Alter Wein in neuen Schläuchen – Zur Landtagswahl in Bayern

Zur heutigen Landtagswahl in Bayern spiegle ich einen Beitrag der Kommunistischen Organisation (KO) „Alter Wein in neuen Schläuchen – Zur Landtagswahl in Bayern“ (Quelle):

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Die bayerische Landtagswahl steht bevor, aufgestellt sind 18 Parteien – aber keine Partei für die Arbeiterklasse. Es wird eine weitere Wahl, bei der die Menschen geblendet werden sollen von den oberflächlichen Unterschieden der Parteien. Aber all diese Parteien, egal ob Linkspartei, Grüne, CSU, Freie Wähler, AfD oder SPD, haben den Arbeiterinnen und Arbeitern, den bayerischen Bauern, den Angestellten, den Arbeitslosen keine Perspektive anzubieten. Sie haben keinen Ausweg aus dem kapitalistischen System der Ausbeutung und Unterdrückung aufzuzeigen, das für Millionen Menschen ein Leben in ständiger Unsicherheit, in Armut, in Perspektivlosigkeit und oft einen viel zu frühen Tod, für Millionen weiterer Menschen ständige relative Unsicherheit, Stress, Leistungsdruck und Angst bedeuten. Dieser Ausweg kann nur in dem Bruch mit den bestehenden Eigentums- und Herrschaftsverhältnissen bestehen, im Sturz des Kapitalismus, im Aufbau einer anderen Gesellschaft, in der die Produktionsmittel vergesellschaftet werden und ihre geplante Entwicklung mit dem Ziel vorangetrieben wird, die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen. Diese Gesellschaft ist der Sozialismus.

Das Wahlergebnis in Bayern wird die politische Krise widerspiegeln, welche ganz Deutschland ergriffen hat. Das Vertrauen in die einstigen Volksparteien SPD und CDU/CSU sinkt und es hat eine Verschiebung in den Stimmverhältnissen eingesetzt, weil viele Menschen ihre Hoffnungen in andere Parteien setzen, die die bestehende Unzufriedenheit aufgreifen. In Bayern sind es vor allem die Grünen und die AfD, die davon profitieren, aber auch sie haben, ebenso wie die regierende CSU, nur Schein-Lösungen im Gepäck, und stabilisieren eben so die Verhältnisse, die sie vorgeben anzugreifen.

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Dagmar Henn: Aufbruch ins Ungefähre

Riesige „Unteilbar“-Demo in Berlin gegen Rechtsruck - 40.000 Menschen erwartet.

Heute (Samstag, 13. Oktober 2018) demonstrierten über 240.000 Menschen bei der Demonstration #unteilbar in Berlin gegen den „Rechtsruck“ und Rassismus in der BRD. Dies soll Anlass sein, sich mit dem Aufruf des Bündnis #unteilbar auseinanderzusetzen. Für den Beginn einer solchen Diskussion spiegle ich nachfolgend eine Kritik dieses Bündnisaufrufs, der zuerst von http://www.kpd-hessen.de zur Verfügung gestellt wurde (Link):

Übernommen von Dagmar Henns Blog “Das kalte Herz”.
Unseren herzlichen Dank an die Genossin Dagmar Henn für diese hervorragende marxistische Analyse.

Kritik eines Aufrufs

Am kommenden Samstag findet in Berlin eine Demonstration statt, zu der eine beeindruckende Liste von Organisationen aufgerufen hat; auch viele, die traditionell auf der Linken verortet werden. Das Ganze nennt sich „Unteilbar“, und die Hauptlosung lautet „Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung!“

Vorneweg – mich hätte bereits die Verwendung des Begriffs „offene Gesellschaft“ ferngehalten. Mein Gedächtnis raunt mir zu, dabei handele es sich um einen antikommunistischen Kampfbegriff; die Kombination „offen und frei“ gibt dem Ganzen schon einen starken Beigeschmack von McCarthy, zumindest, wenn die eigene historische Erinnerung bis zum Vietnamkrieg zurückreicht.

Dass der erste und der zweite Teil der Hauptlosung sich eigentlich feindlich gegenüber stehen müssten, weil sie völlig entgegengesetzte politische Wurzeln haben (Solidarität ist eben nicht Caritas, nicht Mildtätigkeit, sondern wechselseitiger Beistand von Menschen identischer Interessenslage), ist auch noch recht offensichtlich. Ehe wir aber in die Tiefen des Textes steigen und versuchen, die Abgründe auszuleuchten, sind einige Erklärungen nötig, zumindest für all jene, die selbst keine Erfahrungen damit haben, wie solche Texte entstehen.

Es handelt sich um einen Bündnisaufruf. Das ist der erste wichtige Punkt, denn von ihm lässt sich einiges ableiten, unter anderem das Recht, jedes Wort auf die Goldwaage zu legen.

Bündnisse sind nie eine einfache Sache; schlicht formuliert, stehen sie immer vor der Wahl zwischen Breite und Inhalt; je mehr beteiligt sind, desto unschärfer wird der größte gemeinsame Nenner. Jede einzelne beteiligte Organisation oder Gruppe muss die Entscheidung treffen, ob ihr der verbliebene Inhalt noch genügt, oder ob ein Punkt erreicht ist, an dem der Aufruf nicht mehr mitgetragen werden kann.

Man kann und muss also davon ausgehen, dass jede beteiligte Organisation diese Frage positiv entschieden hat.

Der Text eines solchen Bündnisaufrufs ist nichts, was eine einzelne Person mal eben geschrieben hat. Als Textform ist er mit einem Vertrag zwischen mehreren Parteien vergleichbar, der mit relativ viel Zeitaufwand ausgehandelt worden ist. Im Regelfall braucht ein solcher Aufruf mindestens eine Wochenendsitzung von Vertretern der auslösenden Organisationen, und danach noch wenigstens einen regen Mailverkehr, in dem um einzelne Sätze oder Worte gerungen wird. Im Gegensatz zu Texten, die von einzelnen Personen verfasst werden, ist also jeder Satz wohl abgewogen und mehrfach überprüft; damit besteht ein ganz anderer Grad von Verantwortung für den Inhalt, als bei einem Zeitungsartikel oder einem Kommentar. Es ist völlig legitim, diese Aussagen ernst zu nehmen und auf ihren Gehalt zu prüfen, bis hinunter auf die Ebene impliziter Aussagen und erkennbarer Auslassungen.

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Reichskonferenz der Spartakusgruppe im Oktober 1918

karl liebknechtrosa luxemburg

Am 7. Oktober 1918 reagierte die Spartakusgruppe auf die Verfassungsänderung und Regierungsbeteiligung der SPD in der Oktoberreform vom 5. Oktober 1918 mit einer illegal abgehaltenen Reichskonferenz in Berlin. Dort wurde ein revolutionäres Programm gegen Krieg und Kapitalismus beschlossen. Gefordert wurden:

– das sofortige Kriegsende,
– Annullierung sämtlicher Kriegsanleihen ohne jede Entschädigung,
– Erkämpfung demokratischer Rechte und Freiheiten,
– eine umfassende Justizreform zur Abschaffung des Klassenwahlrechts und der Klassenjustiz,
– die basisdemokratische Entmachtung und Entwaffnung des kaiserlichen Offizierskorps,
– die Sozialisierung der Produktionsmittel, die Enteignung des gesamten Bankkapitals, der Bergwerke und Hütten – also der kriegsentscheidenden Schwerindustrie, vor allem der Rüstungsindustrie,
– schließlich die Errichtung einer sozialistischen Republik.

Besonders detailliert waren die Forderungen zur Demokratisierung des Heeres, da diese als Schlüssel für eine erfolgreiche Revolution angesehen wurde:

– Verleihung des Vereins- und Versammlungsrechtes an die Soldaten in dienstlichen und außerdienstlichen Angelegenheiten,
– Aufhebung des Disziplinarstrafrechts der Vorgesetzten; die Disziplin wird durch Soldatendelegierte aufrechterhalten,
– Aufhebung der Kriegsgerichte,
– Entfernung von Vorgesetzten auf Mehrheitsbeschluss der ihnen Untergebenen hin,
– Abschaffung der Todesstrafe und der Zuchthausstrafen für politische und militärische Vergehen.

Die Spartakusgruppe gab ein reichsweites Flugblatt mit diesen Forderungen heraus. Sie betonte, diese seien ein Prüfstein für die tatsächlichen Demokratisierungsabsichten der SPD, deren Eintreten in die kriegführende Regierung sie als Betrug an den wahren Arbeiterinteressen ansah.

Die Spartakusgruppe bezog sich auf das von Karl Marx und Friedrich Engels 1848 veröffentlichte Manifest der Kommunistischen Partei und bekannte sich zur „Diktatur des Proletariats“, somit zur Kontrolle der Arbeiter über die Produktionsmittel und Betriebe.

Quelle

Weitere Informationen gibt es im Band 3 der „Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung“ (Dietz-Verlag, Berlin/DDR, 1966, S. 70-86) und im „Bericht von der Reichskonferenz der Spartakusgruppe am 7. Oktober 1918 mit Resolution und Aufruf der Konferenz“ (In: „Dokumente und Materialien zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung“ Band 2, Dietz-Verlag, Berlin, 1957, S. 228-234)

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Mao Tsetungs Kritik an Deng Xiaoping

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Mao Tsetung: Kritik an Deng Xiaoping während der Bewegung zur „Zurückschlagung der rechten Revisionstendenz“

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01.01.1976

Stabilität und Zusammenschluss heißt nicht, den Klassenkampf aufgeben; der Klassenkampf ist die Leitlinie, alles andere hängt von ihm ab.

[Volkszeitung 01.01.1976]

 

24.02.1976

Was soll das, „die drei Weisungen als Leitlinie betrachten“? Stabilität und Zusammenschluss heißt nicht, den Klassenkampf aufgeben; der Klassenkampf ist die Leitlinie, alles andere hängt von ihm ab.

[Volkszeitung 24.02.1976]

 

10.03.1976

Revision läuft dem Willen des Volkes zuwider.

*

Die sozialistische Revolution steigt ihnen nun selbst aufs Dach. Während des genossenschaftlichen Zusammenschlusses gab es in der Partei Leute, die dagegen waren, und sie haben Widerwillen gegen die Kritik am bürgerlichen Recht. Man macht die sozialistische Revolution und weiß nicht, wo die Bourgeoisie sitzt; sie sitzt mitten in der Kommunistischen Partei – es sind die Machthaber in der Partei, die den kapitalistischen Weg gehen. Diejenigen auf dem kapitalistischen Weg gehen diesen Weg noch.

[Volkszeitung 10.03.1976]

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100 Jahre KPD – Novemberrevolution

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Anlässlich des 100. Jahrestages der Novemberrevolution
und Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands

Festveranstaltung am Sonnabend, dem 24. November 2018,
11 :00 -14:30 Uhr
im Münzenbergsaal, Franz-Mehring-Platz 1, Berlin

Die Festrede hält Prof. Dr. Götz Dieckmann
Auftritt der Gruppe Aigitprop Hannover
Einlaß: ab 10:00 Uhr
Unkostenbeitrag: 5 Euro

Veranstalter: Kommunistische Partei Deutschlands – KPD (mehr Informationen)

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Kritik zur Theorie der „sozialistischen Marktwirtschaft“ in der VR China

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Auf die folgenden Textstellen von kommunistischen Theoretikern und Praktikern der sozialistischen Planwirtschaft, bin ich bei der Lektüre des Buches von Marcel Kunzmann „Theorie, System & Praxis des Sozialismus in China“ (Berlin, September 2018) gekommen. Dieses Buch macht es sich auf 95 Seiten zur Aufgabe, die Ökonomie des Sozialismus (der zentralen Planwirtschaft) anhand der chinesischen Erfahrungen zu diskreditieren und die Reformpolitik von Deng Xiaoping (seit 1976) mit ihrer kapitalistischen Praxis bis heute als „fruchtbare Inspirationsquelle für andere sozialistische Aufbauversuche [hinzustellen] wie die Entwicklung in Kuba, Vietnam, Laos und mittlerweile auch Nordkorea zeigen“ (S. 86). Die wesentlichen Bestandteile des Marxismus-Leninismus in der Politischen Ökonomie des Sozialismus werden hier revidiert, mit dem Hinweis darauf: „Die mit den Wirtschaftsreformen in Gang gebrachte Produktivkraftentwicklung, welche einen dominanten Staatssektor um die Nutzung von Markt und Auslandsinvestitionen ergänzt, dient heute als erfolgreichstes Beispiel der systematischen Bekämpfung von Armut.“ (S. 83). Dass diese Erfolge Chinas bei der Steigerung der Produktion in der Leichtindustrie und dem Export (nach den Wirtschaftsreformen), nur auf Grundlage der planmäßigen Entwicklung der gesamten Wirtschaft des sozialistischen Chinas (1949-1976) möglich waren, wird aber systematisch ausgeblendet. So wird die chinesische „sozialistische Marktwirtschaft“ (eigentlich ist alleine der Begriff ein Widerspruch in sich) als beste aller möglichen Produktionsweisen hingestellt. Auf dieser Ebene trifft sie sich hier mit den Propagandisten der „sozialen Marktwirtschaft“ des BRD-Imperialismus.

Dagegen hier einige Auszüge von Textstellen aus der Feder marxistisch-leninistischer Revolutionäre zur Theorie und Praxis sozialistischer Ökonomie:

 

 

Zur Frage des Ziels sozialistischer Wirtschaft (Aufhebung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen):

 

„Ich bin nicht an einem trockenen ökonomischen Sozialismus interessiert. Wir kämpfen gegen das Elend, aber wir kämpfen auch gegen die Entfremdung. Eines der fundamentalen Ziele des Marxismus ist es, den Faktor des individuellen Interesses und Gewinns aus den psychischen Motivationen der Menschen zu entfernen. Marx beschäftigte sich mit den ökonomischen Faktoren und mit ihren Auswirkungen auf den Geist. Wenn der Kommunismus nicht auch daran interessiert ist, mag er eine Methode der Güterverteilung sein, aber er wird niemals eine revolutionäre Form des Lebens sein.“ (Che Guevara in einem Interview 1963)

 

„Wir sahen schon oben, dass der erste Schritt in der Arbeiterrevolution die Erhebung des Proletariats zur herrschenden Klasse, die Erkämpfung der Demokratie ist.

Das Proletariat wird seine politische Herrschaft dazu benutzen, der Bourgeoisie nach und nach alles Kapital zu entreißen, alle Produktionsinstrumente in den Händen des Staats, d.h. des als herrschende Klasse organisierten Proletariats, zu zentralisieren und die Masse der Produktionskräfte möglichst rasch zu vermehren.

Es kann dies natürlich zunächst nur geschehn vermittelst despotischer Eingriffe in das Eigentumsrecht und in die bürgerlichen Produktionsverhältnisse, durch Maßregeln also, die ökonomisch unzureichend und unhaltbar erscheinen, die aber im Lauf der Bewegung über sich selbst hinaustreiben und als Mittel zur Umwälzung der ganzen Produktionsweise unvermeidlich sind.

Diese Maßregeln werden natürlich je nach den verschiedenen Ländern verschieden sein.“ (Karl Marx, Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei. In: MEW Band 4, S. 481)

 

„Mit der Besitzergreifung der Produktionsmittel durch die Gesellschaft ist die Warenproduktion beseitigt und damit die Herrschaft des Produkts über die Produzenten. Die Anarchie innerhalb der gesellschaftlichen Produktion wird ersetzt durch planmäßige bewusste Organisation. Der Kampf ums Einzeldasein hört auf. Damit erst scheidet der Mensch, in gewissem Sinn, endgültig aus dem Tierreich, tritt aus tierischen Daseinsbedingungen in wirklich menschliche. Der Umkreis der die Menschen umgebenden Lebensbedingungen, der die Menschen bis jetzt beherrschte, tritt jetzt unter die Herrschaft und Kontrolle der Menschen, die zum ersten Male bewusste, wirkliche Herren der Natur, weil und indem sie Herren ihrer eignen Vergesellschaftung werden. Die Gesetze ihres eignen gesellschaftlichen Tuns, die ihnen bisher als fremde, sie beherrschende Naturgesetze gegenüberstanden, werden dann von den Menschen mit voller Sachkenntnis angewandt und damit beherrscht. Die eigne Vergesellschaftung der Menschen, die ihnen bisher als von Natur und Geschichte aufgenötigt gegenüberstand, wird jetzt ihre freie Tat.“ (Friedrich Engels, Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft. In: MEW Band 19, S. 226)

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Gemeinsame Erklärung von PARTİZAN Europa und PGİ/MLM; Tayyip Erdogan ist “nicht Willkommen”! Gegen den Faschismus und Imperialismus auf die Strassen!

Im Folgendem dokumentiere ich eine Erklärung von PARTIZAN Europa und der PGI/MLM zum Staatsbesuch des türkischen Staatspräsidenten Erdogan in der BRD (der zuerst hier erschienen ist):

Partizan Resmi Web Sitesi

Tayyip Erdogan ist “nicht Willkommen”!
Gegen den Faschismus und Imperialismus auf die Strassen!

Der blutige Präsident des faschistischen türkischen Staates Tayyip Erdogan bereitet sich auf das Treffen mit dem deutschen imperialistischen Staat vor, dessen Lakai er ist.

Der faschistische türkische Staat, an dessen Ruder seit 16 Jahren Erdogan sitzt, hat gegenüber den Völkern unterschiedlichster Nationen in der Türkei die brutalste Repressionspolitik angewendet. Durch den immer mehr zunehmenden Zorn der Massen und durch die tiefer gehende Auseinandersetzung der Cliquen in der Türkei, sitzt der faschistische Staat in einer politischen Führungskrise. Der türkische Staat erlebt gerade eine ökonomische sowie politische Krise. Doch sie hat in der ganzen Führungsphase der herrschenden Clique Tayyip Erdogan/AKP ihren Grund sowie gleichzeitig die gewerkschaftlichen Rechte der Arbeiterklasse in der Türkei verboten. Sie beweisen ihre Kurdenfeindlichkeit erneut in dem sie ihre faschistische Praxis mit Worten und Taten in Türkei Kurdistan und Rojava weiterführen. In einer Phase wo Frauenmord und Gewalt sich brachial erhöht, sagte er “die Gewalt an Frauen wird übertrieben”. Er leistete sehr viel “Überstunden”. Völker die dem alevitischem Glauben angehören trachtet er in “Aleviten des Staates” zu formieren. Er nahm JournalistInnen, StudentInnen, AkademikerInnen fest und erklärte jeden der/die sich gegen all das positionierte zu seinem Feind.

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Die DKP und der „frühe Mao“ – Ein Beispiel dengistischer Sophistik

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Im Folgenden dokumentiere ich einen Artikel aus der Webseite der KPD Hessen (der zuerst hier erschienen ist):

Der Artikel kann alternativ auch hier als PDF gelesen werden.

Erst vor Kurzem, am 13. September, scheint die DKP ihre „Liebe“ für Mao Tsetung entdeckt zu haben.1 Naja, fast. Nicht Mao an sich, sondern das, was sie den „frühen Mao“ nennen. Was soll man darunter verstehen? Warum hat die DKP solches Interesse an ihm gefunden? Darauf möchte ich hier eine Antwort geben, samt Kritik.

Wer ist dieser „frühe Mao“?

Bekannt ist dem werten Leser sicherlich die NÖP Lenins, die die Übergangsphase vom Kapitalismus zum Sozialismus bildete in der Sowjetunion, wo man nach dem Bürgerkrieg den Kriegskommunismus mit ablöste. Dadurch wurde die Ablieferungspflicht zugunsten der Wiederbelebung von Marktbeziehungen bei den kleinen Warenproduzenten (zumeist Kleinbauern) und der noch bestehenden Mittelbourgeoisie beseitigt, welche wiederum durch die Kollektivierung überwunden worden sind. Da dieser Artikel nicht um Lenin, sondern um Mao geht, sei an dieser Stelle nur auf ein paar markante Zitate aus „Über das Genossenschaftswesen“ verwiesen.

Bei uns ist wirklich, da die Staatsmacht in den Händen der Arbeiterklasse liegt, da alle Produktionsmittel dieser Staatsmacht gehören – bei uns ist wirklich nur die Aufgabe übriggeblieben, die Bevölkerung genossenschaftlich zusammenzuschließen.“2

Man blickt bei uns auf die Genossenschaften von oben herab und begreift nicht, welche außerordentliche Bedeutung diese Genossenschaften haben, erstens von der prinzipiellen Seite her gesehen (das Eigentum an den Produktionsmitteln in den Händen des Staates), zweitens unter dem Gesichtspunkt des Übergangs zu neuen Zuständen auf einem Wege, der möglichsteinfach, leicht und zugänglich für den Bauern ist. […] Wir haben beim Übergang zur NÖP den Bogen überspannt, nicht in der Beziehung, daß wir dem Prinzip der Gewerbe- und Handelsfreiheit zuviel Platz eingeräumt hätten, sondern wir haben beim Übergang zur NÖP den Bogen in der Beziehung überspannt, daß wir vergessen haben, an die Genossenschaften zu denken, daß wir jetzt die Genossenschaften unterschätzen, daß wir schon begonnen haben, die riesige Bedeutung der Genossenschaften in dem oben angedeuteten zweifachen Sinn dieser Bedeutung zu vergessen.“3

In China vollzog sich nichts anderes während der Neuen Demokratie (Maos Begriff für Volksdemokratie). Im Jahre 1949 bestand die chinesische Volkswirtschaft aus folgenden Bestandteilen:

(a) der staatseigene Sektor;

(b) der genossenschaftliche Sektor;

(c) der staatskapitalistische Sektor;

(d) der privatkapitalistische Sektor; und

(e) die kleine Warenproduktion und der halbnaturelle Sektor.

Zusätzlich gibt es noch ein paar Arten reiner Naturalwirtschaften, aber diese sind nicht sehr bedeutsam.“4

Dabei handelt es sich, mit der Ausnahme des Genossenschaftssektors, um die Bestandteile, die Lenin schon im Mai 1918 in seinem Werk „Über ´linke´ Kinderei und über Kleinbürgerlichkeit“ aufzählte5, als er die sowjetrussische Ökonomie der damaligen Zeit betrachtete. Damit bestanden als Klassen der Neuen Demokratie: Arbeiterklasse, werktätige Bauern, Kleinbourgeoisie und nationale Bourgeoisie.

Auf die letzte Klasse, die nationale Bourgeoisie, hat es der Artikelschreiber abgesehen, wegen dieser findet er die Neue Demokratie so interessant.

Im Artikel steht geschrieben: Die neu-demokratische Revolution dagegen ist Bestandteil eines progressiven Prozesses, welcher im weiteren Verlauf zur sozialistischen Revolution führt. Interessant sind Maos Ausführungen zur Wirtschaft unter neu-demokratischen Bedingungen. Die großen Monopole sind in öffentliches Eigentum zu überführen. Eine allgemeine Enteignung der Kapitalisten ist aber nicht vorgesehen.“. Richtig ist, dass die Neue Demokratie zum Sozialismus führt; falsch ist, dass man nicht vorhätte, die Bourgeoisie zu enteignen (ohne das könnte es auch keinen Sozialismus geben!). Darauf werde ich nun eingehen.

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Wirtschaftliches Chaos im China der Großen Proletarischen Kulturrevolution?

Plakat                          der Kulturrevolution 1966ca.: "Haltet
                          hoch die grosse rote Fahne von Mao Zedong!
                          Denke daran, die Grosse Proletarische
                          Kulturrevolution zu Ende zu führen! Revolution
                          ist kein Verbrechen, sondern Rebellion ist
                          gerechtfertigt!"
Haltet hoch die große rote Fahne von Mao Tsetung! Denke daran, die Große Proletarische Kulturrevolution zu Ende zu führen! Revolution ist kein Verbrechen, sondern Rebellion ist gerechtfertigt!

Alle imperialistischen Marktschreier und deren revisionistischen Helfershelfer, wie z.B. der von ihnen hochgelobte (wirtschaftliche und politische) Reformer Deng Xiaoping, treiben auch heute noch ihre schwarze Propaganda gegen den Sozialismus in Mao Tsetungs China zur Zeit der Großen Proletarischen Kulturrevolution (1966-1976), indem sie nachzuweisen versuchen, dass in der VR China während der Kulturrevolution „wirtschaftliches Chaos“, „Willkürherrschaft“ und große Hungersnöte geherrscht hätten. Dabei dienen ihnen gegenseitige Zitate der Deng-Reformer und der Imperialisten als „Beweise“. Die neueste Variante dieser doch recht alten Legende findet sich in dem Band von Marcel Kunzmann „Theorie, System & Praxis des Sozialismus in China“ (Berlin, September 2018), der die ganze Deng-Propaganda gegen den Sozialismus in Mao Tsetungs China (und dabei besonders gegen die Große Proletarische Kulturrevolution) herunterbetet, um dann u.a. beweisen zu wollen, dass die „sozialistische Marktwirtschaft“ im „chinesischen Sozialismus“ der heutigen VR China das beste aller Systeme sei …

Dabei schreibt die BRD-Zeitung „Christ und Welt“, die wie jedermann leicht ersehen kann, kaum verdächtig ist, maoistische Propaganda zu verbreiten, schon in ihrer Ausgabe vom 16.09.1966: „Alle 700 Millionen Chinesen haben zu essen, etwas anzuziehen und ein Dach überm Kopf. Alle haben Arbeit und für die Kranken und Alten ist gesorgt. Zweifellos eine ungeheure Leistung. Aber welch ein Preis!“ Nun nicht wenige BRD-Bürger im Jahre 2018 haben weniger, als die Chinesen im maoistischen China vor 52 Jahren. Aber der Preis dafür lässt sich exakt angeben: Der Preis ist der Sturz der imperialistischen Ausbeuterherrschaft und die Errichtung der Herrschaft der Arbeiterklasse (der Diktatur des Proletariats).

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Kurt Gossweiler: Die Fehler der KPD im Umgang mit dem Proletariat

Nachstehend spiegle ich eine Zusammenstellung aus dem Jahr 2017 zum Thema „Die Fehler der KPD im Umgang mit dem Proletariat“ von Kurt Gossweiler zur Diskussion um die Schaffung der antifaschistischen Einheits- und Volksfront (Quelle):

Band 2Eine höchst wichtige, aber nichtsdestotrotz bisher kaum bekannte Studie erstellte der Historiker Dr. Kurt Gossweiler mit der ihm eigenen Gründlichkeit bereits 1957. Er untersuchte nämlich die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung dahingehend, wie es dem deutschen Monopolkapital gelingen konnte, die Mehrheit der Arbeiterklasse für ihre Zwecke einzuspannen. Unter Ausnutzung politischer Parteien vertiefte die Bourgeoisie die Spaltung der Lohnabhängigen. Das führte zu einer Zersplitterung, die bis heute selbst in Krisenzeiten nicht überwunden werden konnte. Konkret geht es dabei um die Rolle der SPD, als einer Stütze der bürgerlichen Ordnung und die Fehler und Versäumnisse der KPD bei der Auseinandersetzung mit noch so kleinen linken Abweichungen, die schwerwiegende Folgen nach sich zogen.

Analysen zu den geschichtlichen Ereignissen

Erstaunlich ist, daß die Studie nicht einmal 1986, als die opportunistische Richtung der sog. „Perestrojka“ in der UdSSR längt erkennbar war, in den führenden Kreise der SED zur Kenntnis genommen wurde. Es mußte also erst eine Zeit kommen, in der mehr und mehr Klarheit darüber herrschte, welche opportunistischen und revisionistischen Kräfte auch innerhalb der SED Fuß gefaßt hatten und was eigentlich zum Sturz des sozialistischen Weltsystems geführt hatte. Über den modernen Revisionismus der antikommunistischen Chruschtschow-Clique hatte Kurt Gossweiler damals schon eine sehr klare Vorstellung.

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