US-Monopole wachsen – Bevölkerung verarmt

Nachfolgend wird eine nicht autorisierte deutsche Übersetzung eines Artikels der Nachrichtenagentur ETHA aus der Türkei/Nordkurdistan abgedruckt:

Nicht nur Elon Musk: In den USA gibt es 989 Milliardäre:

Während die Monopole in den USA wachsen, verarmt die Bevölkerung

Nachrichtenagentur ETHA vom 3. September 2026

Während die Gewinne der Monopole in der imperialistischen USA Rekordhöhen erreichen, ist der Anteil der Arbeiter am Gesamteinkommen auf den niedrigsten Stand aller Zeiten gesunken. Die Einkommensungleichheit führt unter Arbeitern und Werktätigen zu täglich wachsender Wut und politischen Reaktionen.

Nach den kürzlich vom Büro für Wirtschaftsanalyse veröffentlichten Daten beliefen sich die Gewinne der Unternehmen in den USA vor Steuern im zweiten Quartal auf 4,8 Billionen Dollar, was 18 Prozent des Bruttosozialprodukts entspricht.

Dies entspricht dem höchsten Anteil, den Unternehmen seit dem Ende des Zweiten Imperialistischen Weltkriegs erzielt haben. Der Anteil der Arbeiter an Löhnen und Zusatzleistungen sank hingegen auf 60 Prozent und erreichte damit den tiefsten Stand seit den 1950er Jahren.

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ UND DER KRIEG GEGEN DEN IRAN

Dieser Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz die Gewinne der Technologiekonzerne steigerte und US-Aktien auf Rekordhöhen trieb. Auch der vom Faschisten Trump gegen den Iran geführte Krieg trug dazu bei, die Kraftstoffpreise und die Gewinnmargen der Ölkonzerne anzukurbeln und zu vergrößern.

Diese außergewöhnlichen Gewinne der Unternehmen haben jedoch die Einkommensungleichheit im Land weiter verschärft. Von den hohen Renditen profitieren vor allem die Reichen, die einen erheblichen Teil ihres Einkommens aus Kapitalanlagen beziehen. Haushalte der Mittel- und Arbeiterklasse sind hingegen auf Löhne angewiesen.

Die Inflation überholte zudem die Lohnsteigerungen und führte dazu, dass die realen Stundenlöhne im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent sanken.

„ES HABEN SICH ZWEI GETRENNTE WIRTSCHAFTEN ENTWICKELT“

Elizabeth Pancotti, Vizepräsidentin für Politik bei der Organisation „Groundwork Collaborative“, die sich in den sozialen Medien zu diesem Thema äußerte, sagte: „Die Gewinne der obersten Schicht übertreffen die Gewinne der untersten Schicht – sofern es solche überhaupt gibt – bei weitem, bei weitem, bei weitem.“ Pancotti fügte hinzu: „Was wir heute beobachten, ist die Entstehung von zwei wirklich getrennten Volkswirtschaften – einer für Menschen, die ihr Haupteinkommen aus Investitionen und passivem Einkommen beziehen, und einer anderen für normale Arbeiter, die jeden Tag zur Arbeit gehen.“

Der Faschist Trump führte umfassende Steuersenkungen durch, von denen Unternehmen und Reiche profitierten, während er gleichzeitig die Mittel für Sozialhilfeprogramme wie „Lebensmittelmarken“ kürzte.

Eine aktuelle Studie ergab, dass die Gehälter der bestbezahlten CEOs (Geschäftsführer) in den USA zwischen 2019 und 2025 um 41 Prozent gestiegen sind, während das Einkommen eines durchschnittlichen Arbeiters um 21 Prozent zulegte. Diese Steigerungsrate lag unter dem Preisanstieg von 26 Prozent im gleichen Zeitraum.

989 MILLIARDÄRE, 9,2 BILLIONEN VERMÖGEN

Die reichsten 0,00001 Prozent der US-Bevölkerung – etwa 20 Personen – verfügen über ein Vermögen, das 12 Prozent des BIP entspricht. Nicht nur Elon Musk: In den USA gibt es 989 Milliardäre. Das Gesamtvermögen dieser Personen stieg im Jahr 2026 auf über 9,2 Billionen Dollar und wuchs damit im Vergleich zu 2025 um 31,8 Prozent.

DER ANTEIL DER ARBEIT AM EINKOMMEN SINKT, DIE VERÄRGERUNG STEIGT

Der Rückgang des Anteils der Arbeit am Einkommen hat sich in den letzten fünf Jahren und insbesondere in den letzten 12 Monaten beschleunigt.

Im Jahr 2025 sank der Anteil der Arbeiter am BIP in den USA auf den niedrigsten Stand seit 1947. Die Inflationsrate in den USA erreichte im Mai 2026 4,2 Prozent und hat damit die Lohnsteigerungen des letzten Jahres in Höhe von 3,4 Prozent aufgezehrt.

Die einzelnen Wirtschaftszweige wachsen zwar, doch dieses Wachstum vertieft die Ungleichheit und schürt die Wut. Etwa die Hälfte der Arbeiter in den USA, also 66 Millionen Menschen, verdient weniger als den existenzsichernden Stundenlohn von 25 Dollar.

Quelle: http://www.etha57.com/haber/abd-de-tekeller-buyurken-halk-yoksullasiyor-1788436979566

Die sterbende „alte Welt“

Nachfolgend wird ein Artikel des cubanischen Kundschafters Raul Antiono Capote aus der Zeitung des ZK der KP Kubas (PCC) „Granma“ abgedruckt:

Die “alte Welt”, die stirbt: Die Metapher des Interregnums

Die Krise des Neoliberalismus ist nicht vorübergehend, sondern organisch im Gramscianischen Sinne: Kapital kann weder Stabilität, menschenwürdige Beschäftigung, Fürsorge noch eine ökologische Zukunft bieten.

Autor: Raúl Antonio Capote | informacion@granmai.cu Granma Internacional vom 30. April 2026

Seit den 1980er Jahren hat der globale Kapitalismus unter neoliberaler Hegemonie einen „historischen Block“ gefestigt: Globalisierung der Märkte, Deregulierung des Finanzsektors und Schwächung der Gewerkschaften.
 Trotz Versprechungen von Entwicklung und wachsendem Wohlstand hat der Neoliberalismus mehrere Entwicklungen hervorgebracht, die zu seiner eigenen Erschöpfung geführt haben: eine Krise der Repräsentation traditioneller Parteien, zunehmende Ungleichheit und die Prekarisierung breiter Bevölkerungsschichten. 
Nach Lage der Dinge verlagerte das System die Profite von der Produktion hin zur Spekulation und das führte so zu immer heftigeren Krisen.
 Der neoliberale Kapitalismus hat sich somit nicht nur nicht stabilisiert, sondern auch den Reichtum von den Arbeitern zu den Rentiers umverteilt. Arbeitsmarktreformen erleichterten Entlassungen, Gewerkschaften wurden geschwächt, und eine Masse prekär Beschäftigter entstand.
 Transnationale Konzerne teilten die Welt in Zonen maximaler Ausbeutung auf. Diese Phase geriet jedoch in eine Krise, als die finanzielle Überakkumulation ohne massive staatliche Rettungsaktionen nicht mehr aufrechterhalten werden konnte (2008). Wie Lenin sagen würde: Der Kapitalismus hat seine Fähigkeit zur geografischen Expansion erschöpft; nun frisst er sich nur noch selbst auf.

Die Verlagerung der Produktion nach China, Mexiko und Südostasien vervielfachte das globale Arbeitskräfteangebot, doch die strukturelle Arbeitslosigkeit wurde als funktionales Merkmal verstärkt.
 Der Neoliberalismus intensivierte die rücksichtslose Ausbeutung der Natur: Wasserprivatisierung, genmanipulierte Agrarindustrie, Tagebau und „Freihandelsabkommen“, die Umweltauflagen aushebeln. 
Öffentliche Dienstleistungen, Kinderbetreuung, Altenpflege und Gesundheitsversorgung wurden gekürzt, während die Privatisierung von Wasser, Strom, Eisenbahn und Post in den 1980er und 90er Jahren zu höheren Preisen, schlechterer Qualität und Korruption führte. 

Um das Finanzsystem 2008 zu retten, verschuldeten die Staaten künftige Generationen, verhängten Sparmaßnahmen, die nicht von den Banken, sondern von den Arbeitnehmern bezahlt wurden, und die sogenannten „peripheren“ Länder wurden dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und Heuschreckenfonds unterworfen.

Diese Elemente zeigen, dass die Krise des Neoliberalismus nicht vorübergehend, sondern im Gramscianischen Sinne organisch bedingt ist. Kapital kann weder Stabilität noch menschenwürdige Arbeit, Fürsorge oder eine ökologische Zukunft bieten. So hat die Prekarität sogar ehemals privilegierte Bereiche wie Technik und Ingenieurwesen erreicht, und ein Teil der Arbeiterklasse, der von der Situation hart getroffen wurde, tendiert zu rechtsextremen Positionen. 
Wie Lenin bereits feststellte, handelt es sich dabei nicht um eine echte „Radikalisierung“, sondern um die verzweifelte Reaktion von Schichten, die ihre relativen Privilegien verlieren, ohne ein internationalistisches Klassenbewusstsein zu entwickeln.

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Wohnungsfrage im Kapitalismus

Die grundsätzlichen Antworten auf die Wohnungsfrage im Kapitalismus gibt Friedrich Engels in seiner Schrift „Zur Wohnungsfrage“ (Mai 1872 – Januar 1873, in Marx-Engels-Werke (MEW) Band 18, S. 209-287). Hier einige Auszüge aus dieser Schrift:

„Wie ist nun die Wohnungsfrage zu lösen? In der heutigen Gesellschaft gerade wie eine jede andere gesellschaftliche Frage gelöst wird: durch die allmähliche ökonomische Ausgleichung von Nachfrage und Angebot, eine Lösung, die die Frage selbst immer wieder von neuem erzeugt, also keine Lösung ist.“ Dies sollten sich die Ökonomisten, Reformisten und Revisionisten hinter die Ohren schreiben, anstatt mit ihren Appellen an den heutigen imperialistischen Staatsapparat, doch endlich mehr in den „sozialen Wohnungsbau“ zu investieren und für „bezahlbare Mieten“ zu sorgen, immer neue Illusionen in eben diesen imperialistischen Staat zu erzeugen. Dagegen setzt Friedrich Engels klar auf die proletarische Revolution, wenn er weiter ausführt:

„Wie eine soziale Revolution diese Frage lösen würde, hängt nicht nur von den jedesmaligen Umständen ab, sondern auch zusammen mit viel weitergehenden Fragen, unter denen die Aufhebung des Gegensatzes von Stadt und Land eine der wesentlichsten ist. Da wir keine utopistischen Systeme für die Errichtung der künftigen Gesellschaft zu machen haben, wäre es mehr als müßig, hierauf einzugehn. Soviel aber ist sicher, daß schon jetzt in den großen Städten hinreichend Wohngebäude vorhanden sind, um bei rationeller Benutzung desselben jeder wirklichen „Wohnungsnot“ sofort abzuhelfen. Dies kann natürlich nur durch Expropriation der heutigen Besitzer, resp. durch Bequartierung ihrer Häuser mit obdachlosen oder in ihren bisherigen Wohnungen übermäßig zusammengedrängten Arbeitern geschehen, und sobald das Proletariat die politische Macht erobert hat, wird eine solche, durch das öffentliche Wohl gebotene Maßregel ebenso leicht ausführbar sein, wie andere Expropriationen und Einquartierungen durch den heutigen Staat.“ (Friedrich Engels, Zur Wohnungsfrage. In: MEW Band 18, S. 226-227)

 Wie die siegreiche Große Sozialistische Oktoberrevolution, dieses Problem gelöst hat und welche Politik die siegreichen Bolschewiki auf dem Gebiete des Wohnungswesens eingeschlagen haben, zeigt ein Blick in Punkt 17. des „PROGRAMM DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI RUSSLANDS (BOLSCHEWIKI)“ von 1919 (Link zum gesamten Programm der KPR):

„Um die Wohnungsfrage zu lösen, die während des Krieges besonders akut geworden ist, hat die Sowjetmacht alle Häuser der kapitalistischen Hausbesitzer restlos enteignet und sie den städtischen Sowjets übergeben; sie hat eine Massenumsiedlung der Arbeiter aus den Randgebieten in die Häuser der Bourgeoisie vorgenommen; sie hat die besten davon den Arbeiterorganisationen zur Verfügung gestellt und festgelegt, daß diese Gebäude auf Kosten des Staates instand gehalten werden; sie hat begonnen, die Arbeiterfamilien mit Möbeln usw. zu versorgen.

Die Aufgabe der KPR besteht darin, auf dem obengenannten Wege weiterzuschreiten und sich – ohne die Interessen der nichtkapitalistischen Hausbesitzer zu verletzen – mit allen Kräften einzusetzen für eine Verbesserung der Wohnverhältnisse der werktätigen Massen, für die Überwindung der zu engen Besiedlung sowie der gesundheitswidrigen Zustände in den alten Stadtvierteln für den Abriß nicht benutzbarer sowie den Umbau alter und die Errichtung neuer, den neuen Lebensbedingungen der Arbeiter entsprechender Wohnstätten, für eine rationelle Ansiedlung der Werktätigen.“

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Kampf gegen den modernen Revisionismus im Jahr 1960

Im Jahr 1960 verschärft sich der Kampf zwischen dem modernen (Chruschtschow-)Revisionismus und den marxistisch-leninistischen Kräften in der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung. Die Prinzipien des Marxismus-Leninismus verteidigen in diesen Jahren vornehmlich die Kräfte, die sich um die Partei der Arbeit Albaniens (PAA) und die Kommunistische Partei Chinas (KPCh). Hier steht die Feindschaft zu den revisionistischen Thesen des XX. Parteitags der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) unter Chruschtschow im Vordergrund. Um einen groben Überblick über diesen Kampf zwischen Marxismus-Leninismus und dem modernen Revisionismus zu bekommen, ist die Lektüre des fünften Kapitels „Die Partei der Arbeit Albaniens im Kampf für die Vollendung des Aufbaus der Wirtschaftsbasis des Sozialismus (1956-1960)“ der „Geschichte der Partei der Arbeit Albaniens“ (2. Auflage, Tirana, 1982, S. 296-342) recht hilfreich:

Die Dokumente des genauen Ablaufs des Kampfes der PAA gegen die Chruschtschow-Revisionisten des Jahres 1960 sind in dem Band Enver Hoxhas „Der Kampf der Partei der Arbeit Albaniens gegen den Chruschtschow-Revisionismus. Aus dem 19. Band der Werke Enver Hoxhas“ (Dortmund, 1976) zu entnehmen. Link: http://www.enver-hoxha.net/content/content_deutsch/buecher/buecher-kampf_der_paa_gegen_chruschtschow-revisionismus.htm

Eine Zusammenfassung der inhaltlichen Kritik der PAA am modernen Chruschtschow-Revisionismus findet sich in der Rede Enver Hoxhas im Namen des Zentralkomitees der PAA auf der Beratung der 81 kommunistischen und Arbeiterparteien in Moskau vom 16. November 1960 in dem o.g. Band (S. 212-277).

Eine erste öffentliche und im wesentlichen marxistisch-leninistische Kritik an der KPdSU und dem revisionistischen Kurs seit ihrem XX. Parteitag (vom Februar 1956) der KP Chinas ist der Artikel „Es lebe der Leninismus“ aus der Zeitschrift „Hongqi“ (Rote Fahne) vom 16. April 1960, der anlässlich des 90. Geburtstages von W.I. Lenin erschien:

Weitere tagebuchartigen Bemerkung und Einschätzung der Politik und Praxis der Chruschtschow-Revisionisten der Jahre 1953 (März) bis Dezember 1961 liefert Enver Hoxha in seinem Buch „Die Chruschtschowianer. Erinnerungen“ (Tirana, 1980):

Was sagt uns Clara Zetkins Rede von vor 94 Jahren heute?

Von Zîlan Kaplan

Clara Zetkin hatte in ihrer historischen Rede vor dem Reichstag im Jahr 1932 zu einer Einheitsfront gegen den Faschismus aufgerufen. 94 Jahre später scheinen die Probleme, auf die Clara Zetkin hingewiesen hat, angesichts des Aufstiegs faschistischer Parteien wie der AfD wie aus der heutigen Zeit zu stammen.

Clara Zetkin hatte 1932 in ihrer historischen Rede im Reichstag zu einer Einheitsfront gegen den Faschismus aufgerufen. 94 Jahre später, angesichts des Aufstiegs faschistischer Parteien wie der AfD, scheinen die Probleme, auf die Clara Zetkin hingewiesen hat, die heutige Zeit zu beschreiben. Wir dürfen weder die Last der kapitalistischen Krise tragen noch faschistische Rechtsverletzungen hinnehmen. Mit Zetkins Gedanken „Die Jugend, die keine andere Zukunft hat, muss kämpfen“ organisiert sich heute die antifaschistische Jugend gegen neue faschistische Kräfte und geht ihren Weg, indem sie von ihr lernt.

Am 30. August 1932, also vor genau 94 Jahren, hielt die 75-jährige kommunistische Vorkämpferin Clara Zetkin trotz ihrer schweren Krankheit und der massiven Drohungen der Faschisten in Berlin als ältestes Mitglied und „Alterspräsidentin“ des Reichstags die Eröffnungsrede. Einen Monat zuvor, im Juli 1932, wurden die Völker der Welt Zeugen, wie die faschistische Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) im Reichstag zur stärksten Partei gewählt wurde. Einen Monat später, an der Schwelle zum deutschen Faschismus, in einem entscheidenden historischen Moment, wendet sich Clara Zetkin an die Öffentlichkeit und ruft dazu auf, gegen den Faschismus vorzugehen und die proletarische Revolution zu organisieren.

In ihrer Rede weist Zetkin darauf hin, dass die sich verschärfende kapitalistische Krise die Massen in den Hunger treibt, dass Arbeitslosigkeit und Elend immer weiter zunehmen, und erklärt, dass die Außenpolitik das Land in einen neuen Weltkrieg treibt. Gleichzeitig betont sie, dass der Liberalismus und die reformistische Sozialdemokratie verrottet seien, dass die Massen außerhalb des Parlaments aktiv werden müssten und dass nur die Sowjetrevolution die Lage ändern könne.

Clara Zetkin stellt den Kampf gegen den Faschismus in den Mittelpunkt ihrer Rede und ruft dazu auf, alle politischen, gewerkschaftlichen und religiösen Differenzen beiseite zu lassen und die Arbeiter, Frauen, die Jugend und die Intellektuellen als eine einzige Einheitsfront („Einheitsfront“) zu organisieren. Clara Zetkin verwendet in ihrer Rede folgende Formulierungen:

Die Auflehnung von Millionen werktätiger Männer und Frauen in Deutschland gegen Hunger, Entrechtung, faschistischen Mord und imperialistische Kriege ist ein Ausdruck der unzerstörbaren Schicksalsgemeinschaft der Schaffenden der ganzen Welt. Diese internationale Schicksalsgemeinschaft muß ehern geschmiedete Kampfesgemeinschaft der Werktätigen in allen Herrschaftsgebieten des Kapitalismus werden, eine Kampfesgemeinschaft, die sie mit den vorausgestürmten befreiten Brüdern und Schwestern in der Sowjetunion verbindet. Streiks und Aufstände in den verschiedensten Ländern sind lodernde Flammenzeichen, die den Kämpfenden in Deutschland zeigen, daß sie nicht allein stehen. Überall beginnen die Enterbten und Niedergetretenen zur Eroberung der Macht vorzustoßen.“

Das 1932 beschriebene politische Umfeld weist Parallelen zur heutigen Situation auf. Während der Rüstungswettlauf zwischen den imperialistischen Mächten und die Bemühungen zur Stärkung der NATO weitergehen, dauern in Deutschland auch weiterhin faschistische Angriffe auf Pride-Paraden, rassistische Polizeigewalt, Versuche, antifaschistische Gruppen zu kriminalisieren, sowie die Gefahr von Massenentlassungen in bis zu 100.000 Fällen bei Kapitalriesen wie VW an. Während einerseits die Vorbereitungen für den Dritten Weltkrieg vorangetrieben werden, wird andererseits über eine Verlängerung des 8-Stunden-Arbeitstages diskutiert, der ein Ergebnis des Kampfes der Arbeiterklasse war. Die AfD, eine neue faschistische Partei, die für ihre rechte und migrationsfeindliche Propaganda bekannt ist, rechnet damit, bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am 6. September die stärkste Partei zu werden.

Migranten, Jugendliche und Arbeiter protestieren seit Tagen. Auch wenn es heute weltweit keine „vorauseilenden, befreiten Brüder“ mehr gibt, wie zu Zetkins Zeiten, so zeigen doch die Organisation des Schülerstreiks am 8. Mai unter der Führung sozialistischer und antifaschistischer Jugendlicher in Italien, Deutschland und der Türkei sowie der erneute Aufruf zu Boykott und Streik am 20. November den internationalen antifaschistischen Jugendkampf und die Solidarität gegen die neuen faschistischen Kräfte.

Zetkin fährt in seiner Rede mit folgenden Worten fort:

In der auch in Deutschland sich formierenden Einheitsfront der Werktätigen dürfen die Millionen Frauen nicht fehlen, die noch immer Ketten der Geschlechtssklaverei und dadurch härtester Klassensklaverei ausgeliefert sind. In den vordersten Reihen muß die Jugend kämpfen, die freies Emporblühen und Ausreifen ihrer Kräfte heischt, aber heute keine andere Aussicht hat als den Kadavergehorsam und die Ausbeutung in den Kolonnen der Arbeitsdienstpflichtigen. In die Einheitsfront gehören auch alle geistig Schaffenden, deren Können und Wollen, den Wohlstand und die Kultur der Gesellschaft zu mehren, heute in der bürgerlichen Ordnung sich nicht mehr auszuwirken vermag.“

Und er schließt seine Rede mit folgendem Aufruf und dieser Hoffnung:

In die kämpfende Einheitsfront alle, die als Lohn- und Gehaltsangehörige oder sonstwie Tributpflichtige des Kapitals zugleich Erhalter und Opfer des Kapitalismus sind! Ich eröffne den Reichstag in Erfüllung meiner Pflicht als Alterspräsidentin und in der Hoffnung, trotz meiner jetzigen Invalidität das Glück zu erleben, als Alterspräsidentin den ersten Rätekongreß Sowjetdeutschlands zu eröffnen.“

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81 Nationalfeiertag Việt Nams

Nachfolgend wird eine nicht autorisierte deutsche Übersetzung einer Rede des Generalsekretärs des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Việt Nams und Präsident Tô Lâm vom 28. August im Hồ-Gươm-Opernhaus in Hà Nội anlässlich der Feierlichkeiten zum 81. Jahrestag des Nationalfeiertags von Việt Nam (2. September 1945 – 2026) abgedruckt:

Spitzenpolitiker hält Rede bei Feier zum 81. Jahrestag des Nationalfeiertags

Việt Nam News vom 30. August 2026

In der feierlichen Atmosphäre des „Unabhängigkeitstags“ gewinnt jeder Vietnamese ein tieferes Verständnis für den Wert von „Unabhängigkeit“ und „Freiheit“.

HÀ NỘI — Der Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Việt Nams und Präsident Tô Lâm hielt am 28. August im Hồ-Gươm-Opernhaus in Hà Nội eine Rede anlässlich der Feierlichkeiten zum 81. Jahrestag des Nationalfeiertags von Việt Nam (2. September 1945 – 2026).

Die Nachrichtenagentur Việt Nam News (VNA) präsentiert hiermit eine Übersetzung seiner Rede.

Verehrte Delegierte!

Genossen, Landsleute und internationale Freunde!

Heute, inmitten der feierlichen Atmosphäre dieser historischen Herbsttage, veranstalten wir in Hanoi, der Hauptstadt mit einer tausendjährigen Zivilisationsgeschichte, feierlich eine Zeremonie zur Feier des 81. Jahrestags des Nationalfeiertags der Sozialistischen Republik Việt Nam – eines glänzenden Meilensteins in der Geschichte des nationalen Aufbaus, der Verteidigung und der Entwicklung.

Im Namen der Partei, des Staates und des vietnamesischen Volkes heiße ich die amtierenden und ehemaligen Führungskräfte der Partei, des Staates, der Nationalversammlung und der Vaterlandsfront Việt Nams, die Revolutionsveteranen, die Helden der Volksstreitkräfte, die Arbeitshelden, die Intellektuellen, die Gelehrten, die religiösen Würdenträger sowie die Vertreter der arbeitenden Bevölkerung herzlich willkommen und übermittle ihnen meine aufrichtigen Grüße und besten Wünsche; Botschaftern und Leitern der Vertretungen internationaler Organisationen in Vietnam, verehrten Gästen sowie dem gesamten vietnamesischen Volk im In- und Ausland.

Genossen, Landsleute und internationale Freunde!

Mit dem Einzug des Herbstes wenden sich die Herzen von Millionen Vietnamesen voller tiefer Rührung dem historischen Ba-Dinh-Platz zu, wo vor 81 Jahren der geliebte Präsident Hồ Chí Minh die Unabhängigkeitserklärung verlas – und damit der Welt die Geburt der Demokratischen Republik Việt Nam, der heutigen Sozialistischen Republik Việt Nam, verkündete.

Jeder Satz und jedes Wort dieser historischen Proklamation hat trotz der vielen Wechselfälle der Geschichte nichts von seinem Wert verloren; sie hallt in den Herzen und Gedanken des vietnamesischen Volkes nach und dient als Quelle der großen Einheit der gesamten Nation: „Việt Nam hat das Recht auf Freiheit und Unabhängigkeit und ist tatsächlich ein freies und unabhängiges Land geworden. Das gesamte vietnamesische Volk ist entschlossen, seinen ganzen Geist und seine ganze Kraft, sein Leben und sein Hab und Gut für die Wahrung dieser Freiheit und Unabhängigkeit einzusetzen.“

In der feierlichen Atmosphäre des „Unabhängigkeitstags“ gewinnt jeder Vietnameser ein tieferes Verständnis für den Wert von „Unabhängigkeit“ und „Freiheit“. Dies ist für uns ein Anlass, unsere grenzenlose Dankbarkeit für die immensen Verdienste von Präsident Hồ Chí Minh zum Ausdruck zu bringen; unseren revolutionären Vorgängern, Helden und Märtyrern, die tapfer gekämpft und ihr Leben für die Unabhängigkeit, Souveränität, Wiedervereinigung und territoriale Integrität des Vaterlandes geopfert haben, unseren tief empfundenen Respekt zu zollen; und die großen Verdienste des Volkes zu würdigen, das mit seiner Arbeit und seiner Kreativität zum Aufbau eines friedlichen, unabhängigen, demokratischen, wohlhabenden, blühenden, zivilisierten und glücklichen Việt Nam beigetragen hat, das stetig auf dem Weg zum Sozialismus voranschreitet.

Genossen, Landsleute und internationale Freunde!

Präsident Hồ Chí Minh sagte einmal: „Einheit ist eine unbesiegbare Kraft.“ In den vergangenen 81 Jahren hat diese „unbesiegbare Kraft“ nicht nur die vietnamesische Revolution von einem Sieg zum nächsten geführt, sondern es dem vietnamesischen Volk auch ermöglicht, bemerkenswerte Leistungen und große Errungenschaften von historischer Bedeutung im Dienste des nationalen Aufbaus und der Landesverteidigung zu vollbringen.

Von einem Land ohne internationale Anerkennung hat Việt Nam heute diplomatische Beziehungen zu 194 Ländern aufgebaut, darunter alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen. Việt Nam hat strategische Partnerschaften und umfassende Partnerschaftsrahmen mit 45 Partnern geschlossen, ist Mitglied in 70 bedeutenden internationalen Organisationen geworden und hat 17 Freihandelsabkommen unterzeichnet.

Aus einem vom Krieg verwüsteten Land hat sich Việt Nam zu einer dynamischen Wirtschaft entwickelt, die tief in die Weltwirtschaft integriert ist, über ein großes Handelsvolumen verfügt und eine wichtige Rolle in globalen Produktionsketten spielt. Insbesondere hat Việt Nam, ausgehend von einer unterentwickelten Wirtschaft, rasante Fortschritte gemacht und sich nach 40 Jahren Đổi mới (Erneuerung) zu einer Wirtschaft mit oberem mittleren Einkommen entwickelt.

Ausgehend von einem Land, das enorme Verluste und Opfer erdulden musste, hat das vietnamesische Volk durch alle Höhen und Tiefen der Geschichte hindurch unerschütterlich für die nationale Unabhängigkeit und Wiedervereinigung gekämpft und diese bewahrt; gleichzeitig hat es schrittweise eine friedliche, stabile und entwickelte Nation aufgebaut, in der die Menschen Freiheit, Wohlstand und Glück genießen und ihr Recht ausüben, Herren ihres Landes zu sein – eine Nation, die zu einem schönen, sicheren, freundlichen und gastfreundlichen Ziel für Investoren und Freunde aus aller Welt geworden ist.

Es ist ein Weg, der durch die unerschütterliche Entschlossenheit der Nation, den Geist der Solidarität und das unermüdliche Streben nach Fortschritt geprägt ist. Es ist ein revolutionärer Weg unter der Führung der Kommunistischen Partei Việt Nams, die den Dienst am Volk stets als ihre Daseinsberechtigung betrachtet hat. Er spiegelt auch die unschätzbare Unterstützung und Hilfe wider, die internationale Freunde und Menschen auf der ganzen Welt Việt Nam gewährt haben.

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Über die Bolschewisierung der Kommunistischen Parteien

In den beiden im Folgenden abgedruckten Artikeln/Thesen über die Bolschewisierung der Kommunistischen Parteien (der KPD und der Kommunistischen Internationale, KI oder Komintern) werden die Merkmale des Aufbaus der KPen deutlich: Einmal die wichtigsten Stellen des Interviews mit dem Genossen J.W. Stalin mit dem Mitglied der KPD Herzog (Stalin-Werke Band 7, S. 29-35), in denen es um die Frage geht, wie die KP die Mehrheit der Arbeiter:innen eines Landes hinter sich zu sammeln:

J.W. Stalin:

Über die Perspektiven der KPD und über die Bolschewisierung

Prawda vom 3. Februar 1925

[…] Manche Genossen meinen, die Partei festigen und sie bolschewisieren bedeute alle Andersdenkenden aus der Partei hinausjagen. Das ist natürlich falsch. Die Sozialdemokratie kann nur im Verlauf des tagtäglichen Kampfes für die konkreten Bedürfnisse der Arbeiterklasse entlarvt und zu einer verschwindenden Minderheit in der Arbeiterklasse hinabgedrückt werden. Die Sozialdemokratie muß angeprangert werden nicht auf der Grundlage von fernliegenden Fragen, sondern auf der Grundlage des tagtäglichen Kampfes der Arbeiterklasse für die Verbesserung ihrer materiellen und politischen Lage, wobei die Fragen des Arbeitslohnes, des Arbeitstages, der Wohnverhältnisse, der Versicherung, der Steuern, der Arbeitslosigkeit, der Verteuerung der Lebenshaltung usw. eine überaus ernste, wenn nicht die entscheidende Rolle spielen müssen. Den Sozialdemokraten Tag für Tag auf der Grundlage dieser Fragen Schläge versetzen und ihren Verrat aufdecken – das ist die Aufgabe.

Diese Aufgabe wäre jedoch nicht restlos gelöst, wenn die Fragen der alltäglichen Praxis nicht mit den grundlegenden Fragen der internationalen und der inneren Lage Deutschlands verknüpft würden und wenn diese ganze alltägliche Arbeit nicht in der gesamten Arbeit der Partei vom Standpunkt der Revolution und der Eroberung der Macht durch das Proletariat beleuchtet würde.

Eine solche Politik kann jedoch nur eine Partei durchführen, an deren Spitze ein Stamm von Führern steht, die genügend erfahren sind, um alle und jegliche Blößen der Sozialdemokratie für die Stärkung ihrer Partei auszunützen, und die genügend theoretisch geschult sind, um bei Teilerfolgen nicht die Perspektive der revolutionären Entwicklung zu verlieren.

Damit erklärt sich auch hauptsächlich, daß die Frage der führenden Kader der kommunistischen Parteien überhaupt, darunter auch der deutschen Kommunistischen Partei, eine der wesentlichen Fragen des Prozesses der Bolschewisierung darstellt.

Um die Bolschewisierung durchzuführen, ist es notwendig, wenigstens einige grundlegende Voraussetzungen zu schaffen, ohne die überhaupt eine Bolschewisierung der kommunistischen Parteien unmöglich ist.

l- Es ist notwendig, daß die Partei sich nicht als Anhängsel des parlamentarischen Wahlapparats betrachtet, wie es im Grunde genommen die Sozialdemokratie tut, und auch nicht als Gratisbeilage zu den Gewerkschaften, wovon zuweilen gewisse anarcho-syndikalistische Elemente faseln, sondern als die höchste Form der Klassenvereinigung des Proletariats, die berufen ist, alle übrigen Formen der proletarischen Organisationen, von den Gewerkschaften bis zur Parlamentsfraktion, zu führen.

2- Es ist notwendig, daß die Partei die Losungen und Direktiven nicht auf Grund eingelernter Formeln und geschichtlicher Parallelen, sondern als Ergebnis einer sorgfältigen Analyse der konkreten Bedingungen der revolutionären Bewegung im Lande und im internationalen Maßstab ausarbeitet, wobei die Erfahrungen der Revolutionen aller Länder unbedingt mit in Rechnung gestellt werden müssen.

3- Es ist notwendig, daß die Partei, besonders ihre führenden Elemente,
sich der revolutionären Theorie des Marxismus, die mit der revolutionären
Praxis untrennbar verbunden ist, voll bemächtigen.

4- Es ist notwendig, daß die Partei die Richtigkeit dieser Losungen und Direktiven im Feuer des revolutionären Kampfes der Massen überprüft.

5- Es ist notwendig, daß die gesamte Arbeit der Partei, besonders wenn in ihr die sozialdemokratischen Traditionen noch nicht überwunden sind, auf neue, revolutionäre Art umgestellt wird, darauf berechnet, daß jeder Schritt der Partei, jede ihre Aktion naturgemäß zur Revolutionierung der Massen, zur Vorbereitung und Erziehung der breiten Massen der Arbeiterklasse im Geiste der Revolution führt.

6- Es ist notwendig, daß die Partei es in ihrer Arbeit versteht, die höchste Prinzipienfestigkeit (nicht zu verwechseln mit Sektierertum!) mit einem Maximum an Verbundenheit und Kontakt mit den Massen (nicht zu verwechseln mit Nachtrabpolitik!) zu verbinden, da es ohne diese Bedingung für die Partei unmöglich ist, nicht nur die Massen zu lehren, sondern auch von ihnen zu lernen, nicht nur die Massen zu führen und sie auf das Niveau der Partei emporzuheben, sondern auch auf die Stimme der Massen zu lauschen und ihre brennendsten Nöte zu erkennen.

7- Es ist notwendig, daß die Partei es versteht, in ihrer Arbeit eine unversöhnliche revolutionäre Einstellung (nicht zu verwechseln mit revolutionärem Abenteurertum!) mit einem Maximum an Elastizität und Manövrierfähigkeit (nicht zu verwechseln mit Anpassungspolitik!) zu verbinden, da es ohne diese Bedingung für die Partei unmöglich ist, alle Formen des Kampfes und der Organisation zu meistern, die Tagesinteressen des Proletariats mit den grundlegenden Interessen der proletarischen Revolution zu verbinden und in ihrer Arbeit den legalen Kampf mit dem illegalen Kampf zu verknüpfen.

8- Es ist notwendig, daß die Partei ihre Fehler nicht verhüllt, daß sie die Kritik nicht fürchtet, daß sie es versteht, ihre Kader an Hand ihrer eigenen Fehler zu verbessern und zu erziehen.

9- Es ist notwendig, daß die Partei es versteht, in die grundlegende führende Gruppe die besten Elemente der fortschrittlichen Kämpfer aufzunehmen, die genügend Hingabe besitzen, um wahrhafte Vertreter der Bestrebungen des revolutionären Proletariats zu sein und die genügend Erfahrung haben, um wirkliche Führer der proletarischen Revolution zu werden, die fähig sind, die Taktik und die Strategie des Leninismus anzuwenden.

10- Es ist notwendig, daß die Partei die soziale Zusammensetzung ihrer Organisationen systematisch verbessert und sich von zersetzenden opportunistischen Elementen reinigt, wobei sie die Erreichung einer maximalen Einheitlichkeit als Ziel vor Augen haben muß.

11- Es ist notwendig, daß die Partei eine eiserne proletarische Disziplin entwickelt, die auf der Grundlage der ideologischen Einheit, der Klarheit der Ziele der Bewegung, der Einheit des praktischen Handelns und des bewußten Verhaltens der breiten Parteimassen zu den Aufgaben der Partei erwächst.

12- Es ist notwendig, daß die Partei die Durchführung ihrer eigenen Beschlüsse und Direktiven systematisch überprüft, da ohne diese Bedingung die Gefahr besteht, daß sie sich in leere Versprechungen verwandeln, die nur geeignet wären, das Vertrauen der breiten proletarischen Massen zur Partei zu untergraben.

Ohne diese und ähnliche Bedingungen ist die Bolschewisierung ein leerer Schall. […]

Quelle. Stalin-Werke Band 7, S. 31-34

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Beginn des Kölner Ford Streiks 1973

„Verminderung der Bandgeschwindigkeiten, Senkung des Arbeitstempos, Verbesserung der Arbeitsbedingungen, sechs Wochen Urlaub, eine Mark mehr für alle, Wiedereinstellung der Entlassenen, Bezahlung der Streikstunden.“

So lauteten die Forderungen der rund 10.000 Beschäftigten des Kölner Ford-Werks, die Ende August 1973 (24.08. bis 30.08.1973) die Arbeit niederlegten. Es handelte sich um türkeistämmige u.a. Arbeitsmigrant:innen, die zu diesem Zeitpunkt ein Drittel der Belegschaft bei Ford ausmachten. Da die IG Metall und der Betriebsrat die Unterstützung verweigert hatten, besetzten die Streikenden die Fabrik und wählten eine eigene Streikleitung.

Der spontane Streik dauerte sieben Tage an und sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Grund für den Unmut der Streikenden war, dass sie bei Ford meist die am schlechtesten bezahlten und gleichzeitig schwersten Arbeiten am Fließband und in der Endmontage ausüben mussten. Auch war ihrer Forderung nach unbezahltem Urlaub nicht entsprochen worden, sodass nun rund 300 türkische Arbeiter, die zu spät aus dem Urlaub zurückgekehrt waren, entlassen werden sollten.

Nachdem manche deutschen Arbeiter zunächst mit den türkeistämmigen Kollegen sympathisiert hatten, distanzierten sie sich zunehmend. Der spontane Streik endete letztlich in einer Niederlage. Gegen die Streikenden gingen Schlägertrupps vor, sogar der Verfassungsschutz schaltete sich ein, Baha Targün, Sprecher des Streikkomitees, wurde in die Türkei ausgewiesen.

Der Streik bei Ford 1973 war der Höhepunkt der bis heute größten Welle unkontrollierter Arbeitskämpfe in der Geschichte der Bundesrepublik. Im Jahr 1973 nahmen etwa 275.000 Beschäftigte an über 300 nicht genehmigten Streiks teil. Der Ford-Streik war der erste große Arbeitskampf in der BRD, der vorwiegend von Migranten getragen wurde.

Weitere Hintergrundinformationen zum Ford Streik in Köln im Jahr 1973 finden sich auf dem nachfolgenden Blogbeitrag: http://www.maoistdazibao.wordpress.com/2023/08/10/der-ford-streik-1973/

Albanien unter Ramiz Alia

Nachfolgend wird eine PDF-Datei mit einer Artikelserie aus der marxistisch-leninistischen Zeitschrift „Roter Morgen“ (von Mai bis Juli 1991) über die Ereignisse in Albanien dieser Zeit gespiegelt. Die Artikel mit dem Titel „Die Revisionisten Alia & Co – Feinde des albanischen Volkes“ befassten sich mit den damaligen Vorgängen in Albanien und warfen in diesem Zusammenhang einige grundsätzliche Fragen bezüglich des Sozialismus auf.

Albanien seit dem Tod von Enver Hoxha

Nachfolgend wird eine nicht autorisierte deutsche Übersetzung eines Artikels aus der indischen Zeitschrift „Revolutionary Democracy“ (RD – http://www.revolutionarydemocracy.org ) über die politischen Entwicklungen in Albanien nach dem Tod von Enver Hoxha abgedruckt:

Politische Entwicklungen in Albanien seit dem Tod von Enver Hoxha

Von der Vereinigten Kommunistischen Partei Albaniens

Der Tod von Enver Hoxha im April 1985 markierte den Beginn eines Prozesses der liberal-bürokratischen Umgestaltung der Partei und des Staates, der schließlich zum Sturz der Volksmacht (der Diktatur des Proletariats) führte. Der erste Schritt bestand darin, endlose Diskussionen, Lobeshymnen und Prahlereien zu fördern. Am 16. September 1982 übergab Genosse Enver Hoxha bei einer Gedenkveranstaltung zur Konferenz von Peza (zum 60. Jahrestag der Organisation des Volkes ohne Unterschied von Religion, Region oder Weltanschauung zum Kampf gegen die italienischen faschistischen Besatzer) die Macht faktisch an seinen „Waffenbruder“ Ramiz Alia. Von diesem Moment an begann Ramiz Alia eine Rundreise durch alle Regionen des Landes, um sich mit den Sorgen und Forderungen des Volkes vertraut zu machen, die Verbindungen der Partei zum Volk zu beurteilen und die Kader zu bewerten.

Das auffälligste Phänomen war das große Interesse der Arbeiter und Bauern an Enver Hoxha. Die Lehre daraus war klar, und Alia bereiste Albanien, lobte Enver in den höchsten Tönen und versuchte zu zeigen, dass er ein treuer Schüler Envers und somit ein würdiger Nachfolger sei. Die kommenden Jahre sollten zeigen, dass Alia auf diese Weise das Vertrauen des Volkes als treuer Sohn der Partei gewinnen wollte, der die Partei auf Envers Weg führen würde.

Die endlosen Versammlungen in den Landwirtschaftsgenossenschaften, in den Betrieben und in den staatlichen Institutionen sowie die während der Arbeitswoche organisierten Massenaktionen konnten sich nur nachteilig auf die Produktion auswirken. Das daraus resultierende Chaos und der erhebliche Produktionsrückgang schufen nach und nach ein ungünstiges Klima für jeglichen Fortschritt.

Engagierte Kommunisten, an Opfer gewohnte Veteranen, Arbeiter und Bauern der Avantgarde sowie revolutionäre Intellektuelle, denen das Schicksal des Sozialismus am Herzen lag, lehnten das berüchtigte Programm der „Selbstfinanzierung“ (in Wirklichkeit Selbstverwaltung) ab, das als Programm zum „Ausbruch aus der Hülle“ und für einen „großen Sprung nach vorn“ der Wirtschaft präsentiert wurde. Doch ihre Proteststimmen fanden kein Gehör. Anstatt die notwendigen Maßnahmen zur Fortsetzung der Revolutionierung von Partei und Staat zu ergreifen, ließ Alia einen weiteren Versuchsballon in Form der „Kampagne gegen die Mittelmäßigkeit“ steigen, mit der er darauf abzielte, unzufriedene Karrieristen um sich zu scharen.

1989 verkündete Alia eine Amnestie für Saboteure, Abtrünnige und Agenten ausländischer Geheimdienste, obwohl diese von den Gerichten verurteilt worden waren. Dies ermutigte die konterrevolutionären Kräfte, weitere Kampagnen zu starten, auch wenn sie sich noch nicht in der Lage sahen, offen Forderungen zu stellen, um den Arbeitern und Bauern die Macht zu entreißen. An ihrer Spitze standen Karrieristen, Scharlatane, Heuchler, die privilegiertesten sozialen Schichten (die darauf abzielten, ihre Privilegien unter dem neuen System, das sie vorbereiteten, zu vergrößern), Bürokraten und Liberale, die wegen Charaktermängeln aus ihren Ämtern entlassen worden waren, sowie Personen, die aus der Partei ausgeschlossen worden waren.

Durch „politische und wirtschaftliche Reformen“ sorgte die Alia dafür, dass die Arbeit gestört wurde, wodurch sich die Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln wie Milch, Eiern, Fleisch, Butter, Käse, Gemüse und sogar Brot von Tag zu Tag verschlechterte. Wohnungswesen, Verkehr, soziale Dienste und sogar die Abwasserentsorgung erlitten infolge des Verfalls der Arbeitsdisziplin einen erheblichen Rückschlag. Anstatt die revolutionären Erfahrungen breiter Bevölkerungsschichten zu nutzen, schob die abtrünnige Alia die Schuld auf die „anhaltende Dürre“ und brachte unter dem Schlagwort der „Demokratisierung“ die Partei und die Volksmacht an den Rand der völligen Zerstörung.

Die Führungskräfte der Partei waren mit endlosen und nutzlosen Sitzungen beschäftigt und verloren auf diese Weise ihre Verbindungen zu den Massen, ganz zu schweigen von deren Vertrauen. Die Presse ihrerseits wurde zu einer Brutstätte von Fehlinformationen und Opportunismus, die den europäischen, japanischen, amerikanischen, skandinavischen usw. „Sozialismus“ verherrlichte.

All dies empörte ehrliche Kommunisten, Arbeiter und Bauern zutiefst, die ihren Widerstand gegen diesen offen revisionistischen Kurs zum Ausdruck brachten. Auf ihrer Seite stand sogar ein Teil des Geheimdienstes, doch vergeblich. Der Abstieg breiter Bevölkerungsschichten in die Passivität, die immer unzufriedener wurden, bot den konterrevolutionären Kräften die Gelegenheit, auf die Straßen der Städte zu gehen, in denen Ungerechtigkeit und Vernachlässigung am größten waren.

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