Krenz entlarvt sich selbst

Nachfolgend spiegle ich einen Beitrag über die konterrevolutionäre Rolle, die der letzte SED-Generalsekretär  Egon Krenz bei der Beseitigung der DDR gespielt hat (Quelle):

krenz

Daß sich der ehemalige FDJ-Funktionär Krenz nicht schäbig vorkam in seiner Rolle als Handlanger Gorbatschows, mußte zunächst verwundern. Hatte doch die FDJ als „Kampfreserve der Partei“ noch unter seiner Führung dafür gesorgt, daß vor allem auch unter der Arbeiterjugend Kenntnisse des Marxismus-Leninismus verbreitet wurden. In hohen Auflagen erhielten die FDJ-Grundorganisationen Broschüren über Philosophie und Politische Ökonomie, und man kann davon ausgehen, daß auch Krenz ab und zu einen Blick in die Werke der Klassiker des Marxismus-Leninismus warf. Doch schienen es einige dieser „Berufsrevolutionäre“ in hohen Funktionen nicht bemerkt zu haben, daß spätestens mit der Gorbatschowschen Perestrojka der Antikommunismus in die DDR eingezogen war.  Sie hatten es versäumt, Lehren aus dem Antibolschewismus der XX.Parteitages der KPdSU (1956) zu ziehen. Und daß nun Krenz auch noch durch die Siegerjustiz der BRD verurteilt wurde, zählt zur Ironie der Geschichte…

Grundsätze des Marxismus-Leninismus „übersehen“

In seinem gemeinsamen Artikel (2004) mit Siegfried Lorenz, verfaßt über die Wochen vor dem Sonderparteitag, entlarvt sich Krenz selbst als Parteigänger des Generalsekretärs der KPdSU Gorbatschow. Abgedruckt wurde dieser Artikel im Sonderheft der Kommunistischen Plattform der PDS anläßlich des 15. Jahrestages des Sonderparteitages der SED/PDS. Die Ursache dafür, daß Krenz und viele andere zu Parteigängern Gorbatschows wurden, läßt sich daraus erklären, daß es in der DDR und in der SED zu keiner Zeit eine theoretische Analyse der anti-marxistisch-leninistischen Politik von Chruschtschow gab. Der Antibolschewismus mittels des Antistalinismus, angefangen von Chruschtschow bis Gorbatschow wurde nie theoretisch analysiert. Die Mißachtung von Axiomen des Marxismus-Leninismus durch Führer der KPdSU wurde geflissentlich „übersehen“.

Der Kapitalismus kam durch die Hintertür

Die traditionelle Freundschaft zur KPdSU und der UdSSR aus der Zeit mit J. W. Stalin verhinderten die im Klassenkampf immer notwendigen Analysen zur kritischen Einschätzung der tatsächlichen Situation. Diese Haltung war eine der Grundpositionen, sowohl von E.Honecker, als auch von Krenz und seinen Helfern. Der Funktionär der KPUSA, Viktor Perlo, beschrieb diese Situation folgendermaßen:

„Beginnend mit dem Jahr 1989 wendete sich die Perestrojka dazu schrittweise kapitalistische Beziehungen einzuführen und einer neuen kapitalistischen Klasse den Boden zu bereiten. Bis zu einem gewissen Punkt war jeder Schritt begleitet von Versicherungen, daß es sich um wirklich sozialistische Maßnahmen handelt.“

Die „oppositionelle“ Fraktion des Egon Krenz

E. Krenz war schon 1986 der Kopf einer Anti-Honecker Fraktion. Er schreibt in dem Artikel in Bezug auf das Ziel, Honecker abzulösen:

„Es darf nicht vergessen werde, Honeckers Autorität war national und international noch groß. Selbst Willy Brandt hatte gewarnt ‚Macht Honecker nicht zum Sündenbock‘. Zudem waren alle Wechsel an der Spitze der Fuhrungen in den sozialistischen Ländern immer mit tiefen Erschütterungen in der Gesellschaft verbunden. Der Besuch Honeckers 1987 in der BRD hat seine außenpolitische Reputation so erhöht, daß unsere sozialistischen Verbündeten, die 1986 einen Wechsel befürwortet hatten, nunmehr davon abrieten. Es war unsere Sache nicht Honecker zu hintergehen.“

Aus diesem Zitat geht eindeutig hervor:

  1. Krenz hat zumindest seit 1986, also mit dem Machtantritt von Gorbatschow, mit seinen sowjetischen Verbündeten über die Ablösung von E. Honecker beraten.
  2. Zu seinen Beratern gehörte auch der SPD Vorsitzende W. Brandt.
  3. Ihm war bekannt, daß solche Ablösungen mit tiefen Erschütterungen In der sozialistischen Gesellschaft verbunden waren.
  4. Behauptet er noch dreist, daß er, der Honecker schon 1986 ablösen sollte, Honecker nicht hintergehen wollte.

Die Gelegenheit war günstig…

Seit 1986 war er der „Stellvertreter“ Honeckers. Als E.Honecker beim Krankenhausantritt seine Stellvertretung an G.Mittag übertrug, hatte er vielleicht schon das doppelzüngige Spiel von Krenz geahnt. Krenz kam zurecht,. daß Mittag mit dieser Aufgabe offensichtlich überfordert war, und dieser, alle notwendigen Entscheidungen auf den Zeitpunkt der Wiederkehr E.Honeckers hinausschob. Gleichfalls begünstigend für die Erfüllung seines Auftrages durch seine sowjetischen Verbündeten war, daß sich E.Honecker zuerst auf die Vorbereitung des 40. Jahrestages der DDR konzentrieren mußte. In dieser Zeit konnte sich die „Opposition“ gegen Honecker, gegen die sozialistische DDR innerhalb und vor allem außerhalb der SED, speziell in der „Bürgerbewegung“ verbreitern und die Arbeiterklasse, die Genossenschaftsbauern, die Intelligenz, die Mittelschichten sowie die Jugend und Frauen desinformieren, und soweit es nicht gelang, in die Opposition einzubeziehen, sie weitestgehend zu verunsichern und sie politisch zu neutralisieren.

Ein bemerkenswerter Zwischenstop in Moskau

E.Krenz war Teilnehmer an den Feierlichkeiten der Gründung der VR China. Diese hatte eine marxistisch-leninistische Partei an ihrer Spitze, die bereit war, die Errungenschaften der sozialistischen Revolution sowohl gegen den Revisionismus Gorbatschows, als auch.gegen seine Anhänger in der VR China und auch gegen die internationale lrnperialistische Konterrevolution mit allen Mitteln zu verteidigen. Dort konnte sich Krenz davon überzeugen, wie richtig die Leninsche Erkenntnis ist, daß es nicht nur notwendig ist eine siegreiche Revolution durchzuführen, sondern daß ihre Ergebnisse ständig verteidigt werden müssen. Krenz machte, wie K.Hager bemerkte, einen Zwischenstop in Moskau bei seinen „sowjetischen Verbündeten“ und kommt mit einer Erklärung zurück, welche die Perestrojka-Konzeption für die DDR beinhaltet.

Emil Collet: Die DDR – Ein sozialistisches Meisterwerk, Ernst Thälmann Verlag, Heft 86-2, S.34-36. (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

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