Über den Staat

Den politischen und ideologischen Verwirrungen in der Frage des Staates, wie sie u.a. in den jetzt anlaufenden Wahlkampagnen für das Jahr 2017 in der BRD anlaufen sowie den schon etwas älteren „neuen theoretischen Erkenntnissen“ der PKK und deren Vorsitzenden Öcalan in der Staatsfrage (näheres siehe hier: Link), seien einige grundlegende Werke der Klassiker des MLM entgegengestellt. Zuerst stellt der Vorsitzende Mao in seiner Schrift vom Januar 1940 „Über die Neue Demokratie“ (In: Ausgewählte Werke Band II, S. 395-449) klar:

„Die mannigfaltigen Staatssysteme in der Welt können daher nach dem Klassencharakter der politischen Macht auf drei grundlegende Typen reduziert werden:

1. unter der Diktatur der Bourgeoisie stehende Republiken;

2. unter der Diktatur des Proletariats stehende Republiken;

3. unter der gemeinsamen Diktatur mehrerer revolutionärer Klassen stehende Republiken.

Der erste Typus umfaßt die Staaten der alten Demokratie. Heute, nach Ausbruch des zweiten imperialistischen Krieges, ist in vielen kapitalistischen Ländern kaum noch eine Spur von Demokratie zu finden; sie sind entweder zu einer blutigen Militärdiktatur der Bourgeoisie übergegangen oder werden bald dahin übergehen. Gewisse unter der gemeinsamen Diktatur der Grundherren und der Bourgeoisie stehende Länder fallen auch in diese Kategorie.

Der zweite Typus existiert in der Sowjetunion, und in den kapitalistischen Ländern reifen die Bedingungen für diesen Typus heran. In der Zukunft wird er für eine betreffende Periode zur vorherrschenden Form in der Welt werden.

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Die Maoistische Kommunistische Partei Chinas

Beim Stöbern im Netz bin ich auf eine nicht autorisierte deutsche Übersetzung mit dem Titel „Die Zehn Deklarationen der Maoistischen Kommunistischen Partei Chinas (MKPCh)“ gestoßen. Dieses aus dem Englischen übersetzte Dokument muss wohl um 2008 datiert sein:

Die Zehn Deklarationen der Maoistischen Kommunistischen Partei Chinas (MKPCh)

1. Wir verurteilen aufs Schärfste die verräterisch-revisionistischen Führungsclique der KPCh und ihre Repressionen gegen unsere Partei! Am 26. Dezember 2008 veröffentlichte unsere Partei das Pamphlet „An das gesamte chinesische Volk“ in den zentralen Distrikten von Städten wie Peking und Schanghai, in dem erklärt wird, dass „dass chinesische Volk das Recht hat, sich gegen die verräterisch-revisionistische Führungsclique der KPCh zu erheben“. Dadurch haben wir es gewagt, „dem Tiger in den Hintern zu treten“! Danach haben wir uns bemüht, sowohl im Internet als auch in anderen Städten noch mehr Propaganda zu machen. Diese revolutionären Aktionen unserer Partei waren das Ergebnis einer Welle [des Widerstands – R.] gegen die verräterisch-revisionistische Führungsclique der KPCh und schafften es, das arrogante Verhalten der revisionistischen Führungsclique etwas zu reduzieren. Dies ist das Instrument, dass eine große revolutionäre Bewegung des chinesischen Proletariats zu den Waffen gegen die kapitalistische Restauration ruft; das ist das Signal, das Volk zum Schlag gegen die Verbrechen der verräterisch-revisionistischen Führungsclique zu mobilisieren; den Revisionisten ihre falsche Maske abzureißen und das Volk zu einem revolutionären Krieg in beiden Formen – durch Worte und Aktionen – zu ermutigen. Das Pamphlet unserer Partei „An das gesamte chinesische Volk“ erhielt nicht nur in China große Aufmerksamkeit und trug enorm dazu bei, die chinesische Arbeiterklasse aufzuwecken, sondern beeinflusste auch die internationale Politik. „Radio Free Asia“ und „Voice of America“ machten bereits Reportagen über uns. Reaktionäre Kräfte innerhalb wie außerhalb Chinas fühlten sich durch unser Pamphlet bedroht, begannen, unsere Partei zu attackieren und boten dem herrschenden Regime Chinas Strategien an. Sie benutzten Slogans wie „Schockierend, gegen Hu Jintao und für Mao Tsetung ausgerichtet; die Söhne und Enkel Maos haben die Maoistische Kommunistische Partei Chinas gegründet“; „Wenn wir nicht schleunigst Maos Erbe entsagen, werden wir mit Sicherheit die Probleme der Zukunft ausbrüten“; „Wir schlagen aufs Energischste vor, dass Mao-Porträt vom Tiananmen-Platz zu entfernen“; „Wir verlangen, dass die chinesische Regierung endlich den kommunistischen Lack abkratzt“ und „Wenn die KPCh die MKPCh nicht schnellstens zerstört, wird sie sicherlich durch deren Hände sterben“. Die verräterisch-revisionistische Führungsclique der Kommunistischen Partei Chinas tut so, als ob er von alledem nichts hören würde, aber in Wahrheit haben sie bereits begonnen, Polizeikräfte einzusetzen, um unsere Partei zu verfolgen. Sie halten die Orte, wo wir unsere Pamphlete verteilen, unter sorgfältiger Beobachtung und kontrollieren die Bilder von CCTV an den Tagen, an denen wir aktiv sind. Durch ihre Internet-Kontrolle verfolgen sie verdächtige Personen. Sie wollen unsere Partei zerstören, während sie noch in den Kinderschuhen steckt. Wir verurteilen diese Handlungen der verräterisch-revisionistischen Clique der Kommunistischen Partei Chinas aufs Schärfste! Wir verlangen mit Nachdruck, dass jede heimlichtuerische Unterdrückung unserer Partei durch das Regime sofort beendet wird! Unsere Partei handelt dem demokratischen Prinzip gemäß, dass „eine tugendhafte Person eher den Mund als die Hände benutzt“, aber wir verfolgen auch das eiserne revolutionäre Prinzip, dass „wenn wir von den Reaktionären angegriffen werden, wir entschlossen zurückschlagen werden“. Das Pamphlet „An das gesamte chinesische Volk“, wie auch diese Zehn Deklarationen, sollen helfen, das chinesische Volk zu mobilisieren, damit es die großen Ereignisse in unserem Land bemerkt. Wir verurteilen entschlossen den Einsatz von faschistischem „Weißem Terror“ durch die verräterisch-revisionistische Clique der Kommunistischen Partei Chinas! Wenn die Revisionisten diese Aktionen starrsinnig fortsetzen und das chinesische Volk in blutigen Wind und Regen zerren, werden wir sie mit Garantie bis zum Ende begleiten! Wir werden nicht aufgeben, bis jeder einzelne anti-maoistische Reaktionär aus China entfernt wurde! Wir werden unseren Kampf nicht einstellen, bis jeder einzelne verräterische Revisionist, der es wagt, den kapitalistischen Weg zu gehen, vollständig zerstört worden ist!

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3. Dezember: Tag der Volksguerillaarmee

Ich spiegele hier einen Artikel zum 37. Jahrestag der Gründung der Volksguerillaarmee der KP Perus aus http://www.demvolkedienen.org (Link):

Wir dokumentieren hier eine deutsche Übersetzung eines Artikels des Journal A Nova Democracia.

3. Dezember: Tag der Volksguerillaarmee

Text aus Ausgabe 181, erste Dezemberhälfte

Dieser 3. Dezember markiert den 37. Jahrestag der Gründung der Volksguerillaarmee (Ejército Guerrillero Popular – EGP), die durch die Kommunistische Partei Perus (KPP) geformt wurde.

Am gleichen Tag, 1979, bei der ersten Nationalversammlung, die vom Vorsitzenden Gonzalo persönlich geführt wurde, wurde die Strategie und Taktik und der erste Militärplan des Volkskriegs und die allgemeine Ausrichtung des Aufbaus der Volksarmee definiert, mit dem Ergebnis, durch den Zweilinienkampf, der Gründung ersten Kompanie der Roten Armee, später als „Tag der Armee“ bezeichnet.

Eine Armee des neuen Typus

Die politischen Aufgaben dieser Armee wurden festgelegt: zu kämpfen (als die Hauptaufgabe), zu mobilisieren (was Politisierung, Mobilisierung, Organisation und Bewaffnung der Massen beinhaltet) und zu produzieren (um dem Volk nicht zur Last zu werden). Ihr Aufbau gibt vor: das Hauptsächliche ist sich auf den Marxismus-Leninismus-Maoismus, dem Denken Gonzalo zu basieren und immer von den politischen und militärischen Linien und der politischen Führung der KPP geleitet zu werden und später seine militärischen Abteilungen, Züge, Kompanien und Bataillone aufzubauen, die Massen zu erheben, sie zu bewaffnen um den alten Staat zu zerschlagen und den Neuen aufzubauen.

Dieser absolut neue Charakter der Volksguerillaarmee konnte auf der einen Seite nur durch seinen konzentrischen Aufbau um die Kommunistische Partei geformt werden, auf der anderen durch die Unterstützung der Massen, vereint in der Einheitsfront. Diese These entwickelte sich als Beitrag der peruanischen Revolution und des Denken Gonzalo zum Marxismus-Leninismus-Maoismus und der Proletarischen Weltrevolution.

Der Vorsitzende Gonzalo, der die These des Vorsitzenden Mao über die drei Instrumente der Revolution („die drei Zauberstäbe“) weiterentwickelte, etablierte den konzentrischen Aufbau, der ist: die Kommunistische Partei als Achse und Zentrum, Führung der Revolution; die Volksarmee, Hauptform der Organisation der Massen und gemacht um die Revolution zu machen; und die Front-Neuer Staat, der Embryo der Volksrepublik, die die Revolution stützt.

Anschließend entwickelt der Vorsitzende Gonzalo auch die These der Militarisierung der Partei, was organisatorisch beinhaltet, dass alle Militanten der KPP auch Kämpfer der EGP wurden, so die absolute Führung der Partei über die Aktionen des Volkskriegs und die drei Aufgaben seiner Militanten erfüllend: Zuerst und vor allem Kommunisten zu sein, dem entsprechend Kämpfer der Armee und Führer der Front oder Leiter des Neuen Staates. Diese These begründet Beiträge von universaler Gültigkeit für die Proletarische Weltrevolution.

Stalins 137. Geburtstag

zum diesjährigen 137. Geburtstag des Genossen J.W. Stalin seien die Worte des Vorsitzenden Mao wiedergegeben, die er am 20. Dezember 1939 in seiner Schrift „STALIN – DER FREUND DES CHINESISCHEN VOLKES“ schrieb (In: Mao Tsetung, Ausgewählte Werke Band II, Peking, 1969, S. 389-390):

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Am 21. Dezember dieses Jahres feiert Genosse Stalin seinen 60. Geburtstag. In den Herzen aller revolutionären Menschen der Welt, die davon Kenntnis haben, wird dieser Geburtstag gewiß Anlaß zu innigen und herzlichen Glückwünschen sein.

Stalin feiern ist keine Formalität. Stalin feiern bedeutet, ihn und seine Sache unterstützen, den Sieg des Sozialismus und die Richtung, die er der Menschheit weist, unterstützen, bedeutet, einen vertrauten Freund unterstützen. Denn heute leidet der überwiegende Teil der Menschheit Not, und nur in der von Stalin gewiesenen Richtung, nur mit seiner Hilfe kann sich die Menschheit aus ihrer katastrophalen Lage befreien.

Unser chinesisches Volk macht in seiner Geschichte eine Zeit der schwersten Leiden durch, eine Zeit, in der es am dringendsten die Hilfe anderer braucht. In dem Schidjing (Buch der Oden) heißt es: „Ein Vogel singt, um die Stimme seines Freundes zu hören.“ So steht es zur Stunde auch mit uns.

Wer aber sind unsere Freunde?

Es gibt eine Art von sogenannten Freunden, die sich selbst als Freunde des chinesischen Volkes ausgeben und auch von manchen Chinesen gedankenlos als Freunde bezeichnet werden. Doch solche Freunde können nur vom Schlage Li Lin-fu1 sein, eines Premierministers aus der Zeit der Tang-Dynastie, der als ein Mann mit „Honig im Mund und Galle im Herzen“ berüchtigt war. Sie sind wirklich „Freunde“ mit „Honig im Mund und Galle im Herzen“. Wer sind diese Leute? Das sind die Imperialisten, die nur in Worten mit China sympathisieren.

Es gibt jedoch auch eine andere Art von Freunden, die uns wirklich Sympathie entgegenbringen und uns als ihre Brüder behandeln. Wer sind diese Menschen? Das sind das Sowjetvolk und Stalin.

Kein anderer Staat hat seine Privilegien in China aufgegeben ; nur die Sowjetunion hat es getan.

Während unserer Ersten Großen Revolution waren alle Imperialisten gegen uns; nur die Sowjetunion half uns.

Seit dem Ausbruch des Widerstandskriegs gegen die japanische Aggression hat uns keine Regierung eines imperialistischen Landes wirklich unterstützt; nur die Sowjetunion hat uns mit ihren Luftstreitkräften und ihrem Material Beistand geleistet.

Ist das nicht klar und deutlich genug?

Nur das Land des Sozialismus, sein Führer und sein Volk, die sozialistischen Denker, Staatsmänner und Werktätigen können wirklich die Sache der Befreiung der chinesischen Nation und des chinesischen Volkes unterstützen, ohne ihre Hilfe können wir in unserer Sache nicht den Endsieg erringen.

Stalin ist der treue Freund der Sache der Befreiung des chinesischen Volkes. Die Liebe und Verehrung des chinesischen Volkes für Stalin und seine Freundschaft zur Sowjetunion kommen aus vollem Herzen. Jeder Versuch, Zwietracht zu säen, jede Lüge und Verleumdung sind letzten Endes vergeblich.

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Die Rolle der Großbanken im Imperialismus

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Zur Analyse des Imperialismus und insbesondere der Großbanken sowie deren Rolle bei der Übertragung der politischen Macht an die Faschisten, ist der Aufsatz von Kurt Gossweiler „Die Rolle der Großbanken im Imperialismus“ von 1971 sehr aufschlussreich. Leider ist dieser Aufsatz nur in der zweibändigen Artikelsammlung Kurt Gossweiler, Aufsätze zum Faschismus. Band I, Köln, 1988, S. 199-229 nachzulesen. Die folgende Zusammenfassung soll Interesse machen auf die Lektüre des ganzen Aufsatzes:

Die neue Rolle der Großbanken

Immer mehr zeigt sich bei der Entwicklung in der monopolkapitalistisch regierten Wirtschaft, welche dominierende Rolle die Banken einnehmen. Lenin hatte bekanntlich angesichts der Verschmelzung von Industrie- und Bankkapital schon 1920 auf die neue Rolle der Banken hingewiesen, indem er schrieb, daß die Banken das Industriekapital in immer größere Abhängigkeit von sich bringen. (LW Band 22, S.214ff) Dabei werden die tatsächlichen gesellschaftlichen Verhältnisse oft verkehrt, mystifiziert widergespiegelt. Karl Marx nannte das den der Warenproduktion eigenen Fetischismus. (MEW Band 23, S. 86 f.)

Zentren des Wirtschaftslebens

Das Geldkapital, so schreibt Kurt Gossweiler in seinem Aufsatz „ist der Gott der kapitalistischen Warenwelt. Seine Macht geht über an die Vermittler zwischen Gott (Geld) und der nach Gott dürstenden Welt – an die Banken. Sie werden zum Papst in der verkehrten Welt der kapitalistischen Warenproduktion, in der die Dinge über den Menschen herrschen. Die Vormacht der Banken gegenüber dem Industriekapital im Imperialismus ist weit weniger wunderbar als es die Siege der Päpste über die mittelalterlichen Kaiser waren. Denn ihrer scheinbar irrationalen Macht liegt ganz etwas anderes zugrunde, als es der religiöse Glaube ist, eine Tatsache, die eben bereits erwähnt wurde und die Lenin in die prägnanten Worte faßte: ‚Die Banken sind… die Zentren des modernen Wirtschaftslebens, die wichtigsten Nervenknoten des gesamten kapitalistischen Systems der Volkswirtschaft.’ (LW Band 25, S. 338) Diese Rolle müssen die Banken in der hochentwickelten kapitalistischen Warenproduktion, im Imperialismus spielen, können es aber auch nur in ihr.“ (…)

Der bürgerliche Staat als Werkzeug des Finanzkapitals

Die Unantastbarkeit des kapitalistischen Eigentums an den Produktionsmitteln, soweit es monopolkapitalistisches Eigentum ist, macht es dem kapitalistischen Staat prinzipiell unmöglich, ‚der Wirtschaft’ gegenüber als Planer und Leiter aufzutreten. Wo er sie aufzutreten scheint, tut er es als Instrument, als Werkzeug des Finanzkapitals zur Durchsetzung der ‚Profit-Planung’ der verschiedenen Finanzgruppen, mit den Banken an der Spitze, als staatsmonopolistische Regulierung. Sie, die Banken sind nicht die einzigen, aber die obersten Kommandozentralen des Finanzkapitals.“

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Faschismus und (deutscher) Imperialismus

Die kommunistische Faschismustheorie gründet sich auf die Analyse des Imperialismus, also des höchsten, monopolistischen und letzten Stadiums des Kapitalismus. W.I. Lenin schreibt in seinem Hauptwerk über den Imperialismus („Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus.“ In: Lenin-Werke (LW) Band 22, S. 189-309), dass „zu den politischen Besonderheiten des Imperialismus die Reaktion auf der ganzen Linie sowie die Verstärkung der nationalen Unterdrückung in Verbindung mit dem Druck der Finanzoligarchie und mit der Beseitigung der freien Konkurrenz gehören“ (LW Band 22, S. 292). Weiter macht W.I. Lenin klar: „Der Imperialismus ist die Epoche des Finanzkapitals und der Monopole, die überallhin den Drang nach Herrschaft und nicht nach Freiheit tragen. Reaktion auf der ganzen Linie, gleichviel unter welchem politischen System, äußerste Zuspitzung der Gegensätze auch auf diesem Gebiet – das ist das Ergebnis Tendenz. Insbesondere verschärfen sich auch die nationale Unterdrückung und der Drang nach Annexionen, d.h. nach Verletzung der nationalen Unabhängigkeit (denn Annexion ist ja nichts anderes als Verletzung der Selbstbestimmung der Nationen).“ (LW Band 22, S. 302). In einer weiteren Arbeit aus dem Jahr 1916 „Über eine Karikatur auf den Marxismus“ formuliert W.I. Lenin: „Der politische Überbau über der neuen Ökonomik, über dem monopolistischen Kapitalismus (Imperialismus ist monopolistischer Kapitalismus) ist die Wendung von der Demokratie zur politischen Reaktion. Der freien Konkurrenz entspricht die Demokratie. Dem Monopol entspricht die politische Reaktion. `Das Finanzkapital will nicht Freiheit, sondern Herrschaft`, sagt Rudolf Hilferding völlig richtig in seinem `Finanzkapital`“ (LW Band 23, S. 34)

Das Monopol einmal entstanden drängt nach Alleinherrschaft nicht nur auf ökonomischen, sondern auch auf politischem Gebiet. Dieser Drang ergibt sich aus dem objektiven Zwang zur Sicherung der für das Überleben im Konkurrenzkampf der Monopole notwendigen Kapitalakkumulation nicht nur den einfachen, normalen Durchschnittsprofit, sondern Extraprofite, Monopolprofite und Maximalprofite zu erzielen. J.W. Stalin drückt diese Notwendigkeit im ökonomischen Grundgesetz des Imperialismus (in seiner Schrift „Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR“, Peking, 1972, S. 44-45) im Jahr 1952, nach zwei imperialistischen Weltkriegen, so aus: „Sicherung des kapitalistischen Maximalprofits durch Ausbeutung, Ruinierung und Verelendung der Mehrheit der Bevölkerung des gegebenen Landes, durch Versklavung und systematische Ausplünderung der Völker anderer Länder, besonders der zurückgebliebenen Länder, und schließlich durch Kriege und Militarisierung der Volkswirtschaft, die der Sicherung von Höchstprofiten dienen.“

Der Faschismus kommt nun in der Periode der allgemeinen Krise des Kapitalismus (als Instrument der Offensive der Bourgeoisie in der Welt) auf. Sie ist das Ergebnis der Zuspitzung der imperialistischen Widersprüche im und nach dem I. imperialistischen Weltkrieg und ist eine Krise des gesamten kapitalistischen Gesellschaftssystems. J.W. Stalin hat diesen Charakter der allgemeinen Krise des Kapitalismus in seinem „Politischen Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees an den XVI. Parteitag der KPdSU(B)“ (In: J.W. Stalin Werke Band 12, S. 217-223) umfassend dargelegt.

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Kommunistische Theorie für den Kampf gegen den Faschismus I

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Angesichts der aktuellen Tatsache, dass sich in der BRD verschiedene reaktionäre und faschistische Strömungen entwickeln, nämlich einerseits eine (außerparlamentarische) faschistische Massenbewegung, und auf der anderen Seite (oder als Ergänzung) eine jetzt in verschiedenen Landesparlamenten verankerten rechten und faschistischen Partei (der AfD). Diese AfD setzt aktiv auf die Spaltung der Arbeiterklasse in „Deutsche“ und „Ausländer“ bzw. Flüchtlinge. Sie kann immer mehr Leute, auch solche die vorher in dieser Hinsicht nicht auffällig geworden sind, für gewalttätige Aktionen und reaktionären Terror mobilisieren, wie u.a. auch die Ereignisse im sächsischen Freital zeigen. Dies zusammen genommen mit der zunehmenden Militarisierung und Faschisierung des BRD-Staatsapparates durch die Ermächtigungsregierung Merkel (der Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD) zeigt die Gefahr des Faschismus deutlich.

Um den effektiven antifaschistischen Kampf gegen solche Umtriebe organisieren zu können, ist erst einmal ein kommunistisches Verständnis zu entwickeln, was Faschismus ist und daraus folgend, wie der antifaschistische Kampf der kommunistischen Kräfte organisiert werden muss. Eine breite Diskussion über das Wesen des Faschismus und die heutigen Aufgaben des antifaschistischen Kampfes ist unbedingt nötig und dazu sei hier aufgerufen. Hier hilft ein Blick in die Geschichte und Analyse der internationalen kommunistischen Bewegung in Gestalt der damaligen Kommunistischen Internationale (1919-1943). Beginnen kann man mit dem Referat von Clara Zetkin: DER KAMPF GEGEN DEN FASCHISMUS. Bericht auf dem Erweiterten Plenum des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale vom 20. Juni 1923

In diesem Bericht zeigt Clara Zetkin bedeutende Punkte auf, die bei der Faschismusanalyse weitgehend vernachlässigt worden sind:

  • Sie stellt klar, dass der Faschismus der „klassische Ausdruck der Generaloffensive der Weltbourgeoisie“ ist, nachdem die Generaloffensive des Proletariats zum Stocken gekommen ist. Clara Zetkin erkennt die elementare Notwendigkeit, den Faschismus niederzuringen, wenn die Arbeiterklasse wieder in die strategische Offensive kommen möchte.
  • Sie wendet sich gegen die Verwechslung des Faschismus mit dem gewalttägigen bürgerlichen Terror, der jede bürgerliche Reaktion kennzeichnet, aber keineswegs die Charakteristik des Faschismus erschöpft.
  • Sie arbeitet die Bedeutung der kleinbürgerlichen „Mittelschichten“ für den Faschismus und die Notwendigkeit ihrer Gewinnung für die Sache des Proletariats heraus.
  • Sie betont die Notwendigkeit, neben der militärischen Zerschlagung des Faschismus, des ideologischen und politischen Kampfes gegen den Faschismus.
  • Sie lässt keinen Zweifel daran, dass der „faschistische Idealstaat“ nichts anderes ist als „vulgärer, skrupelloser bürgerlicher Klassenstaat“. Insbesondere arbeitet sie die Rolle des Korporatismus heraus, da sie sich in ihrer Analyse besonders auf den italienischen Faschismus stützt.

Clara Zetkin – Der Kampf gegen den Faschismus

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LU HSÜN zur Großen Sozialistischen Oktoberrevolution

Der große chinesische Literat, Intellektuelle und proletarische Revolutionär Lu Hsün (1881-1936) schildert seine Ansichten über die Revolution und insbesondere die Große Sozialistische Oktoberrevolution wie folgt:

In der Vergangenheit war ich mir der Fäulnis der alten Gesellschaft bewußt und sehnte mich nach der Entstehung einer neuen Gesellschaft, ohne zu wissen, wie dieses `Neue´ aussehen sollte. Ich war mir auch nicht sicher, ob nach dem Aufbau einer neuen Gesellschaft die Verhältnisse sich wirklich bessern würden. Erst nach der Oktoberrevolution begriff ich, daß der neue Schöpfer dieser neuen Gesellschaftsordnung das Proletariat sein mußte; aber auf Grund der feindlichen Propaganda der kapitalistischen Länder blieb ich bei meiner ablehnenden Haltung und hielt an meinen Zweifeln fest. Erst die Existenz und die Erfolge der Sowjetunion überzeugten mich davon, daß eine klassenlose Gesellschaft möglich ist, sie widerlegten meine Zweifel und gaben mir neuen Mut. Was meine literarische Arbeit betrifft, so kann ich, da ich vom Zentrum der Revolution entfernt bin und mir nicht durch Reisen ein eigenes Urteil bilden kann, nur die Mißstände der alten Gesellschaft schildern.“ (Lu Hsün, Antwort auf eine Umfrage der Internationalen Literatur, 1934)

Dies tut er – durch und durch Revolutionär – auch (z.B. in seinem Artikel „Die Ausrottung der Roten – ein großartiges Schauspiel“ vom 10. April 1928), wenn er über die grausamen Massaker am chinesischen Volk berichtet:

Es ist leicht, heutzutage verdächtigt zu werden, wo die Zeitungen ständig voll sind von Berichten über die Verhaftung oder Entlassung loyaler Bürger, die man für Rote gehalten hat. Wenn man Pech hat und sich nicht ausweisen kann, kann so etwas schlimm ausgehen …

Wer sich auf solche Methoden verläßt, kann vielleicht die Moral einiger starker Männer schwächen, aber eine Revolution läßt sich nicht aufhalten durch das Zurschaustellen abgeschlagener Köpfe. Eine Revolution kommt erst dann zum Stillstand, wenn Opportunisten sich ihr anschließen und sie von innen unterwandern.“

Welch große Voraussicht des weiteren Gangs der Oktoberrevolution und des Verrats Chruschtschows und der modernen Revisionisten an ihren Prinzipien, schon im Jahre 1928. Und welch kluge Ratschläge für die spätere Große Proletarische Kulturrevolution in der VR China.

Wer sich intensiver mit dem Leben und Werk Lu Hsüns beschäftigen möchte, der sei auf den Artikel „Betrachtungen über Lu Hsün“ der Zeitschrift Klassenstandpunkt # 7 (2015), S. 35-39 verwiesen. Einen guten Überblick, der antiquarisch und bezahlbar zu besorgen ist, bieten die Essays über Literatur und Revolution in China, die unter dem Titel „Lu Hsün: Der Einsturz der Lei-feng-Pagode“, 1973 als Rowolth-Taschenbuch (ISBN 3 499 25032 2) erschienen sind. Außerdem ist eine Einschätzung Lu Hsüns durch den Vorsitzenden Mao in seiner Rede „Reden bei der Aussprache in Yenan über Literatur und Kunst“ vom Mai 1942 (in: Mao Tsetung, Ausgewählte Werke Band III, Peking, 1969, S. 75-110) enthalten.

Lest Lu Hsün!

Die Waffen nieder?

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Am 8. Oktober 2016 fand die zentrale Demonstration der sog. Friedensbewegung in der BRD unter der Losung „Die Waffen nieder!“ statt. Wie weit der Sozialchauvinismus und Opportunismus dieser auf bürgerliche Wahlen fixierten Kräfte (in und um die sog. Linkspartei, DKP und deren „außerparlamentarisches“ Umfeld) schon verbreitet ist, zeigt die Einschätzung der migrantischen Zeitschrift „Neues Leben – Yeni Hayat“ (Nr. 174, 14.-27.10.2016, S. 2):

Nach langer Zeit fand in Deutschland unter dem Motto „Die Waffen nieder! Kooperation statt NATO-Konfrontation, Abrüstung statt Sozialabbau!“ wieder eine bundesweite Friedensdemo statt. Nach Angaben der Veranstalter nahmen an der Demonstration vom Alexanderplatz im Ring über den Reichstag zum Brandenburger Tor rund 8.000 Menschen teil. So gut das auch klingt 8.000 friedensbewegte Menschen reichen bei weitem nicht aus, um die Politik zu zwingen, Auslandseinsätze der Bundeswehr zu untersagen und Waffenexporte zu verbieten.“

Der interessierte revolutionäre Leser möchte dem entgegensetzen: No Solution, but Armed Revolution! (deutsch etwa: Keine Lösung außer der bewaffneten Revolution!) sowie W.I. Lenins bekannten und heute noch hochaktuellen Artikel „Das Militärprogramm der proletarischen Revolution“ zur Lektüre empfehlen, in dem W.I. Lenin im September 1916 die Anhänger der Losung von der „Entwaffnung“ kritisiert und die Wichtigkeit des Punktes der „Volksbewaffnung“ im revolutionären Programm verteidigt (siehe Lenin-Werke Band 23, S. 72-83):

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W.I. Lenin:

DAS MILITÄRPROGRAMM

DER PROLETARISCHEN REVOLUTION

(September 1916)

In Holland, Skandinavien, in der Schweiz hört man aus der Mitte der revolutionären Sozialdemokraten, die gegen die Lüge der Sozialchauvinisten von der „Landesverteidigung“ in diesem imperialistischen Kriege kämpfen, Stimmen, man solle den alten Punkt des sozialdemokratischen Minimalprogramms: „Miliz“ oder „Volksbewaffnung“ durch einen neuen ersetzen: „Entwaffnung“. Die „Jugend-Internationale“ eröffnete die Diskussion über diese Frage und brachte in Nr. 3 einen redaktionellen Artikel für die Entwaffnung. In den neuesten Thesen des Genossen R. Grimm ist leider auch der Entwaffnungsidee eine Konzession gemacht worden. In den Revuen „Neues Leben“28 und „Vorbote“ ist die Diskussion eröffnet. Wir wollen die Argumente der Entwaffnungsanhänger untersuchen.

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Mao Tsetung: FÜNF SCHRIFTEN

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Der 1976 im Verlag für fremdsprachige Literatur erschienene Band „Mao Tsetung: FÜNF SCHRIFTEN“ enthält neben den drei ständig zu lesenden Schriften des Vorsitzenden Mao (DEM VOLKE DIENEN, DEM GENDENKEN BETHUNES und YÜ GUNG VERSETZT BERGE) die beiden Werke ÜBER DIE BERICHTIGUNG FALSCHER ANSICHTEN IN DER PARTEI und GEGEN DEN LIBERALISMUS, in denen es um die Normen und das Leben in der Kommunistischen Partei geht. Sie sollten von jedem Kommunisten gründlich studiert werden.

Anfang 1967 rief Lin Biao die Volksbefreiungsarmee auf, „die drei ständig zu lesenden Artikel des Vorsitzenden Mao (…) zu studieren. Er sagte: „Wir müssen die drei ständig zu lesenden Artikel wie Gebote lesen und sie auf allen Ebenen studieren. Wir müssen das Erlernte anwenden, um unser Denken zu revolutionieren.“ Die revolutionären Massen antworteten begeistert (…), bemühen sich sehr, ihre Ideologie umzugestalten, die Eigensucht zu zerstören, das Denken an die Gemeininteressen zu fördern und sich im Inneren selber zu revolutionieren.“ (Peking Rundschau Nr. 9/1967 – 28.02.1967). Inhalt der drei Artikel sind die drei ständig vorbildlichen Personen: Der chinesische Kommunist Dschang Si-dö, der 1944 beim Kohlebrennen umgekommen ist. Der Kanadier und Mitglied der KP Kanadas Dr. Norman Bethune, der 1939 in Ausübung seiner ärztlichen Pflichten umgekommen ist. Der mythische chinesische Held Yü Gung, der Berge versetzt hat.

 

DEM VOLKE DIENEN (8. September 1944)

In: Mao Tsetung, Ausgewählte Werke Band II, S. 205-208, Link

Dschang Si-dö, Revolutionär seit 1933, Teilnehmer am Langen Marsch, Mitglied des Schutzkommandos des Zentralkomitees, kam am 5. September 1944 in einem Kohlemeiler ums Leben. Mao Tsetung hielt am 8. September diesen Nachruf.

DEM GEDENKEN BETHUNES (21. Dezember 1939)

In: Mao Tsetung, Ausgewählte Werke Band II, S. 391-394, Link

Dr. Norman Bethune war Mitglied der Kommunistischen Partei Kanadas und ging 1936 an die spanische Front, um den Republikanern gegen den Faschismus zu helfen. 1938 traf er in Yenan ein, um die Revolutionäre gegen Tschiang Kai-shek zu unterstützen. Nach beinahe zwei Jahren, in denen er Armee und Bevölkerung der befreiten Gebiete ärztlich versorgte, zog er sich bei der Operation eines schwerverletzten Soldaten eine Blutvergiftung zu. Er starb am 12. November 1939. Mao Tsetung hielt ihm am 21. Dezember 1939 diesen Nachruf.

 

YÜ GUNG VERSETZT BERGE (11. Juni 1945)

In: Mao Tsetung, Ausgewählte Werke Band III, S. 321-324, Link

Vom April-Juni 1945 findet der VII. Kongress der Kommunistischen Partei Chinas statt. Am 24. April eröffnet Mao Tsetung mit seinem Referat „Über die Koalitionsregierung“, am 11. Juni schließt er ihn mit seiner Erinnerung an Yü Gung. Inzwischen folgt die Kommunistische Partei geschlossen den Direktiven des Vorsitzenden Mao. Yü Gung, dessen legändere Geschichte zuerst Lieh-tzu erzählt hat, wird jetzt zum Symbol der roten Revolte gegen ein sanktioniertes Weiß.

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