Kim Jong Il – Der Sozialismus ist eine Wissenschaft

KJI Der Sozialismus ist eine Wissenschaft

Zum 25. Jahrestag der Veröffentlichung des klassischen Werkes von Genossen Kim Jong Il „Der Sozialismus ist eine Wissenschaft“ wird diese Abhandlung in vollem Wortlaut nachfolgend als PDF-Datei veröffentlicht.
Genosse Kim Jong Il hat am 1. November 1994 das Werk „Der Sozialismus ist eine Wissenschaft“ in der Tageszeitung der Partei der Arbeit Koreas (PdAK) veröffentlicht. So hat er die Unvermeidlichkeit des Sieges des Sozialismus als Wissenschaft nachgewiesen. An dem Werk ist zu erkennen, dass Kim Jong Il ein hervorragender Denker und Theoretiker und ein großer Meister für die Verwirklichung der sozialistischen Sache ist.

Kim Jong Il – Der Sozialismus ist eine Wissenschaft

Kapitalismus in seiner Abenddämmerung und imperialistische Aggression in Ideologie und Kultur

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Hier die deutsche Übersetzung eines Artikels aus Rodong Sinmun (Zentralorgan der Partei der Arbeit Koreas, PdAK) vom 7. Oktober 2019 (Juche 108):

Kapitalismus in seiner Abenddämmerung

Verfechter des Kapitalismus verleumden den Sozialismus und verkünden meistens die „Ewigkeit“ der kapitalistischen Gesellschaft. Aber die Welt sie eiternd und untergehend wie die untergehende Sonne. Die kapitalistische Gesellschaft ist auf keinen Fall die Utopie der Menschheit, sondern die dunkle Gesellschaft ohne Zukunft.

Der Kapitalismus, voll von ernsten Widersprüchen, ist zum Scheitern verurteilt. Äußerlich scheinen die entwickelten kapitalistischen Länder zu blühen, aber sie verfallen aufgrund des sich täglich zuspitzenden Widerspruchs. In der kapitalistischen Gesellschaft wird das politische Leben reaktionär gemacht und das materielle Leben wird deformiert. Das korrupte Wesen  des Kapitalismus findet seinen lebendigen Ausdruck im politischen Leben des Volkes. Keine ernsthafte politische Freiheit und Rechte können in dieser Gesellschaft gefunden werden, wo die kapitalistische Klasse alles bestimmt und die werktätigen arbeitenden Massen vom politischen Leben ausgeschlossen sind. Eine Handvoll der privilegierten Klasse kontrolliert die Mehrheit des gesellschaftlichen Vermögens, das jeden Tag verpulvert wird. Auf der anderen Seite werden die breiten werktätigen Massen den gleichbleibenden Ängsten über ihren Arbeitsplatz, die medizinische Versorgung, ihre Wohnung und die Erziehung der Kinder ausgesetzt. Die moralische Degeneration des Menschen ist der klarste Ausdruck des Kapitalismus, jetzt in seiner Abenddämmerung. Die Verarmung im geistigen und kulturellen Leben und die Degeneration der Menschen ist in der jetzigen kapitalistischen Gesellschaft außer Kontrolle geraten. In einer solchen Gesellschaft ist es unmöglich Ungleichheit im materiellen Leben zu vermeiden, das Missverhältnis zwischen dem materiellen Leben und dem geistigen und kulturellen Leben, sowie das Missverhältnis zwischen der zunehmenden Forderung der Volksmassen nach Unabhängigkeit und dem sich verschlechternden politischen Leben.

Ri Hak Nam

Quelle des englischen Original: http://www.rodong.rep.kp/en/index.php?strPageID=SF01_02_01&newsID=2019-10-07-0006

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Internationale Konferenz der kommunistischen und der Arbeiterparteien in der Türkei

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Nachfolgend spiegle ich einen Beitrag der „Stimme Koreas“ über die 21. Internationale Konferenz der kommunistischen und Arbeiterparteien in der Türkei:

Die 21. Internationale Konferenz der kommunistischen und der Arbeiterparteien fand vom 18. bis zum 20. Oktober in der Türkei statt.
An der Konferenz mit dem Motto „100. Gründungstag der Kommunistischen Internationale – Der Kampf für Frieden und Sozialismus geht fort“ nahmen die Delegationen und Delegierten der 74 Kommunistischen und Arbeiterparteien einschließlich der Partei der Arbeit Koreas teil.
Auf der Konferenz gab es die Reden.

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Emil Collet – Vergebliche Schmähung der DDR

Nachfolgend spiegle ich einen Artikel von Emil Collet über den sozialistischen Staat auf deutschem Boden, die DDR, der zuerst auf http://www.sascha313.wordpress.com  erschienen ist (Quelle):

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Immer wieder in den all den Jahren nach der Konterrevolution 1989 wird versucht, die DDR in den Dreck zu ziehen. Mal ist es der angebliche „Unrechtsstaat DDR“, mal der „verordnete Antifaschismus“, mal die „Stasi“, mal das angebliche „Staatsdoping“, mal die „SED-Diktatur“ oder gar der zum Zwecke der Delegitimierung der DDR erfundene „Revisionismus der Honecker-Clique“ – womit unser einstiges sozialistisches Vaterland verunglimpft werden soll. Alle diese Lügen und Verleumdungen, von welcher Seite auch immer sie kommen mögen und wie fein sie gesponnen sind, werden letztlich doch entlarvt. Ihre Quellen werden versiegen, sobald die Zuwendungen enden, mit denen die Lügner und Verleumder, die angeblichen „DDR-Opfer“ und all die Auftragsschreiberlinge, bis heute großzügig versorgt werden.

Der Effekt dieser großangelegten Hetzkampagne ist allerdings – trotz der bereitgestellten Milliardensummen – relativ gering. Nichts dergleichen vermag darüber hinwegzutäuschen, daß die sozialen, politischen und ökonomischen Probleme der BRD sich weiter zugespitzt haben und die braune Vergangenheit wieder aufzuleben beginnt. Was sind dafür die Gründe? Sehen wir uns nun einmal die Wirtschaft beider Staaten an. 

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Verband zur Zerschlagung des Imperialismus – Banner des ewigen Sieges

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„VZI“ – Banner des ewigen Sieges

Es verliefen schon 93 Jahre, seitdem der Verband zur Zerschlagung des Imperialismus (VZI) gebildet worden war.

Mit dem grandiosen Geist, aus der militärischen Besatzung Koreas durch den japanischen Imperialismus (1905–1945) das beraubte Land unbedingt wiederzuerlangen, betrat der große Genosse Kim Il Sung den Weg der Revolution. Er immatrikulierte sich an der Hwasong-Uisuk-Schule (Juni 1926), die von den Nationalisten zum Zweck der Ausbildung der Kader von der Unabhängigkeitsarmee eingerichtet wurde.

Er übte hier seine revolutionäre Tätigkeit aus und zog folgende Schlussfolgerung, vor allem eine avantgardistische Organisation von neuem Typ zu bilden, wenn man die Volksmassen organisieren und mobilisieren, dadurch den japanischen Imperialismus zerschlagen und die Befreiung Koreas erringen will.

Darüber hinaus berief er am 17. Oktober Juche 15 (1926) zusammen mit den energiegeladenen Jugendlichen wie Choe Chang Gol, Kim Ri Gap, Ri Je U, Kim Won U und Pak Kun Won die Gründungsveranstaltung des VZI ein.

Auf der Gründungsveranstaltung erklärte er in seinem Referat „Nieder mit dem Imperialismus“ (PDF-Datei), durch eigene Kraft unseres Volkes den japanischen Imperialismus zu zerschlagen, die wahre Unabhängigkeit Koreas zu erringen, darüber hinaus den Imperialismus von allen Typen zu zerschlagen und eine neue Welt ohne Ausplünderung und Unterdrückung aufzubauen. Der VZI war eine wahre revolutionäre kommunistische Organisation von neuem Typ, die zum ersten Mal in Korea gebildet wurde.

Durch die Bildung des „VZI“ konnte der revolutionäre Kampf des koreanischen Volkes ein neues Zeitalter der Geschichte begrüßen, in dem er mit der richtigsten Richtlinie der Revolution und Strategie und Taktik gestützt auf eigene Kraft der Nation siegreich voranschreitet.

Das Ideal des „VZI“ an die Wahrung der Souveränität in der Revolution und beim Aufbau wurde im ganzen Verlauf der koreanischen Revolution konsequent durchgeführt.

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Die Kurdenfrage in der Türkei

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Der Gründer der TKP/ML (Kommunistische Partei der Türkei / marxistisch-leninistisch) Ibrahim Kaypakkaya (1949-18.03.1973) und der TIKKO (Arbeiter- und Bauernbefreiungsarmee der Türkei) prangert in seiner Schrift zur nationalen Frage in der Türkei die Unterdrückung der kurdischen Nation, den Genozid an der armenischen Nation, die Völkermordpolitik und den türkischen Chauvinismus der faschistischen Republik Türkei an. Ausgehend von den Erfahrungen der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung weist er den einzig richtigen Weg zur Lösung der nationalen Frage: Die uneingeschränkte Anerkennung des Selbstbestimmungsrecht der kurdischen Nation bis hin zum Recht auf Lostrennung und Bildung eines eigenen Staates. Diese Schrift ist eine hervorragende Anwendung des Werkes von J.W. Stalin „Marxismus und nationale Frage“ (Link) auf die konkreten Verhältnisse in der Türkei/Kurdistan. Daher wird die Schrift von Ibrahim Kaypakkaya als PDF-Datei einer ins Deutsche übersetzten Broschüre mit dem Titel „Die Kurdenfrage in der Türkei“ herausgegeben von der TKP/ML aus dem Jahr 1991 hier veröffentlicht:

Ibrahim Kaypakkaya: Die Kurdenfrage in der Türkei

Weitere Schriften von Ibrahim Kaypakkaya in deutscher Übersetzung sind:

  • Ibrahim Kaypakkaya: Unser Zorn wächst wie das unendliche Meer. Programmatische Schriften, Waldstetten, 2013
  • Ibrahim Kaypakkaya: In stürmischen Jahren, Zambon-Verlag, Frankfurt/Main, 2011
  • In englischer Sprache gibt es dann noch die Selected Works. Ibrahim Kaypakkaya, Nisan Publishing, 2014 (Link)

Zur weiteren Beschäftigung mit der Kurdenfrage sei das Buch von Ismail Besikci „Kurdistan. Internationale Kolonie“, Mezopotamien Verlag, Köln, empfohlen.

Verurteilung des faschistischen Anschlags von Halle

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Hier spiegle ich einen Beitrag der KPD NRW zum faschistischen Anschlag in Halle, der zuerst hier erschienen ist. Zur Information, was Faschismus, faschistischer Terror und Faschisierung ist, sei auf das klassische Referat von Georgi Dimitroff auf dem VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale 1935 hingewiesen (Link). Weiterhin sei auf den Kommentar „Faschistischer Terror ist kein psychisches Problem“ aufmerksam gemacht (Link).

Die Landesorganisation der KPD in NRW verurteilt den faschistischen Anschlag in Halle entschieden. Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen. Der bürgerliche Staat subventioniert allzu oft mit Hilfe seiner V-Leute die Faschisten, so erklärt sich das komplizenhafte oder stillschweigend duldende Verhalten der bürgerlichen Staatsorgane. Auch die bürgerlichen Parteien von CDU bis Linkspartei sind keine wirkliche Hilfe im antifaschistischen Kampf, sondern – da sie die kapitalistische Herrschaft stützen – ein Hindernis. Nicht selten ebnen sie den Faschisten mittels Sozialabbau und Militarisierung den Weg. Ebenso gehört extreme Kriegshetze und Chauvinismus zum Faschismus. Je stärker diese bereits in „demokratischen“ Verhältnissen betrieben wird, desto leichter haben es die Faschisten.

Trotz dieser Schwäche rufen wir sie zum antifaschistischen Kampf auf. Da bereits der historische Faschismus eine Diktatur des Kapitals war, hat sich daran nichts geändert. Auch heute ist der Faschismus zur Sicherung ihrer Herrschaft eine Option des Kapitals.

Die heutige faschistische Saat dient dem Übergang zur offenen terroristische Herrschaftsform. Jeglicher Widerstand gegen ihn soll vernichtet werden, sowohl Widerstand der revolutionären Arbeiterbewegung als auch der von humanistischen bürgerlichen Kräften. Deshalb kann ein wahrer antifaschistischer Kampf nur ein Kampf gegen den Kapitalismus sein. Der Faschismus und Kapitalismus muss mit der Vernichtung seiner Wurzeln revolutionär überwunden werden.

DGB – Einheitsgewerkschaft ohne Kommunisten

Zur Gründung des rechtssozialdemokratischen Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) vor 70 Jahren in der München spiegle ich hier den Beitrag von „Ohne Konkurrenz“ von Leo Schwarz, der am 12. Oktober 2019 in der Tageszeitung „junge Welt“ erschienen ist (Quelle). Eine gute (auch internationale) Einschätzung des Gründungskongress des DGB vom 12.-14. Oktober 1949 in München findet sich in: Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Band 7. Von 1949-1955, Berlin/DDR, 1966, S. 60-61 und 336-342 (PDF-Datei).

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Mit Hilfe der West-Besatzungsmächte: Gründungskongress des DGB im Deutschen Museum zu München, 12. Oktober 1949

Bei Kriegsende im Mai 1945 war von der einstmals starken deutschen Gewerkschaftsbewegung nichts mehr geblieben. Vermögen und Mitglieder hatte sich die faschistische Deutsche Arbeitsfront (DAF) angeeignet. Die meisten ehemaligen Funktionäre hatten sich nach 1933 ins Privatleben zurückgezogen; nur eine kleine Minderheit ging ins Exil oder leistete Widerstand. Nicht wenige Gewerkschaftsführer waren kompromittiert, denn sowohl der sozialdemokratische Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB) als auch die christlichen Gewerkschaften hatten im Frühjahr und Sommer 1933 nach einer ganzen Reihe von Anbiederungsversuchen und abgelehnten Kooperationsangeboten vor der Naziregierung kapituliert.

Als am 12. Oktober 1949 487 stimmberechtigte Delegierte von 16 Einzelgewerkschaften im Kongresssaal des Deutschen Museums in München zusammentraten, um einen neuen gewerkschaftlichen Dachverband für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zu gründen, lagen vier Jahre intensiver Debatten über Weg und Ziel des gewerkschaftlichen Neuaufbaus hinter ihnen. Die Gründung des Gewerkschaftsbundes, dessen Zweck laut der am 13. Oktober beschlossenen Satzung die »Zusammenfassung aller Gewerkschaften zu einer wirkungsvollen Einheit und Vertretung der gemeinsamen Interessen auf allen Gebieten, insbesondere der Wirtschafts-, Sozial- und Kulturpolitik«, sein sollte, setzte einen vorläufigen Schlusspunkt unter diese Auseinandersetzungen.

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Analysen zum Imperialismus

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Analysen zum Imperialismus

Nachfolgend werden die klassischen Werke zum Imperialismus (Monopolkapitalismus) aufgeführt und zur Diskussion gestellt. Beginnend bei W.I. Lenin und seinem grundlegenden Werk zum Imperialismus aus dem Jahre 1916 – geschrieben in Mitten des I. imperialistischen Weltkrieges – „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus. Gemeinverständlicher Abriss“ (In: Lenin-Werke (LW) Band 22, Berlin/DDR, 1960, S. 189-309, Link) werden hier weitere Schriften unserer Klassiker zur Analyse des Imperialismus und dessen historischen Erscheinungsformen zitiert werden. Imperialismus ist Monopolkapitalismus, was W.I. Lenin am Beginn seiner Schrift „Der Imperialismus und die Spaltung des Sozialismus“ (In: LW Band 23, S. 102-118) treffend charakterisiert:

„Wir müssen mit einer möglichst genauen und vollständigen Definition des Imperialismus beginnen. Der Imperialismus ist ein besonderes historisches Stadium des Kapitalismus. Diese Besonderheit ist eine dreifache: der Imperialismus ist: 1. monopolistischer Kapitalismus; 2. parasitärer oder faulender Kapitalismus; 3. sterbender Kapitalismus. Die Ablösung der freien Konkurrenz durch das Monopol ist der ökonomische Grundzug, das Wesen des Imperialismus. Der Monopolismus tritt in fünf Hauptformen zutage: 1. Kartelle, Syndikate und Trusts,- die Konzentration der Produktion hat eine solche Stufe erreicht, daß sie diese monopolistischen Kapitalistenverbände hervorgebracht hat; 2. die Monopolstellung der Großbanken: drei bis fünf Riesenbanken beherrschen das ganze Wirtschaftsleben Amerikas, Frankreichs, Deutschlands; 3. die Besitzergreifung der Rohstoffquellen durch die Trusts und die Finanzoligarchie (Finanzkapital ist das mit dem Bankkapital verschmolzene monopolistische Industriekapital); 4. die (ökonomische) Aufteilung der Welt durch internationale Kartelle hat begonnen. Solcher internationalen Kartelle, die den gesamten Weltmarkt beherrschen und ihn „gütlich“ unter sich teilen — solange er durch den Krieg nicht neu verteilt wird – , gibt es schon über hundert! Der Kapitalexport, als besonders charakteristische Erscheinung zum Unterschied vom Warenexport im nichtmonopolistischen Kapitalismus, steht in engem Zusammenhang mit der wirtschaftlichen und der politisch-territorialen Aufteilung der Welt; 5. die territoriale Aufteilung der Welt (Kolonien) ist abgeschlossen.

Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus Amerikas und Europas und in der Folge auch Asiens hat sich in den Jahren 1898 bis 1914 voll herausgebildet. Der Spanisch-Amerikanische Krieg (1898), der Burenkrieg (1899-1902), der Russisch-Japanische Krieg (1904-1905) und die Wirtschaftskrise in Europa im Jahre 1900 – das sind die wichtigsten historischen Marksteine der neuen Epoche der Weltgeschichte.

Daß der Imperialismus parasitärer oder faulender Kapitalismus ist, zeigt sich vor allem in der Tendenz zur Fäulnis, die jedes Monopol auszeichnet, wenn Privateigentum an den Produktionsmitteln besteht. Der Unterschied zwischen der republikanisch-demokratischen und der monarchistisch-reaktionären imperialistischen Bourgeoisie verwischt sich gerade deshalb, weil die eine wie die andere bei lebendigem Leibe verfault (was eine erstaunlich rasche Entwicklung des Kapitalismus in einzelnen Industriezweigen, in einzelnen Ländern, in einzelnen Perioden keineswegs ausschließt). Zweitens zeigt sich der Fäulnisprozeß des Kapitalismus in der Entstehung einer gewaltigen Schicht von Rentiers, Kapitalisten, die vom „Kuponschneiden“ leben. In den vier fortgeschrittensten imperialistischen Ländern — England, Nordamerika, Frankreich und Deutschland — beträgt das in Wertpapieren angelegte Kapital je 100 bis 150 Milliarden Francs, was ein Jahreseinkommen von nicht weniger als 5 bis 8 Milliarden je Land bedeutet. Drittens ist Kapitalexport Parasitismus ins Quadrat erhoben.

Viertens „will das Finanzkapital nicht Freiheit, sondern Herrschaft“. Politische Reaktion auf der ganzen Linie ist eine Eigenschaft des Imperialismus. Korruption, Bestechung im Riesenausmaß, Panamaskandale jeder Art. Fünftens verwandelt die Ausbeutung der unterdrückten Nationen, die untrennbar mit Annexionen verbunden ist, und insbesondere die Ausbeutung der Kolonien durch ein Häuflein von „Groß“mächten die „zivilisierte“ Welt immer mehr in einen Schmarotzer am Körper der nichtzivilisierten Völker, die viele hundert Millionen Menschen zählen. Der römische Proletarier lebte auf Kosten der Gesellschaft. Die heutige Gesellschaft lebt auf Kosten des modernen Proletariers. Dieses treffende Wort Sismondis pflegte Marx besonders hervorzuheben. Der Imperialismus verändert die Sache etwas. Die privilegierte Oberschicht des Proletariats der imperialistischen Mächte lebt zum Teil auf Kosten der vielen hundert Millionen Menschen der nichtzivilisierten Völker. Es ist begreiflich, warum der Imperialismus sterbender Kapitalismus ist, den Übergang zum Sozialismus bildet: das aus dem Kapitalismus hervorwachsende Monopol ist bereits das Sterben des Kapitalismus, der Beginn seines Übergangs in den Sozialismus. Die gewaltige Vergesellschaftung der Arbeit durch den Imperialismus (das, was seine Apologeten, die bürgerlichen Ökonomen, „Verflechtung“ nennen) hat dieselbe Bedeutung.

Mit dieser Definition des Imperialismus geraten wir in vollen Widerspruch zu K. Kautsky, der es ablehnt, im Imperialismus eine „Phase des Kapitalismus“ zu sehen, und der den Imperialismus als die Politik definiert, die vom Finanzkapital „bevorzugt“ wird, als das Streben der „industriellen“ Länder, „agrarische“ Länder zu annektieren. Diese Definition Kautskys ist theoretisch durch und durch falsch. Die Besonderheit des Imperialismus ist die Herrschaft eben nicht des Industrie-, sondern des Finanzkapitals, das Streben, eben nicht nur Agrarländer, sondern beliebige Länder zu annektieren. Kautsky trennt die Politik des Imperialismus von seiner Ökonomik, trennt den Monopolismus in der Politik von dem Monopolismus in der Ökonomik, um seinem platten bürgerlichen Reformismus wie „Abrüstung“, „Ultraimperialismus“ und ähnlichem Unsinn den Weg zu ebnen. Sinn und Zweck dieser theoretischen Fälschung läuft einzig und allein darauf hinaus, die tiefsten Widersprüche des Imperialismus zu vertuschen und auf diese Weise die Theorie der „Einheit“ mit den Apologeten des Imperialismus, den offenen Sozialchauvinisten und Opportunisten, zu rechtfertigen.“ (W.I. Lenin: Der Imperialismus und die Spaltung des Sozialismus. In: LW Band 23, S. 102-104)

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