Der Anti-Stalinismus der SED

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Im Gegensatz zur damaligen KP Chinas unter Mao Tsetungs Führung (Link), welche der Linie des Marxismus-Leninismus folgte und diesen verteidigte, folgte die SED der Linie des Chruschtschow-Revisionsmus bis hin zur vollständigen Konterrevolution unter Gorbatschow. So schätzt die SED den XX. Parteitag der KPdSU (vom Februar 1956) als richtig ein und beteiligt sich an der Hetze gegen J.W. Stalin, die Chruschtschow in seiner berüchtigten „Geheimrede“ über den angeblichen Personenkult um Stalin auf dem XX. Parteitag der KPdSU entfaltete. Aber lest selbst (aus: Geschichte der SED. Abriß, Berlin/DDR, 1978, S. 343):

„Der XX. Parteitag [der KPdSU, 1956] erörterte weitere Schritte zur Überwindung des Personenkults und seinen Folgen. Dieser war im Zusammenhang mit einer Reihe konkreter historischen Bedingungen entstanden, äußerte sich in einer Überbetonung der Rolle und der Leistungen J.W. Stalins und hatte zur Verletzung der Leninschen Normen des Parteilebens und von Gesetzen des Sowjetstaates geführt. Es zeugte von der Kraft und dem revolutionären Geist der KPdSU, dass sie derartige Erscheinungen aufdeckte, entschlossen gegen den Personenkult, der dem Marxismus-Leninismus und dem Sozialismus wesensfremd ist, auftrat und alles unternahm, um seine Folgen auf allen Gebieten der Parteiarbeit, der staatlichen und ideologischen Tätigkeit auszumerzen. der Parteitag beschloss Maßnahmen, um die Leninschen Normen des Parteilebens und die Kollektivität der Leitung sorgsam zu wahren, die sozialistische Gesetzlichkeit strikt einzuhalten und die sozialistische Demokratie allseitig zu entwickeln.“ 

Diese Worte hätten auch die Chruschtschow-Revisionisten nicht „besser“ wählen können. Hier noch ein Lesetip zu eben dieser verlogenen „Geheimrede“ Chruschtschows und dem XX. Parteitag (Link).

4 Gedanken zu “Der Anti-Stalinismus der SED

  1. Das war 1978 als das geschrieben wurde und beweist, dass es keine Unterbrechung in der Entwicklung des Revisionismus und Zentrismus zwischen 1956 und 1989 gegeben hat.
    Der Revisionismus/Zentrismus in der DDR begann mit der Entfernung des Namens Stalins aus der Öffentlichkeit der DDR 1961, und endete mit dem Verrat Modrow, Krenz und wie sie alle hießen.
    Nebenbei: 1978 stand für mich schon lange fest, dass der Sozialismus vom Revisionismus und Zentrismus besiegt war. Aller Dings hat sich mein „Lehrmeister“ (der leider ein Jahr später starb) und auch ich, geirrt. Wir sind davon ausgegangen, dass der Sozialismus erst um die Jahrtausendwende zusammenbrechen wird.

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  2. Es dürfte nicht schwer fallen, in zahlreichen in der DDR nach 1956 veröffentlichten Büchern solche revisionistischen Abschnitte zu finden. Das war in fast allen sozialistischen Ländern so, und nicht nur in der DDR. Man darf nicht vergessen, daß es auf Druck der Chruschtschowistischen Führung einige Veränderungen in den Parteiführungen sozialistischen Länder gab – einschließlich Ermordungen.
    https://sascha313.wordpress.com/2017/06/19/wurde-georgi-dimitroff-ermordet/

    Und einige Historiker ließen sich z.B. zu solchen Äußerungen hinreißen, wie wie J.Streisand: „Genährt durch Stalins falsche These von der gesetzmäßigen Verschärfung des Klassenkampfes beim Aufbau des Sozialismus, konnten sich auf diesem Boden Tendenzen wie etwa die entwickeln, bei der Einführung technisch begründeter Arbeitsnormen zur Steigerung der Arbeitsproduktivität administrative Maßnahmen anstelle geduldiger Überzeugung zu setzen.“ (J.Streisand „Deutsche Geschichte in einem Band“, Berlin, 1979, S.369) Es ist natürlich Unsinn, Stalin etwas in die Schuhe zu schieben, was ganz andere verursacht hatten, und zwar bereits kurz nach dem Tode Stalins.

    Es wäre jedoch falsch, aus dem Zitat (Geschichte der SED, S.343) die Schlußfolgerung zu ziehen, die SED sei eine „revisionistische Partei“ gewesen. Nachweislich gab es nicht nur in der SED, sondern auch in der KPdSU scharfe Auseinandersetzungen – insbesondere um die Person Stalins. Das kann man alles nachlesen bei Kurt Gossweiler (Taubenfußchronik). In den Geschichtsbüchern der 9. und 10.Klasse der DDR gab es jedoch kein einziges negatives Wort über Stalin; um den XX.Parteitag hatte man sich „elegant“ herumgemogelt, ihn einfach nicht erwähnt.

    Genau in diese Zeit (1953/54) fiel auch die verschärfte Aggressivität des westdeutschen Imperialismus (was im übrigen die o.zit. Behauptung Streisands Lügen straft) und ganz andere Fragen in den Mittelpunkt stellte (ebenso nachzulesen in Geschichte der SED, S.291-295) als die Auseinandersetzung mit dem Antikommunismus der Chruschtschowistischen Banditen.

    Nach heftigen Auseinandersetzungen erfolgte 1964 die Absetzung Chruschtschows (siehe: M.Kilew „Chruschtschow und der Zerfall der UdSSR“, in offen-siv 7-2019, S.25) Dann erschien 1973 im Akademie-Verlag Berlin das 533 Seiten umfassende revisionistische Machwerk von P.N.Fedossejew „Der Marxismus im 20. Jahrhundert“ und einiges ähnliche, was jedoch nicht unwidersprochen blieb (z.B. in der Zeitschrift f. Philosophie, Einheit u.a.) – also: Die SED war keineswegs eine „revisionistische Partei“ -auch wenn es solche revisionistischen Äußerungen gab. Viel zu spät wurde in der DDR der „Sputnik“ verboten.

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  3. Völliger Unsinn zu behaupten, die SED und die KPdSU waren keine revisionistischen Parteien, weil es in ihnen Richtungskämpfe gegeben hat. Dann könnte man auch behaupten, die CDU sei eine sozialistische Partei, weil es in ihr, linke-christliche Flügel gibt.
    Die KPdSU und die SED (und alle anderen Parteien im Sozialistischen Lager) wurden durch den Chruschtschowschen Revisionismus revisionistisch und wurden später zentristisch; sie blieben es währender der Zeit Breshnews und Honecker und sie waren es noch immer, als Gorbatschow an die Macht kam – Gorbatschow kam nicht aus dem luftleeren Raum, er war und ist das Ende einer Entwicklung, die mit dem Chruschtschowschen Revisionismus begann. Zu keinem Zeitpunkt ist die KPdSU, noch weniger, da abhängig und unterdrückt von der KPdSU, die SED, auf den richtigen, den Leninschen Weg, zu rückgekehrt.
    Der Beweis liegt doch auf der Hand. Stalin hat gezeigt wie der Leninsche Weg geht. Einmal abgewandt vom Leninschen Weg, führte der eingeschlagene revisionistische Weg, in das Jahr 1989/90. Das war eine Entwicklung und nicht von einen Tag auf den anderen vorbei.
    Umkehrschluss, hatte die KPdSU irgendwann (die SED könne nicht, weil sie allein nicht lebensfähig war) auf den Leninschen Weg zurückgefunden und den Chruschtschowschen Revisionismus revidiert, wäre, und davon bin ich überzeugt, der Sozialismus nicht so kläglich und jämmerlich gescheitert, wie 1989. Aber es gab keine Kräfte mehr in den sozialistischen Parteien, die das verhindern konnten – sie hatten sich alle selbst von Innern heraus zerstört.
    Heute das abzustreiten heißt, aus dem Revisionismus, dem Untergang des Sozialismus nichts gelernt zu haben, stattdessen mit Trugbildern und Phasen, von einem glorreichen Sozialismus zu schwadronieren und an eine Vergangenheit festzuhalten, wie sie nie war. Wenn man der KPdSU Revisionismus assistiert, sie war ja revisionistisch, dann muss man auch zur Kenntnis nehmen, dass alle Bruderparteien revisionistisch waren, denn die Abhängigkeit und der Druck waren so groß auf die Bruderparteien, dass keine andere Partei es wagte, zu wiedersprechen.
    Kurt Gossweiler schreibt in „Die Entfaltung des Revisionismus in der kommunistischen Weltbewegung und in der DDR“ (http://kurt-gossweiler.de/?p=759):

    „Aber dennoch ist es Tatsache, dass der Kurs der Chruschtschow-Gruppe von 1953 an bis zum Sturz Chruschtschows im Oktober 1964 (also 11Jahre) der Kurs der KPdSU blieb, und selbst danach wurde seine Absetzung nicht damit begründet, dass er eine falsche, dem Marxismus-Leninismus zutiefst zuwiderlaufende Politik betrieben hatte, – was der Wahrheit entsprochen hätte und notwendig gewesen wäre, wenn man auf den Leninschen Kurs hätte zurückkehren wollen.“ […]

    Halten wir fest – dem Marxismus-Leninismus zutiefst zuwiderlaufende Politik betrieben hat und die KPdSU kehrt nicht auf den Leninschen Kurs zurück! – wichtig, auch nicht unter Breshnew!

    Denn:

    „In den folgenden Tagen (nach dem Sturz Chruschtschows) wurde von der Parteiführung, – an deren Spitze mit Leonid Breschnew der Mann gestellt worden war, den schon Chruschtschow selbst als seinen Nachfolger ins Auge gefasst hatte, – nachdrücklich betont, dass sich die Partei weiterhin von den Beschlüssen des XX. Parteitages und der nachfolgenden Parteitage, – die alle den Stempel Chruschtschows trugen! – leiten lassen werde.“

    Der Revisionismus ging also weiter! Eine Tatsache, die die heutigen Zentristen gerne leugnen, damit sie gleich zu Gorbatschowismus springen können und sie sich nicht mit dem Breshnew- und Honecker-Revisionismus auseinandersetzen müssen.

    Weiter schreibt Kurt Gossweiler:
    „Aber nicht nur in diesem Fall liegt die Wurzel des „Gorbatschowismus“ im „Chruschtschowismus“. Der Chruschtschowismus ist der Gorbatschowismus der fünfziger und sechziger Jahre, wie der Gorbatschowismus der Chruschtschowismus der achtziger/neunziger Jahre ist.“
    Richtiger müsste es heißen: Der Chruschtschowismus ist der Gorbatschowismus und Breshnewismus der fünfziger und sechziger Jahre, wie der Breshnewismus/Gorbatschowismus der Chruschtschowismus der siebziger, achtziger und neunziger Jahre ist.

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