Gerhart Eisler (1958): Der Marxismus ist unsterblich

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Gerhart Eisler (1958):

Der Marxismus ist unsterblich

Als Karl Marx am 14. März 1883 in London starb, da sagte sein enger Freund und Mitarbeiter Friedrich Engels an seinem Grabe: Karl Marx ist gestorben, geliebt, betrauert von Millionen revolutionären Mitarbeitern. Sein Name wird durch Jahrhunderte fortleben und auch sein Werk.

Friedrich Engels hatte recht. Das Werk von Karl Marx und Friedrich Engels, der Marxismus, wurde zur Fahne und zum Kompaß der Arbeiterklasse aller Länder im Kampf um die Befreiung vom Kapitalismus.

Um das von Karl Marx geschaffene Werk sammelten sich alle Kräfte der Menschheit, die vorwärtsstrebten, und vor allem die revolutionären Arbeiter, die klassenbewußten Arbeiter, deren historische Aufgabe es ist, die Welt vom Kapitalismus, von Kriegen und Krisen, vom Elend, von der menschlichen Degradierung zu befreien und die neue, sozialistische Gesellschaftsordnung zu errichten.

Seit dem Erscheinen des Kommunistischen Manifests bis heute haben die Kapitalisten und ihre Schreiberlinge, haben Opportunisten und Reformisten, zum Beispiel Willy Brandt, versucht, Karl Marx zu widerlegen, ihn als überholt, als unvereinbar mit den neuen Erkenntnissen zu verleumden. Vergeblich.

Der Marxismus ist unsterblich, weil er wahr ist, weil er die Lehre von der Befreiung der Arbeiterklasse, der fortschrittlichsten Klasse, ist. Der Marxismus ist unsterblich, weil er der Arbeiterklasse die Wissenschaft als Waffe in die Hand gab zum Kampf gegen den kapitalistischen Todfeind. Der Marxismus ist unsterblich, weil er mit den Waffen der Wissenschaft die Gesetze des Kapitalismus entdeckte und weil er vor allem mit der Theorie des Klassenkampfes und der Lehre von der welthistorischen Rolle der Arbeiterklasse, des Schöpfers der neuen, der kommunistischen Gesellschaft, auch die wissenschaftliche Begründung für den unvermeidlichen Untergang des Kapitalismus gab. Unzählige Marxtöter kamen und gingen, es waren die Marxtöter in Wort und die Marxtöter in der Tat – mit Hilfe der Polizei, der Gendarmerie, des Faschismus und furchtbarer Kriege. Aber vergeblich war die schmutzige Arbeit der heute toten Marxtöter, und ebenso vergeblich ist die nicht weniger schmutzige Arbeit der heutigen Marxtöter.

Heute hat sich ein Drittel der Menschheit nach den Lehren des Marxismus ein neues Leben erkämpft, unerhörte Schwierigkeiten überwunden und entwickelt sich weiter aufwärts. Für mehr als 800 Millionen Menschen ist der Sozialismus bereits Wirklichkeit geworden, und in allen anderen Teilen der Welt kämpfen Hunderte Millionen Menschen für das gleiche Ziel. Niemals haben sich der Marxismus, die ungeheure Vielfalt der marxistischen Gedanken und der marxistischen Forschung so lebendig, so siegreich und so zukunftsfroh erwiesen wie in der heutigen Zeit.

Der Marxismus, der wissenschaftliche Sozialismus, dessen ewiges Symbol die rote Fahne ist, ist zum Sammelpunkt aller Freiheitskämpfer der Menschheit geworden. Der Antimarxismus ist aber zum Sammelpunkt all dessen geworden, was faul, was reaktionär, was nach rückwärts gewandt ist. Alles, was die Ausbeutung, die Unterjochung, die abscheuliche Kriecherei vor den Kapitalisten aufrechterhalten will, sammelt sich unter dem Antimarxismus. Das letzte Argument der Marxtöter ist die Atom- und Wasserstoffbombe.

Was macht die Ideen von Marx, den Marxismus, der durch Lenin weiterentwickelt wurde, zu einer solch unbesiegbaren geschichtlichen Kraft? Ihre Kraft besteht darin, daß Karl Marx durch die marxistische Dialektik die grundlegenden Gesetze der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft und der Natur aufgedeckt hat. Die Kraft dieser Ideen liegt darin, daß sie der Arbeiterklasse zum erstenmal zeigte, welch ungeheure Rolle ihr von der geschichtlichen Entwicklung auferlegt ist. Die Arbeiterklasse, das lehrten der geniale Deutsche Karl Marx und sein Fortsetzer, der geniale Russe Lenin, muß die Entwicklung erkennen, muß in die Entwicklung eingreifen, um ihr Leben zu verbessern und um sich und die ganze Menschheit durch die Erkämpfung des Sozialismus von der Barbarei des Kapitalismus zu befreien. Indem die Arbeiterklasse sich ihre marxistische Partei schafft und dadurch imstande ist, die ganze Klasse, alle Werktätigen in den Kampf um die Befreiung vom Kapitalismus zu führen, kann diese ungeheure geschichtliche Kraft der Arbeiter wirksam werden. Die Geschichte hat diese bereits im „Kommunistischen Manifest“ begründete Rolle der Arbeiter vollauf bestätigt. Überall, wo die Arbeiterklasse unter Führung wirklich marxistischer Parteien den Kampf gegen die kapitalistischen Ausbeuter führte, hat sie gesiegt. Auch in Deutschland hat die Arbeiterklasse dort die deutschen Großkapitalisten und Militaristen geschlagen und ausgerottet, wo die führende Partei der Arbeiterklasse eine Partei ist, die im Geiste von Karl Marx, Friedrich Engels und Lenin den heiligen Kampf um den Sozialismus führt. In der Deutschen Demokratischen Republik, auf jenem Gebiet Deutschlands, wo diese große geschichtliche Aufgabe der deutschen Arbeiterklasse erfüllt wurde, ist das die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands.

Dort aber, wo – wie in Westdeutschland und in Westberlin – von der Sozialdemokratie der Marxismus preisgegeben wurde, die Lehren des Marxismus in den Wind geschlagen wurden, der Marxismus durch bereits hundertmal als bankrott erwiesene Theorien der Opportunisten und Marxtöter ersetzt wurde, dort sind die westdeutschen Großkapitalisten und Militaristen wieder im Sattel, haben sie sich ihren reaktionären Staat gebildet, beuten sie die Arbeiter und Werktätigen in schamloser Weise aus und bedrohen das ganze deutsche Volk und Europa mit Atombomben. Eine Arbeiterpartei, die die Ideen von Marx und Engels preisgegeben hat, ist geschichtlich letzten Endes wie eine taube Nuß. Angeblich – so wird von seiten der Marxtöter behauptet – hätte sich der Kapitalismus geändert. Aber ist es nicht eine Tatsache, daß die kapitalistische Wirtschaft ebenso wie zur Zeit von Karl Marx zum Zwecke des Profits der Kapitalisten betrieben wird?

Ist es nicht eine Tatsache, daß in der ganzen kapitalistischen Gesellschaft zwischen Arbeitern und Kapitalisten der Klassenkampf um höhere Löhne, um die Verkürzung der Arbeitszeit gegen die Profitinteressen der Unternehmer geführt wird? Ist es nicht genauso wie zur Zeit von Karl Marx, daß der Kapitalismus von den zyklischen Überproduktionskrisen erfaßt wird, wie wir es eben in den Vereinigten Staaten sehen und wie es sich in Westdeutschland zu zeigen beginnt?

Ist der Kapitalismus in Gestalt des Faschismus nicht noch raubgieriger, noch barbarischer, noch brutaler, als es der Kapitalismus zur Zeit von Karl Marx gewesen ist? Ist dieser Kapitalismus etwa heute zivilisierter geworden, der im zweiten Weltkrieg unerhörte Vernichtungen und unerhörte Zerstörungen anrichtete?

Ist der Kapitalismus etwa seit der Zeit von Karl Marx menschenfreundlicher geworden, derselbe Kapitalismus, der die Atombombe entwickelte und sie auf zwei wehrlose japanische Städte abwarf und der heute die ganze Welt mit einem atomaren Krieg bedroht? Vieles hat sich geändert, seitdem Karl Marx lebte, aber die Grundlehren und die Grunderkenntnisse von Karl Marx, weiterentwickelt von Lenin für die Zeit des Imperialismus, haben sich als ewige Wahrheit erwiesen, und diese Wahrheit lautet: Der Kapitalismus beutet immer brutaler, immer rücksichtsloser die Arbeiter aus und bedroht die ganze Welt mit einer ungeheuren Katastrophe.

Gerhart Eisler

(Berliner Rundfunk, 5. Mai 1958)

 

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