Kampf gegen den Opportunismus III

Der dritte und vorerst letzte Teil der empfohlenen Schriften zum Kampf gegen den Opportunismus befasst sich mit dem ideologischen Kampf gegen den Opportunismus, wie er von Karl Marx und Friedrich Engels im „Manifest der Kommunistischen Partei“ im Jahr 1848, sowie von W.I. Lenin in seinem Werk „Was tun? Brennende Fragen unserer Bewegung“ im Jahr 1902 gegen die Menschewiki, Opportunisten und Revisionisten aller Spielarten geführt worden ist. Insbesondere die beiden Kapitel II. Spontanität der Massen und Bewußtheit der Sozialdemokratie sowie III. Trade-unionistische und sozialdemokratische Politik aus „Was tun?“ sind hier von besonderem Interesse (Lenin-Werke (LW) Band 5, S. 383-454). Hier der Link zu den Lenin-Werken: Lenin-Werke (LW)

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Eine gute Einführung in das Studium von W.I. Lenins „Was tun?“ aus dem Jahr 1902 ist die von J.W. Stalin 1905 verfasste Schrift „Kurze Darlegung der Meinungsverschiedenheiten in der Partei“, die hier im Anschluss abgedruckt ist:

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Kampf gegen den Opportunismus II

Hier werden vier Schriften zum Kampf gegen den Opportunismus vorgestellt, die jeweils den organisatorischen, subjektiven Kampf gegen den Opportunismus in der Frage der Kader betreffen. Drei Schriften von J.W. Stalin „Die Klasse der Proletarier und die Partei der Proletarier“ von 1905 sowie „Über die Perspektiven der KPD und über die Bolschewisierung“ und der „Bief an Genossen Me-rt“ von 1925 widmen sich diesem Thema. Weiterhin ist der Teil „Über die Kader“ des Schlusswortes von Georgi Dimitroff auf dem VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale am 13. August 1935 „Für die Einheit der Arbeiterklasse gegen den Faschismus“ (In: Georgi Dimitroff, Ausgewählte Schriften. Band 2, Berlin/DDR, 1958, S. 652-668) hier als PDF-Datei einzusehen:

Georgi Dimitroff – Über die Kader

g dimitroff

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Kampf gegen den Opportunismus I

Zum Führen des organisatorischen Kampfes gegen den Opportunismus veröffentliche ich hier die Schrift von Mao Tsetung „Einige Fragen der Führungsmethoden“ vom 01.06.1943 sowie den in der Peking Rundschau Nr. 27 – 1970 veröffentlichten Artikel von Lin Biao „Kommunisten sollten die Fortgeschrittenen des Proletariats sein“. Wer sich ausführlicher über die ideologischen und politischen Grundlagen des Kampfes von W.I. Lenin gegen den Opportunismus vertraut machen möchte, dem empfehle ich das 1965 in Peking im Verlag für fremdsprachige Literatur erschienene Buch in englischer Sprache von Cheng Yen-Shih „Lenin’s Fight Against Revisionism and Opportunism“ (Link).

Weitere Literaturhinweise zum Kampf gegen den Opportunismus folgen. Kritik, Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge usw. sind immer wilkommen. 

Mao Tse-tung und Lin Biao

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W.I. Lenin über Krieg und Frieden

krieg dem krieg

Aufgrund der wachsenden (Welt-)Kriegsgefahr durch die immer schärfer werdenden innerimperialistischen Widersprüche und Rivalitäten, sowie dem Fehlen eines starken sozialistischen Lagers, wird die Frage von Krieg und Frieden immer wichtiger für die Strategie und Taktik der kommunistischen Parteien. Daher werden hier die drei Artikel von W.I. Lenin über Krieg und Frieden bereitgestellt. Diese sind in der Broschüre „LENIN ÜBER KRIEG UND FRIEDEN. Drei Artikel“ veröffentlicht 1975 im Pekinger Verlag für fremdsprachige Literatur erschienen. Hier sind die drei Artikel mit den Seitenzahlen in den Lenin-Werken (LW) Band 21 und 23 angegeben:

I. SOZIALISMUS UND KRIEG (Die Stellung der SDAPR zum Krieg). (von 1915) in LW Band 21, S. 295-341

II. DAS MILITÄRPROGRAMM DER PROLETARISCHEN REVOLUTION. (von 1916) in LW Band 23, S. 72-83

III. BÜRGERLICHER UND SOZIALISTISCHER PAZIFISMUS. (von 1917) in LW Band 23, S. 177-198

Die Lenin-Werke (LW) sind unter folgender Web-Adresse abrufbar:

Lenin-Werke (LW)

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W.I. Lenin zu den Vereinigten Staaten von Europa und der EU

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Vor genau 100 Jahren hat W.I. Lenin – am 23. August 1915 – seine Sichtweise „Über die Losung der Vereinigten Staaten von Europa“ im „Sozial-Demokrat“ veröffentlicht. Sie ist im Band 21 der Lenin-Werke (LW 21, S. 342-347) abgedruckt und stellt fest: „Vom Standpunkt der ökonomischen Bedingungen des Imperialismus, d.h. des Kapitalexports und der Aufteilung der Welt durch die „fortgeschrittenen“ und „zivilisierten“ Kolonialmächte, sind die Vereinigten Staaten von Europa entweder unmöglich oder reaktionär.“ (LW 21, S. 343).

Diese Analyse trifft auch auf die Europäische Union (EU), die Eurogruppe und die anderen Institutionen des deutschen Europas zu. Insbesondere die Errichtung des deutschen Protektorats gegen das griechische Volk und Griechenland zeigt, dass die Entwicklung in diese Richtung geht.Ähnlich argumentiert der Artikel „Eine deutsche Tragödie“ des argentinischen Autors Atilio Boròn in der kubanischen Tageszeitung Granma vom 12.08.2015 (Link: Eine deutsche Tragödie ). Kritik, Anmerkungen usw. sind wie immer erwünscht. Hier nun der originale Text Lenins von vor 100 Jahren, aber (leider) immer noch brandaktuell:

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Die Allgemeingültigkeit der Lehre vom Volkskrieg

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Die Allgemeingültigkeit der Lehre vom Volkskrieg

Gibt es keine Volksarmee, dann gibt es nichts für das Volk“ (1)

Die chinesische Rote Armee ist eine bewaffnete Organisation, die politische Aufgaben der Revolution ausführt. Besonders jetzt darf sie sich keinesfalls auf die reine Kriegsführung beschränken; neben den Kriegsoperationen zur Vernichtung der militärischen Kräfte des Feindes sind ihr auch andere wichtige Aufgaben übertragen, nämlich, unter den Massen Propaganda zu treiben, sie zu organisieren und zu bewaffnen, ihnen bei der Errichtung der revolutionären Macht zu helfen und Organisationen der Kommunistischen Partei zu gründen. Die Rote Armee führt nicht Krieg um des Krieges willen, sondern um unter den Massen eine zu entfalten, sie zu organisieren und zu bewaffnen, ihnen bei der Errichtung der revolutionären Macht zu helfen; losgelöst von diesen Zielen, verliert der Krieg seinen Sinn und die Rote Armee ihre Existenzberechtigung.“ (2)

Sozialistischer Volkskrieg in den kapitalistischen Ländern

Folglich muss der Volkskrieg in allen Perioden und Phasen der Revolution geführt werden. So führt Mao Tsetung 1938 aus:

Die zentrale Aufgabe der Revolution und ihre höchste Form ist die bewaffnete Machtergreifung, ist die Lösung der Frage durch den Krieg. Dieses revolutionäre Prinzip gilt überall, in China wie im Ausland.

Wenn jedoch das Prinzip auch ein und dasselbe bleibt, so kommt doch seine Verwirklichung durch die Partei des Proletariats gemäß den verschiedenen Bedingungen auf verschiedene Weise zum Ausdruck. In den kapitalistischen Ländern besteht – abgesehen von Perioden, da dort der Faschismus herrscht und Kriege im Gange sind – folgende Situation: Innenpolitisch gibt es keine Feudalordnung mehr, sondern die bürgerliche Demokratie, außenpolitisch werden diese Länder nicht national unterdrückt, sondern unterdrücken selbst andere Nationen. Entsprechend diesen Besonderheiten besteht die Aufgabe der proletarischen Parteien in den kapitalistischen Staaten darin, durch einen legalen Kampf während eines langen Zeitabschnitts die Arbeiter zu erziehen, Kräfte zu sammeln und so zum endgültigen Sturz des Kapitalismus zu rüsten. (…) Der einzige Krieg, den die Partei braucht, ist der Bürgerkrieg, auf den sie sich vorbereitet. (…) Und wenn die Zeit für Aufstand und Krieg gekommen ist, bemächtigt man sich in erster Linie der Städte und führt dann erst den Angriff gegen Dörfer und nicht umgekehrt. All das haben die kommunistischen Parteien der kapitalistischen Länder getan, und all das wurde durch die Oktoberrevolution in Russland bestätigt.“ (3)

Denn auch die Grosse Sozialistische Oktoberrevolution war – wie die Geschichte des Bürgerkrieges in der UdSSR (1917-1922) lehrt – ein sozialistischer Volkskrieg: Nämlich der Kampf der sowjetischen Arbeiter und Bauern gegen die weiße, innere Konterrevolution sowie die Intervention der 17 imperialistischen und kapitalistischen Staaten. Weiterlesen »

Theoretische Diskussion in der Türkei

In der Türkei hat Ende 2013 der III. Kongress der Maoistisch Kommunistischen Partei (MKP – Türkei/Nordkurdistan) stattgefunden. Die Ergebnisse und Beschlüsse des Kongresses sind 2014 in türkischer Sprache in einem Buch veröffentlicht worden. Der III. Kongress der MKP beurteilt die sozio-ökonomischen Verhältnisse in der Türkei als kapitalistisch. Folglich ist die Art der Revolution eine proletarische sozialistische Revolution. Folglich ist die Strategie der Revolution der sozialistische Volkskrieg. So hat der III. Kongress ebenso beschlossen, dass der bewaffnete Kampf immer noch seine Gültigkeit behält. Neben den Guerillaeinheiten der Volksbefreiungsarmee (HKO) sind der andere bewaffnete Arm der MKP die Partisanenvolkskräfte (PHG) in den Städten. Die Beschlüsse in türkischer Sprache können hier heruntergeladen werden (leider liegt mir keine englischsprachige oder deutsche Übersetzung vor):

MKP – III Kongre Belgeleri

Mittlerweile existiert eine grundlegende Kritik an den o.g. Festlegungen der MKP durch die türkischsprachige Zeitschrift „Partizan“ vor. In ihrem Artikel „III. Kongress der MKP: Ein neues Stadium des Liquidatorentums“ von I. Suphi aus dem Juni 2014 antwortet „Partizan“ auf die Dokumente des III. Parteikongresses der MKP. Hier steht dieser Artikel in englischer Sprache als PDF-Datei zum Herunterladen zur Verfügung (auf der Webseite http://www.red-path.net kann diese Broschüre mit Hilfe von Übersetzungsmaschinen in die jeweilige Sprache übertragen werden):

MKP`s III. Congress: A New Stage in Liquidationism

MKP HP Bild

Große Proletarische Kulturrevolution III

Vorsitzender Mao weist auf folgendes hin: Die Vertreter der Bourgeoisie, die sich in die Partei, in die Regierung, in die Armee und in die verschiedenen Bereiche der Kultur eingeschlichen haben, sind ein Häuflein von konterrevolutionären Revisionisten; sie werden, sobald die Bedingungen dafür reif sind, die politische Macht an sich reißen und die Diktatur des Proletariats in eine Diktatur der Bourgeoisie umwandeln. Wir haben bereits einige dieser Leute durchschaut, aber manche noch nicht; manche genießen jetzt noch unser Vertrauen und werden zu unseren Nachfolgern ausgebildet, wie zum Beispiel Leute vom Schlage Chruschtschows, die noch neben uns nisten. Die Parteikomitees aller Ebenen müssen dieser Frage größte Aufmerksamkeit schenken. Die derzeitige große Kulturrevolution ist nur die erste; es werden in der Zukunft unausbleiblich noch mehrere erfolgen. In den letzten paar Jahren sagte Genosse Mao Tsetung wiederholt: Die Frage, wer wen in der Revolution besiegt, wird erst in einem sehr langen historischen Zeitraum entschieden werden können. Behandelt man diese Angelegenheit nicht richtig, ist es jederzeit möglich, daß der Kapitalismus restauriert wird.

Alle Parteimitglieder und das gesamte Volk in unserem Lande dürfen nicht annehmen, daß nach ein oder zwei großen Kulturrevolutionen, oder auch drei oder vier, alles in schönster Ordnung sein werde. Wir müssen uns aufs äußerste in acht nehmen, und unsere Wachsamkeit darf nie nachlassen.

Hier der gesamte Text:

Rundschreiben des ZK der KP Chinas vom 16. Mai 1966

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Große Proletarische Kulturrevolution II

In den 1960er Jahren steht die VR China, wie zuvor bereits die UdSSR, auf dem Weg zum Revisionismus. Also auf dem Weg der Wiederherstellung (Restauration) des Kapitalismus. In der UdSSR hatte eine neue Bürokratenklasse im Staats- und Parteiapparat die Macht übernommen, abgehoben von den Volksmassen. Mao Tsetung dagegen weist darauf hin, dass der Klassenkampf der Volksmassen das leitende Prinzip der Politik sein muss und dass der Klassenkampf „täglich, monatlich und jährlich“ durchgeführt werden muss. In der Zeitschrift „Rote Fahne“ schreibt Mao Tsetung dazu im Jahr 1967:

„Die Große Proletarische Kulturrevolution ist eine Revolution, die die Seelen der Menschen erfasst hat. Sie trifft die grundsätzliche Position der Menschen, bestimmt ihre Weltanschauung, bestimmt den Weg, den sie bereits gegangen sind oder noch gehen werden und erfasst die gesamte Revolutiongeschichte Chinas. Dies ist die größte, in der Geschichte der Menschheit noch nie dagewesene, Umwälzung der Gesellschaft. Sie wird eine ganze Generation von standhaften Kommunisten heranbilden.“

Die Zielbestimmung der Großen Proletarischen Kulturrevolution wird im Beschluss des ZK der KP Chinas vom 8. August 1966 festgelegt, der hier einsehbar ist:

Beschluss des ZK der KP Chinas über die Große Proletarische Kulturrevolution vom 08.08.1966

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Politische Arbeit der (Arbeits-)Migranten in der BRD

Beim Stöbern in den Marx/Engels Werken, Dietz Verlag, Berlin/DDR Band 21 bin ich auf Seite 335-343 auf das Vorwort  für die amerikanische Ausgabe von Friedrich Engels Schrift „Lage der arbeitenden Klasse in England“ aus dem Jahr 1887 gestoßen. Hier entwickelt Engels die politischen Aufgaben der emigrierten Arbeiter aus Deutschland in der Arbeiterbewegung in der USA. Dies ist eine gute Diskussionsgrundlage für die Debatte über die politischen Aufgaben der (Arbeits-)Migranten in der BRD. Über Diskussionsbeiträge, Kritik usw. freue ich mich.

Friedrich EngelsFriedrich Engels

Die Arbeiterbewegung in Amerika

[Vorwort zur amerikanischen Ausgabe der „Lage der arbeitenden Klasse in England“]

Engels führt im folgenden Textabschnitt seine Analyse des Standes der kommunistischen Bewegung in den USA (1887) aus und bestimmt die Aufgaben der emigrierten deutschen Auswanderer in den USA:

„[…] Die dritte Abteilung ist die Sozialistische Arbeiterpartei. Sie ist eine Partei nur dem Namen nach, denn nirgendwo in Amerika ist sie bis jetzt wirklich imstand gewesen, als politische Partei handelnd aufzutreten. Sie ist zudem bis zu einem gewissen Grad ein ausländisches Element in den Vereinigten Staaten; sie hat bis ganz neuerdings fast ausschließlich aus eingewanderten Deutschen bestanden, die sich ihrer eigenen Sprache bedienen und mit der englischen Landessprache nur wenig vertraut sind. Dafür aber, daß sie von fremder Wurzel kam, kam sie auch bewaffnet mit der Erfahrung, die sie in langjährigem Klassenkampf in Europa erworben, und mit einer Einsicht in die allgemeinen Bedingungen der Emanzipation der Arbeiterklasse, wie sie bei amerikanischen Arbeitern bis jetzt nur ausnahmsweise zu finden ist. Es ist dies ein Glück für das amerikanische Proletariat, das hiemit in den Stand gesetzt wird, den intellektuellen und moralischen Gewinn des vierzigjährigen Kampfs ihrer europäischen Klassengenossen sich anzueignen und zu benutzen und so seinen eigenen Sieg zu beschleunigen. Denn, wie gesagt, darüber kann kein Zweifel sein: das schließliche Programm des amerikanischen Proletariats muß und wird im wesentlichen dasselbe sein wie das jetzt vom gesamten streitbaren Proletariat Europas angenommene, dasselbe wie das der deutsch-amerikanischen Sozialistischen Arbeiterpartei. Damit, und soweit, ist diese Partei berufen zu einem sehr wichtigen Anteil an der Bewegung. Aber um diesen Beruf zu erfüllen, wird sie auch ihre ausländische Tracht bis auf den letzten Rest abzustreifen haben. Sie muß durch und durch amerikanisch werden. Sie kann nicht verlangen, daß die Amerikaner zu ihr kommen; sie, die eingewanderte Minderheit, muß zu der ungeheuren Mehrheit der eingeborenen Amerikaner gehn. Und dazu muß sie vor allen Dingen Englisch lernen.

Der Verschmelzungsprozeß dieser verschiedenen Elemente der gewaltigen wogenden Masse – Elemente, in Wirklichkeit einander nicht widerstreitend, aber wohl kraft ihrer verschiedenen Ausgangspunkte einander entfremdet -, dieser Prozeß wird einige Zeit in Anspruch nehmen und nicht ohne mannigfache Reibung abgehen, wie sie sich schon jetzt an verschiedenen Punkten zeigt. So sind die Arbeitsritter in den Städten des Ostens hier und da in lokalem Kampf mit den organisierten Gewerkschaften. Aber eben diese Art Reibung existiert auch innerhalb der Arbeitsritter selbst, in deren Mitte Frieden und Harmonie keineswegs herrscht. Das sind aber keineswegs Anzeichen des Verfalls, worüber die Kapitalisten ein Recht hätten zu jubeln. Es sind vielmehr nur Beweise, daß die zahllosen Scharen von Arbeitern, die jetzt endlich in einer und derselben Gesamtrichtung in Bewegung geraten, bis jetzt weder den angemessenen Ausdruck für ihre gemeinsamen Interessen, noch die geeignetste Organisationsform gefunden haben. Bis jetzt sind sie nur noch die ersten Massenaushebungen des großen Revolutionskriegs, versammelt und ausgerüstet in einzelnen, noch selbständigen Lokalgruppen, alle bestimmt, ein einziges großes Heer zu bilden, aber noch ohne regelmäßige Organisation und gemeinsamen Feldzugsplan. Noch kreuzen sich hie und da die auf einen Sammelpunkt hinmarschierenden Kolonnen; Verwirrung, Zank und Streit, selbst Drohung ernstlichen Zusammenstoßes wird laut. Aber schließlich überwindet die Gemeinsamkeit des Endzieles alle kleinen Schwierigkeiten; es dauert nicht lange, und die verzettelten und lärmenden Bataillone tun sich zusammen zu einer festgegliederten Schlachtlinie voll Waffenglanz und drohendem Schweigen, gedeckt durch verwegene Plänkler in der Front und durch unerschütterliche Reserven im Rücken.

Dies Resultat zu erreichen, die Vereinigung dieser verschiedenen unabhängigen Körperschaften zu einer einzigen nationalen Arbeiterarmee mit einem gemeinsamen Programm – und sei dies Programm noch so unreif, solange es nur ein echtes Klassenprogramm von Arbeitern ist -, das ist der nächste große in Amerika zu vollziehende Schritt. Dies Ziel zu erreichen und das Programm zu einem diesem Ziel angemessenen zu machen, dazu kann niemand mehr beitragen als die Sozialistische Arbeiterpartei, wenn sie sich nur entschließt, dieselbe Taktik zu befolgen, die die europäischen Sozialisten befolgten zu der Zeit, als sie nur noch eine geringe Minderheit der Arbeiterklasse ausmachten. Diese Taktik wurde zuerst dargelegt im „Manifest der Kommunistischen Partei“ von 1847 in folgenden Worte

„Die Kommunisten“ – das war der Name, den wir damals angenommen, und den wir auch heute noch weit entfernt sind, zurückzuweisen – „die Kommunisten sind keine besondere Partei gegenüber den andern Arbeiterparteien.

Sie haben keine von den Interessen des ganzen Proletariats getrennten Interessen.

Sie stellen keine besonderen Prinzipien auf, wonach sie die proletarische Bewegung modeln wollen.

Die Kommunisten unterscheiden sich von den übrigen proletarischen Parteien nur dadurch, daß einerseits sie in den verschiedenen nationalen Kämpfen der Proletarier die gemeinsamen, von der Nationalität unabhängigen Interessen des gesamten Proletariats zur Geltung bringen; andrerseits dadurch, daß sie in den verschiednen Entwicklungsstufen, welche der Kampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie durchläuft, stets das Interesse der Gesamtbewegung vertreten.

Die Kommunisten sind also praktisch der entschiedenste, immer weiter treibende Teil der Arbeiterparteien aller Länder; sie haben theoretisch vor der übrigen Masse des Proletariats die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung voraus …

Sie kämpfen also für die Erreichung der unmittelbar vorliegenden Zwecke und Interessen der Arbeiterklasse, aber sie vertreten in der gegenwärtigen Bewegung zugleich die Zukunft der Bewegung.“

Das ist die Taktik, die der große Begründer des modernen Sozialismus, Karl Marx, und mit ihm ich und die Sozialisten aller Nationen, die mit uns arbeiteten, seit mehr als vierzig Jahren befolgt haben, die uns überall zum Siege geführt und die es bewirkt hat, daß heute die Masse der europäischen Sozialisten, in Deutschland wie in Frankreich, in Belgien und Holland wie in der Schweiz, in Dänemark und Schweden wie in Spanien und Portugal, als eine einzige große Armee unter einer und derselben Fahne kämpfen.

London, 26. Januar 1887

Friedrich Engels“

Quelle: http://www.mlwerke.de/me/me21/me21_335.htm