Kritik zur Theorie der „sozialistischen Marktwirtschaft“ in der VR China

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Auf die folgenden Textstellen von kommunistischen Theoretikern und Praktikern der sozialistischen Planwirtschaft, bin ich bei der Lektüre des Buches von Marcel Kunzmann „Theorie, System & Praxis des Sozialismus in China“ (Berlin, September 2018) gekommen. Dieses Buch macht es sich auf 95 Seiten zur Aufgabe, die Ökonomie des Sozialismus (der zentralen Planwirtschaft) anhand der chinesischen Erfahrungen zu diskreditieren und die Reformpolitik von Deng Xiaoping (seit 1976) mit ihrer kapitalistischen Praxis bis heute als „fruchtbare Inspirationsquelle für andere sozialistische Aufbauversuche [hinzustellen] wie die Entwicklung in Kuba, Vietnam, Laos und mittlerweile auch Nordkorea zeigen“ (S. 86). Die wesentlichen Bestandteile des Marxismus-Leninismus in der Politischen Ökonomie des Sozialismus werden hier revidiert, mit dem Hinweis darauf: „Die mit den Wirtschaftsreformen in Gang gebrachte Produktivkraftentwicklung, welche einen dominanten Staatssektor um die Nutzung von Markt und Auslandsinvestitionen ergänzt, dient heute als erfolgreichstes Beispiel der systematischen Bekämpfung von Armut.“ (S. 83). Dass diese Erfolge Chinas bei der Steigerung der Produktion in der Leichtindustrie und dem Export (nach den Wirtschaftsreformen), nur auf Grundlage der planmäßigen Entwicklung der gesamten Wirtschaft des sozialistischen Chinas (1949-1976) möglich waren, wird aber systematisch ausgeblendet. So wird die chinesische „sozialistische Marktwirtschaft“ (eigentlich ist alleine der Begriff ein Widerspruch in sich) als beste aller möglichen Produktionsweisen hingestellt. Auf dieser Ebene trifft sie sich hier mit den Propagandisten der „sozialen Marktwirtschaft“ des BRD-Imperialismus.

Dagegen hier einige Auszüge von Textstellen aus der Feder marxistisch-leninistischer Revolutionäre zur Theorie und Praxis sozialistischer Ökonomie:

 

 

Zur Frage des Ziels sozialistischer Wirtschaft (Aufhebung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen):

 

„Ich bin nicht an einem trockenen ökonomischen Sozialismus interessiert. Wir kämpfen gegen das Elend, aber wir kämpfen auch gegen die Entfremdung. Eines der fundamentalen Ziele des Marxismus ist es, den Faktor des individuellen Interesses und Gewinns aus den psychischen Motivationen der Menschen zu entfernen. Marx beschäftigte sich mit den ökonomischen Faktoren und mit ihren Auswirkungen auf den Geist. Wenn der Kommunismus nicht auch daran interessiert ist, mag er eine Methode der Güterverteilung sein, aber er wird niemals eine revolutionäre Form des Lebens sein.“ (Che Guevara in einem Interview 1963)

 

„Wir sahen schon oben, dass der erste Schritt in der Arbeiterrevolution die Erhebung des Proletariats zur herrschenden Klasse, die Erkämpfung der Demokratie ist.

Das Proletariat wird seine politische Herrschaft dazu benutzen, der Bourgeoisie nach und nach alles Kapital zu entreißen, alle Produktionsinstrumente in den Händen des Staats, d.h. des als herrschende Klasse organisierten Proletariats, zu zentralisieren und die Masse der Produktionskräfte möglichst rasch zu vermehren.

Es kann dies natürlich zunächst nur geschehn vermittelst despotischer Eingriffe in das Eigentumsrecht und in die bürgerlichen Produktionsverhältnisse, durch Maßregeln also, die ökonomisch unzureichend und unhaltbar erscheinen, die aber im Lauf der Bewegung über sich selbst hinaustreiben und als Mittel zur Umwälzung der ganzen Produktionsweise unvermeidlich sind.

Diese Maßregeln werden natürlich je nach den verschiedenen Ländern verschieden sein.“ (Karl Marx, Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei. In: MEW Band 4, S. 481)

 

„Mit der Besitzergreifung der Produktionsmittel durch die Gesellschaft ist die Warenproduktion beseitigt und damit die Herrschaft des Produkts über die Produzenten. Die Anarchie innerhalb der gesellschaftlichen Produktion wird ersetzt durch planmäßige bewusste Organisation. Der Kampf ums Einzeldasein hört auf. Damit erst scheidet der Mensch, in gewissem Sinn, endgültig aus dem Tierreich, tritt aus tierischen Daseinsbedingungen in wirklich menschliche. Der Umkreis der die Menschen umgebenden Lebensbedingungen, der die Menschen bis jetzt beherrschte, tritt jetzt unter die Herrschaft und Kontrolle der Menschen, die zum ersten Male bewusste, wirkliche Herren der Natur, weil und indem sie Herren ihrer eignen Vergesellschaftung werden. Die Gesetze ihres eignen gesellschaftlichen Tuns, die ihnen bisher als fremde, sie beherrschende Naturgesetze gegenüberstanden, werden dann von den Menschen mit voller Sachkenntnis angewandt und damit beherrscht. Die eigne Vergesellschaftung der Menschen, die ihnen bisher als von Natur und Geschichte aufgenötigt gegenüberstand, wird jetzt ihre freie Tat.“ (Friedrich Engels, Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft. In: MEW Band 19, S. 226)

 

 

Zur Frage des Sozialismus als Übergang vom Kapitalismus zum Kommunismus:

 

„Die sozialistische Gesellschaft umfasst eine ziemlich lange geschichtliche Periode. Diese ganze Geschichtsperiode hindurch existieren Klassen, Klassenwidersprüche und Klassenkämpfe, existiert der Kampf zwischen den beiden Wegen, dem des Sozialismus und dem des Kapitalismus, existiert die Gefahr einer Restauration des Kapitalismus, existiert die Bedrohung durch Umsturz und Aggression seitens des Imperialismus und des modernen Revisionismus. Solche Widersprüche können nur durch die marxistische Theorie über die Weiterführung der Revolution und durch die von ihr angeleitete Praxis gelöst werden. Die große proletarische Kulturrevolution in unserem Land ist gerade eine große politische Revolution, die das Proletariat unter den Bedingungen des Sozialismus gegen die Bourgeoisie und alle anderen Ausbeuterklassen durchgeführt.

Die ganze Partei muss das große rote Banner des Marxismus, des Leninismus, der Maotsetungideen hochhalten und Hunderte Millionen Volksmassen aller Nationalitäten des ganzen Landes dabei führen, weiterhin die drei großen revolutionären Bewegungen – Klassenkampf, Produktionskampf und wissenschaftliches Experimentieren – zu entfalten, die Diktatur des Proletariats zu festigen und zu verstärken sowie unabhängig und selbständig, im Vertrauen auf die eigene Kraft, durch harten Kampf, unter Anspannung aller Kräfte, immer vorwärtsstrebend, „mehr, schneller, besser und wirtschaftlicher“ den Sozialismus aufzubauen.

Die Kommunistische Partei Chinas hält am proletarischen Internationalismus fest.“ Statut der Kommunistischen Partei Chinas (angenommen auf dem IX. Parteitag der KP Chinas am 14. April 1969, Peking, 1969, S. 10-13)

 

„Wenn sich schon unter den Bedingungen des Kapitalismus herausstellt, dass der Marktmechanismus ungeeignet ist, die Probleme des zunehmend vergesellschaftlichten Reproduktionsprozesses zu lösen, dann trifft das natürlich in viel höherem Maße und noch unter ganz anderen Aspekten für den Sozialismus zu. Es ist heute ein Anachronismus, den Übergang zu einer Marktwirtschaft für den Sozialismus zu empfehlen. Dies würde auch unausbleiblich zu einer Verlangsamung des Entwicklungstempos, zu einem Zurückbleiben und zu einer gewissen Instabilität der sozialistischen Ordnung führen. Die Orientierung auf eine Marktwirtschaft bedeutet letzten Endes, gerade auf die Mobilisierung der entscheidenden Vorzüge des Sozialismus, nämlich auf die gesamt-gesellschaftliche Planung, die dem Kapitalismus wesensfremd ist, zu verzichten.“ (Walter Ulbricht, Die Bedeutung und die Lebenskraft der Lehren von Karl Marx für unsere Zeit, 4. Mai 1968)

 

 

Zur Frage des Wertgesetzes und der Warenproduktion im Sozialismus:

 

„Danach beurteilt man die Pfiffigkeit des kleinbürgerlichen Sozialismus, der die Warenproduktion verewigen und zugleich den „Gegensatz von Geld und Ware“, also das Geld selbst, denn es ist nur in diesem Gegensatze, abschaffen will. Ebensowohl könnte man den Papst abschaffen und den Katholizismus bestehen lassen.“ (Karl Marx, Das Kapital, Band I. In: MEW Band 23, S. 102)

 

„Der Wertbegriff ist der allgemeinste und daher umfassendste Ausdruck der ökonomischen Bedingungen der Warenproduktion. Im Wertbegriff ist daher der Keim enthalten, nicht nur des Geldes, sondern auch aller weiter entwickelten Formen der Warenproduktion und des Warenaustausches. Darin, dass der Wert der Ausdruck der in den Privatprodukten enthaltenen gesellschaftlichen Arbeit ist, liegt schon die Möglichkeit der Differenz zwischen dieser und der im selben Produkt enthaltenen Privatarbeit. Produziert also ein Privatproduzent nach alter Weise weiter, während die gesellschaftliche Produktionsweise fortschreitet, so wird ihm diese Differenz empfindlich fühlbar. Dasselbe geschieht, sobald die Gesamtheit der Privatanfertiger einer bestimmten Warengattung ein den gesellschaftlichen Bedarf überschießendes Quantum davon produziert. Darin, dass der Wert einer Ware nur in einer andern Ware ausgedrückt und nur im Austausch gegen sie realisiert werden kann, liegt die Möglichkeit, dass der Austausch überhaupt nicht zustande kommt oder doch nicht den richtigen Wert realisiert. Endlich, tritt die spezifische Ware Arbeitskraft auf den Markt, so bestimmt sich ihr Wert, wie der jeder andern Ware, nach der zu ihrer Produktion gesellschaftlich nötigen Arbeitszeit. In der Wertform der Produkte steckt daher bereits im Keim die ganze kapitalistische Produktionsform, der Gegensatz von Kapitalisten und Lohnarbeitern, die industrielle Reservearmee, die Krisen. Die kapitalistische Produktionsform abschaffen wollen durch Herstellung des „wahren Werts“, heißt daher den Katholizismus abschaffen wollen durch die Herstellung des „wahren“ Papstes oder eine Gesellschaft, in der die Produzenten endlich einmal ihr Produkt beherrschen, herstellen durch konsequente Durchführung einer ökonomischen Kategorie, die der umfassendste Ausdruck der Knechtung der Produzenten durch ihr eignes Produkt ist.“ (Friedrich Engels, Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft (Anti-Dühring). In: MEW Band 20, S. 289)

 

„Das alles [gesellschaftliche Arbeitsteilung, unterschiedliche Eigentumsformen und Notwendigkeit des Außenhandels] sind die Bedingungen dafür, dass es in der sozialistischen Gesellschaft Warenproduktion gibt. Natürlich ist die Warenproduktion in der sozialistischen Gesellschaft ein Prozess ohne Kapitalisten, und folglich wirkt auch das Wertgesetz nicht blind wie in der kapitalistischen Gesellschaft, sondern in beschränktem Rahmen. Dieses Gesetz wird vom Staat planmäßig als ökonomischer Hebel für die erfolgreiche Leitung der Wirtschaft ausgenutzt. Wenn künftig die Übergangsperiode beendet ist, das genossenschaftliche Eigentum in Volkseigentum übergegangen und eine einzige Eigentumsform entstanden sein wird, dann werden die gesellschaftlichen Produkte, ohne Berücksichtigung des Außenhandels, nicht Waren sein; sie werden einfach Produktionsmittel, Konsumgüter heißen oder eine andere Bezeichnung erhalten. Dann wird auch das Wertgesetz nicht mehr wirken. Natürlich entwickelt sich auch dann die gesellschaftliche Arbeitsteilung weiter, aber es wird keine Warenproduktion mehr geben.“ (Kim Il Sung, Über einige theoretische Probleme der sozialistischen Ökonomik (1. März 1969). In: Schriftenreihe der KPD Nr. 187, Berlin, 2004)

 

 

Zur Begründung der „sozialistischen Marktwirtschaft“ mit der NÖP Sowjetrusslands von 1921 (nach Welt- und Bürgerkrieg):

 

„Die Lage, die durch unsere Neue ökonomische Politik geschaffen worden ist – Entwicklung kleiner Handelsbetriebe, Verpachtung von Staatsbetrieben usw.  – , all dies bedeutet Entwicklung kapitalistischer Verhältnisse, und das nicht sehen zu wollen, würde bedeuten, völlig den Kopf zu verlieren. Selbstverständlich ist die Stärkung der kapitalistischen Verhältnisse schon an und für sich eine Verschärfung der Gefahr. Können Sie mir aber irgendeinen Weg in der Revolution, irgendwelche Etappen und Methoden der Revolution aufzeigen, bei denen es keine Gefahr gäbe? Das Verschwinden der Gefahr würde das Ende des Krieges und das Aufhören der Diktatur des Proletariats bedeuten, aber davon träumt natürlich in diesem Augenblick niemand von uns. Jeder Schritt in dieser Neuen ökonomischen Politik bedeutet eine ganze Reihe von Gefahren. Als wir im Frühjahr sagten, dass wir die Ablieferungspflicht durch die Naturalsteuer ersetzen, dass wir den freien Handel mit den nach Entrichtung der Naturalsteuer verbleibenden Überschüssen dekretieren, gaben wir damit dem Kapitalismus Entwicklungsfreiheit. Das nicht zu wissen, würde bedeuten, völlig das Verständnis für die grundlegenden ökonomischen Verhältnisse zu verlieren und sich der Möglichkeit zur Orientierung und zum richtigen Handeln zu berauben. Gewiss, die Kampfmethoden haben sich geändert, es haben sich auch die Gefahrenmomente geändert. Als die Frage der Sowjetmacht, der Auseinanderjagung der Konstituante zur Entscheidung stand, drohte die Gefahr von Seiten der Politik. Diese Gefahr erwies sich als ganz geringfügig. Als aber die Epoche des Bürgerkriegs anbrach, der von den Kapitalisten der ganzen Welt unterstützt wurde, trat die militärische Gefahr in Erscheinung – sie war schon bedrohlicher. Und als wir unsere ökonomische Politik änderten, wurde die Gefahr noch größer, weil die Ökonomik, die sich aus einer Unmenge wirtschaftlicher, alltäglicher Kleinigkeiten zusammensetzt, an die man sich zu gewöhnen pflegt und die man leicht übersieht, von uns besondere Aufmerksamkeit und Anspannung verlangt und mit besonderer Bestimmtheit die Notwendigkeit in den Vordergrund rückt, die richtigen Methoden zu ihrer Bewältigung zu erlernen. Wiederherstellung des Kapitalismus, Entwicklung der Bourgeoisie, Entwicklung bürgerlicher Verhältnisse aus dem Handel heraus usw. – das ist eben die Gefahr, die unserem jetzigen ökonomischen Aufbau, unserem jetzigen allmählichen Herangehen an die Lösung einer Aufgabe, die weit schwieriger ist als die vorhergehenden, eigen ist. Hier darf es nicht den kleinsten Irrtum geben.“ (W.I. Lenin, VII. Moskauer Gouvernements-Parteikonferenz – Über die Neue Ökonomische Politik, Referat in der Sitzung am 29. Oktober 1921. In: Lenin-Werke (LW) Band 33, S. 80-81)

 

„Mit anderen Worten, wir haben den freien Handel eingeführt, wir haben eine Belebung des Kapitalismus zugelassen, wir haben die NÖP eingeführt, um die Produktivkräfte zu entwickeln, um die Produktenmenge im Lande zu vergrößern, um den Zusammenschluss mit der Bauernschaft zu festigen. Der Zusammenschluss, die Interessen des Zusammenschlusses mit der Bauernschaft als Grundlage unserer Zugeständnisse auf der Linie der NÖP – so packt Lenin die Frage an.

Wusste Lenin damals, dass die NÖP, dass die Zugeständnisse an die Bauernschaft von den Spekulanten, Kapitalisten, Kulaken ausgenutzt werden würden? Natürlich wusste er es. Bedeutet das aber, dass diese Zugeständnisse dem Wesen der Sache nach Zugeständnisse an den Spekulanten und Kulaken waren? Nein, das bedeutet es nicht. Denn die NÖP überhaupt und der Handel im besonderen werden nicht nur von Kapitalisten und Kulaken ausgenutzt, sondern auch von den Staats- und Genossenschaftsorganen, denn nicht nur die Kapitalisten und Kulaken treiben Handel, sondern auch die Staatsorgane und Genossenschaften, wobei die Staatsorgane und Genossenschaften, sobald sie gelernt haben, Handel zu treiben, die Überhand über den Privathandel gewinnen werden (sie gewinnen bereits Überhand!) und dadurch unsere Industrie mit der Bauernwirtschaft zusammenschließen werden.

Was folgt nun daraus? Hieraus folgt, dass unsere Zugeständnisse sich im Wesentlichen auf der Linie der Festigung des Zusammenschlusses mit der Bauernschaft bewegen und um dieses Zusammenschlusses willen gemacht werden.

Wer das nicht begreift, der behandelt die Frage nicht wie ein Leninist, sondern wie ein Liberaler.“ (J.W. Stalin, Der XIV. Parteitag der KPdSU(B) – Schlusswort zum politischen Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees (23. Dezember 1925). In: Stalin Werke (SW) Band 7, S. 311-312)

 

 

Zur Frage des sozialistischen (Wirtschafts-)Aufbaus gestützt auf die eigene Kraft der Revolution:

 

„Wie sie richtig bemerkt haben, erfolgte bei uns die Wirtschaftsentwicklung unter äußerst schweren Bedingungen.

Als Folge des vom US-Imperialismus entfesselten dreijährigen Krieges war unsere Wirtschaft völlig zerstört. Die Städte und Dörfer lagen in Schutt und Asche. Zudem setzten sich die aggressiven Manöver und Störungen durch die US-Imperialisten und ihre Handlanger auch nach dem Krieg ununterbrochen fort. Das erschwerte von Anfang an sehr unseren Kampf für den Aufbau des Sozialismus und war für unser Volk eine unermesslich große Last.

Unser Volk überwand aber mit dem revolutionären Geist, aus eigener Kraft zu schaffen und beharrlich zu kämpfen, kühn die Schwierigkeiten auf dem Weg nach vorn. Es baute in hervorragender Weise eine solide selbständige Nationalwirtschaft auf und verwandelte unser Land, das einst ein koloniales Agrarland und weit hinter der modernen Zivilisation zurückgeblieben war, in einen sozialistischen Industriestaat mit moderner Industrie und entwickelter Landwirtschaft.

Der Aufbau der sozialistischen und kommunistischen Gesellschaft setzt voraus, neben den materiellen Bastion des Kommunismus auf jeden Fall auch die ideologische einzunehmen. Die Einnahme der materiellen Bastion erfordert, dass voller Energie die technische Revolution vorangebracht wird, und die Erstürmung der ideologischen Bastion setzt die Bewältigung der ideologischen und der kulturellen Revolution voraus. Die drei Revolutionen – die ideologische, die technische und die kulturelle – sind der grundlegende Weg zur gleichzeitigen Einnahme beider Bastionen des Kommunismus. Bei ihrer Erstürmung hielten wir unbeirrt das Prinzip ein, wonach die ideologische Festung zuerst eingenommen werden müsse. Erst dann ist es möglich, auch die materielle Festung erfolgreich zu bezwingen.

Der sozialistische Aufbau kam auch unter schweren Bedingungen mit guten Ergebnissen voran, obwohl das Land gespalten wurde und die Störmanöver der Imperialisten unablässig anhielten. Wir kamen voran, weil wir mit aller Konsequenz die Forderungen der Juche-Ideologie durchsetzten, alles den Volksmassen dienstbar zu machen und uns bei der Lösung jedes Problems auf deren Kraft zu stützen.

Die wesentlichen Vorzüge der von uns errichteten sozialistischen Gesellschaft bestehen darin, dass sie den souveränen Ansprüchen der Volksmassen entspricht und eine wahrhafte Gesellschaft des Volkes ist, die den Volksmassen dient.

In unserem Land üben alle Bürger gleichberechtigt die politische Souveränität aus. Ihnen werden überdies alle materiellen und kulturellen Bedingungen für Ernährung, Kleidung und Behausung vom Staat gesichert. Sie haben eine gesicherte Arbeit, die ihren Anlagen und Fähigkeiten entspricht, und führen gleichermaßen ein glückliches Leben. Jedem unserer Bürger werden unentgeltlich Ausbildung und medizinische Betreuung zuteil. Bei uns gibt es keine Arbeitslosen, Bettler oder verwahrlosten Waisenkinder. Unsere Bürger brauchen sich keine Geldsorgen zu machen, ihnen ist sogar das Wort „Steuer“ unbekannt. Unserem Land sind jedwede soziale Übel fremd, die den Menschen plagen. Der Hebung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus sind keine Grenzen gesetzt. Gemäß den wachsenden Anforderungen des Sozialismus setzen wir uns dafür ein, die Ernährungs-, Bekleidungs- und Behausungsprobleme der Bürger noch befriedigender zu lösen.

In unserem Land arbeiten die Werktätigen sowohl für die Gesellschaft als auch für sich selbst. Die Ergebnisse ihrer Arbeit kommen voll und ganz dem Gedeihen der gesellschaftlichen Gemeinschaft und der Erhöhung ihres Wohlstandes zugute. In unserer Gesellschaft, in der die Interessen der einzelnen und die der Gesellschaft kongruent sind, sind alle Menschen vom Lebensstil durchdrungen: „Einer für alle, alle für einen!“ Unser Volk empfindet mit Leib und Seele, dass unsere sozialistische Gesellschaft wirklich eine Gesellschaft ist, die ihm nützt. Deshalb nimmt es die Einstellung eines Hausherrn ein und bekundet beim sozialistischen Aufbau vollauf Selbstlosigkeit und Schöpfertum. Eben hier liegt das wichtige Geheimnis dafür, dass wir beim sozialistischen Aufbau alle Schwierigkeiten überwinden und schnell vorankommen konnten.

In der Revolution und beim Aufbau stellen die Kräfte der Volksmassen den wertvollsten Grundfonds dar. Erfolge beim sozialistischen Aufbau hängen davon ab, wie man die Schaffenskraft der Volksmassen mobilisiert. Es gibt keine aktivere und revolutionärere Methode, als den Volksmassen zu vertrauen und ihre Fähigkeit und Weisheit für die Lösung aller Aufgaben zu mobilisieren.

Wir haben das ganze Volk fest mit der Juche-Ideologie ausgerüstet und es eng um die Partei zusammengeschlossen, die massenverbundene Linie durchgesetzt und auf diese Weise beim sozialistischen Aufbau den revolutionären Elan und die schöpferische Aktivität der Volksmassen vollauf mobilisiert. Darin liegt ein weiteres Geheimnis, dass wir beim sozialistischen Aufbau große Leistungen vollbringen konnten.“ (Kim Il Sung, Antworten auf Fragen des Leiters der Zweigstelle der italienischen Rundfunk- und Fernsehgesellschaft, (29. Oktober 1988). In: Kim Il Sung Werke Band 41, Pyongyang, 1996, S. 276-278)

 

 

Zur Frage des Meisterns der drei Revolutionen oder zurück zur kapitalistischen Warenwirtschaft:

 

„Unsere Partei setzt beim Aufbau des Sozialismus und Kommunismus mit aller Konsequenz die Linie für die drei Revolutionen – die ideologische, technische und kulturelle – durch. Diese Linie unserer Partei ist sehr klug, treffend und richtig.

Bei Gesprächen mit führenden Partei- und Staatsfunktionären anderer Länder, die bei uns zu Besuch weilen, spreche ich häufig über diese Linie unserer Partei.

Der Aufbau des Kommunismus setzt auf alle Fälle die gleichzeitige Einnahme der ideologisch-politischen und der materiellen Festung voraus. Der Kommunismus lässt sich nicht aufbauen, wenn man entweder lediglich die materielle Festung oder nur die ideologisch-politische Festung erstürmt. Der Aufbau der kommunistischen Gesellschaft ist unmöglich, wenn man die Menschen, Herren der Gesellschaft, nicht kommunistisch umerzogen sind. Und davon, dass diese Gesellschaft gestaltet worden sei, kann kaum die Rede sein, falls Nahrungsmittel und Kleidung nicht reichlich vorhanden sind, wenn auch die Menschen ideologisch-politisch gesund sein mögen.

Unsere Partei maß bisher dem Kampf um die Einnahme der ideologischen-politischen Festung stets die erstrangige Bedeutung bei und hat dabei schon große Erfolge errungen. Es ist faktisch nicht übertrieben zu sagen, dass in unserem Land die ideologisch-politische Festung nahezu erstürmt worden ist. Bei uns ist die ganze Partei im Denken und Wollen fest vereint und geschlossen; das gesamte Volk ist um die Partei und den Führer untrennbar zusammengeschart, und der Führer, die Partei und die Massen sind mit Herz und Seele zusammengeschlossen. Nirgends in der Welt gibt es eine solche Partei und ein solches Land, wo deren Mitglieder und dessen Bürger wie bei uns wie ein Mann vereint und geschlossen sind. Darauf sind unsere Partei und unser Volk sehr stolz.

Bis zur Einnahme der materiellen Festung des Kommunismus liegt ein weiter Weg vor uns. Damit das kommunistische Prinzip, wonach alle Mitglieder der Gesellschaft nach ihren Fähigkeiten arbeiten und ihnen Güter nach ihren Bedürfnissen zugeteilt werden, Wirklichkeit werden kann, muss der wirtschaftliche Aufbau noch energischer beschleunigt werden.

Um die ideologisch-politische und die materielle Festung des Kommunismus einzunehmen, müssen die drei Revolutionen – die ideologische, technische und die kulturelle – verwirklicht werden.

Die ideologische Revolution ist ein Kampf, in dem es darum geht, alle Mitglieder der Gesellschaft fest mit der revolutionären Ideologie unserer Partei, der Juche-Ideologie, auszurüsten und ihnen die Parteipolitik, die Verkörperung dieses Leitgedankens, nahezubringen, damit sie genau im Sinne der kommunistischen Losung „Einer für alle, alle für einen!“ arbeiten und leben. Diese Revolution hat keinesfalls zum Ziel, Menschen mit überholten Ideen zu bekämpfen oder sie von ihren Stellen zu verdrängen, sondern hat zum Ziel, alle Bürger kommunistisch umzuerziehen und in die kommunistische Gesellschaft zu führen.

Bei ihrer Umerziehung ist es wichtig, dass sie alle in ihre revolutionäre Organisation eingeschlossen sind und dort mitwirken. Das ist eine Orientierung, die unsere Partei Jahrzehnte lang seit den ersten Tagen nach ihrer Gründung konsequent verfolgt.

Kurz nach der Befreiung unseres Landes existierte der Kommunistische Jugendverband, der nur Jugendliche in sich aufnahm, die sich zum Kommunismus bekannten. Aus diesem Grunde konnten viele Jugendliche kein Organisationsleben führen, und manche Jugendliche bildeten unter sich eigens Jugendorganisationen und wollten einen falschen Weg gehen. Deshalb wirkten wir darauf hin, dass der Kommunistische Jugendverband aufgelöst und der Demokratische Jugendverband gebildet wurde und alle demokratieliebenden Jugendlichen der verschiedenen Bevölkerungsschichten in diesen eingeschlossen wurden. Als Ergebnis dessen war es möglich, sie alle um eine Jugendorganisation zusammenzuschließen und durch ihr Organisationsleben revolutionär zu erziehen.

In unserem Land gehören heute alle Menschen zu bestimmten Organisationen und wirken dort mit: Unsere kleinsten Bürger beginnen schon in den Kinderkrippen und -gärten mit dem kollektiven Leben, ebenso die Kinder in der Kinderorganisation, die Jugendlichen im Verband der Sozialistischen Jugend der Arbeit, die Arbeiter in den Organisationen des Gewerkschaftsverbandes, die Bauern in denen des Verbandes der Werktätigen der Landwirtschaft, die Frauen in denen des Frauenbundes und die Parteimitglieder in den Parteiorganisationen. Mit einem Wort führen bei uns alle Bürger, von den Kindern bis zu den Ältesten, lebenslang ein Organisationsleben.

Die Orientierung unserer Partei darauf, dass alle Menschen in einer Organisation einbezogen sind und dort mitwirken, ist ganz richtig. Unsere Bürger werden durch ein solches Leben im Sinne der revolutionären Ideologie und der Politik unserer Partei erzogen und erziehen sich den kollektivistischen Geist an, der sich darin zeigt, dass einer für alle und alle für einen eintreten und alle einander mitreißen.

In unserem Land ist auch die erzieherische Einwirkung auf die Funktionäre zu einer Ordnung geworden. Alle Funktionäre nehmen sonnabends am Studium und am Vortrag teil, ebenso freitags am Arbeitseinsatz und lernen in jedem Jahr einen Monat lang pflichtgemäß in den Ausbildungsinstitutionen, darunter der Parteihochschule und der Hochschule für Volkswirtschaft.

Bei uns werden alle Menschen umerzogen, indem einer zehn erzieht, zehn hundert, hundert tausend und tausend zehntausend Personen beeinflussen, so dass die Erziehung des Menschen zu einer Angelegenheit der Massen wird. Wie ich zuweilen betont habe, können wir die kommunistische Gesellschaft nicht kraft einiger bewährter Menschen aufbauen, sondern müssen alle Bürger bis zu solch einer Gesellschaft mitführen.

In unserem Land sind heute die Einheit und Geschlossenheit der Partei und des Volkes auf einem sehr hohen Niveau realisiert; das ganze Land ist in eine revolutionäre Familie verwandelt worden, in der alle einander helfen, mitreißen und in Eintracht leben, was eben dem zu verdanken ist, dass unsere Partei die ideologische Revolution tatkräftig voranbrachte. Selbstverständlich müssten wir künftig diese Revolution noch gründlicher und allumfassender entfalten. Der bisher erreichte hohe Stand der ideologischen Erziehung ist jedoch ein großer Sieg für uns.

Manche Leute betrachten zur Zeit bei der Einschätzung des Entwicklungsstandes der Gesellschaft die Zahl der TV-Geräte und Kühlschränke und andere materielle Bedingungen als Maßstab, was ein Irrtum ist. Statt dessen sollten sie zuerst in Betracht ziehen, wie die Menschen zusammengeschlossen und wie gesund sie in ideologisch-kultureller Hinsicht sind. Fernseher und Kühlschränke brauchen nur in den entsprechenden Betrieben hergestellt zu werden, während die Frage der Ausrüstung der Menschen mit dem kommunistischen Gedankengut und ihrer Geschlossenheit sich keinesfalls einfach in ein paar Tagen lösen lässt.

In manchen sozialistischen Ländern kommt es zur Zeit zu regierungsfeindlichen Demonstrationen der Hochschulstudenten und zu sozialen Wirrnissen, was eine Folge davon ist, dass einseitig nur der Produktion materieller Güter großer Wert beigemessen und die ideologische Revolution unterlassen wird.

Der Aufbau des Sozialismus und Kommunismus setzt voraus, parallel zur ideologischen Revolution die technische und kulturelle Revolution zu verwirklichen.

Eine Revolution ist nicht nur die Befreiung des Volkes von der Ausbeutung durch die Grundherren und Kapitalisten und von der Unterdrückung seitens der Imperialisten. Die Befreiung der Werktätigen von schwerer und erschöpfender Arbeit ist ebenfalls eine Revolution und keinesfalls leicht.

Die völlige Befreiung der Arbeiter von schweren und ermüdenden Beschäftigungen erfordert, die Produktionsprozesse zu mechanisieren, zu automatisieren, zu robotisieren und flexibel zu gestalten. Von solchen Beschäftigungen zu befreien sind nicht nur die Arbeiter, sondern auch die Bauern. Dafür erweist es sich als notwendig, gemäß den Hinweisen in den Thesen zur sozialistischen Agrarfrage durch die technische Revolution die Bewässerung, Elektrifizierung, Mechanisierung und Chemiesierung in der Landwirtschaft zu vollenden sowie die Führung der Bauernschaft durch die Arbeiterklasse, die Hilfe der Industrie für die Landwirtschaft und die Unterstützung des Dorfes seitens der Stadt zu verstärken. Wenn in den sozialistischen Agrarthesen dargelegten Aufgaben der technischen Revolution erfüllt sind, können auch die Bauern mühelos arbeiten, kann auf dem Dorf ebenfalls der 8-Stunden-Arbeitstag eingeführt werden. […]

Die Kulturrevolution ist ein Kampf, in dem es darum geht, der kulturellen Rückständigkeit der überlebten Gesellschaft ein Ende zu setzen und die sozialistische und kommunistische Kultur zu schaffen. Das Endziel dieser Revolution ist es, alle Mitglieder der Gesellschaft zu Intellektuellen zu entwickeln. Diese Revolution ist eng mit der ideologischen und der technischen Revolution verbunden. Ihr erfolgreicher Verlauf sichert gute Ergebnisse sowohl in der ideologischen als auch in der technischen Revolution.

Wenn wir uns unbeirrbar an die von unserer Partei dargelegte Richtlinie für die drei Revolutionen – die ideologische, die technische und die kulturelle – halten und sie durchsetzen, können wir mit Erfolg den Sozialismus und Kommunismus aufbauen. […]

Wir müssen in der Revolution und beim Aufbau auch künftig wie bisher unbeirrt den souveränen Standpunkt vertreten und den Sozialismus und Kommunismus auf unsere Art und Weise aufbauen.

Alle Funktionäre sollten fest von der Linie und Politik unserer Partei überzeugt sein und dürften nicht auf die Politik der „Reform“ und „Perestrojka“, die in anderen Ländern betrieben wird, neugierig oder davon infiziert sein. Wir müssen auch in Zukunft weiterhin unbeirrt an der Orientierung auf die drei Revolutionen – die ideologische, technische und kulturelle – festhalten.“ (Kim Il Sung, Über die konsequente Durchsetzung der wirtschaftlichen Aufgaben für die Erhöhung des Lebensniveaus des Volkes (11. und 13. Mai 1989). In: Kim Il Sung, Werke Band 41, Pyongyang, 1996, S. 455-463)

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