Nachfolgend wird eine nicht autorisierte deutsche Übersetzung des Aufrufs der USB zum Generalstreik in Italien am 30. Oktober 2026 abgedruckt. Das englische Original findet sich auf der Internetseite des Weltgewerkschaftsbundes (WFTU):
Die „Unione Sindacale di Base“ hat für Freitag, den 30. Oktober, zu einem Generalstreik in Italien aufgerufen
Weltgewerkschaftsbund (WGB) vom 21. Oktober 2026
Die „Unione Sindacale di Base“ (USB) hat für Freitag, den 30. Oktober, zu einem Generalstreik (in Italien) aufgerufen, an dem alle Bereiche des öffentlichen und privaten Sektors beteiligt sein sollen; in jeder Stadt sollen Kundgebungen stattfinden, um einen großen landesweiten Protesttag zu organisieren.
Steigende Preise, angefangen bei den Kraftstoffpreisen, belasten die mageren Löhne von Millionen von Arbeiterinnen und Arbeitern, deren Einkommen nicht einmal mehr mit der Inflation Schritt hält; im Gegensatz dazu waren die Maßnahmen der Meloni-Regierung – die sich offen auf die Seite der Ölkonzerne und Banken gestellt hat – unzureichend.
Angesichts von Benzin- und Dieselpreisen, die auf über 2 Euro pro Liter steigen, einer Inflation bei den Lebenshaltungskosten, die innerhalb von fünf Jahren von 30 Prozent auf 50 Prozent gestiegen ist, sowie Strom- und Gasrechnungen, die um über 30 Prozent steigen werden, ist die Situation für diejenigen, die von einem Lohn oder einer Rente leben, nur dann tragbar, wenn die Löhne an die Lebenshaltungskosten angepasst werden und wenn gleichzeitig die Regierung eingreift, um die Preise zu deckeln oder gar die Mehrwertsteuer auf lebensnotwendige Güter abzuschaffen. Doch die Regierung Meloni hat beschlossen, in diesen Bereichen nicht zu handeln, wodurch sie zulässt, dass das Land verarmt und Großkonzerne sowie Großbanken weiterhin auf Kosten unseres Lebens spekulieren.
In ganz Europa brechen Proteste aus, von Spanien über Frankreich bis nach Deutschland. Jugendbewegungen und Gewerkschaften organisieren groß angelegte Demonstrationen, um soziale Rechte einzufordern und die Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verteidigen.
In Italien sehen die „gelben“ Gewerkschaften tatenlos zu; vielmehr versuchen sie, mit den Arbeitgeberverbänden eine Einigung über Vertretung und Löhne zu erzielen, obwohl es doch notwendig wäre, Proteste zu organisieren.
Der 30. Oktober ist der internationale Aktionstag der Hafenarbeiter*innen gegen den Waffenhandel, gegen die Aufrüstungspolitik und die Militarisierung der Häfen. Es handelt sich um ein Ereignis von historischer Bedeutung, an dem sich zunehmend Arbeitnehmer*innen aus immer mehr Ländern beteiligen – über den Mittelmeerraum hinaus bis nach Nordeuropa sowie nach Indien, Mexiko, Südafrika und in die Vereinigten Staaten.
Hafenarbeiter*innen rufen zur Mobilisierung gegen den Krieg und die von den Vereinigten Staaten und Israel verfolgte Politik der Aggression gegen Völker sowie gegen die Komplizenschaft der Länder der Europäischen Union auf.
Die „Unione Sindacale di Base“ (USB) betrachtet den Kampf gegen die hohen Lebenshaltungskosten und niedrigen Löhne als eng verbunden mit dem Kampf gegen die Aufrüstung. Die enormen öffentlichen Ausgaben für den Kauf und den Bau neuer Rüstungsgüter – mit einem Anstieg des staatlichen Verteidigungshaushalts um Dutzende Milliarden Euro – stehen in krassem Gegensatz zur mangelnden Bereitschaft, unsere Löhne und Renten zu verteidigen. Und anstatt eine echte Industriepolitik für Italien zu entwickeln, baut die Regierung das noch Vorhandene ab und setzt alles auf Rüstung.
In dieser Situation kann niemand erwarten, sich aus eigener Kraft retten zu können. Wir müssen unsere Proteste bündeln und eine allgemeine Mobilisierung aufbauen, die alle sozialen und Arbeitergruppen zusammenbringt, um Preiskontrollen, eine Anhebung der Löhne und Renten sowie öffentliche Ausgaben zu fordern, die eher in soziale Dienste als in Waffen fließen.
Im vergangenen Jahr fegte eine riesige Protestwelle über die Halbinsel, als Reaktion auf die Komplizenschaft der Meloni-Regierung mit dem Terrorstaat Israel. Die Regierung reagierte auf diese Proteste mit den „Sicherheitsdekreten“ und nun mit einem Gesetz, das Kritik am Völkermord an den Palästinensern unterbinden soll. Sie haben Angst, dass sich die Menschen mobilisieren und dass junge Menschen auf die Straße gehen. Sie haben Angst, dass sich die Menschen über ihre Unterschiede hinweg zusammenschließen und die richtigen Parolen finden, um sich zu vereinen.
Die „Unione Sindacale di Base“ (USB) ruft für den 30. Oktober zu einem Generalstreik auf, um die Proteste zu bündeln, und fordert, dass in jeder Stadt Demonstrationen organisiert werden.
Niedrigere Preise, niedrigere Mieten und Hypotheken, niedrigere Tarife, weniger Waffen
Höhere Löhne, höhere Renten: Lasst uns am 30. Oktober alles lahmlegen

