und betätigte sich innerhalb unterschiedlicher linker Gruppen ehe er die TKP/ML gründete. Zuerst organisierte er sich in der TIP(3), dann in der PDA(4) und schließlich in der revolutionären Arbeiter- und Bauernpartei der Türkei TIIKP. Während seiner Zeit innerhalb der TIIKP wusste er die wichtigste Waffe eines Kommunisten einzusetzen und kritisierte offenherzig die revisionistische Linie der TIIKP. Schnell versammelte sich um ihn eine Gruppe von GenossenInnen, die zu ihm standen und seine wahren MLM Ansätze und Gedanken unterstützten. Im Verlauf eines kurzen, heftigen Machtkampfes mussten Kaypakkaya und seine GenossenInnen einsehen, dass die Organisation nicht von der revisionistischen Linie abzubringen und auf die von ihnen vorgesehene ideologische Basis zu stellen war. Nach der Trennung arbeitete Ibrahim, kkmit seiner Gruppe die sich um Ihm gesammelt hatte in Kleinstarbeit darauf hin, eine wahre sich auf den Prinzipien des MLM berufende kommunistische Partei (KP) zu gründen. Nach monatelanger Vorbereitung, Analysen und Arbeit in der werktätigen Bevölkerung, gründeten Ibrahim und seine GenossenInnen, am 24 April 1972 die TKP/ML und die Volksarmee TIKKO. Gestützt auf die Ideologie des MLM begingen sie mit dem Aufbau bewaffneter Guerillaeinheiten im Gebiet um Dersim.

Die Guerillabewegung, die damals v.a. in der Region „Dersim” unterwegs war, geriet im Januar 1973 in eine bewaffnete Auseinandersetzung mit den faschistischen Truppen. Im Verlauf dieses Gefechts wurde Ali Haydar Yildiz getötet, Kaypakkaya selbst konnte zunächst verletzt in die Berge fliehen. Als er sich später aufgrund seiner Verletzungen in einem Dorf in der Region „Dersim” versteckte, wurde er von einem Lehrer an die Gendarmarie verraten. Kaypakkaya wurde durch das Militär auf grausamste Art gefoltert, um an parteiinterne Informationen gelangen zu können, diese er jedoch nicht Preisgab. Nach drei Monaten Haft und Folter wurde er ermordet, seine Leiche zerstückelt und am 18. Mai 1973 schließlich seinem Vater in einem Müllsack vor die Füße geworfen. Kaypakkaya wurde durch seine revolutionäre Disziplin unzertrennlich mit der Arbeiterklasse und den unterdrückten Völkern in der Türkei verbunden. Durch seine theoretische Arbeit (5) weist er bis heute der Revolutionären und Kommunistischen Bewegung den Weg zum Aufbau der Volksdemokratie.

Das Zentralkomitee der TKP/ML erklärte in der Stellungnahme vom 16 Mai:„ Ibrahim Kaypakkaya steht für die TKP/ML und die TKP/ML steht für Ibrahim Kaypakkaya. Auch wenn unser Vorsitzender nicht mehr lebt, werden wir gefestigt durch das Blut und durch die Ideologie in unserem Land weiter voranschreiten. Im 40. Jahr der Ermordung werden wir durch unser Bewusstsein, unsere bewusste Stärke und unseren Mut mit dem Kampf weiter fortfahren.

Der Kommunistische Führer Ibrahim Kaypakkaya ist unsterblich.

Wir haben den 18 Mai nicht vergessen.

Wir werden mit diesem System abrechnen.

Lang lebe unser Partei, die TKP/ML, die Volksarmee TIKKO und der TMLGB.“(6)

 

Anmerkungen:

(1) Slogan der Kampagne zum 40. Jahr der Ermordung Ibrahim Kaypakkaya`s von PARTIZAN

(2) TKP/ML Kommunistische Partei der Türkei / Marxistisch Leninistisch

(3) Arbeiterpartei der Türkei

(4) Leuchtender Proletarischer Revolutionärer Weg

(5) – Kritik am Programmentwurf der TIIKPDie Thesen des Safak – Revisionismus, über die kemalistische Bewegung, die Phase der kemalistischen Herrschaft, die Jahre des zweiten Weltkrieges, die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg und über den 27. Mai – Die nationale Frage in der Türkei – Die Wurzeln und Entwicklung der Widersprüche zwischen dem Safak – Revisionismus und uns – Begreifen wir die Lehre des Vorsitzenden Maos über die rote Macht richtig.

(6) Veröffentlichte Erklärung des Zentralkomitees der TKP/ML auf der Seite http://www.ozgurgelecek.net/manset-haberler/5139-kaypakkaya-kavgamzda-yayor-ve-savayor.html

Literatur:

Wer sich näher mit dem Wirken und dem ideologischen Standpunkt des Genossen Ibrahim Kaypakkaya auseinandersetzen möchte, dem seien folgende Materialen ans Herz gelegt:

  • Nihat Behram, TÖDLICHER MAI. Leben und Tod im türkischen Widerstand, Wuppertal, 1989 (Dies ist eine Erzählung über das kurze Leben von Ibo und dessen Ermordung durch den faschistischen türkischen Staat, die Ende 1988 in der Türkei verbrannt, dessen Verleger verhaftet und der Autor in Abwesenheit zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.)
  • Ibrahim Kaypakkaya, Selected Works, Nisan Publishing, 2014 (Link)
  • Ibrahim Kaypakkaya, Die Kurdenfrage in der Türkei, Augsburg, 1991
  • Ibrahim Kaypakkaya, Unser Zorn wächst wie das unendliche Meer. Programmatische Schriften, Waldstetten, 2013, (Link)
  • Sein Name ist unser Stolz! Seine Partei ist unsere Ehre! Seine Lehre ist unser Weg! (Broschüre der TKP/ML zum 40. Jahrestag der Ermordung Ibos 2013, Link)

 

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