Über den Chauvinismus in der ICOR und die These der „neuimperialistischen Länder“

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Ich übernehme hier einen wichtigen Artikel, der zuerst auf http://www.demvolkedienen.org erschienen ist:

Im folgenden veröffentlichen wir einen Artikel aus dem „Vorbote – Für Weg und Ziel der revolutionären Bewegung“, einem kommunistischen Theorieorgan aus Österreich. Wir wollen den Artikel allen Leserinnen und Lesern von DemVolkeDienen enpfehlen, ist er doch ein sehr gelungener Beitrag um den Kampf gegen den Revisionismus und Chauvinismus zu vertiefen und seine Einflüsse in der revolutionären Bewegung Schritt für Schritt zurückzudrängen. Vor allem im deutschsprachigen Raum (aber leider auch darüber hinaus) versucht die MLPD und die von ihr geführte ICOR die revolutionären Reihen zu verwirren und sie ins Fahrwasser der Bourgeoisie zu führen – umso notwendiger also, diese angeblichen „neuen“ Theorien von Stefan Engel zu zerschlagen indem ein proletarischer und damit internationalistischer Standpunkt zum Ausdruck gebracht wird!

An alle Leserinnen und Leser die der Redaktion des „Vorboten“ ihre Meinungen, Kritik oder Lob zukommen lassen wollen, bitte sendet diese an uns und wir werden sie einstweilen gerne weiterleiten.

Eure DemVolkeDienen Redaktion.

(Quelle: Vorbote, April/Mai 2018)

 

Über den Chauvinismus in der ICOR und die These der „neuimperialistischen Länder“

 

Mit der These über die „neuimperialistischen Länder“ vollzieht Stefan Engel als theoretischer Führer der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) einen neuen Versuch der „Weiterentwicklung“ des Marxismus-Leninismus, wie er es sich selbst zur Aufgabe gemacht hat. Anders als beispielsweise mit seiner kleinbürgerlichen These über die „Denkweise“, erfährt die These der neuimperialistischen Länder mehrere Reaktionen von unterschiedlichen Sektionen der von der MLPD geführten Internationationalen Koordination revolutionärer Organisationen und Parteien (ICOR),  die berechtigte, wenn auch sehr beschränkte, Kritik an dieser selbsterhofften „Weiterentwicklung“ äußerten. Geradezu unglaublich wirkt die Tatsache, diese These gerade zum 100. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution, der zum Anlass der dritten Weltkonferenz der ICOR wurde, zu präsentieren, stellt diese These ja gerade den Versuch dar, den Marxismus-Leninismus, durch eine Aneinanderreihung bürgerlicher Statistiken, schleierhaften Interpretationen und wirren Zahlenexperimenten zu verdrehen und zu widerlegen. Ohne schamhaft zu erröten (was in diesem Fall durchaus angebracht wäre!) erklärt Stefan Engel vor seinen internationalen Gästen, dass die Mehrheit der Menschen in der heutigen Welt nicht in unterdrückten Nationen lebt, sondern in imperialistischen Zentren und stellt Länder wie Indonesien, Indien, die Türkei oder Südafrika in eine Reihe mit Russland, China und den USA. Ein Vergleich der in erster Betrachtung etwas realitätsfremd wirkt, bei näherer Betrachtung nichts anderes als spießigste Sophisterei und chauvinistischen Opportunismus beinhaltet, und im Kern all jenen nicht viel „Neues“ zu bieten hat, die verschiedene Theorien über „Entwicklungländer“ oder die „Dependenztheorie“ schon als bürgerlich und kleinbürgerlich erkannt haben. Gerade weil sich jedoch die MLPD als „Keimform einer neuen Internationale“ zu präsentieren versucht, wieder andere sie als „Instrument der internationalen Zusammenarbeit“[1] bezeichnen und die MLPD ihre „Thesen“ als „allgemeingültig“ und „anerkannt“ wissen will, sehen wir es als Notwendigkeit einige Punkte der Kritik an der „Herausbildung neuimperialistischer Länder“ zu entwickeln.

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Klassenkampf im Sozialismus

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Genosse W.I. Lenin bestätigt die Lehren der Großen Proletarischen Kulturrevolution, gezogen im Statut der Kommunistischen Partei Chinas beschlossen auf deren X. Parteitag vom 28. August 1973, in Bezug auf die Weiterführung des Klassenkampfes unter der Diktatur des Proletariats:

„Die Kommunistische Partei Chinas hat durch den mehr als 50jährigen harten Kampf des chinesischen Volk zum endgültigen Sieg in der neudemokratischen Revolution, zu großen Siegen in der sozialistischen Revolution und beim sozialistischen Aufbau und zum großartigen Sieg in der Großen Proletarischen Kulturrevolution geführt.

Die sozialistische Gesellschaft umfaßt eine ziemlich lange geschichtliche Periode. Diese ganze Geschichtsperiode hindurch existieren Klassen, Klassenwidersprüche und Klassenkämpfe, existiert der Kampf zwischen den beiden Wegen, dem des Sozialismus und dem des Kapitalismus, existiert die Gefahr einer Restauration des Kapitalismus, existiert die Bedrohung durch Umsturz und Aggression seitens des Imperialismus und des Sozialimperialismus. Solche Widersprüche können nur durch die Theorie über die Weiterführung der Revolution unter der Diktatur des Proletariats und durch die von ihr angeleitete Praxis gelöst werden. Die Große Proletarische Kulturrevolution in unserem Land ist gerade eine große politische Revolution, durchgeführt vom Proletariat unter den Bedingungen des Sozialismus gegen die Bourgeoisie und alle anderen Ausbeuterklassen, zur Konsolidierung der Diktatur des Proletariats und zur Verhütung einer Restauration des Kapitalismus. Revolutionen dieser Art werden in Zukunft noch mehrmals durchgeführt werden.“ (STATUT DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI CHINAS angenommen auf dem X. Parteitag am 28. August 1973. In: Der X. Parteitag der KP Chinas. Dokumente, Peking, 1973, S. 69-70)Weiterlesen »

Frau Brüning und der Faschismus

Die derzeitige Regierung Merkel/Seehofer/Scholz in Berlin bereitet derzeit eifrig die Errichtung der faschistischen Diktatur mit ihrer Regierungspolitik vor. So gesehen ist die Analyse von Ernst Thälmann über den Charakter der ehemaligen Regierung des Reichskanzlers Brüning von 1930/31 hochaktuell. Daher wird hier ein Teil der Rede des KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann auf einer Plenartagung des ZKs der KPD in Berlin vom 15. bis 17. Januar 1931 „Volksrevolution über Deutschland“ über das Problem der faschistischen Diktatur abgedruckt (Quelle: Ernst Thälmann: Für ein freies sozialistisches Deutschland. Auswahl der Reden und Schriften 1930-1933. Band III, Stuttgart, 1977, S. 54-55):

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Wie steht es mit der Frage der faschistischen Diktatur? Was ist der klassenmäßige Inhalt des Begriffs faschistische Diktatur? Wenn man dieses Problem untersucht, ergibt sich, daß der klassenmäßige Inhalt einer faschistischen Diktatur zweifelsohne die Diktatur des Finanzkapitals ist, wie in der bürgerlichen Demokratie. Also nicht etwa der Klasseninhalt ändert sich, sondern die Methoden. Die Herrschaftsformen wechseln, nicht der Herrschaftsinhalt, sofern die bürgerliche Demokratie durch die faschistische Diktatur ersetzt wird.

Was sagt das Programm der Komintern zur Frage der faschistischen Diktatur? Es heißt dort:

„Unter besonderen historischen Bedingungen nimmt der Prozeß der Offensive der bürgerlich-imperialistischen Reaktion die Form des Faschismus an. Solche Bedingungen sind: Die Labilität der kapitalistischen Beziehungen; das Vorhandensein sozial-deklassierter Elemente in beträchtlicher Zahl; die Verarmung breiter Schichten des städtischen Kleinbürgertums und der Intelligenz; die Unzufriedenheit der ländlichen Kleinbourgeoisie; schließlich die ständige Gefahr proletarischer Massenaktionen.“

Es kann keinen Zweifel geben, daß alle diese Bedingungen in Deutschland vorliegen. Nun heißt es im Programm weiter:

„Um ihrer Macht größere Stetigkeit und Festigkeit zu sichern, ist die Bourgeoisie im steigenden Maße gezwungen, vom parlamentarischen System zu der faschistischen Methode überzugehen, die von Beziehungen und Kombinationen zwischen den Parteien unabhängig ist. Der Faschismus ist eine Methode der unmittelbaren Diktatur der Bourgeoisie, ideologisch verkleidet mit der Idee der Volksgemeinschaft und der Vertretung nach Berufsständen. (Das heißt eigentlich Vertretung der verschiedenen Gruppen der herrschenden Klasse.) Er ist eine Methode, die durch eine eigenartige soziale Demagogie (Antisemitismus, gelegentliche Ausfälle gegen die parlamentarische Schwatzbude), die Unzufriedenheit der Massen des Kleinbürgertums, der Intellektuellen und anderer ausnützt.“

Auch hier finden wir verschiedene Anhaltspunkte für die gegenwärtige Situation in Deutschland. Das gilt sowohl für die Unabhängigkeit der Brüning-Regierung von Beziehungen und Kombinationen zwischen den Parteien, als auch für die unmittelbare Ausübung der Diktatur der Bourgeoisie und schließlich für die Verkleidung dieser Diktatur mit den Ideen der Volksgemeinschaft und berufsständischen Vertretung. Die weiteren Ausführungen des Programms, die sich auf den Aufbau der faschistischen Kampfverbände usw. beziehen, treffen zwar für die Hitlerpartei zu, aber nicht für die heutige Herrschaftsform der Bourgeoisie mittels der Brüning-Regierung. Schließlich heißt es dann weiter im Programm:

„Die Hauptaufgabe des Faschismus ist die Vernichtung der revolutionären Vorhut der Arbeiterklasse, d.h. der kommunistischen Schichten des Proletariats und ihrer führenden Kader. Die Verquickung von sozialer Demagogie und Korruption mit dem aktiven weißen Terror, sowie die zum äußersten gesteigerte imperialistische Aggressivität der Außenpolitik sind charakteristische Züge im Faschismus.“

Auch in diesen Sätzen sind Anhaltspunkte, die sich auf die heutige Situation in Deutschland und das Brüning-System anwenden lassen. Insgesamt ergeben sich aus den Darlegungen des Programms Anhaltspunkte dafür, schon heute in Deutschland von faschistischen Herrschaftsformen zu sprechen. Andererseits sieht das Programm einen solchen Zustand nicht vor, wo die Bourgeoisie bereits mit faschistischen Methoden regiert, die faschistische Massenpartei sich aber noch außerhalb der Regierung, sogar in einer Scheinopposition befindet. Schließlich ist es klar, daß im industriellen Deutschland mit seiner großen Arbeiterklasse und starken Kommunistischen Partei der vollen Entfaltung der faschistischen Herrschaft ernste Hindernisse entgegengesetzt werden. Es ergibt sich nach alledem als konkrete Analyse das, was wir auch in der Resolution aussprechen:

Wir haben in Deutschland den Zustand einer ausreifenden, wenn auch noch nicht ausgereiften faschistischen Diktatur. Die Regierung Brüning ist in ihrer jetzigen Entwicklungsphase die Regierung der Durchführung der faschistischen Diktatur. Gegen sie. und alle ihre Hilfskräfte müssen wir den schärfsten Kampf der Massen führen!

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Sturz der Regierung! oder: Faschismus und Krieg

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Die Kapitalisten wollen keinen Faschismus, sie müssen ihn wollen. Kein Mensch, nicht einmal die Kapitalisten selbst, vermögen zu sagen, wann sie ihn wollen müssen. Wann ihre Ökonomie so weit heruntergewirtschaftet ist, ihre bürgerliche Demokratie so weit zersetzt ist, dass das Volk anfängt mit der Revolution zu sympathisieren. Wann sie als letzten Ausweg, um ihre Klassenherrschaft aufrecht zu erhalten, auf den Faschismus an der Macht setzen müssen. Das kann sehr lang dauern, oder es kann sehr schnell geschehen. 

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Bertolt Brecht: Faschismus und Kapitalismus

 Die Geschäfte des Kapitalismus sind nun in verschiedenen Ländern (ihre Zahl wächst) ohne Roheit nicht mehr zu machen. Manche glauben noch, es ginge doch; aber ein Blick in ihre Kontobücher wird sie früher oder später vom Gegenteil überzeugen. Das ist nur eine Zeitfrage.

Es kann in einem Aufruf gegen den Faschismus keine Aufrichtigkeit liegen, wenn die gesellschaftlichen Zustände, die ihn mit Naturnotwendigkeit erzeugen, in ihm nicht angetastet werden. Wer den Privatbesitz an Produktionsmitteln nicht preisgeben will, der wird den Faschismus nicht loswerden, sondern ihn brauchen.

Ich weiß natürlich, daß solche Wörter wie Privatbesitz an Produktionsmitteln unschöne, wenig romantische, gar nicht poetische Wörter sind. Aber niemand von uns denkt daran, diese Wörter ihrer Schönheit wegen zu verwenden. Sie sind nur nötig. Das heißt: das zu sagen, was sie sagen, ist nötig. Und vor die Wahl gestellt, so unschöne und trockene und doktrinäre Wörter zu gebrauchen und von so niedrigen Dingen, wie dem Erwerb des Unterhalts und der Möglichkeit, sich satt zu essen, zu reden oder den Faschismus siegen zu lassen, sollte man sich für sie entscheiden.

Aber um in seinem Entscheidungskampf mit seinem Proletariat einzutreten, muß der Kapitalismus sich aller, auch der letzten Hemmungen entledigen und alle seine eigenen Begriffe, wie Freiheit, Gerechtigkeit, Persönlichkeit selbst Konkurrenz, einen nach dem anderen über Bord werfen. So tritt eine einstmals große und revolutionäre Ideologie in der niedrigsten Form gemeinen Schwindels, frechster Bestechlichkeit, brutalster Feigheit, eben in faschistischer Form, zu ihrem Endkampf an, und der Bürger verläßt den Kampfplatz nicht, bevor er seine allerdreckigste Erscheinungsform angenommen hat.

Warum ist es erschreckend, daß es dem geistigen Arbeiter erst gesagt werden muß, daß das Verbot von 14 kommunistischen Zeitungen ihn zu einem Wutschrei veranlassen müßte? Es ist erschreckend, weil es hier, wo die Stätte der Wahrheit und der Entwicklung geschlossen wurde, niemals gesehen worden war, und daß, als die Wahrheit verboten wurde, nichts verboten wurde, was er je gesagt hätte oder je sagen würde. Ihn betrifft das Verbot der Wahrheit nicht. Er hat nichts mit Wahrheit zu tun. Er schreibt, was keinen Wert hat, also wird es nicht verboten, was er schreibt. Was soll der geistige Arbeiter tun? Die Polizei verbietet die Wahrheit, und die Zeitungen bezahlen die Lüge!

Aus: Aufsätze über den Faschismus. 1933 bis 1939.

In: Bertolt Brecht, Gesammelte Werke Band 20, Frankfurt/Main, 1967, S. 188 f.

 

16. Juni 2005: Massaker an 17 Maoisten in der Türkei

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Bildergebnis für mkp hko 17 lerZum diesjährigen 13. Jahrestag des Massakers an 17 Kämpferinnen und Kämpfern der MKP und HKO am 16. Juni durch den faschistischen türkischen Staat sei auf das 2016 von der revolutionären Musikgruppe „Grup Munzur“ auf youtube.com veröffentlichte türkischsprachige Video hingewiesen (Haziran Bulutlari – Juni Wolken Link). Wer mehr über die 17 gefallenen maoistischen Kämpferinnen und Kämpfer erfahren möchte, dem sei die deutsche Übersetzung des Artikels über dieses Massaker empfohlen (Link).

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Grup Yorum: Wir antworten euren Terrorlisten mit unseren Liedern

Im Rahmen ihrer Kampagne „Wir antworten euren Terrorlisten mit unseren Liedern“ hat die revolutionäre, linke Musikgruppe „Grup Yorum“ aus der Türkei/Nordkurdistan ein weiteres Lied „Dieses Viertel gehört uns“ veröffentlicht, das ich hier gerne spiegle (Hier geht es zur Quelle dieses Beitrages):

„Wir antworten euren Terrorlisten mit unseren Liedern“

Hier die Übersetzung von Grup Yorums „Bu Mahalle Bizim“ „Dieses Viertel gehört uns“ (sehenswertes Video):

Unsere Herzen schlagen für unser Volk
deshalb können sie uns nicht unterkriegen
Das hier ist uns eine Heimat, Arbeit, Schweiß, Leben
Wir verteidigen das Leben durchweg
Das hier ist uns eine Heimat, Arbeit, Schweiß, Leben
Wir verteidigen das Leben durchweg

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Imperialismus und Arbeiterimmigration

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An der „Ein- und Auswanderungsfrage“ stehen sich die opportunistische und revolutionäre Haltung unversöhnlich gegenüber. So versuchten die Opportunisten in der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung schon auf dem Internationalen Sozialistenkongress der II. Internationale in Stuttgart im Jahr 1907 ihre falsches, proimperialistisches Gedankengut festzuschreiben. W.I. Lenin schreibt dazu in seinem Artikel „Der Internationale Sozialistenkongress in Stuttgart“ von September/Oktober 1907 folgendes (Lenin-Werke Band 13, S. 71 und 81): „Auch in der Frage der Ein- und Auswanderung sind in der Kommission des Stuttgarter Kongresses die Meinungsverschiedenheiten zwischen Opportunisten und Revolutionären mit aller Deutlichkeit zutage getreten. Die ersten trugen .sich mit dem Gedanken, das Obersiedlungsrecht der rückständigen, unentwickelten Arbeiter, insbesondere der Japaner und Chinesen, zu beschränken. Der Geist zünftlerisch beschränkter Abgeschlossenheit, trade-unionistischer Exklusivität war bei solchen Leuten stärker als das Bewußtsein der sozialistischen Aufgaben: Aufklärung und Organisierung der von der Arbeiterbewegung noch nicht erfaßten Schichten des Proletariats. Der Kongreß lehnte alle dahingehenden Bestrebungen ab. Selbst in der Kommission gab es nur ganz vereinzelte Stimmen zugunsten einer Beschränkung der Übersiedlungsfreiheit, und die Resolution des Internationalen Kongresses ist von der Anerkennung.des solidarischen Klassenkampfes der Arbeiter aller Länder bestimmt.“

Hier ist dann die Resolution im Wortlaut abgedruckt, bei der der revolutionäre Standpunkt durchgesetzt wurde:

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Erste Bilanz von Karl Marx Leben

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Erste Bilanz von Karl Marx Leben

Eine erste Bilanz des Lebens und Schaffens von Karl Marx fasst sein engster Kampfgefährte Friedrich Engels im Rahmen der Beerdigung von Karl Marx um den 17. März 1883 zusammen:

Friedrich Engels

Friedrich Engels:

[Entwurf zur Grabrede für Karl Marx]

Vor kaum fünfzehn Monaten waren die meisten von uns an diesem Grabe versammelt, das zur letzten Ruhestatt einer edlen und hochherzigen Frau geworden ist. Dieses Grab müssen wir heute wieder öffnen, damit es die sterblichen Überreste ihres Mannes aufnehme.

Karl Marx war einer jener hervorragenden Männer, von denen ein Jahrhundert nur wenige hervorbringt. Charles Darwin entdeckte das Gesetz der Entwicklung der organischen Natur auf unserem Planeten. Marx ist der Entdecker jenes grundlegenden Gesetzes, das den Gang und die Entwicklung der menschlichen Geschichte bestimmt, ein Gesetz, so einfach und einleuchtend, daß gewissermaßen seine bloße Darlegung genügt, um seine Anerkennung zu sichern. Doch damit nicht genug, hat Marx auch jenes Gesetz entdeckt, das unsere gegenwärtige Stufe der Gesellschaft und ihre große Klassenteilung in Kapitalisten und Lohnarbeiter hervorgebracht hat. Es ist das Gesetz, demgemäß sich diese Gesellschaft organisiert, sich entwickelt, bis sie so weit über sich selbst hinausgewachsen ist, daß sie schließlich untergehen muß wie alle vorangegangenen historischen Phasen der Gesellschaft. Solche Ergebnisse machen es um so schmerzlicher, daß er uns mitten aus seinem Schaffen entrissen worden ist, daß er – so viel er hervorgebracht hat – dennoch weit mehr unvollendet zurückläßt.

So teuer ihm die Wissenschaft war, hat sie ihn dennoch nicht vollständig ausgefüllt. Niemand empfand reinere Freude als er, wenn ein neuer wissenschaftlicher Fortschritt erzielt wurde, gleichgültig, ob praktisch anwendbar oder nicht. Vor allem aber sah er in der Wissenschaft einen großen Hebel der Geschichte, eine revolutionäre Kraft im wahrsten Sinne des Wortes. Und in diesem Sinne wandte er jene gewaltigen Kenntnisse, speziell in der Geschichte, auf alle von ihm beherrschten Gebiete an.

Denn er war wirklich ein Revolutionär, wie er sich selbst bezeichnete. Der Kampf für die Befreiung der Klasse der Lohnarbeiter von den Fesseln des modernen kapitalistischen Systems der Produktion war seine wahre Berufung. Und niemals gab es einen aktiveren Kämpfer als ihn. Die Krönung dieses Teils seines Schaffens bildet die Gründung der Internationalen Arbeiterassoziation, deren anerkannter Führer er von 1864 bis 1872 war. Die Assoziation ist dem äußeren Anschein nach verschwunden, aber der Bruderbund der Vereinigung der Arbeiter aus allen zivilisierten Ländern Europas und Amerikas besteht ein für allemal und dauert fort, auch ohne eine äußere formale Vereinigung.

Niemand kann für eine Sache kämpfen, ohne sich Feinde zu schaffen. Und er hatte viele Feinde. Während des größten Teils seines politischen Lebens war er der rneistgehaßte und meistverleumdete Mann in Europa. Aber er hat die Verleumdung kaum beachtet. Wenn je einer die Verleumdung besiegte, dann war er es. Am Ende seines Lebens konnte er voller Stolz auf Millionen Anhänger in den Bergwerken Sibiriens wie auch in den Werkstätten Europas und Amerikas blicken; er sah seine ökonomischen Theorien zum unbestreitbaren Grundsatz des Sozialismus der ganzen Welt geworden. Und mochte er noch viele Gegner haben, so hatte er kaum noch einen persönlichen Feind.

Geschrieben am 17. März 1883.

Nach der Handschrift.

Aus dem Englischen.

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Friedrich Engels: Geschichte des Manifests der Kommunistischen Partei

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Friedrich Engels: Geschichte des Manifests der Kommunistischen Partei

Friedrich Engels

Vorrede

[zur englischen Ausgabe des „Manifest der Kommunistischen Partei“ von 1888]

 

170 Jahre Manifest der KPDas „Manifest“ wurde als Plattform des Bundes der Kommunisten veröffentlicht, einer anfangs ausschließlich deutschen, später internationalen Arbeiterassoziation, die unter den politischen Verhältnissen des europäischen Kontinents vor 1848 unvermeidlich eine Geheimorganisation war. Auf dem Kongreß des Bundes, der im November 1847 in London stattfand, wurden Marx und Engels beauftragt, die Veröffentlichung eines vollständigen theoretischen und praktischen Parteiprogramms in die Wege zu leiten. In deutscher Sprache abgefaßt, wurde das Manuskript im Januar 1848, wenige Wochen vor der französischen Revolution vom 24. Februar, nach London zum Druck geschickt. Eine französische Übersetzung wurde kurz vor der Juni-Insurrektion von 1848 in Paris herausgebracht. Die erste englische Übersetzung, von Miß Helen Macfarlane besorgt, erschien 1850 in George Julian Harneys „Red Republican“ in London. Auch eine dänische und eine polnische Ausgabe wurden veröffentlicht.

Die Niederschlagung der Pariser Juni-Insurrektion von 1848-dieser ersten großen Schlacht zwischen Proletariat und Bourgeoisie – drängte die sozialen und politischen Bestrebungen der Arbeiterklasse Europas zeitweilig wieder in den Hintergrund. Seitdem spielte sich der Kampf um die Vormachtstellung wieder, wie in der Zeit vor der Februarrevolution, allein zwischen verschiedenen Gruppen der besitzenden Klasse ab; die Arbeiterklasse wurde beschränkt auf einen Kampf um politische Ellbogenfreiheit und auf die Position eines äußersten linken Flügels der radikalen Bourgeoisie. Wo selbständige proletarische Bewegungen fortfuhren, Lebenszeichen von sich zu geben, wurden sie erbarmungslos niedergeschlagen. So spürte die preußische Polizei die Zentralbehörde des Bundes der Kommunisten auf, die damals ihren Sitz in Köln hatte. Die Mitglieder wurden verhaftet und nach achtzehnmonatiger Haft im Oktober 1852 vor Gericht gestellt. Dieser berühmte „Kölner Kommunisten­prozeß“ dauerte vom 4. Oktober bis 12. November; sieben von den Gefangenen wurden zu Festungshaft für die Dauer von drei bis sechs Jahren verurteilt. Sofort nach dem Urteilsspruch wurde der Bund durch die noch verbliebenen Mitglieder formell aufgelöst. Was das „Mani fest“ anbelangt, so schien es von da an verdammt zu sein, der Vergessenheit anheimzufallen.

Als die europäische Arbeiterklasse wieder genügend Kraft zu einem neuen Angriff auf die herrschende Klasse gesammelt hatte, entstand die Internationale Arbeiterassoziation. Aber diese Assoziation, die ausdrücklich zu dem Zwecke gegründet wurde, das gesamte kampfgewillte Proletariat Europas und Amerikas zu einer einzigen Körperschaft zusammenzuschweißen, konnte die im „Manifest“ niedergelegten Grundsätze nicht sofort proklamieren. Die Internationale mußte ein Programm haben, breit genug, um für die englischen Trade-Unions, für die französischen, belgischen, italienischen und spanischen Anhänger Proudhons und für die Lassalleaner in Deutschland annehmbar zu sein. Marx, der dieses Programm zur Zufriedenheit aller Parteien abfaßte, hatte volles Vertrauen zur intellektuellen Entwicklung der Arbeiterklasse, einer Entwicklung, wie sie aus der vereinigten Aktion und der gemeinschaftlichen Diskussion notwendig hervorgehn mußte. Die Ereignisse und Wechselfälle im Kampf gegen das Kapital, die Niederlagen noch mehr als die Siege, konnten nicht verfehlen, den Menschen die Unzulänglichkeit ihrer diversen Lieblings-Quacksalbereien zum Bewußtsein zu bringen und den Weg zu vollkommener Einsicht in die wirklichen Voraussetzungen der Emanzipation der Arbeiterklasse zu bahnen.

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Rodong Sinmun: Entwicklung der Süd-Süd-Zusammenarbeit zerstört die alte internationale ökonomische Ordnung

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Rodong Sinmun: Entwicklung der Süd-Süd-Zusammenarbeit zerstört die alte internationale ökonomische Ordnung

Pyongyang, 1. Juni Juche 107 (2018) – Der sozio-ökonomische Fortschritt und die Entwicklung der sich entwickelnden Länder werden deutlich eingeschränkt durch die überholte internationale ökonomische Ordnung, die von den Imperialisten nach deren Interessen errichtet wurde. Der Ausweg, um den wirtschaftlichen Aufschwung und das nationale Wachstum der sich entwickelnden Länder zu erlangen, ist eine neue und gerechte internationale ökonomische Ordnung zu errichten, nachdem die alte und ungleiche Ordnung zerstört wurde. Der beste Weg ist für die sich entwickelnden Länder, die Süd-Süd-Zusammenarbeit auszubauen und zu entwickeln. Die Süd-Süd-Zusammenarbeit ist eine echt kooperative Beziehung unter den sich entwickelnden Ländern, da sie auf den gemeinsamen Bedürfnissen gegründet ist, um auf dem Weg hin zu der Unabhängigkeit und Selbstbestimmung voranzuschreiten, frei von neo-kolonialer Beherrschung und Ausplünderung durch die Imperialisten. Um die Süd-Süd-Zusammenarbeit zu verwirklichen, ist es ein wichtiger Weg für jedes sich entwickelnde Land, seine Position und Rolle als ein souveräner Staat in der internationalen Arena hervorzuheben. Nur wenn sie die ökonomische Unabhängigkeit durch gemeinsame Selbstbestimmung erreichen, können die sich entwickelnden Länder die schon erreichte politische Unabhängigkeit festigen und die Souveränität behaupten. Und es ist möglich, die mächtige militärische Selbstverteidigungskraft voranzutreiben, um mit der Einmischung fremder Kräfte fertigzuwerden. Zurzeit geht die Süd-Süd-Zusammenarbeit auf vielseitige, weitreichende und starke Art voran. Es ist die Tendenz der Zeit, dass die Süd-Süd-Zusammenarbeit nicht spontan, sondern mit Absicht und bewusst durch regionale und kontinentale Organisationen gestaltet wird. Die sich entwickelnden Länder haben dringende Interessen an der Süd-Süd-Zusammenarbeit und streben nach ihrer weiteren Entwicklung, um die Zukunft gemeinsam zu erreichen. Dies geschieht in voller Übereinstimmung mit der Tendenz unserer Zeit hin zur Unabhängigkeit.

Von: An Chol Gwon

Quelle: Dies ist eine nicht autorisierte deutsche Übersetzung des englischen Originalartikel der Tageszeitung der PdAK „Rodong Sinmun“ , das auf www.rodong.rep.kp einsehbar ist.