Was lehrt uns der Beginn der revolutionären Tätigkeit Kim Il Sungs?

Welche Lehren und Schlussfolgerungen können die Kommunisten in Deutschland aus dem Beginn der revolutionären Tätigkeit Kim Il Sungs für ihren heutigen Kampf ziehen? Die Situation in Deutschland ist davon gekennzeichnet, dass die Kommunisten beim Parteiaufbau am Anfang stehen. D.h. es ist Aufgabe die Kommunistische Partei auf die Beine zu stellen und die Besten der Arbeiterklasse, der Werktätigen und der Jugend für den Kommunismus und die Kommunistische Partei Deutschlands zu gewinnen. J.W. Stalin schreibt über diese Periode: Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und der Sorgen der Partei steht in dieser Periode die Partei selbst, ihre Existenz, ihre Erhaltung. Die Partei wird in dieser Zeit als eine gewisse sich selbst genügende Kraft betrachtet. […] Die grundlegende Aufgabe des Kommunismus […] besteht in dieser Periode darin, die besten, aktivsten und der Sache des Proletariats ergebensten Kräfte der Arbeiterklasse für die Partei zu werben, die Partei des Proletariats zu formieren und auf die Beine zu stellen. Genosse Lenin formuliert diese Aufgabe dahin, „die Vorhut des Proletariats für den Kommunismus zu gewinnen“1

Die revolutionäre Tätigkeit Kim Il Sungs beginnt damit, dass er sich in seiner Schulzeit mit dem Marxismus-Leninismus vertraut macht, seine Studienzeit dazu nutzt ihn gewissenhaft zu studieren. Er schreibt darüber im erste Band seiner Erinnerungen „Mit dem Jahrhundert“ folgendes: „Während meiner Mittelschulzeit las ich die ganze Nacht hindurch, was nicht nur aus wissenschaftlichem Interesse oder Forscherdrang herrührte. Ich ging den Büchern nicht deshalb auf den Grund, weil ich Wissenschaftler werden und Karriere machen wollte. Aus den Büchern wollte ich Antwort auf die Frage finden, wie wir den japanischen Imperialismus zurückschlagen und das Land wiedererlangen könnten, wie die soziale Ungleichheit abgeschafft und den arbeitenden Menschen ein Wohlleben gesichert werden könnte. Ich wollte stets, wenn ich irgendein Buch aufschlug, diese Antwort finden. Ich sah den Marxismus-Leninismus nicht als Dogma, sondern als Waffe für die Praxis an. Mein Standpunkt, das Kriterium für die Wahrheit ist nicht in einer abstrakten Theorie, sondern immer in der konkreten Praxis, d.h. in der koreanischen Revolution zu finden, keimte, könnte man sagen, in diesem Prozeß. Ich studierte in dieser Zeit die klassischen Werke des Marxismus-Leninismus und Bücher, die ihn erläuterten, darunter das „Manifest der Kommunistischen Partei“, „Das Kapital“, „Staat und Revolution“ und „Lohnarbeit und Kapital“, sobald ich sie in die Hand bekam.“2

Weil der Sozialismus eine Wissenschaft ist, muss er auch studiert werden. Wer sich also als Kommunist bezeichnen möchte, muss den Marxismus-Leninismus und die Juche-Ideologie studieren. Folglich ist es Aufgabe der Kommunisten die entsprechende Literatur zu vertreiben, entsprechend zu propagieren und zu schulen. Hierfür braucht es Studienleitfäden für die wichtigsten Werke des Marxismus-Leninismus und der Juche-Ideologie für das Selbst- und Gruppenstudium.

Kim Il Sung schreibt über seine Studienzeit: „Ich verbrachte in Jilin rund drei Jahre. In meinem ganzen Leben hinterließ mir Jilin fürwahr unvergessliche Erinnerungen. In dieser Stadt verstand ich den Marxismus-Leninismus als wissenschaftliche Lehre und mit dieser Lehre zutiefst die praxisbezogene Wahrheit im Interesse der Unabhängigkeit Koreas und das Glücks des Volkes. […] Das Studium ist der grundlegende Prozeß, den ein Revolutionär zum Zweck der Selbsterziehung unbedingt zu durchlaufen hat, und eine unentbehrliche geistige Arbeit, die bei der Schaffung der Grundlage für den Fortschritt und die Umgestaltung der Gesellschaft keinen einzigen Tag unterbrochen werden darf. Von der Lehre aus, die ich im Verlauf des Studiums der progressiven Ideologie in der Jiliner Zeit gezogen hatte, unterstreiche ich auch heute, daß das Lernen die erste Pflicht des Revolutionärs ist.“3

Die weitere revolutionäre Tätigkeit Kim Il Sungs führt zum Geburtsdokument der Juche-Ideologie, dem Referat auf der Konferenz der leitenden Funktionäre des Kommunistischen und des Antiimperialistischen Jugendverbandes in Kalun am 30. Juni 1930 „Der Weg der koreanischen Revolution4. Auch in Deutschland müssen sich die Kommunisten heute den Weg, die Strategie und Taktik der proletarischen Revolution klar machen und festlegen.

Kim Il Sung liefert in seinem Referat einige grundlegende Prinzipien dafür: „Der Herr des revolutionären Kampfes sind die Volksmassen. Er kann nur dann siegreich beendet werden, wenn sich das Volk für den revolutionären Kampf organisiert und mobilisiert. Deshalb müssen die Führer dieser Bewegung inmitten der Volksmassen schreiten, sie müssen sie anspornen und erreichen, dass sie selbstbewusst den Schauplatz des revolutionären Kampfes betreten. Die angeblichen Führer der der kommunistischen Bewegung [im Korea der 1920er und 1930er Jahre], die obere Schicht, brachen jedoch nur Streitigkeiten vom Zaun, die der Revolution nichts nutzen, und machten sich überhaupt keine Gedanken darüber, wie die Volksmassen wachzurütteln und zum revolutionären Kampf zu mobilisieren sind. […]

Die Erfahrungen lehren, dass man sich in die Volksmassen begeben muss, wenn man den Sieg der Revolution sichern will, dass man sie organisieren und mobilisieren und alle Probleme der Revolution unter Berücksichtigung der realen Verhältnisse des eigenen Landes selbstständig lösen muss, wobei man die volle Verantwortung trägt, und sich nicht auf Hilfe äußerer Kräfte verlassen darf.

Von dieser Lehre ausgehend ziehen wir folgende Schlüsse: Das Wichtigste ist es, einen festen Standpunkt zu beziehen und unerschütterlich vorzugehen, dass das koreanische Volk selbst Herr der koreanischen Revolution ist und diese Revolution unter allen Umständen von den eigenen Kräften des koreanischen Volkes und entsprechend den realen Verhältnissen unseres Landes verwirklicht werden muss.“5

Systematisiert wurde die Juche-Ideologie erstmals von Kim Jong Il 1982 in seiner Abhandlung „Über die Juche-Ideologie“. Kim Jong Un stellt 2012 diese Verdienste Kim Il Sungs heraus, der „die große Juche-Ideologie [begründete, er] leitete so die neue Epoche der koreanischen Revolution ein, führte durch die Durchsetzung der Juche-Ideologie die soziale Revolution in verschiedenen Etappen zum glänzenden Sieg und erwarb sich unvergängliche Verdienste um alle Bereiche der Revolution und des Aufbaus. Die von ihm begründete und in der Praxis der Revolution hervorragend verwirklichte Juche-Ideologie ist das ewige Siegesbanner unserer Revolution. […]

Sie stellte eine Weltanschauung auf, bei der die Menschen im Mittelpunkt stehen, und eröffnete so den Weg, auf dem die Menschen mit dem Selbstbewusstsein, dass sie Herren der Welt und des eigenen Schicksals sind, die Sozialgeschichte und ihr eigenes Schicksal selbstständig zu gestalten. […]

Die Juche-Ideologie ist ein enzyklopädisches revolutionäres Ideengut, das die gesamte Geschichtsepoche der Verwirklichung der souveränen Sache der Volksmassen, der sozialistischen Sache vertritt, und eine große Ideologie, die die Zukunft der Menschheit führt.

Unter dem Banner der Juche-Ideologie führte Kim Il Sung den revolutionären Kampf und die Aufbauarbeit zum Sieg und erwarb sich dabei unvergängliche revolutionäre Verdienste, die zu einer dauerhaften Grundlage dafür werden, die Verwirklichung unserer sozialistischen Sache unbeirrt zu gewährleisten.

Revolutionäre Partei, Macht und Armee sind die stärkste politische Waffe, die die Anbahnung, den Fortschritt und den Sieg der revolutionären Sache garantiert. Die Geschichte zeigte, dass das Schicksal der Revolution und des Sozialismus davon entschieden wird, wie Partei, Macht und Armee aufgebaut werden und wie das Volk politisch-ideologisch vorbereitet wird.“6

Auf der festen ideologischen Grundlage der Juche-Ideologie ging Kim Il Sung und seine Genossen nach der Kaluner Konferenz daran, die erste Parteiorganisation neuen Typs in Korea zu organisieren: Der Genossenverein „Konsol“ organisierte in der Folgezeit die ersten Parteigrundorganisationen (Parteizellen) in Korea und der Mandschurei, um in die Praxis des Klassen- und revolutionären antijapanischen Kampfes eingreifen zu können. Das historische Vorbild dafür beschreibt Kim Il Sung im 2. Band seiner Erinnerungen:

Nach dem Entstehen seiner Theorie über den wissenschaftlichen Kommunismus schuf Marx als erstes Ergebnis seines praktischen Kampfes den Bund der Kommunisten und veröffentlichte das „Manifest der Kommunistischen Partei“. Das wird als größtes Verdienst seiner Tätigkeit heute noch hoch eingeschätzt, was darauf zurückzuführen ist, daß der Mission und Rolle der Partei im Kampf der Kommunisten für die Rekonstruktion der Welt eine so unermeßliche Bedeutung zukommt. Auch die verschiedenen Spielarten des Opportunismus und Reformismus, die einst in der kommunistischen Weltbewegung und internationalen Arbeiterbewegung ihr Haupt erhoben, entstehen, kann man sagen, letzten Endes aus einer falschen Auffassung und Position über die Rolle der Partei“7

Einige einführenden Werke in die Juche-Ideologie:

  • Kim Jong Un: Der große Genosse Kim Il Sung ist der ewige Führer unserer Partei und unseres Volkes, Pyongyang, 2012 www.korean-books.com.kp/KBMbooks/de/work/leader3/1203.pdf
  • Kim Jong Un: Den großen Genosse Kim Jong Il als ewigen Generalsekretär unserer Partei hoch verehren und das koreanische revolutionäre Werk hervorragend vollenden, Pyongyang, 2012
  • Kim Jong Il: Über die Juche-Ideologie. (31. März 1982) www.korean-books.com.kp/KBMbooks/de/work/leader2/3066.pdf
  • Kim Il Sung: Über die Beseitigung des Dogmatismus und des Formalismus sowie über die Durchsetzung des Juche in der ideologischen Arbeit. (28. Dezember 1955) In: Kim Il Sung, Werke Band 9, Pyongyang, 1982, S.457-484

Weitere Werke von Kim Il Sung und Kim Jong Il zum Studium der Juche-Ideologie finden sich hier: www.juche-austria.net

18. Oktober Juche 110 (2021) – ks

FUSSNOTEN:

1 J.W. Stalin: Die Partei vor und nach der Machtergreifung. In: Stalin-Werke Band 5, S. 87-88

2 Kim Il Sung: Erinnerungen. Mit dem Jahrhundert, Band 1, Pyongyang, 1992, S. 247-248 (Alle Bücher aus der DVRK können als PDF-Dateien unter www.korean-books.com-kp/de/ eingesehen werden)

3 Ebenda. S. 262

4 In: Kim Il Sung, Gesammelte Werke Band 1, Pyongyang, 2010, S. 37-48 oder ebenda., Pyongyang, 1980, S. 1-12

5 Ebenda. S. 41-43 oder S. 5-7

6 Kim Jong Un: Der große Genosse Kim Il Sung ist der ewige Führer unserer Partei und unseres Volkes, Pyongyang, 2012, S. 10-12

7 Kim Il Sung: Erinnerungen. Mit dem Jahrhundert, Band 2, Pyongyang, 1992, S. 64

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