Ohne das Werk von Engels ist es nicht möglich den Marxismus zu verstehen

124 Jahre nach dem Tod von Friedrich Engels ergründet sein enormes Werk jeden dunklen Winkel der menschlichen Gesellschaft der Epoche und unterhält einen intensiven Dialog mit der Zukunft

Engels verrichtete eine unmenschlich schwierige Arbeit bei den Bänden II und III des Kapitals und der Tod hinderte ihn daran, die Arbeit an Band IV abzuschließen. Photo: Granma-Archiv

Am 5. August 1895 verlor die Welt mit Friedrich Engels (1820-1895) einen ihrer berühmtesten Denker. Dieser geniale und bescheidene Mann, mit unruhiger Seele, war ein unnachgiebiger Revolutionär, ein profunder Kenner des Elends, das der Kapitalismus erzeugt, einer, der die Gesellschaft der Epoche erforschte.

In England, wo er sich viele Jahre lang aufhielt, konnte er aus der Nähe die menschenunwürdigen Bedingungen sehen, unter denen die Arbeiter lebten und seine besondere Empfindsamkeit ließ ihn das Elend dieser Männer, Frauen und Kinder mitleiden, die lange Stunden für einen Hungerlohn arbeiteten.

In dieser Zeit seines Lebens in England hatte er guten Kontakt zu den Fabrikarbeitern, der großen Einfluss auf die Ausformung seiner politischen, sozialen und philosophischen Ideen hatte.

Engels schrieb für die deutsche Rheinische Zeitung und in der französisch-deutschen Zeitschrift „Annales“ publizierte er Anfang 1843 die Arbeit „Umrisse zu einer Kritik der Nationalökonomie“, in der er die kapitalistische Produktionsweise und die bürgerliche politische Ökonomie kritisierte.

In diesem Werk analysierte er die ökonomischen Widersprüche und die sozialen Krisen; dabei wandte er seine Kenntnis der deutschen philosophischen Theorien an, das Konzept der Verfremdung von Feuerbach und seine Erfahrungen mit dem Leben der Arbeiter in Manchester.

ICH WERDE IMMER SEINEN SPUREN FOLGEN

Karl Marx lernte er 1842 kennen und zwischen beiden deutschen Intellektuellen entstand eine große Freundschaft und eine Zusammenarbeit. Lenin ging auf die Hilfe ein, die Engels in allen Bereichen Marx zukommen ließ:

„Die Not war für Marx und seine Familie wahrhaft drückend ; ohne die ständige und altruistische wirtschaftliche Unterstützung von Engels hätte Marx nicht nur „Das Kapital“ nicht beenden können, sondern er wäre völlig im Elend versunken.“

Engels arbeitete zusammen mit Karl Marx an „Die heilige Familie“, „die deutsche Ideologie“ und am „Kommunistischen Manifest“ und ist Autor von verschiedenen unvergänglichen Werken wie „Anti-Dühring“, „Der Ursprung der Familie, das Privateigentum und der Staat“, „Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie“, „Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen“ und „Dialektik der Natur“.

Die Freundschaft mit Marx und die enge Zusammenarbeit mit ihm dauerten 40 Jahre. Engels war wie ein weiteres Mitglied im Hause von Marx, dessen Töchter ihn „den General“ oder „Generalsekretär“ nannten.

EIN GIGANTISCHES WERK

Die Arbeit von Engels nimmt im Kampf für die Rechte der Arbeiterklasse eine entscheidende Rolle ein. Vor Engels hatten bereits viele die Leiden des Proletariats untersucht und angeprangert, aber er war der erste, der sagte, dass das Proletariat nicht nur eine ausgebeutete Klasse darstelle, sondern dass genau diese elende wirtschaftliche Lage, in der es sich befinde, es nach vorne dränge und es dazu zwinge, für seine definitive Emanzipation zu kämpfen.

Engels verrichtete eine unmenschlich schwierige Arbeit bei den Bänden II und III des Kapitals und der Tod hinderte ihn daran, die Arbeit an Band IV abzuschließen. Sein enormes Werk ergründet jeden dunklen Winkel der menschlichen Gesellschaft der Epoche und unterhält einen intensiven Dialog mit der Zukunft. Er entblößt das Elend, diskutiert, ordnet und erleuchtet den Pfad.

„Es ist nicht möglich den Marxismus zu verstehen und es ist auch nicht möglich ihn kohärent auszulegen, wenn man nicht alle Werke von Engels berücksichtigt“, sagte Wladimir Ilich Lenin.

Nicht weniger wichtig war sein Ringen jedes Element des beigetragenen Werkes zu erklären, jede Verwirrung zu klären, die in den marxistischen Zirkeln zu wachsen begann. In einem Brief an Josef Bloch, einem Doktor der Philosophie und Journalisten aus Österreich, führte Engels am 21. September 1890 aus: „Nach der materialistischen Konzeption der Geschichte ist der Faktor, der letztendlich die Geschichte bestimmt, die Produktion und die Reproduktion des realen Lebens. Weder Marx noch ich haben jemals mehr als das ausgesagt. Wenn jemand dies verfälscht und sagt, dass der wirtschaftliche Faktor der einzig entscheidende sei, wird er diese These in eine hohle, abstrakte und absurde Phrase verwandeln (…). oder anders gesagt, dann wäre es einfacher die Theorie irgendeiner historischen Epoche anzuwenden, als eine Gleichung ersten Grades zu lösen.“.

Der herausragende Revolutionär betonte, dass es notwendig sei „die politischen Bedingungen, ja sogar die Tradition zu berücksichtigen, die sich wie ein Kobold in den Köpfen der Menschen herumtreibt.“.

Um 23.30 Uhr in der Nacht des 5. August 1895 starb er an Speiseröhrenkrebs. Die Beerdigungsfeier fand fünf Tage später am 10. August im Wartesaal des Bahnhofs Waterloo im Bezirk Westminster Bridge statt.

Der Sarg war mit Kränzen und Blumen bedeckt und wurde mit einem besonderen Zug ins Krematorium von Woking gebracht. In Erfüllung des letzten Willens wurde seine Asche am 27. August 1895 etwa fünf Seemeilen von der Küste entfernt in der Nähe von Eastbourne von Eleanor Marx (Tochter von Karl Marx) dem berühmten Biologen Edward Aveling, dem deutschen Politiker Eduard Bernstein und dem Mitglied der Kommunistischen Liga Friedrich Lessner, der an der 1848er Revolution in Deutschland teilgenommen hatte, ins Meer gestreut.

Quelle: http://de.granma.cu/mundo/2019-08-07/ohne-das-werk-von-engels-ist-es-nicht-moglich-den-marxismus-zu-verstehen

2 Gedanken zu “Ohne das Werk von Engels ist es nicht möglich den Marxismus zu verstehen

  1. Das ist ein guter Beitrag. Er ist auch Anlass zu den Klassikern des Marxismus-Leninismus wieder einmal zu greifen. Danke , Raúl Antonio Capote, für diesen Beitrag.

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  2. Wer zu den Klassikern greifen möchte, dem sei u.a. W.I. Lenins Nachruf „FRIEDRICH ENGELS“ vom Herbst 1865 empfohlen. Er findet sich in den Lenin-Werken (LW) Band 2, Berlin/DDR, 1961, S. 5-14

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