Ernst Thälmann – Hinein in die RGO!

Zur Diskussion um den Charakter der sog. „freien“ Gewerkschaften in Deutschland (also des ADGB in der Zeit vor dem Faschismus und des DGB in der BRD nach 1945), hier eine historische Einschätzung aus der Feder des KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmanns aus dem Jahre 1931:

Ernst Thaelmann

Ernst Thälmann (1931):

Hinein in die RGO!

Nur unter den Fahnen der RGO wird die Gewerkschaftseinheit der deutschen Arbeiter wiederhergestellt – Nur die RGO kann und wird wirkliche freie Gewerkschaften schaffen

Wir veröffentlichen nachstehend das Schreiben des Genossen Thälmann an die Verwaltungsstelle des Gesamtverbandes Hamburg. Das Schreiben ist eine Antwort des Genossen Thälmann auf die Ankündigung seines bevorstehenden Ausschlusses aus dem Verband. Der Genosse Thälmann ist 27 Jahre Mitglied der freien Gewerkschaft der Transportarbeiter.

An die Hamburger Bezirksverwaltung des Gesamtverbandes, Hamburg.

In Eurem Schreiben vom 18. März 1931 berichtet Ihr über einen Beschluß der Vertreterversammmng der Hamburger Bezirksverwaltung, bei dem Verbandsvorstand einen Ausschlußantrag gegen mich zu stellen. Als Grunde für diesen Ausschlußantrag werden in dem Schreiben angegeben:

„1. Du bist uns als Leiter und Vorsitzender der Kommunistischen Partei bekannt.

2. Diese Kommunistische Partei hat in einer Veranstaltung im Januar 1931 ihre erste Reichskonferenz der RGO (lies: Rote Gewerkschaftsopposition) für Hafen- und Wassertransportarbeiter gegründet zu dem ausgesprochenen Zweck, die Einheit und Geschlossenheit der freien Gewerkschaften, insbesondere die des Gesamtverbandes, wo auch Du Mitglied bist, zu stören.“

Ihr fordert mich auf, zu diesem Schreiben meine Entgegnung schriftlich mitzuteilen. Ich komme dieser Aufforderung nach, um meine Gründe, die die Gründe der revolutionären Arbeiterschaft sind, darzulegen:

Es ist wahr, daß ich Jahrzehnte der freien Gewerkschaft der Transportarbeiter angehöre.

Genauso wie Tausende, meiner Kollegen in diesem Verband und Zehntausende in anderen Verbänden, habe ich als Funktionär im Laufe von vielen Jahren für die freien Gewerkschaften gewirkt, die durch mühselige Arbeit und Opfer von Millionen deutscher Arbeiter groß und stark wurden.

Die deutsche Arbeiterklasse wollte sich in den freien Gewerkschaften einen Schutzwall gegen die Unternehmer, eine Kampforganisation zur Verteidigung ihrer Lebensinteressen schaffen. Sie wollte darüber hinaus, getreu den Lehren von Marx, einen mächtigen Sturmblock zur Zerschmetterung des gesamten Systems der Lohnsklaverei bauen.

Mehr als 60 Jahre deutscher Gewerkschaften und was nun? Diese Frage hämmert schon seit langem in den Köpfen der klassenbewußten Mitglieder der freien Gewerkschaften.

Die Geschichte weiß viele Beispiele, wie fortschrittliche und revolutionäre Organisationen und Einrichtungen in das Gegenteil verwandelt wurden. Das trifft auch auf die freien Gewerkschaften in Deutschland zu. Die Gewerkschaften sind aus Organisationen des Klassenkampfes zu Organisationen der Unterstützung der kapitalistischen Wirtschaft und der kapitalistischen Staatsmacht geworden. Das beweist nicht nur die tägliche Praxis der Gewerkschaftsbürokratie, sondern die programmatischen Beschlüsse des Hamburger Gewerkschaftskongresses über die Wirtschaftsdemokratie und des Stockholmer Kongresses der Amsterdamer Internationale über die Notwendigkeit der Unterordnung der Arbeiterinteressen unter die Interessen der kapitalistischen Wirtschaft.

Im Laufe von Jahrzehnten hat sich eine Bürokratie in den Gewerkschaften entwickelt, die die Riesenorganisationen des deutschen Proletariats beherrscht und vergewaltigt. Eine Bürokratie, die sich unabhängig von dem Willen der breiten Mitgliedschaft fühlt, die ihre gutbezahlten Funktionen für sich lebenslänglich gesichert hat, die mit dem Kapitalismus, mit dem kapitalistischen Staat auf Gedeih und Verderb verbunden ist.

Der deutsche Kapitalismus selbst befindet sich heute im Prozeß seiner Verfaulung und Entartung. Das Wort des „Kommunistischen Manifestes“ , daß die Sklavenhalter nicht imstande sind, ihre Sklaven auch nur notdürftig zu ernähren, ist nun Tatsache geworden. Nicht nur die über fünf Millionen Erwerbslosen, auch die „Glücklichen“, die noch in den Betrieben stehen, überzeugen sich jeden Tag und jede Stunde vom Bankrott des kapitalistischen Systems. Löhne, die unter den Wiederherstellungskosten der Arbeiterschaft liegen, sind zur Dauererscheinung geworden. Der Arbeiter bekommt einen Lohn, der nicht einmal für das Lebensnotwendigste ausreicht. Die ureigenste und elementarste Aufgabe der Gewerkschaften -Kampf für höheren Lohn und bessere Arbeitsbedingungen, der Kampf selbst um die Verteidigung der bestehenden miserablen Arbeitsbedingungen – rüttelt an den Grundfesten des morschen und verfaulenden Kapitalismus.

Der Streikkampf wird deshalb in der Periode der allgemeinen Krise des Kapitalismus zur Kampfhandlung gegen das gesamte kapitalistische System. Wer aber gegen das System nicht kämpfen will, der muß auch gegen den wirtschaftlichen Streik sein, der muß zum auch gegen den wirtschaftlichen Streik sein, der muß zum Streikbrecher aus Prinzip werden, das ist die eiserne Logik der kapitalistischen Entwicklung. Das ist der Weg des deutschen Reformismus.

Es ist überflüssig, hier die streikbrecherische Politik des reformistischen Gewerkschaftsapparates zu schildern. Darüber berichten tagein, tagaus die Kollegen in den Betrieben, die Gewerkschaftsmitglieder in den Versammlungen.

Wir leben in einer Zeit, wo es keine Zwischenstellungen mehr gibt. Es gibt nur zwei Wege: den Weg des revolutionären Massenkampfes oder den Weg der Unterstützung des Kapitalismus durch Arbeiterverrat und Streikbruch.

Es gibt nur zwei Auswege: den Ausweg für die hungernden und darbenden Millionen Arbeiter zum Sozialismus im Kampfe für ein Sowjetdeutschland oder den „Ausweg“ für die Ausbeuter und ihre Lakaien durch den Versuch der Rettung des deutschen Kapitalismus auf Kosten vermehrter Ausbeutung, vervielfachter Auspressung. Es gibt nur eine klare Entscheidung: Sturz oder Erhaltung des schändlichen Regimes der Ausbeutung eines Menschen durch den anderen. Jeder muß sich in unserer Zeit entscheiden: für die rote Front, oder für die Front der Ausbeuter.

Jetzt verfahrt Ihr nach der Methode: „Haltet den Dieb!“, indem Ihr sagt, die revolutionäre Gewerkschaftsopposition zerstöre die „freien“ Gewerkschaften. Wer hat die freien Gewerkschaften ihres Inhalts als Kampforganisation der Arbeiterklasse beraubt, sie ausgehöhlt und sie in Hilfsorgane der Unternehmerorganisationen verwandelt? Die reformistischen Gewerkschaftsführer, die Gewerkschaftsbürokratie, die SPD. Wer hat die Millionen deutscher Arbeiter in den Jahren des imperialistischen Krieges auf das „Schlachtfeld der Ehre“ gejagt? Wer hat in den Jahren des Weltgemetzels den Burgfrieden mit der Bourgeoisie abgeschlossen, sich freiwillig des Streiks entsagt, um den ungeheuren Massenmord auf den Feldern von Frankreich und Rußland nicht zu stören? Das waren die deutschen Gewerkschaftsführer, die den Kapitalismus vor der proletarischen Revolution beim Novemberumsturz gerettet haben. Das waren die deutschen Gewerkschaftsführer, die in den nachfolgenden Jahren mit allen raffinierten Methoden des Volksbetruges die Arbeiterschaft zurückgehalten haben. Das waren die deutschen Gewerkschaftsführer, die in den letzten 5-6 Jahren die mörderische Nationalisierung, die Millionen deutsche Arbeiter brotlos gemacht hat, durchzuführen ermöglicht haben. Es sind die Gewerkschaftsführer, die jede Kampfäusserung des Proletariats, jeden Versuch der ausgebeuteten Massen, sich gegen ihre Unterdrücker zu erheben, jeden Streik mit aller Brutalität, mit aller Rücksichtslosigkeit bekämpfen.

Weiterlesen »

100 Jahre Kommunistische Internationale und Aufgaben der Kommunisten heute II

Bildergebnis für 100 Jahre Kommunistische Internationale und die Aufgaben der kommunistischen Bewegung heute

Im Zusammenhang mit der Abschlusserklärung „100 Jahre Kommunistische Internationale und Aufgaben der kommunistischen Bewegung heute“ der internationalen Konferenz in Moskau (1.-2. Juni 2019) (Link) sei klar gestellt, dass es doch ein internationales Zentrum für die kommunistische Weltbewegung gibt: Die Partei der Arbeit Koreas (PdAK) und der sozialistische Aufbau in der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK). Diese sind das Leuchtfeuer des Sozialismus in der ganzen Welt und haben sehr viele Anstöße für die theoretische und praktische Arbeit der Kommunistischen Parteien auf der Welt gegeben. Daher können wir heute auf einen reichen theoretischen und praktischen Erfahrungsschatz der erfolgreichen sozialistischen Revolution und des andauernden Aufbaus eines sozialistischen Staates zurückgreifen. So arbeitete die PdAK die schwere Niederlage der kommunistischen Weltbewegung nach dem vorübergehenden Sieg der Konterrevolution in der Sowjetunion (UdSSR) und den sozialistischen Ländern Osteuropas in den 1989/1990er Jahren ökonomisch, politisch und ideologisch auf und orientierte die Kommunistischen und Arbeiterparteien auf die Wiederherstellung des Sozialismus in der Welt, was in der vielbeachteten Pyongyanger Deklaration vom April 1992 „Das sozialistische Werk verteidigen und voranbringen“ zum Ausdruck kam. Darüber hinaus hat die PdAK in vielen ihrer Werke und Abhandlungen den totalen Bankrott des modernen (Chruschtschow-)Revisionismus seit den 1960er Jahren nachgewiesen und immer einen konsequenten Kampf gegen Opportunismus und Revisionismus geführt. Auf dieser Linie liegen auch die „Thesen über den Sozialismus“, die die KP Griechenlands (KKE) auf ihrem 18. Parteitag (18.-22. Februar 2009) über die Sozialismuskonzeption und die Analyse der Ursachen für den zeitweiligen Sieg der Konterrevolution in der UdSSR verabschiedet hat.

 

FÜR DIE WIEDERHERSTELLUNG DES SOZIALISMUS

Angesichts der Vereitelung des Sozialismus und der Restauration des Kapitalismus in manchen Ländern redeten die Imperialisten und die anderen Reaktionäre laut davon, dass der Kapitalismus „gesiegt“ hätte und der Sozialismus „zu Ende gegangen“ wäre. Und das erregte unter den Menschen eine ideologische Verwirrtheit.

Gerade in einer solchen Zeit gab Kim Jong Il am 3. Januar 1992 in seiner Rede vor verantwortlichen Funktionären des ZK der PdAK „Die historischen Lehren aus dem sozialistischen Aufbau und die Generallinie unserer Partei“ (Kim Jong Il, Ausgewählte Werke Band 12, Pyongyang, 2008, S. 298-336) eine klare Antwort auf die Ursache für die Vereitelung des Sozialismus sowie auf die Lehren daraus und erhellte eindeutig den Weg zum Triumph und zur Vollendung des sozialistischen Werkes.

Kim Jong Il sagte: „Der Weg zum Sozialismus ist noch unerforscht und muss erst in neuer Weise gebahnt werden. Er ist ein harter revolutionärer Weg, der im scharfen Gegensatz zum Imperialismus und im Kampf gegen ihn nach vorn zu beschreiten ist. Auf dem Weg zum Sozialismus kommt es daher unweigerlich zu Schwierigkeiten, Prüfungen und unerwarteten Situationen. Das Scheitern des Sozialismus und die Restauration des Kapitalismus in manchen Ländern sind, von der Warte des Hauptstromes der Geschichtsentwicklung aus gesehen, nichts anderes als eine vorübergehende Einzelerscheinung.“

Unter Hinweis darauf, dass die Ursache für die Vereitelung des Sozialismus klargestellt und daraus eine Lehre gezogen werden müsse, damit die Sache des Sozialismus verteidigt und vorangebracht werden kann, fuhr er fort:

„Die Hauptursache des Zusammenbruchs des Sozialismus in manchen Ländern auf halbem Wege zum Sozialismus besteht, kurz gesagt, darin, dass man beim Verständnis des Wesens des Sozialismus nicht die Volksmassen, das Subjekt der Geschichte, in den Mittelpunkt stellte und daher beim Aufbau des Sozialismus außerstande war, die Festigung des Subjektes und die Verstärkung seiner Rolle als Hauptaufgabe zu meistern.“

Kim Jong Il führte die Vereitelung des Sozialismus auch darauf zurück, dass das Grundprinzip des Sozialismus nicht durchgehend eingehalten wurde und in den Beziehungen zwischen den Parteien der sozialistischen Länder die internationale Solidarität auf der Grundlage der Souveränität nicht gefestigt werden konnte, und unterstrich die Notwendigkeit, daraus Lehren zu ziehen, die sozialistische Bewegung auf einer neuen Grundlage wiederherzustellen und die Sache des Sozialismus zu einem Aufschwung zu führen.

Kommunistische und Arbeiterparteien vieler Länder der Welt zogen ernste Lehren aus der Situation der Sowjetunion und der osteuropäischen Länder und zeigten ihre Bereitschaft, die kommunistische Weltbewegung auf einer neuen Grundlage wiederaufzubauen.

Weiterlesen »

100 Jahre Kommunistische Internationale und Aufgaben der Kommunisten heute I

Bildergebnis für 100 Jahre Kommunistische Internationale und die Aufgaben der kommunistischen Bewegung heute

Nachfolgend dokumentiere ich eine nicht autorisierte Übersetzung der Abschlusserklärung der internationalen Konferenz zu „100 Jahre Kommunistische Internationale und Aufgaben der kommunistischen Bewegung heute“ vom 1. bis 2. Juni 2019:

ABSCHLUSSERKLÄRUNG

der Teilnehmer der internationalen Konferenz

„100 Jahre Kommunistische Internationale und die Aufgaben der kommunistischen Bewegung heute“

Moskau 1.-2. Juni 2019

 

Kommunistische Parteien, die an der wissenschaftlichen und praktischen Konferenz in Moskau am 1. und 2. Juni 2019 teilnahmen, widmeten den 100. Jahrestag der Kommunistischen Internationale, die ihre Treue zum Marxismus und Leninismus, der großen revolutionären Lehre, bewahrt hat; die ihre Haltung zum Marxismus-Leninismus als einer Wissenschaft bewahrt hat; die ihren revolutionären und proletarischen Charakter bewahrt hat.

Unsere Parteien versichern, dass der Internationalismus nicht nur charakteristisch für den Marxismus, wie jeder anderen wahren Wissenschaft, ist – Internationalismus ist Hauptvoraussetzung und meint das kommunistische Ziel, das angestrebt wird. Es ist eindeutig und wird direkt im kommunistischen Manifest festgestellt: „Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!“

Parteien und Bewegungen, die an der Konferenz teilgenommen haben, bewerten die Rolle der III. Kommunistischen Internationalen, die unter der Führung Lenins geschaffen wurde, mit großer Wertschätzung und sehen sie als positiv an und schätzen ihren Beitrag zur Sache der Entwicklung und Stärkung der Weltbewegung der Kommunisten und Arbeiter. Hauptsächlich bei der Sache der Formierung von neuen Kommunistischen Parteien, beim Kampf mit dem Faschismus des 20. Jahrhunderts, bei der Niederlage Hilterdeutschlands und dessen Verbündeten des Anti-Kominternpakts. Wir betrachten, dass es notwendig ist, damit fortzufahren die historischen Erfahrungen der III. Internationalen zu studieren und diese zu nutzen in unseren praktischen Kämpfen. Unsere positive Einschätzung bedeutet aber nicht, dass es keine Fehler in den Erfahrungen der Kommunistischen Internationalen gab und dass dies nicht kritisch behandelt werden sollte. Vorbehaltlos sind die Analyse und das Studium dieser Fehler notwendig und dies muss getan werden, aber hauptsächlich, um unsere Kämpfe für den Sozialismus weiterzuführen und an dem Wissen, den Leistungen, Fehlern und Erfahrungen unserer Vorgänger festzuhalten.

Wir beobachten eine Gemeinsamkeit der gegenwärtigen Situation mit dem Stadium der revolutionären Bewegung am Beginn des 20. Jahrhunderts. Zuerst mit dem Zeitalter des Zusammenbruchs der Zweiten Internationale – einer sehr starken Welle des Opportunismus, die die kommunistische und linke Bewegung geschlagen hat. Weiterhin ist der heutige Opportunismus und Revisionismus gut geführt und ist eine gut organisierte Waffe der Bourgeoisie. Die Hauptleistung dieser Politik der Abtrünnigkeit ist das Beispiel der Partei der Europäischen Linken. Sie ist ein ideologisches und organisatorisches Zentrum der Revisionisten, die aufgrund des Geldes der Europäischen Union (EU) lebt und sie funktioniert auf deren Gesetzmäßigkeiten; sie arbeitet für die Stärkung des EU-Imperialismus. Aufgrund dieser Schlussfolgerung betrachten wir Lenins Erfahrung bei der Gründung der Kommunistischen Internationalen mit ihrer Organisation der entschlossenen und kompromisslosen Kämpfe gegen den Opportunismus sowie der Ausarbeitung theoretischer Prinzipien für konsequente revolutionäre Parteien als sehr wertvoll. Diese Prinzipien wurden als Bedingungen für die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Internationalen formuliert. Heute ist der theoretische und praktische Kampf gegen den Opportunismus absolut notwendig für unsere Bewegung.

Weiterlesen »

Das kapitalistische China

Nachfolgend spiegle ich einen Beitrag über die gegenwärtige VR China und die Frage, ob dort der Sozialismus herrscht, der zuerst auf http://www.sascha313.wordpress.com erschienen ist und meine volle Zustimmung hat (Quelle):

kitaj_majoryChina ist ein großes Land. Und es gibt eine Menge Leute, die sind begeistert von den Schönheiten des Landes und seinen Sehenswürdigkeiten, sind beeindruckt von seiner Größe und seinem wirtschaftlichen Aufschwung. Bewundert wird die Freundlichkeit und die Lernbereitschaft der Chinesen, ihr Fleiß und ihr Respekt vor persönlichem und wirtschaftlichem Erfolg, der sich schon manchmal sehr deutlich von der Gelassenheit und Flapsigkeit einiger Heranwachsender in unseren Regionen unterscheidet. Und immer wieder wird die Frage gestellt: Ist das nun ein kommunistisch regiertes Land, wie bürgerliche Massenmedien gern suggerieren wollen, ein Land in dem eine „kommunistische Diktatur“ (und Unterdrückung!) herrscht, oder ist es ein stinknormales kapitalistisches Land, wie die bspw. USA oder Indien auch. Und einige Unverbesserliche versuchen anhand der chinesischen Verfassung nachzuweisen, daß China sich auf einem „sozialistischen Entwicklungsweg“ befände – ein untauglicher, idealistischer Ansatz! Hier nun ein weiterer Beitrag über China:

China’s rote Fahnen

Einige naive Geister meinen, wenn bei einem Staat irgendwo eine rote Fahne hängt, daß dort eine kommunistische Gesellschaftsordnung herrscht. Ich beeile mich, sie zu enttäuschen: weder Albanien noch Dänemark, weder Kirgisien noch die Türkei sind kommunistische Staaten – schon gar nicht in dem Sinne, wie es die UdSSR war. Ebenso wenig hat auch das heutige China etwas mit einer kommunistischen Gesellschaftsordnung zu tun.

Ein Land der Milliardäre

Beginnen wir damit, daß China ein Land voller Milliardäre ist – die entsprechenden Ratings stellte sogar „Forbes“ auf. Den ersten Platz nahm im vorigen Jahr der Abgeordnete Wáng Jiànlín (chin. 王健林) ein, der durch den Bau von Büro- und Wohnimmobilien reich wurde. Auf dem zweiten Platz hat sich Jack Ma (geboren als Ma Yun, chin.: 马云) eingerichtet — der Gründer der berüchtigten „Alibaba“-Gesellschaft. Mit seinem Vermögen von 30 Milliarden Dollar ist er etwa doppelt so reich wie der reichste russische Geschäftsmann.

Ist das etwa sozialistisch?

Man beachte: Der Unternehmensriese „Alibaba“, ein Handelsumschlagplatz mit einem Umsatz von mehreren Hundert Milliarden Dollar, befindet sich in privaten Händen. Hätte man sich etwas derartiges in der UdSSR vorstellen können? Ganz offenbar: Nein. Und noch ein charakteristischer Zug. In westlichen Organisationen wird oft versucht, nach „sozialistischen Prinzipien“ zu arbeiten, man bemüht sich, den (sozialen) Bruch gegenüber den Mitarbeitern zu verringern. In einigen Firmen darf zum Beispiel das Verhältnis des Gehalts eines Direktors und des letzten Mitarbeiters eines jüngeren Prokuristen das Verhältnis von 9:1 oder sogar 5:1 nicht übersteigen. Und nun stellen Sie sich einmal den Bruch in den Einkünften zwischen dem Milliardär Jack Ma und einem gewöhnlichen Chinesen vor, der in seinem Unternehmen arbeitet… Es wird kaum weniger als 100.000:1 betragen.

Es ist sehr gut, reich zu sein…

Eine so große Privatisierung in der Art unseres Schreckens der neunziger Jahre (gemeint ist Rußland) gab es in China nicht, nichtsdestoweniger befinden sich sehr viele Gesellschaften, darunter systemtypische, in privaten Händen. In China fehlt zwar nicht nur einfach ein Verbot des Privateigentums (an Produktionsmitteln), doch seit Dèng Xiăopíng werden die Führer Chinas nicht müde, sich in sinngemäß so auszudrücken, daß es gut sei, reich zu sein.

Weiterlesen »

Was geschah wirklich am 17 Juni 1953 und wie kam es dazu?

Hier spiegle ich einen Beitrag, der auf http://www.sascha313.wordpress.com erschienen ist, und empfehle ihn als guten Beitrag zur Widerlegung der BRD-Geschichtslügen über den angeblichen „Arbeiteraufstand von 1953 in der DDR“ zur Lektüre:

Sowjetische Panzer am 17.6.1953 auf dem Marktplatz in Leipzig.
Ende eines konterrevolutionären Putschversuches. Sowjetische Panzer am 17.6.1953 auf dem Marktplatz in Leipzig.

Nicht nur in den Massenmedien, auch in den Schulbüchern der BRD werden heute massiv Lügen verbreitet über den konterrevolutionären Putschversuch in der DDR am 17. Juni 1953. Erst kurz zuvor war J.W. Stalin ermordet worden, und nun richtete sich die Hoffnung der imperialistischen Kräfte darauf, die DDR einverleiben zu können. In einem BRD-Schulbuch steht: „Die Arbeiter forderten politische Freiheit, freie und geheime Wahlen und den Abzug der Roten Armee.“ Dies ist eine Lüge! Es waren die Forderungen der eingeschleusten Provokateure und der Agenten der westlichen Geheimdienste, die diese Parolen im Auftrag ihrer Hintermänner in Washington, Bonn und Bad Godesberg zu verbreiten suchten. Nur aufgrund des Einschreitens der Sowjetarmee konnte ein Staatsstreich verhindert werden. Der sozialistische Staat war vorerst gerettet. Später dienten diese Ereignisse als Vorlage für den Putsch in Ungarn, in der Ukraine, in Libyen, in Syrien….

Und sehr bald waren auch die Strukturen aufgeklärt, die zu diesen konterrevolutionären Aktivitäten geführt hatten. In einem Geschichtsbuch aus dem Jahre 1983 lesen wir:

Weiter lesen

Aufnahme der Arbeit im ZK der Partei der Arbeit Koreas

PdAK 01

Genosse Kim Jong Il trat am 19. Juni Juche 53 (1964) seine Arbeit im ZK der PdAK an. In der Folgezeit leitete Kim Jong Il die Funktionäre des ZK der Partei dazu, bei den Tätigkeiten der Partei an der Hauptlinie festzuhalten und mit der neuen Arbeitsmethode und dem -stil zu arbeiten. Im Januar Juche 54 (1965) erhellte er die Fragen bei der Umstellung der Tätigkeiten der Partei auf die Arbeit mit dem Menschen ausführlich (Kim Jong Il: Die Parteiarbeit konsequent in die Arbeit mit den Menschen verwandeln. In: Ausgewählte Werke Band 2, Pyongyang, 2014, S. 66-74). Dank seiner sorgfältigen Leitung konnten die Funktionäre mit der hohen politischen und praktischen Qualifikation und der mütterlichen Liebe arbeiten, und in den Tätigkeiten der Partei wurde eine neue Wende herbeigeführt. Die Arbeit von Kim Jong Il im ZK der Partei war eine große Ehre der Partei, Revolution, des Vaterlandes und Volkes und ein historisches Ereignis von großer Bedeutung bei der Verstärkung und Entwicklung der Partei der Arbeit Koreas und bei der Erfüllung der Sache der koreanischen Revolution.

Dienstantritt im Zentralkomitee der Partei der Arbeit Koreas (PdAK)

PdAK 02 KJI

Kim Jong Il wurde im April 1964 im ZK der PdAK eingesetzt, und er nahm dort am 19. Juni 1964 seine Arbeit auf.

Er betrachtete es als eine hehre Mission und revolutionäre Pflicht, in der Nähe Kim Il Sungs im ZK der PdAK, dem obersten Stab der koreanischen Revolution, zu wirken.

Als er im ZK der Partei eingesetzt wurde, sagte er zu den Mitarbeitern, er sei sehr davon gerührt, dass er dazu berufen sei, getreu dem Willen Kim Il Sungs im ZK der Partei zu dienen. Zugleich fühle er eine größere Verantwortlich-keit. Die PdAK sei eine Partei, die von Kim Il Sung gegründet würde und durch ihn geführt werde, und ihr ZK sei ihr Stab, der in der ganzen Partei und der ganzen Gesellschaft Kim Il Sungs Ideologie und Führung durchsetze. Wir sollten alle zusammen auf dem Weg zur Stärkung und Entwicklung der von ihm geführten PdAK die Rolle eines Grundsteins spielen und zu wahren Parteiarbeitern werden.

So bekundete er seinen unerschütterlichen Willen, getragen von der erhabe-nen Absicht Kim Il Sungs, das koreanische revolutionäre Werk fortzusetzen und zu vollenden.

In seiner Anfangszeit im ZK der Partei setzte er seine Kraft vor allem daran, das Wichtigste bei der Arbeit der Partei richtig festzulegen.

Das erwies sich als dringende Frage, die mit der damaligen Lage der Partei-arbeit zusammenhing.

Bis dahin gab es noch viele Fälle, in denen das Wesentliche der Parteiarbeit nicht deutlich war.

Die Wirklichkeit zeigte, dass es ohne die richtige Bestimmung der Hauptlinie bei der Parteiarbeit ausgeschlossen ist, die führende Rolle der Partei zu stärken.

Weiterlesen »

Aufbau des Sozialismus aus eigener Kraft

Bildergebnis für aufbau des sozialismus aus eigener kraft dvrk

Praktisches Anschauungsmaterial, wie eine sozialistische Planwirtschaft konkret ausgestaltet ist und aufgebaut wird, geben zahlreiche Beispiele aus der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK), die im Monat Mai in Zeitungen der DVRK auf englischer Sprache erschienen sind:

Eigenständigkeit, die Antriebskraft für die ökonomische Entwicklung

Im April des letzten Jahres wurde eine neue strategische Linie der Konzentration aller Bemühungen auf den wirtschaftlichen Aufbau von der 3. Plenartagung des 7. Zentralkomitees der Partei der Arbeit Koreas (PdAK) dargelegt. Nach diesem Treffen begann die Wirtschaft Koreas sich mit enormer Geschwindigkeit zu entwickeln.

Letztes Jahr nahm die Erzeugungskapazität des Pukchanger Wärmekraftkomplexes, einer der Hauptstromerzeugungsbasen des Landes, außergewöhnlich zu, die Kim Chaek und Hwanghae Eisen- und Stahlkomplexe und andere metallurgische Werke bauten auf ihren Erfolgen bei der Errichtung der Juche orientierten Produktion auf, und dynamische Erfolge wurden bei der Stärkung der unabhängigen Basen der Chemieindustrie gemacht. Die Qualität verschiedener Trägersubstanzen und Leichtindustrieprodukte wurde auf eine höhere Ebene gehoben und ihre Massenproduktion wurde verwirklicht. Und der landwirtschaftliche Sektor produzierte eine große Zahl ertragreicher Einheiten und Farmarbeiter, auch unter widrigen Wetterbedingungen.

Diese Erfolge waren nicht Ergebnis von vorteilhaften Bedingungen und der Umgebung oder einer besonderen Hilfe auf Landesebene. Im Gegenteil, das koreanische Volk leidet an einem riesigen Hindernis bei seinem ökonomischen Aufbau, das den beispiellosen härteren Sanktionen geschuldet ist. Die stetige Entwicklung der Wirtschaft des Landes – auch unter unvorteilhaften Bedingungen und der Umgebung – ist dem standhaften Geist der Eigenständigkeit des koreanischen Volkes und seiner Art des Kampfes zuzuschreiben.

Weiterlesen »

Gefährliche Pläne der USA gegen den Iran

Nachstehend veröffentliche ich hier eine nicht authorisierte Übersetzung der englischen Erklärung des Pressebüros des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) zur aktuell steigenden Kriegsgefahr zwischen den USA und dem Iran. Weiterhin sind ausgewählte Stellungnahmen aus der bürgerlichen Presse zum Thema angehängt:

Erklärung des Pressebüros über die gefährlichen Pläne der USA

Die letzten Angriffe auf Tanker im Golf von Oman entzünden einmal mehr die Entwicklungen um den Iran. Die USA, wenn sie „immer bereit“ wären, nehmen den Iran ins Fadenkreuz und sammeln mehr militärische Kräfte in der Region. Die US-Aggression gegen den Iran ist in den vergangenen Monaten eskaliert mit dem Embargo gegen die Ölexporte, dem Druck gerichtet gegen das Nuklearprogramm des Irans, was kombiniert wurde mit Drohungen und Plänen Israels, die nuklearen Einrichtungen des Irans zu bombardieren. Die US-Pläne in der Region sind zweifellos verbunden mit dem Wettlauf der imperialistischen Mächte um die Kontrolle der Energieressourcen, um die Transportwege der Energieressourcen und Rohstoffe, um Marktanteile, um geopolitische „Stützen“, die jede Macht zu jeder Zeit zu ihrer Verfügung haben möchte. Die Zuspitzung der Situation um den Iran enthält kein gutes Omen für die Völker.

SYRIZA, ND, KINAl und der Rest der politischen Parteien, die die „strategische Zusammenarbeit“ mit den USA und Israel unterstützen, genauso wie sie die aktive Teilnahme unseres Landes in der NATO unterstützen, sind entlarvt, weil ihre Positionen unser Volk in große Gefahren bringen. Es ist notwendiger denn je die Stimme der KKE (KP Griechenlands) zu stärken, die fordert: Keine Beteiligung, keine Verwicklung unseres Landes in die USA-NATO-Pläne, die auf Kosten der Völker des Irans und dem Rest der Völker der Region entwickelt werden.

  • Sofortige Schließung aller ausländischen US- und NATO-Stützpunkte in Griechenland.
  • Abzug aller Militärkräfte Griechenlands, die an NATO- und EU-Missionen teilnehmen.

Athen, 14. Juni 2019, Pressebüro des Zentralkomitees der KKE

Quelle

Weiterlesen »

Welche Figuren haben Trump und seine Berater auf dem internationalen Schachbrett bewegt?

Nachdem der US-Präsident bei verschiedenen Spielzügen in Asien, dem Mittleren Osten und Lateinamerika gescheitert ist, befindet er sich an einem Scheideweg. Als guter Unternehmer müsste er wissen dass der rechtzeitige Rückzug ein guter Schachzug ist, aber durch seine Arroganz und seine „schlechten Ratschläge“ geblendet, ist er darauf erpicht immer weiter im Labyrinth vorzudringen

Der Unternehmer Donald Trump, der durch eine Minderheit an Stimmen des US-Volkes Präsident wurde, befindet sich an einem wahrhaftigen Scheideweg, in einem der vielen Labyrinthe, in die sich seine Regierung begeben hat.

Nur wenige Dinge, die der Präsident anpackt, gelingen ihm. Einer seiner größten Träume, die Verhandlungen über die Entnuklearisierung der Demokratischen Volksrepublik Korea (RPDC), ein Traum, bei dem er fast schon den Lorbeer des Ruhms spüren konnte, wurde ihm entrissen. Der „Vertrag des Jahrhunderts“ ging nach hinten los, unter anderem wegen der Böswilligkeit und der Tölpelhaftigkeit des Außenministers Mike Pompeo und des Nationalen Sicherheitsberaters John Bolton. Die letzten Erklärungen Boltons zum Thema wurden vom stellvertretenden Außenminister der RPDC Choe Son Hui als „Blödsinn“ abgelehnt.

Es sieht so aus, als ob beide Politiker im Wettstreit darüber lägen, herauszufinden, wer den größten Fehlschluss formuliert und vor allem, wer ihn zuerst ausspricht. Sie widersprechen sich, sie begehen Fehler, was der kubanische Außenminister in einer Pressekonferenz als Beweis für „Zeitdruck „ und „Improvisation“ sieht.

Am 17. April versicherte Bolton vor den unwürdigen Überbleibseln der Söldnerbrigade 2506 in Miami, „zusammen können wir das beenden, das an diesen Stränden begonnen hat“. Das ist in hohem Maße lachhaft. Im Sand von Playa Girón wurden der Hochmut, die Arroganz und der eitle Stolz des Imperiums begraben. Das was an diesem Strand begann zu fallen, war die Macht der Vereinigten Staaten auf dem Kontinent. Wollen sie beenden, was damals begonnen hat?

Weiterlesen »