Sturz der Regierung! oder: Faschismus und Krieg

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Die Kapitalisten wollen keinen Faschismus, sie müssen ihn wollen. Kein Mensch, nicht einmal die Kapitalisten selbst, vermögen zu sagen, wann sie ihn wollen müssen. Wann ihre Ökonomie so weit heruntergewirtschaftet ist, ihre bürgerliche Demokratie so weit zersetzt ist, dass das Volk anfängt mit der Revolution zu sympathisieren. Wann sie als letzten Ausweg, um ihre Klassenherrschaft aufrecht zu erhalten, auf den Faschismus an der Macht setzen müssen. Das kann sehr lang dauern, oder es kann sehr schnell geschehen. 

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Bertolt Brecht: Faschismus und Kapitalismus

 Die Geschäfte des Kapitalismus sind nun in verschiedenen Ländern (ihre Zahl wächst) ohne Roheit nicht mehr zu machen. Manche glauben noch, es ginge doch; aber ein Blick in ihre Kontobücher wird sie früher oder später vom Gegenteil überzeugen. Das ist nur eine Zeitfrage.

Es kann in einem Aufruf gegen den Faschismus keine Aufrichtigkeit liegen, wenn die gesellschaftlichen Zustände, die ihn mit Naturnotwendigkeit erzeugen, in ihm nicht angetastet werden. Wer den Privatbesitz an Produktionsmitteln nicht preisgeben will, der wird den Faschismus nicht loswerden, sondern ihn brauchen.

Ich weiß natürlich, daß solche Wörter wie Privatbesitz an Produktionsmitteln unschöne, wenig romantische, gar nicht poetische Wörter sind. Aber niemand von uns denkt daran, diese Wörter ihrer Schönheit wegen zu verwenden. Sie sind nur nötig. Das heißt: das zu sagen, was sie sagen, ist nötig. Und vor die Wahl gestellt, so unschöne und trockene und doktrinäre Wörter zu gebrauchen und von so niedrigen Dingen, wie dem Erwerb des Unterhalts und der Möglichkeit, sich satt zu essen, zu reden oder den Faschismus siegen zu lassen, sollte man sich für sie entscheiden.

Aber um in seinem Entscheidungskampf mit seinem Proletariat einzutreten, muß der Kapitalismus sich aller, auch der letzten Hemmungen entledigen und alle seine eigenen Begriffe, wie Freiheit, Gerechtigkeit, Persönlichkeit selbst Konkurrenz, einen nach dem anderen über Bord werfen. So tritt eine einstmals große und revolutionäre Ideologie in der niedrigsten Form gemeinen Schwindels, frechster Bestechlichkeit, brutalster Feigheit, eben in faschistischer Form, zu ihrem Endkampf an, und der Bürger verläßt den Kampfplatz nicht, bevor er seine allerdreckigste Erscheinungsform angenommen hat.

Warum ist es erschreckend, daß es dem geistigen Arbeiter erst gesagt werden muß, daß das Verbot von 14 kommunistischen Zeitungen ihn zu einem Wutschrei veranlassen müßte? Es ist erschreckend, weil es hier, wo die Stätte der Wahrheit und der Entwicklung geschlossen wurde, niemals gesehen worden war, und daß, als die Wahrheit verboten wurde, nichts verboten wurde, was er je gesagt hätte oder je sagen würde. Ihn betrifft das Verbot der Wahrheit nicht. Er hat nichts mit Wahrheit zu tun. Er schreibt, was keinen Wert hat, also wird es nicht verboten, was er schreibt. Was soll der geistige Arbeiter tun? Die Polizei verbietet die Wahrheit, und die Zeitungen bezahlen die Lüge!

Aus: Aufsätze über den Faschismus. 1933 bis 1939.

In: Bertolt Brecht, Gesammelte Werke Band 20, Frankfurt/Main, 1967, S. 188 f.

 

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16. Juni 2005: Massaker an 17 Maoisten in der Türkei

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Bildergebnis für mkp hko 17 lerZum diesjährigen 13. Jahrestag des Massakers an 17 Kämpferinnen und Kämpfern der MKP und HKO am 16. Juni durch den faschistischen türkischen Staat sei auf das 2016 von der revolutionären Musikgruppe „Grup Munzur“ auf youtube.com veröffentlichte türkischsprachige Video hingewiesen (Haziran Bulutlari – Juni Wolken Link). Wer mehr über die 17 gefallenen maoistischen Kämpferinnen und Kämpfer erfahren möchte, dem sei die deutsche Übersetzung des Artikels über dieses Massaker empfohlen (Link).

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Grup Yorum: Wir antworten euren Terrorlisten mit unseren Liedern

Im Rahmen ihrer Kampagne „Wir antworten euren Terrorlisten mit unseren Liedern“ hat die revolutionäre, linke Musikgruppe „Grup Yorum“ aus der Türkei/Nordkurdistan ein weiteres Lied „Dieses Viertel gehört uns“ veröffentlicht, das ich hier gerne spiegle (Hier geht es zur Quelle dieses Beitrages):

„Wir antworten euren Terrorlisten mit unseren Liedern“

Hier die Übersetzung von Grup Yorums „Bu Mahalle Bizim“ „Dieses Viertel gehört uns“ (sehenswertes Video):

Unsere Herzen schlagen für unser Volk
deshalb können sie uns nicht unterkriegen
Das hier ist uns eine Heimat, Arbeit, Schweiß, Leben
Wir verteidigen das Leben durchweg
Das hier ist uns eine Heimat, Arbeit, Schweiß, Leben
Wir verteidigen das Leben durchweg

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Imperialismus und Arbeiterimmigration

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An der „Ein- und Auswanderungsfrage“ stehen sich die opportunistische und revolutionäre Haltung unversöhnlich gegenüber. So versuchten die Opportunisten in der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung schon auf dem Internationalen Sozialistenkongress der II. Internationale in Stuttgart im Jahr 1907 ihre falsches, proimperialistisches Gedankengut festzuschreiben. W.I. Lenin schreibt dazu in seinem Artikel „Der Internationale Sozialistenkongress in Stuttgart“ von September/Oktober 1907 folgendes (Lenin-Werke Band 13, S. 71 und 81): „Auch in der Frage der Ein- und Auswanderung sind in der Kommission des Stuttgarter Kongresses die Meinungsverschiedenheiten zwischen Opportunisten und Revolutionären mit aller Deutlichkeit zutage getreten. Die ersten trugen .sich mit dem Gedanken, das Obersiedlungsrecht der rückständigen, unentwickelten Arbeiter, insbesondere der Japaner und Chinesen, zu beschränken. Der Geist zünftlerisch beschränkter Abgeschlossenheit, trade-unionistischer Exklusivität war bei solchen Leuten stärker als das Bewußtsein der sozialistischen Aufgaben: Aufklärung und Organisierung der von der Arbeiterbewegung noch nicht erfaßten Schichten des Proletariats. Der Kongreß lehnte alle dahingehenden Bestrebungen ab. Selbst in der Kommission gab es nur ganz vereinzelte Stimmen zugunsten einer Beschränkung der Übersiedlungsfreiheit, und die Resolution des Internationalen Kongresses ist von der Anerkennung.des solidarischen Klassenkampfes der Arbeiter aller Länder bestimmt.“

Hier ist dann die Resolution im Wortlaut abgedruckt, bei der der revolutionäre Standpunkt durchgesetzt wurde:

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Erste Bilanz von Karl Marx Leben

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Erste Bilanz von Karl Marx Leben

Eine erste Bilanz des Lebens und Schaffens von Karl Marx fasst sein engster Kampfgefährte Friedrich Engels im Rahmen der Beerdigung von Karl Marx um den 17. März 1883 zusammen:

Friedrich Engels

Friedrich Engels:

[Entwurf zur Grabrede für Karl Marx]

Vor kaum fünfzehn Monaten waren die meisten von uns an diesem Grabe versammelt, das zur letzten Ruhestatt einer edlen und hochherzigen Frau geworden ist. Dieses Grab müssen wir heute wieder öffnen, damit es die sterblichen Überreste ihres Mannes aufnehme.

Karl Marx war einer jener hervorragenden Männer, von denen ein Jahrhundert nur wenige hervorbringt. Charles Darwin entdeckte das Gesetz der Entwicklung der organischen Natur auf unserem Planeten. Marx ist der Entdecker jenes grundlegenden Gesetzes, das den Gang und die Entwicklung der menschlichen Geschichte bestimmt, ein Gesetz, so einfach und einleuchtend, daß gewissermaßen seine bloße Darlegung genügt, um seine Anerkennung zu sichern. Doch damit nicht genug, hat Marx auch jenes Gesetz entdeckt, das unsere gegenwärtige Stufe der Gesellschaft und ihre große Klassenteilung in Kapitalisten und Lohnarbeiter hervorgebracht hat. Es ist das Gesetz, demgemäß sich diese Gesellschaft organisiert, sich entwickelt, bis sie so weit über sich selbst hinausgewachsen ist, daß sie schließlich untergehen muß wie alle vorangegangenen historischen Phasen der Gesellschaft. Solche Ergebnisse machen es um so schmerzlicher, daß er uns mitten aus seinem Schaffen entrissen worden ist, daß er – so viel er hervorgebracht hat – dennoch weit mehr unvollendet zurückläßt.

So teuer ihm die Wissenschaft war, hat sie ihn dennoch nicht vollständig ausgefüllt. Niemand empfand reinere Freude als er, wenn ein neuer wissenschaftlicher Fortschritt erzielt wurde, gleichgültig, ob praktisch anwendbar oder nicht. Vor allem aber sah er in der Wissenschaft einen großen Hebel der Geschichte, eine revolutionäre Kraft im wahrsten Sinne des Wortes. Und in diesem Sinne wandte er jene gewaltigen Kenntnisse, speziell in der Geschichte, auf alle von ihm beherrschten Gebiete an.

Denn er war wirklich ein Revolutionär, wie er sich selbst bezeichnete. Der Kampf für die Befreiung der Klasse der Lohnarbeiter von den Fesseln des modernen kapitalistischen Systems der Produktion war seine wahre Berufung. Und niemals gab es einen aktiveren Kämpfer als ihn. Die Krönung dieses Teils seines Schaffens bildet die Gründung der Internationalen Arbeiterassoziation, deren anerkannter Führer er von 1864 bis 1872 war. Die Assoziation ist dem äußeren Anschein nach verschwunden, aber der Bruderbund der Vereinigung der Arbeiter aus allen zivilisierten Ländern Europas und Amerikas besteht ein für allemal und dauert fort, auch ohne eine äußere formale Vereinigung.

Niemand kann für eine Sache kämpfen, ohne sich Feinde zu schaffen. Und er hatte viele Feinde. Während des größten Teils seines politischen Lebens war er der rneistgehaßte und meistverleumdete Mann in Europa. Aber er hat die Verleumdung kaum beachtet. Wenn je einer die Verleumdung besiegte, dann war er es. Am Ende seines Lebens konnte er voller Stolz auf Millionen Anhänger in den Bergwerken Sibiriens wie auch in den Werkstätten Europas und Amerikas blicken; er sah seine ökonomischen Theorien zum unbestreitbaren Grundsatz des Sozialismus der ganzen Welt geworden. Und mochte er noch viele Gegner haben, so hatte er kaum noch einen persönlichen Feind.

Geschrieben am 17. März 1883.

Nach der Handschrift.

Aus dem Englischen.

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Friedrich Engels: Geschichte des Manifests der Kommunistischen Partei

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Friedrich Engels: Geschichte des Manifests der Kommunistischen Partei

Friedrich Engels

Vorrede

[zur englischen Ausgabe des „Manifest der Kommunistischen Partei“ von 1888]

 

170 Jahre Manifest der KPDas „Manifest“ wurde als Plattform des Bundes der Kommunisten veröffentlicht, einer anfangs ausschließlich deutschen, später internationalen Arbeiterassoziation, die unter den politischen Verhältnissen des europäischen Kontinents vor 1848 unvermeidlich eine Geheimorganisation war. Auf dem Kongreß des Bundes, der im November 1847 in London stattfand, wurden Marx und Engels beauftragt, die Veröffentlichung eines vollständigen theoretischen und praktischen Parteiprogramms in die Wege zu leiten. In deutscher Sprache abgefaßt, wurde das Manuskript im Januar 1848, wenige Wochen vor der französischen Revolution vom 24. Februar, nach London zum Druck geschickt. Eine französische Übersetzung wurde kurz vor der Juni-Insurrektion von 1848 in Paris herausgebracht. Die erste englische Übersetzung, von Miß Helen Macfarlane besorgt, erschien 1850 in George Julian Harneys „Red Republican“ in London. Auch eine dänische und eine polnische Ausgabe wurden veröffentlicht.

Die Niederschlagung der Pariser Juni-Insurrektion von 1848-dieser ersten großen Schlacht zwischen Proletariat und Bourgeoisie – drängte die sozialen und politischen Bestrebungen der Arbeiterklasse Europas zeitweilig wieder in den Hintergrund. Seitdem spielte sich der Kampf um die Vormachtstellung wieder, wie in der Zeit vor der Februarrevolution, allein zwischen verschiedenen Gruppen der besitzenden Klasse ab; die Arbeiterklasse wurde beschränkt auf einen Kampf um politische Ellbogenfreiheit und auf die Position eines äußersten linken Flügels der radikalen Bourgeoisie. Wo selbständige proletarische Bewegungen fortfuhren, Lebenszeichen von sich zu geben, wurden sie erbarmungslos niedergeschlagen. So spürte die preußische Polizei die Zentralbehörde des Bundes der Kommunisten auf, die damals ihren Sitz in Köln hatte. Die Mitglieder wurden verhaftet und nach achtzehnmonatiger Haft im Oktober 1852 vor Gericht gestellt. Dieser berühmte „Kölner Kommunisten­prozeß“ dauerte vom 4. Oktober bis 12. November; sieben von den Gefangenen wurden zu Festungshaft für die Dauer von drei bis sechs Jahren verurteilt. Sofort nach dem Urteilsspruch wurde der Bund durch die noch verbliebenen Mitglieder formell aufgelöst. Was das „Mani fest“ anbelangt, so schien es von da an verdammt zu sein, der Vergessenheit anheimzufallen.

Als die europäische Arbeiterklasse wieder genügend Kraft zu einem neuen Angriff auf die herrschende Klasse gesammelt hatte, entstand die Internationale Arbeiterassoziation. Aber diese Assoziation, die ausdrücklich zu dem Zwecke gegründet wurde, das gesamte kampfgewillte Proletariat Europas und Amerikas zu einer einzigen Körperschaft zusammenzuschweißen, konnte die im „Manifest“ niedergelegten Grundsätze nicht sofort proklamieren. Die Internationale mußte ein Programm haben, breit genug, um für die englischen Trade-Unions, für die französischen, belgischen, italienischen und spanischen Anhänger Proudhons und für die Lassalleaner in Deutschland annehmbar zu sein. Marx, der dieses Programm zur Zufriedenheit aller Parteien abfaßte, hatte volles Vertrauen zur intellektuellen Entwicklung der Arbeiterklasse, einer Entwicklung, wie sie aus der vereinigten Aktion und der gemeinschaftlichen Diskussion notwendig hervorgehn mußte. Die Ereignisse und Wechselfälle im Kampf gegen das Kapital, die Niederlagen noch mehr als die Siege, konnten nicht verfehlen, den Menschen die Unzulänglichkeit ihrer diversen Lieblings-Quacksalbereien zum Bewußtsein zu bringen und den Weg zu vollkommener Einsicht in die wirklichen Voraussetzungen der Emanzipation der Arbeiterklasse zu bahnen.

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Rodong Sinmun: Entwicklung der Süd-Süd-Zusammenarbeit zerstört die alte internationale ökonomische Ordnung

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Rodong Sinmun: Entwicklung der Süd-Süd-Zusammenarbeit zerstört die alte internationale ökonomische Ordnung

Pyongyang, 1. Juni Juche 107 (2018) – Der sozio-ökonomische Fortschritt und die Entwicklung der sich entwickelnden Länder werden deutlich eingeschränkt durch die überholte internationale ökonomische Ordnung, die von den Imperialisten nach deren Interessen errichtet wurde. Der Ausweg, um den wirtschaftlichen Aufschwung und das nationale Wachstum der sich entwickelnden Länder zu erlangen, ist eine neue und gerechte internationale ökonomische Ordnung zu errichten, nachdem die alte und ungleiche Ordnung zerstört wurde. Der beste Weg ist für die sich entwickelnden Länder, die Süd-Süd-Zusammenarbeit auszubauen und zu entwickeln. Die Süd-Süd-Zusammenarbeit ist eine echt kooperative Beziehung unter den sich entwickelnden Ländern, da sie auf den gemeinsamen Bedürfnissen gegründet ist, um auf dem Weg hin zu der Unabhängigkeit und Selbstbestimmung voranzuschreiten, frei von neo-kolonialer Beherrschung und Ausplünderung durch die Imperialisten. Um die Süd-Süd-Zusammenarbeit zu verwirklichen, ist es ein wichtiger Weg für jedes sich entwickelnde Land, seine Position und Rolle als ein souveräner Staat in der internationalen Arena hervorzuheben. Nur wenn sie die ökonomische Unabhängigkeit durch gemeinsame Selbstbestimmung erreichen, können die sich entwickelnden Länder die schon erreichte politische Unabhängigkeit festigen und die Souveränität behaupten. Und es ist möglich, die mächtige militärische Selbstverteidigungskraft voranzutreiben, um mit der Einmischung fremder Kräfte fertigzuwerden. Zurzeit geht die Süd-Süd-Zusammenarbeit auf vielseitige, weitreichende und starke Art voran. Es ist die Tendenz der Zeit, dass die Süd-Süd-Zusammenarbeit nicht spontan, sondern mit Absicht und bewusst durch regionale und kontinentale Organisationen gestaltet wird. Die sich entwickelnden Länder haben dringende Interessen an der Süd-Süd-Zusammenarbeit und streben nach ihrer weiteren Entwicklung, um die Zukunft gemeinsam zu erreichen. Dies geschieht in voller Übereinstimmung mit der Tendenz unserer Zeit hin zur Unabhängigkeit.

Von: An Chol Gwon

Quelle: Dies ist eine nicht autorisierte deutsche Übersetzung des englischen Originalartikel der Tageszeitung der PdAK „Rodong Sinmun“ , das auf www.rodong.rep.kp einsehbar ist.

 

Gerhart Eisler (1958): Der Marxismus ist unsterblich

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Gerhart Eisler (1958):

Der Marxismus ist unsterblich

Als Karl Marx am 14. März 1883 in London starb, da sagte sein enger Freund und Mitarbeiter Friedrich Engels an seinem Grabe: Karl Marx ist gestorben, geliebt, betrauert von Millionen revolutionären Mitarbeitern. Sein Name wird durch Jahrhunderte fortleben und auch sein Werk.

Friedrich Engels hatte recht. Das Werk von Karl Marx und Friedrich Engels, der Marxismus, wurde zur Fahne und zum Kompaß der Arbeiterklasse aller Länder im Kampf um die Befreiung vom Kapitalismus.

Um das von Karl Marx geschaffene Werk sammelten sich alle Kräfte der Menschheit, die vorwärtsstrebten, und vor allem die revolutionären Arbeiter, die klassenbewußten Arbeiter, deren historische Aufgabe es ist, die Welt vom Kapitalismus, von Kriegen und Krisen, vom Elend, von der menschlichen Degradierung zu befreien und die neue, sozialistische Gesellschaftsordnung zu errichten.

Seit dem Erscheinen des Kommunistischen Manifests bis heute haben die Kapitalisten und ihre Schreiberlinge, haben Opportunisten und Reformisten, zum Beispiel Willy Brandt, versucht, Karl Marx zu widerlegen, ihn als überholt, als unvereinbar mit den neuen Erkenntnissen zu verleumden. Vergeblich.

Der Marxismus ist unsterblich, weil er wahr ist, weil er die Lehre von der Befreiung der Arbeiterklasse, der fortschrittlichsten Klasse, ist. Der Marxismus ist unsterblich, weil er der Arbeiterklasse die Wissenschaft als Waffe in die Hand gab zum Kampf gegen den kapitalistischen Todfeind. Der Marxismus ist unsterblich, weil er mit den Waffen der Wissenschaft die Gesetze des Kapitalismus entdeckte und weil er vor allem mit der Theorie des Klassenkampfes und der Lehre von der welthistorischen Rolle der Arbeiterklasse, des Schöpfers der neuen, der kommunistischen Gesellschaft, auch die wissenschaftliche Begründung für den unvermeidlichen Untergang des Kapitalismus gab. Unzählige Marxtöter kamen und gingen, es waren die Marxtöter in Wort und die Marxtöter in der Tat – mit Hilfe der Polizei, der Gendarmerie, des Faschismus und furchtbarer Kriege. Aber vergeblich war die schmutzige Arbeit der heute toten Marxtöter, und ebenso vergeblich ist die nicht weniger schmutzige Arbeit der heutigen Marxtöter.

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Rodong Sinmun: Die kapitalistische Gesellschaft ist die unbeliebteste und korrupteste Gesellschaft

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Rodong Sinmun: Die kapitalistische Gesellschaft ist die unbeliebteste und korrupteste Gesellschaft

Pyongyang, 5. Juni (KCNA) – Die kapitalistische Gesellschaft ist die unbeliebteste und korrupteste Gesellschaft, sie steht den wesentlichen Erfordernissen der menschlichen Wesen völlig gegensätzlich gegenüber, da sie gnadenlos die Freiheit und demokratischen Rechte der überwiegenden Mehrheit der werktätigen Massen verletzt und soziale Übel sowie ideologische und moralische Armut jeglicher Art verursacht, sagt Rodong Sinmun in einem Artikel vom Dienstag.

Die Wirklichkeit des kapitalistischen Systems selbst zeigt klar wie reaktionär und unbeliebt es ist, führt der Artikel aus und geht weiter:

Zuerst einmal ist das materielle Leben in der kapitalistischen Gesellschaft dekadent. Solches dekadente materielle Leben, das in kapitalistischen Ländern vorherrschend ist, ist ein Hauptfaktor für die sich vertiefenden sozialen Widersprüche gewesen. In der kapitalistischen Gesellschaft wird das geistige und kulturelle Leben des Volkes mit jedem vergangenen Tag immer untragbarer. Solches arme geistige und kulturelle Leben kann in der kapitalistischen Gesellschaft niemals verhindert werden, denn diese gründet sich auf fanatische Selbstsucht und steht unter der Herrschaft des Mammon und Dschungelgesetzes. Das politische Leben wird ebenso äußerst reaktionär in der kapitalistischen Gesellschaft. Diese Praxis wird unvermeidlich solange die Politik ein Spielball der wohlhabend Privilegierten in der kapitalistischen Gesellschaft bleibt. Solcher Kapitalismus ist dazu verdammt zu einem Ende zu kommen.

Quelle: Dies ist eine nicht autorisierte deutsche Übersetzung des englischen Originals, das unter www.kcna.kp eingesehen werden kann. Weitere englische Artikel der Tageszeitung der Partei der Arbeit Koreas „Rodong Sinmun“ können auf www.rodong.rep.kp gelesen werden.

Franz Mehring: Offenes Schreiben an die Bolschewiki

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Offenes Schreiben Franz Mehrings vom 3. Juni 1918 an die Bolschewiki mit einer Einschätzung der verschiedenen Richtungen in der deutschen Arbeiterbewegung. Darüber hinaus gibt es dann noch die Artikelserie von Franz Mehring „Die Bolschewiki und wir“  (veröffentlicht am 31. Mai, 1. Juni, 10. Juni und 17. Juni 1918 in der Leipziger Volkszeitung) aus dem Jahr 1918 (Link), der die ersten Ereignisse nach der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution kommentiert:

Franz Mehring:

Offenes Schreiben an die Bolschewiki

3. Juni 1918

Geehrte Genossen!

Es mag anmaßend erscheinen, wenn ich, ein einzelner Ihrer deutschen Gesinnungsgenossen, den russischen Kameraden brüderliche Grüße und herzliche Glückwünsche sende. Aber in Wahrheit schreibe ich Ihnen doch nicht als einzelner, sondern als Ältester der Gruppe Internationale, der Spartakusleute, derjenigen sozialdemokratischen Richtung in Deutschland, die seit vier Jahren unter den schwierigsten Umständen, auf demselben Boden, mit derselben Taktik kämpft, wie sie von Euch angewandt worden, ehe die glorreiche Revolution Eure Anstrengungen mit dem Siege gekrönt hat. Mit neidlosem Stolz empfinden wir den Sieg der Bolschewiki als unseren Sieg, und wir würden uns freudig zu Euch bekennen, wenn unsere Reihen nicht arg gelichtet wären und viele von uns – und wahrlich nicht die Schlechtesten – hinter den Mauern des Gefängnisses schmachteten,, wie die Genossin Rosa Luxemburg, oder hinter den Mauern des Zuchthauses, wie der Genosse Karl Liebknecht.

Könnte ich wenigstens bessere Kunde von dem Leben innerhalb der deutschen Arbeiterwelt senden! Aber der Regierungssozialismus frisst noch immer wie ein Ölfleck um sich, sosehr er moralisch und politisch abgewirtschaftet haben mag und täglich mehr abwirtschaftet. Es ist noch das wenigste, dass er, unter dem Schutze des Belagerungszustandes, durch allerhand schäbige Kniffe und Pfiffe nahezu sämtliche Arbeiterblätter an sich gerissen hat und täglich durch hundert Röhren sein Gift und seinen Schmutz in die proletarischen Massen gießen kann. Ungleich bedenklicher ist, dass diese Massen dem Regierungssozialismus ein Entgegenkommen zeigen, das ihm nun schon in drei Wahlschlachten ermöglicht hat, die Unabhängige Sozialdemokratie aufs Haupt zu schlagen.

Zwar bei der ersten dieser Wahlschlachten, die nun schon um Jahr und Tag zurückliegt, ließen sich die Dinge noch zur Not erklären. Es handelte sich um den Wahlkreis Potsdam-Spandau-Osthavelland, den Karl Liebknecht 1912 zum ersten Male und auch nur durch eine Zufallsmehrheit erobert hatte. Dass sich nun bei der Ersatzwahl alle bürgerlichen Parteien dem Regierungssozialismus vorspannten, um die Wahl eines „Liebknechtianers“ von der preußischen Residenzstadt Potsdam abzuwenden, war begreiflich und eher eine Schande als ein Triumph für die Regierungssozialisten. Jedoch anders lag die Sache in den Wahlkreisen Niederbarnim und Zwickau-Crimmitschau, in denen kürzlich Ersatzwahlen für die verstorbenen Abgeordneten Stadthagen und Stolle stattfanden, zwei Mitglieder der Unabhängigen Sozialdemokratie. Beide Wahlkreise gehören zum ältesten Besitze der Partei, sie waren immer radikal vertreten, und in beiden stellten die bürgerlichen Parteien eigene Kandidaten auf, so dass die Entscheidung allein zwischen den Regierungssozialisten und Unabhängigen lag. Gleichwohl siegten die Regierungssozialisten spielend, was auf der Gegenseite begreiflicherweise einen niederziehenden Eindruck machte.

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